und nun?

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raubkopierer sind verbrecher

Eine Abmahnwelle treibt durch Hip-Hop und Mixtape-Blogs und reist immer mehr Autoren und Webseiten mit sich. Im Auftrag des „Bundesverband Musikindustrie e.V.“, dem Verband der Tonträgerhersteller, und dessen Dachorganisation „IFPI“ ermittelt und klagt eine Hamburger Anwaltskanzlei in Sachen Urheberrechtsverletzung. Gemahnt wird wegen Songs auf verlinkten Mixtapes von Künstlern, die bei den Majors Sony, Universal und Warner unter Vertrag stehen.

Verständlicherweise ist das Geschrei und das Major-Bashing unter den Bloggern groß, bestraft die Industrie doch ihre größte Werbemaschine. Zudem könnte es so gut wie jeden Autor treffen, der schon einmal ein Mixtape oder eine mp3 verlinkt hat, ohne zuvor an die Nutzungsrechte zu denken.

Die rechtliche Lage scheint klar zu sein. Wenn keine Nutzungsrechte vorliegen ist Angabe eines direkten Downloadlinks eine urheberrechtswidrige Nutzungshandlung. Wobei die Haftung für entsprechende Links auf fremde Webseiten mit urheberrechtswidrigen Inhalten noch der Klärung bedarf. (Quelle)

Sony bleibt derweil hart und lässt über ihren Pressesprecher vermelden, dass es sich bei unerlaubter Verwendung ihrer Songs um eine illegales Angebot handelt und dem entsprechend nachgegangen wird. Das dies aber auch anders Laufen kann zeigt der Fall von WhiteTapes. Der zuständige Produktmanager des Labels konnte Einfluss nehmen und kümmerte sich darum, dass die Abmahnung zurück gezogen wird.

UPDATE: Der Director Corporate Communications bei Sony Music hat sich den Fragen der Laut-Redaktion gestellt und antwortet auf die Frage nach MTV und Curses Label Alles Real Records: „Sicherlich bleiben manchmal rechtsverletzende Angebote auch unentdeckt. Dies ist auch hier der Fall. Die oben genannten Seiten haben das Material inzwischen entfernt, da es illegal ist. Insofern erfolgt keine Abmahnung mehr.“ Aha, also schön auf die Kleinen hauen – die Großen hatten halt Glück nicht erwischt zu werden? F*CK YOU!

Ebenfalls Hanebüchen: “ Frage: Wie kann es sein, dass der Vertrieb (Sony) eines Künstlers (Curse) Promomaßnahmen (Verlinkung des Splash!-Mixtapes) des Labels (Alles Real) desselben Künstlers juristisch verfolgt? – Antwort: Diese Frage will Sebastian Hornik nicht kommentieren.“

raubkopierer sind moerder

Und nun?
Diese Frage stellt sich jetzt vielen Bloggern, das geht mir genau so. Zwar schreibe ich selten über Mixtapes mit kommerzielleren Titeln, ich kann aber nicht ausschließen, dass die Nutzungsbedingungen immer geklärt wurden. Eins steht fest: Man muss sich in Zukunft genau überlegen, wen man supportet und verlinkt. Tracks, die bei Majors unter Vertag sollte man meiden. Das wird nicht einfach werden, da bei den Majors nicht nur völlig talentfreie Popstars unter Vertrag stehen, sondern auch reichlich renommierte Künstler.

Konsequent wäre es, nur noch kleine und unabhängige Labels, Künstler und DJ’s zu unterstützen, die ihre Musik selbst im Internet vermarkten und die die Veröffentlichung ihrer Titel ausdrücklich erlauben. Zudem gibt es noch unzählige unentdeckte Talente, die ihre Musik unter Creative-Commons-Lizenz releasen und der Öffentlichkeit die Nutzungsrechte einräumen. Hört sich für viele bestimmt nicht sehr verlockend an, würde viele Blogs aber interessanter machen als der 379 Beitrag zum 754 Mixtape mit Method Man und Eminem.

Eine weitere Überlegung wert ist der zukünftige Umgang mit Tracklisten! Zwar wurde im aktuellen Fall anscheinend doch eher nach bestimmten Mixtapes gesucht, Tracklisten in gut gerankten Blogs bringen einen Mahner allerdings schnell auf die Fährte.

Auch der weitere Verlauf der Abmahnungen wird zeigen, wie es in Zukunft weiter gehen wird. Den abgemahnten Bloggern wurde von ihren Anwälten empfohlen vorerst nichts zu diesem Thema zu schreiben. Das ist verständlich. Trotzdem würde es mich brennend interessieren wie die Rechtsvertreter nun Vorgehen und welche Möglichkeiten sie in diesen Fällen sehen.

Und ohne schlafende Hunde wecken zu wollen, Fabien hat es in einem Kommentar schon angesprochen: „… man kann froh sein, wenn sich die Staatsanwaltschaft nicht einschaltet, weil es hier auch um eine Straftat geht. Zudem könnte die Gema auch Aufführungsabgaben verlangen.
Das die Rechtslage nicht zu unserer Zeit passt ist klar, leider ist sie aber gnadenlos gültig.“

Bilder: Screenshot von Raubkopierer sind Verbrecher // Raubkopierer sind Mörder von d-frag (cc)

24 KOMMENTARE

  1. „Konsequent wäre es, nur noch kleine und unabhängige Labels, Künstler und DJ’s zu unterstützen, die ihre Musik selbst im Internet vermarkten und die die Veröffentlichung ihrer Titel ausdrücklich erlauben.“

    Letztlich wird, aus meiner Sicht, dies der Weg sein. Nicht so sehr im Sinne eines Boykotts, auch wenn der – konsequent durchgeführt – entstehen würde, alleine schon, weil das Risiko einfach zu groß ist. Wer nicht gerade im ÖPNV sitzend sein Geld verdient, kann sich einen Rechtsstreit dazu nicht im Ansatz leisten. Von Zeit und Nerven noch ganz abgesehen.

  2. Wenn eines nicht klar ist, dann doch die rechtliche Lage 🙂

    Ich bin der Meinung, dass einem nichts passieren kann, wenn man auf ein anderes Blog verlinkt, auf dem dann das Mixtape bzw der Link zum Mixtape zu finden ist. Macht ja auch Sinn: Sachen hochladen ist ja im Prinzip noch nichts schlimmes, erst der Öffentlichkeit diese Sachen zugänglich machen, verstösst gegen das Urheberrecht. Und mit einem Link auf ein anderes Blog / eine andere Seite kann man hoffentlich vernünftig argumentieren, dass man selbst nichts öffentlich gemacht hat. Ebenso gibts den Link für die eigenen Besucher dann nicht mehr, wenn die Quelle ihn entfernt hat.

    Aber mal was anderes: Ich habe bei den ganzen Sachen, die verschiedene Anwälte zu dem ganzen Thema erzählen, ein ungutes Gefühl. Die stecken doch alle unter einer Decke. Is ja auch klar, die haben nix zu verlieren.

    Wer nur etwas verlinkt hat, hat definitiv NICHTS zum Download vorgehalten – selbst wenn Link und „richtiger Download“ (so behaupten zumindest einige Rechtsanwälte – davon kann man wieder halten was man will) nach deutschem Recht dasselbe sind, so sollte trotzdem die Verlinkung abgemahnt werden, und nicht irgendwas anderes, was zumindest für Leute aus der technischen Ecke nur entfernt mit der eigentlichen Sache zu tun hat.

  3. Für die Mixtape-Ersteller:
    Für jeden Track eine explizite Freigabe des Tracks vom Künstler/Label einfordern. Mediadaten über die vergangenen Downloads vorzuhalten, dürften da wohl sinnvoll sein.

    Für die Blogger:
    Keine Direktlinks auf die Downloads, sondern nur auf den Hinweis/Blogeintrag des DJ. Kein Einbinden dieser Inhalte auf der eigenen Seite.

    Erschweren der Abmahnung:
    Keine oder falsche Tracklisten vorhalten, keine ID3Tags in den Tracks -> die Tracks müssen von den Anwälten durchgehört werden, sie müssen die Künstler/Tracks selbst erkennen.

    Piratenpartei wählen:
    Für einen normalen und zeitgemäßen Umgang mit dem Copyright. Das soll nicht für freies Kopieren von Musik aufrufen, sondern eben für ein zeitgemäßen Umgang mit Musikdateien, MP3player, Weitergabe von urheberrechtlich geschütztem Material. Denn auch die Künstler müssen davon leben.

    Für die Künstler und Labels bedeutet das:
    Sträubt ihr euch, könntet ihr von euren Hörern und Kritikern totgeschwiegen werden. Kleinere Künstler und Labels hätten damit auch bessere Chancen.

    Für die Aktualität bedeutet das:
    Die Freigaben der Tracks einzufordern dürfte bei den Labels und Künstlern eine neven und zeitraubende Angelegenheit werden. Aktuelle Tracks in ein Mixtape zu bauen, könnte langwierig werden.

    Für die Labels bedeutet das:
    Denkt Euch was aus, wie ihr mit euren Hörern und Supportern zusammenarbeitet.

  4. Ich sehe da nur zwei Möglichkeiten: 1.) Weitermachen wie bisher, einen Anwalt im Rücken und hoffen, dass man verschont bleibt. Denn bisher ist mir das rechtlich alles noch viel zu schwammig. So lange das nicht geklärt ist, auf Glück hoffen. Irgendwer wird da endlich mal in Klage gehen müssen. Gerade in diesem Fall, wo der eigentlich Download legaler Natur gewesen sein sollte. Außerdem ist es mir unverständlich, dass MTV und Curse, die Flachzange, obhin des Anbietens dieses Mixtapes verschont geblieben sind. Das stinkt doch zum Himmel!

    Die 2. Variante wäre, wie Du ja meinst, alles was von den Major-Sklavenhändlern kommt rigoros aus den Blogs auszuschließen. Und ich meine Alles! Links zu neuen VÖs, Links zu Mixtapes, Links zu auch von den Majors selber kostenlos angebotenen MP3s, Links zu allen der unter Vertrag-stehenden Musikern, eigene Reviews, selbst die Videos der Major-Sklaven. Alles raus aus den Blogs! Das wäre konsequent und würde endlich Räume für neue Sachen schaffen. Lasst Euch doch von denen nicht verarschen. Dummerweise hätten einige dann weniger zu schreiben, was auch bei denen eine Kostennote hinterlässt. Da ist es nämlich wieder das Problem der werbenden Blogs. Wer davon lebt, wird das nicht einschränken – auf der anderen Seiten allerdings verdient er Geld mit Inhalten, die ihm nichts kosten. Klar, dass das die Majors sackt. Auch klar, dass die da kaum einen Durchblick haben dürften, wer dazu gehört. Also werden alle abgemahnt.

    Ich werde aus der Sache hier die Konsequenz ziehen und bei mir rein gar nichts mehr bringen, was aus den Major-Büros kommt. Dürfte mir nicht mal schwer fallen, soviel war das eh nie.

    Klar ist aber eben auch, dass Blogs mittlerweile ein Teil der Pop-Kultur sind. Und natürlich bloggen deshalb eben auch viele über dieses Pop-Gesülze, was schade ist. Das Netz bietet so viel mehr und wenn sich auch endlich mal die großen Blogs als Multiplikator verstehen würden um dem Major-Mainstream entgegenzusetzen, gäbe es gute Chancen auch was zu ändern. Aber was machen die? Die bringen immer alle den selben Schrott, der sich „Indie“ nennt und auf Sony/Universal/BMG/Menschfresser kommt.

  5. Wieder mal ein guter Kommentar von dir peter.

    Ich für meinen Teil werde wohl keine Major Acts mehr supporten, was sich allerdings als schwierig erweist, da beispielsweise die Vertriebsrechte von Def Jam bei Sony oder so liegen und in deren Namen abgemahnt wird in Deutschland. Es ist also oft einfach nicht zu erkennen bei wem die Rechte liegen und ein legaler ist so von einem illegalen Download kaum noch zu unterscheiden. Um das Problem deutlicher zu machen, ein zugegeben zugespitztes Beispiel:

    Rapper X macht ein Mixtape mit ausschließlich eigenen Beats, daran hat er soweit alle Rechte. Sollte dieser Rapper nun ein Blend eines Verses von einem Major Rapper auf seinem Tape haben und das als Feature ausgeben, liegen die Rechte für diesen Verse des Major Rappers beim entsprechenden Label und ich könnte für die Promotion des Mixtapes abgemahnt werden.

    Wenn ich aber nicht jeden Track jedes Künstlers kenne ist es mir im Alltag nicht möglich in jedemfall herauszufinden ob es sich um ein geklärtes Blend, ein offizielles Feature oder ein illegalen Remix handelt. Diese Rechtslage schränkt mich in meiner Möglichkeit der Berichterstattung ein, da ich stets fürchten muss abgemahnt zu werden. Das Urheberrecht schränkt somit indirekt die Meinungsfreiheit ein.
    Noch drastischer wird es, sollte – und letztlich müsste das nach aktueller Rechtslage gehen – auch für Samples in Beats abgemahnt werden, wenn man mir als Blogger aber die ungeklärten Samples eines Produzenten in die Schuhe schieben will, hat man erfolgreich den Boden für jede Art Untergrund Musik vergiftet.

    Zugegeben, dass sind beides relativ extreme beispiele, aber sie denken die aktuelle Logik nur konsequent zu Ende, weil was ist schon anders an einem kurzen Trackschnipsel auf einem Mixtape als an einem Blend oder einem Sample in einem Beat?

    Bleibt als Fazit eigentlich nur, ein neues Urheberrecht muss her, aber das ist wahrlich keine neue Erkenntnis.

  6. Bei schriftlichen Veröffentlichungen gibt es die Möglichzeit der Zitate. Ob das bei einem Blend auch auf die musikalische Version übertragbar ist?
    Rezensieren darf man sicher solches Mixe. Mit der Verlinkung würde ich auf keinen Fall einen direkten Download aufnehmen, einen Blogbeitrag, des Erstellers sollte aber kein Thema sein. Möglicherweise reicht es ja auch aus, auf die Startseite des Erstellers/DJ zu verlinken, wenn dieser dann auf seiner Seite den Beitrag vorne hat.
    Ob hier eine reine Nennung der Webadresse ohne Verlinkung anders beurteils wird als eine Verlinkung der Webadresse?

    Was passiert, wenn keiner der Abgemahnten klein beigibt und die Kostennoten bezahlt, den vergeworfenen Verstoß aber entfernt. Ob die RA der MI das einklagen? Und dann noch in den größeren Mengen einklagen lassen?
    Ich denke, es sollte sich jemand mit Mut, einem guten RA und etwas Kohle finden lassen, der ein explizites Urteil zu dem Thema erstreitet. Das fehlt leider.

    Das aktuelle Interview auf laut.de zeigt doch auch, wie selbst das Label und der Vertrieb nicht wissen, das der andere genehmigt hat und was nicht. Vielleicht sollte man auch gerade damit die MI ausspielen. Also vom Vertrieb Veröffentlichungsrechte zusichern lassen, dann vom Label abmahnen lassen, und mit der Vertriebserlaubnis gegenklagen wegen übler Nachrede von wegen Urheberverletzung?

    Ich für meinen Teil bin leider vom Musikkauf abgekommen. Mein Konsum beschränkt sich inzwischen auf etwas Hintergrundradio, Webradio aus dem Ausland und Live-Konzerte. Es ist flüchtig geworden, oberflächlich, und leider ist das Entdecken neuer Künstler in den Hintergrund gerückt.
    Als zahlenden Konsumenten hat mich die MI verloren.

  7. @Legastiger: Das sind tatsächlich extreme Beispiele die du da aufführst, aber hey – wir haben alle schon Pferde kotzen sehen, insofern gar nicht abwegig!
    Und kleine Labels und Musiker, die indirekt bei den Majors vertrieben, werden sind wirklich ein Problem! Da wird nur genaues Hinschauen und persönliches Abwegen helfen.

    @Ronny: Deine zweite Variante ist mir auch lieber und so werde ich das wohl nun auch handhaben. Nicht zuletzt nachdem ich das Interview mit dem Director Corporate Communications bei Sony Music gelesen habe ist meine Geduld nun endgültig am Ende. MTV und Curse hatten demnach einfach nur Glück, weil sie vom Anwalt nicht gefunden wurden. Da sie das Material und die Links mittlerweile entfernt haben brauchen, die auch nicht mehr mit einer Abmahnung zu rechnen!!!
    Aber lies selbst: http://www.laut.de/vorlaut/news/2009/10/02/23231/index.htm

    F*UCK THE MAJORS!!!

  8. wieder ein guter artikel.
    also der bullshit, den der sony-fritze von sich gibt, is ja wohl nichtmehr zu überbieten, so viel dreistigkeit muss man erstmal besitzen. dass der nich kotzen muss, wenn er in spiegel schaut…
    ich würde es begrüßen, wenn wirklich mal mehr künstler von kleineren labels und mit freieren lizenzen bevorzugt/promotet werden würden, vllt raffen es dann die ganzen anderen bratzen bei den majors endlich, dass man eben auch als künstler für seine kohle arbeiten muss und man auf seine fans angewiesen is. wäre jedenfalls wünschenswert.

  9. @Peter
    das mit der Berichterstattung im Sinne der Reviews stimmt natürlich, nur finde ich es etwas abwegig, bei einer Download Rezension keinen Link zu setzen, damit ginge ja die Hälfte des Services, den man als Blog bietet verloren, ich versuche ja die Benutzung möglichst komfortabel zugestalten. Und ich gebe bei praktisch jedem Mixtape, es sei denn ich bekomme den Link per Mail, die Quelle des Download Links an. Zwar mag es juristisch anders sein, aber von der Logik ist es völlig egal ob ich nur auf das Blogposting eines anderen Blogs verweise oder auch den Link „weitergebe“.

  10. Wie wäre es denn mit einer öffentlichen „DJ, don’t touch this!“ Blacklist? (am besten ein Wiki).

    So würden die verantwortlichen PR Abteilungen sehr schnell der Rechtsabteilung auf die Finger hauen und Alarm schlagen. Niemand möchte in solch einer Abmahner-Liste auftauchen, unter Umständen könnten darauf sogar klassische Medien aufmerksam werden und die Dramatik etwas erhöhen. Dass das kurzfristig nicht hilft ist klar, aber es könnte auf mittlere Zeit funktionieren.

    Eine weitere Idee, wäre es sich die Erlaubnis der Labels einfach zu holen, Promo für diese machen zu dürfen. Es sind ja nur drei: Zeigt denen wie relevant euer Blog ist (mit viel Tam Tam) und fragt nach einer Erlaubnis „vermixte“ Versionen ihrer Tracks online zum Download anbieten zu können. Unter Umständen werdet ihr sogar bemustert, mit Infos beliefert und habt einen echten Wettbewerbsvorteil. Und wenn man dafür ein „supported by Major Label XY“ auf seine Seite kleben muss wäre es doch auch nicht sooo schlimm.

  11. Ich glaube nicht dass es mit Glück zu tun hat, dass MTV und Co nicht abgemahnt wurden. Sondern einfach damit, dass die Abmahnungen so wie sie formuliert sind überhaupt keine Chance haben, vor Gericht durchzugehen (und MTV und Co wahrscheinlich eine Auseinandersetzung vor Gericht weniger scheuen als die Blogger).

    Und vor Gericht wollen die Herren Abmahnanwälte auf keinen Fall ziehen … dann würde zum einen entschieden werden, dass die konkrete Abmahnung Blödsinn ist, aber was viel schlimmer ist, sie dürften hoffentlich in Zukunft solche Sachen nicht mehr abmahnen.

  12. Irgendwie bleibe ich immer an dem ekligen Gedanken hängen, dass dabei Labelpolitik und Paragraphen über Inhalte siegen.

    Und leider, leider veröffentlichen Majorkonzerne auch mal gute Musik, haben die Vertriebsrechte daran oder weiß der Teufel was. Das macht diese Selbstzensur so widersinnig.

    Wer weiß, wie Musikverlage funktionieren, dürfte auch ahnen, wie realistisch es ist, ein Mixtape mit ausschließlich freigegebenen Tracks zu machen – außer eben, man verwendet nur Sachen, die explizit als Promo zur Verfügung gestellt werden. Aber im Sinne von Vielfalt und „Ich zeige dem Publikum, was ich geil finde“ ist das eben auch nicht.

  13. Ich überlege auch seit langem welche Konsequenzen man daraus ziehen sollte.

    Kein Support mehr für Majors wäre sicherlich die straighteste Lösung. Aber wie bereits erwähnt vermarkten die ja nicht nur Pop-Schrott, sondern teilweise auch gute Artists, deren Promo mir eigentlich am Herzen liegt und die Support gut gebrauchen können.

    Jedes Mixtape auf rechtliche „Reinheit“ zu checken ist zu zeitaufwändig, und in meinen Augen unmöglich. Alleine schon weil es nicht zu jedem Mixtape ein komplettes Tracklisting gibt und man nicht jeden Track und jedes Sample erkennen kann.
    Das Ganze auf den DJ abzuwälzen ist auch unmöglich. Selbst wenn der sich die Arbeit macht für jeden Song eine Anfrage zu stellen (was niemand machen wird, alleine schon weil er sein 45-Track Mixtape jedesmal komplett überarbeiten muss wenn EINE Zustimmung fehlt), wird er wohl kaum alle 45 schriftlichen Genehmigungen scannen und im Blogbeitrag verlinken. Letztenendes bleibt also auch hier nur das Vertrauen, und wenn’s um Anwälte und so’n Scheiss geht ist mir das zu unsicher.

    Und wie man sieht ist ja selbst bei Mixtapes die direkt auf der Website eines Labels angeboten werden die rechtliche Lage nicht immer eindeutig. Auch dabei kann man auf die Fresse fliegen.

    Selbst Tracks die „offiziell“ zu Promozwecken zum Download angeboten werden (meist vom Künstler selber) sind ja abmahnfähig.

    Keine direkten Downloads mehr anzubieten ist sicher möglich, wirderspricht aber auch meiner Auffassung von einem guten Blogbeitrag. Ohne Play-Button und direkten Download-Link geht Potential verloren, da kann man’s auch gleich bleiben lassen. Und auch hier ist ja die rechtliche Lage nicht eindeutig.

    Was bleibt also noch übrig?

    1. Weitermachen wie bisher und hoffen dass keine Post kommt – eventuell mit der Änderung keine direkten Download-Links und Tracklistings mehr mit reinzupacken. Widerspricht auch dem Grundgedanken eines Mixtapes, nämlich neue Musik kennenzulernen und weiter zu diggen.

    2. Anonym bloggen. Sich nur auf Major-Label-Content beschränken und die kompletten Alben gleich mit dazustellen und „reich werden“ mit Rapidshare-Premium-Vermittlungen. Wäre ein toller virtueller Fick-Finger an den richtigen Adressaten. Endet aber entweder im finanziellen Ruin oder im Knast. Vorratsdatenspeicherung macht’s möglich.

    3. Gar keine Mixtapes mehr bloggen, auch keine MP3-Downloads. Wer künstlerbezogen und labelunabhängig informieren will beschränkt sich auf Album-Reviews und / oder Links auf Amazon, YouTube etc. Rechtlich der sicherste Weg und die Künstler leiden nicht ganz so krass darunter. Für das Blog, seine Leser, und den Betreiber aber ein ziemlicher Absturz.

    Womöglich werde ich den dritten Weg gehen, auch wenn mich das ziemlich anzeckt. Aber ich würde mich freuen wenn wir es irgendwie schaffen dieser Hurerei was entgegenzusetzen. Sei es einen eigenen Verein oder eine Aktion zu gründen, die Piratenpartei zu supporten, oder sonstwas. Ich seh’s nicht ein mich für Promo ficken zu lassen, seh’s aber auch nicht ein klein beizugeben und die Tatsache einfach hinzunehmen dass die Großen immer gewinnen.

    Das Internet hat uns ermöglicht dem Einheitsbrei von MTV und UKW was entgegenzusetzen und die Dinge supporten die sonst zu kurz kommen. Wenn wir damit jetzt aufhören gehen wir wieder zwei Schritte zurück und es wird sich gar nichts ändern.

  14. @Alohastone: Wow mein Guter, klasse Kommentar! Meinen Support hast du, auch wenn du wirklich keine Downloads mehr verlinkst.

    @djmq: Du hast natürlich Recht, für einen DJ der seine Mixe online stellen möchte ist die Situation völlig bescheuert. Die Musik-Auswahl für ein erfolgreiches Mixtape darf eigentlich nicht durch so einen Mist begrenzt werden. Und jeden Titel die Nutzungsbedingungen zu checken halte ich ebenfalls für unmöglich!

    @all:
    Die Idee eines „Abmahn-Prangers“ finde ich auch sehr gut! Das Hosting wäre kein Problem, nur alleine kann man das nicht machen. Dafür braucht es eine starke Community und ein rechtlicher Beistand ist für solch ein Projekt bestimmt auch sinnvoll. Wenn sich ein paar Leute für dieses Projekt finden bin ich dabei!
    Es gibt sogar noch eine andere Idee, da kann ich aber vorerst noch nichts genaues zu sagen. 😉

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