pEtEr Withoutfield

Selbsternannter Crossover-Medienrebell, Musik-Nerd, Cloud-Meister und Social-Media-Schleuder.

Naked viewing – nackt zur Wohnungsbesichtigung in Friedrichshain?
Die Hedonistische Wohnungsbesichtigungs-Rallye Berlin machts möglich und hat dabei noch ein gerechtfertigtes Anliegen:

Wir haben damit begonnen, dem Treiben auf dem Friedrichshainer Wohnungsmarkt aktiv zuzuschauen. Als „hedonistische Wohnungsbesichtigungs-Rallye“ klapperten wir so einige Besichtigungstermine der Wohnungsangebote ab, die den Mietspiegel bei weitem übertreffen. Dabei stießen wir auf Wohnungen, die bei 9 und 10 Euro pro Quadratmeter kalt lagen.

Die Kaufkraft der FriedrichshainerInnen ist nicht besonders hoch – so kamen wir am 21. August ohne das letzte Hemd und nackig zu den Besichtigungsterminen überteuerter Wohnungen im Kiez. Den Partytest haben beide Wohnungen gut überstanden, aber eigentlich sind wir stinksauer, dass hier mittlerweile zehn Euro Kaltmiete verlangt werden.
Und es grenzt an strafbaren Mietwucher, auszuprobieren, ob es einen Dummen gibt, der das bezahlt.

Strafbar sind überhöhte Angebote, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt und die Wohnungssuchenden keine andere Wahl haben. Ab einer Überschreitung des Mietspiegel-Mittelwertes von 20 % liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, ab 50% ist das eine Straftat und abgeschlossene Mietverträge können auf den Mittelwert reduziert werden.

Wer das zweifelhafte Vergnügen hat, aktuell in Friedrichshain eine bezahlbare Wohnung zu suchen, wird bestätigen können, dass hier sogar ein drastischer Mangel an bezahlbaren Wohnungen herrscht – genau wie in den angrenzenden Stadtteilen.

Wer das nicht glaubt, wie z.B. die Stadtentwicklungs-Senatorin Junge-Reyer („Der Wohnungsmarkt in Berlin ist entspannt“), kann sich demnächst davon überzeugen: Eines Tages wird ein ungewöhnlich faires Wohnungsangebot inseriert sein und wir werden sehen, wie viele Hundert Menschen sich vor dem Hauseingang sammeln. Ausgang ungewiss…


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  1. Matthias says:

    Der Artikel kommt für mich sehr passend, ich bin nämlich auch gerade auf Wohnungssuche in Fr’hain. Ungünstig, wenn der eigene Kiez so beliebt ist.

    Ich war kürzlich auf einer Besichtigung, wo gut sechzig, siebzig Leute sich niederließen, um schnell den Bewerberbogen auszufüllen. Man musste Schlange stehen, um ein Formular zu bekommen… oO

  2. Torsti says:

    Naja, dass in Berlin die Wohnungen knapp werden, sollte man eigentlich wissen. Jedoch, seit mal realistisch. Berlin ist immer noch eine der billigsten Metropolen Europas. Die Leute kommen nicht unbedingt, weil es hip ist, sondern einfach auch, weil Berlin billig ist. (was natürlich ungleich uncharmanter klingt)

  3. Berliner says:

    Mehr solche Aktionen – wie kann man sich beteiligen? Auch wenn einige von unseren süddeutschen Migranten die Berliner Mieten noch als günstig empfinden, kann de facto ein großer Teil der Otto-Normal Friedrichshainer und Berliner langsam nicht mehr mithalten und wird regelrecht verdrängt!

    Wir sind hier in einer strukturschwachen Region, um es mal soziologisch auszudrücken und daran ändert der Fakt dass die Mieten in PAris oder London nochmal doppelt oder dreifach so teuer sind rein gar nix!

  4. Torsti says:

    Mal eine ernstgemeinte Frage: wohin darf man denn als Südländer ideologisch korrekt ziehen wenn man nach Berlin umsiedeln möchte?
    Nach Friedrichshain, Wedding oder Kreuzberg darf man nicht, weil man den billigen Wohnraum wegschnappen würde bzw. es gar nicht merken würde, wenn er überteuert währe. Prenzlauer Berg ist vermutlich ok und auch der ganze Westen dürfte in Ordnung sein, oder?
    Und mal davon ab: teure Mieten spülen unterm Strich auch Geld in die Stadt was über kurz oder lang auch nicht verkehrt ist.

  5. Hermann says:

    Dein Artikel ist mir heute beim Surfen aufgefallen – toller interessanter Beitrag!

    Da komme ich mit Sicherheit des Öfteren vorbei auf Deinem Blog.

    Ich werde Deinen Blog weiterempfehlen, vielen Dank für die Infos.

    Schöne Grüße
    Hermann

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