pEtEr Withoutfield

Selbsternannter Crossover-Medienrebell, Musik-Nerd, Cloud-Meister und Social-Media-Schleuder.

Soundcloud setzt seit ein paar Wochen ein automatisches System ein, um Audiodaten zu identifizieren. Damit sucht Soundcloud nach Titeln, die nach Anweisung von den Rechteinhabern gelöscht werden sollen. Von “guten Nachrichten” spricht hier das Unternehmen, da es für Künstler, Label, Rechteinhaber und die Contentmafia nun viel einfacher ist, deren Werke zu schützen.

“Für die überwiegende Mehrheit der Nutzer SoundCloud, wird es keine Veränderungen geben”, doch so wie es scheint, werden zukünftig aber auch reihenweise Mixtapes und Mashups gelöscht werden. Einen Freund der Rebellen traf es vor kurzen schon:

Hi xxx,
We have been notified that the upload “xxxx” might be infringing the original rightsholder’s copyright and could potentially be breaching the SoundCloud terms of service. Your upload is currently blocked…

In diesem Fall meckert wohl Universal wegen dem Titel “Little Fluffy Clouds” von The Orb.

Klar sind DJ-Mixe irgendwie illegal und abnahmefähig, das hat die Vergangenheit schon oft gezeigt. Ganz zu schweigen von Mashups, bei denen meist populäre Songs miteinander gemischt werden. Nun setzt die Contentmafia aber bei einem Unternehmen den Hebel an, das bisher augenscheinlich unbeachtet gewesen war und von vielen Kreativen Musikern und DJs genutzt wurde.

Das diese Zensur, gerade bei Mashups zu einem Kulturverlust führen könnte ist nur ein Gedanke, ganz zu schweigen von der kreativen Webkultur.

Ist Soundcloud damit (für DJ-Mixe und Mashups) gestorben? Der Anfang vom Ende?

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  1. Julius says:

    Nun, ich kenne die Problematik von meinem New Year’s Mix und mittlerweile findet man auch kaum noch Mixe bei Soundcloud. Das Problem an der Sache ist, dass diese kleine Firma mittlerweile mit den großen Playern interagiert. Ich denke im Vordergrund steht der Druck nicht Zielscheibe der RIAA zu werden, denn dafür sind sie nun groß genug. Das ist schade. Ausweichen kann man (momentan noch) auf Mixcloud. Ist zwar nicht so schön wie Soundcloud, da man z.B. nicht downloaden kann, aber immerhin kann man die einzelnen Tracks im Mix taggen und es beschwert sich keiner. Ist ja auch was wert. Meh.

  2. Pascal says:

    War ja eigentlich nur eine Frage der Zeit.
    Bin gespannt wie sich das jetzt bei Soundcloud weiterentwickelt. Finde den Dienst bisher genial.

    Sollte das wirklich das Ende für Mashup und Mixe sein… dann wird sich ein neuer Dienst finden. Same procedure as every time.

  3. Matthias says:

    Ich habe ja drauf gewartet. Es war nur eine Frage der Zeit bzw. der Größe des Dienstes (= SoundCloud), bis Majors/GEMA/usw. reagieren und den Druck erhöhen würden. Als Startup war SC ja noch klein, innovativ und unter dem Radar. Vermutlich hieß es zunächst: Kenn ich nicht! Und dann: Lasst die mal machen.

    Aber jetzt ist SC Mainstream, und da kann man sich sowas ja nicht mehr gefallen lassen. Wir hatten das auch in Bezug auf Mixcloud, die zwar in UK einen Deal mit der dortigen Verwertungsagentur haben, aber eben nicht in D. Deswegen kommen weder Mixcloud noch Spotify (etcpp.) hier überhaupt auf den Markt, auch wenn sie gern würden. Weil der dt. Markt einer der großen ist.

    Klar, das System ist Schrott, die Diskussion wurde schon zigmal geführt. Und die Musikindustrie stirbt irgendwie nicht, die GEMA bewegt sich keinen Zentimeter. Ätzend.

    Bleibt nur noch die Frage: Wann führen die Blogrebellen ein Content Identification System ein? ;P

  4. Ovarkill Panik says:

    Also bei Songs die nicht gemixt wurden, sondern Original 1:1 zum download angeboten werden kann ich dass noch einigermassen verstehen. Aber wenn jemand einen Mix oder ein Mashup kreirt, und keinerlei finanzielle Absichten dahinter stecken, ist es vollkommen unangebracht diese Werke zu blockieren bzw zu löschen. Denn wenn ein Song einer Band oder eines Künstlers irgendwo verwendung findet ist das nur eine Werbung, und was für eine. Bin schon oft durch Mixtapes auf Künstler gekommen die mir sonst nie bekannt geworden wären.
    Tja aber die Musikindustrie denkt anscheinend nicht allzu flächendeckend und damit wird sie sich selbst in Knie schiessen.
    Arme Kerle…..

  5. Chris says:

    Ich habe auch täglich mit Lizenz-geschäften, Geoficking und ähnlichem Gedöns zu tun. Man kann Soundcloud da wirklich keinen Vorwurf machen; eher den Labels. (wie halb-korrekt erwähnt) Das es ein einzelner Soundcloud-Manager nicht schafft, an einem Verhandlungstag die (miese) Label-Politik zu kippen, ist wohl logisch, wenn auch schade. Ich würde nicht vom “Anfang vom Ende” sprechen, wenn ihr Soundcloud grundätzlich gerne habt; der negative Tenor wäre einfach nicht fair, für einen sonst echt tollen Dienst.

  6. Mawdee says:

    Auweia.. Da hab ich mir doch erst vor kurzem einen Account für ein Jahr gekauft, das wäre extrem ärgerlich, wenn die mich auch blocken..

    Wie war die 4080. Regel nochmal? Ja richtig, die verdammten Plattenfirmen sind an allem Schuld!

    Ich denke, die wenigsten Künstler würden sich über ein Feature in einem DJ Mix beschweren (es sei denn, es ist illegal vor dem Erscheinungstermin geleaktes Material).

    Werden da dann eigentlich auch ungeklärte Samples verfolgt?

  7. Mawdee says:

    Achso, Podomatic find ich total scheisse… Mixcloud nervt wegen häufig langsamer connection und fehlender download option. Außerdem unübersichtlich. Was gäbe es denn noch? Zurück zum Webspace Hoster und selber nen Player / Widget draufhauen?
    Wie siehts eigentlich bei Band Camp aus mit Mash-ups, Mixes etc.? Hat da jemand Info?

  8. moon_at says:

    Hmmm, die Alternativen sind eher nicht vorhanden. Mixcloud mahnt doch auch ab, sobald keine Tracklist dabei ist. Weshalb wohl? Richtig, weil Sie so an die Gema und Konsorten berichten können, die dann ihrerseits wenn notwendig die Labels und Abmahner informieren…..So läuft es nunmal im IPR Business (geistige Eigentumsrechte).

    Auch ich habe ein Interesse daran, Mixes zu hören etc. Aber ganz ehrlich Mash Ups sind zum überwiegenden Teil keine kreativen Meisterleistungen, die vermisse ich am wenigsten :) aber das ist subjektiv.

    Was aber alle hier außer Acht lassen, ist die Tatsache, dass kreative Künstler, solche die eigene Musik machen, in Soundcloud weiterhin ein Super Outfit haben. Deshalb halte ich die Feststellung zum Ende von Soundcloud derzeit für übertrieben. es muss sich auch jeder die Frage gefallen lassen, wie er es finden würde, wenn er vom Musik machen Leben müsste/muss und seine Tracks dann auf Soundcloud für umme zum Download findet.

    Ich finde deshalb die Bezeichnung als “Zensur” auch zumindest grenzwertig. Hat eben zwei Seiten die Medaille. In unserer heutigen Zeit haben geistige Werke keinen Wert, obwohl sie jeder haben will.

    Arme Künstler!

    Das ist doch das eigentliche Problem. Will ich nen Brot so gehe ich es mir kaufen und wenn ich Glück habe, kann ich beim netten Bäcker auch mal kosten, dann ist aber Schluss, was auch fast alle akzeptieren. Aber zeig mir einen jungen Kerl/Mädel, der für Musik noch was zahlt! Die Blogrebellenleser sind in der Richtung eher nicht repräsentativ, was ja positiv ist. Ich kaufe auch was mir gefällt (an Musik und so!).

    Folge: Macht doch einfach Mixe mit unbekannten bzw. unbekannteren Künstlern, als dem Mainstream. Damit tut ihr euch und den Zuhörern einen Gefallen. Abmahnung und “Zensur” werden damit so gut wie ausgeschlossen, denn die Verfolgung lohnt sich nur im geschäftlichen guten Umfeld.

    Ansonsten weiter so von einem regelmäßigen Leser!

  9. marvis says:

    Ich nutze derzeit play.fm zum Hosten meiner Mixe. SoundCloud ist zwar größer, aber play.fm zahlt nach eigenen Angaben die notwendigen Beträge an die Verwertungsgesellschaften und dürfte daher sauber sein. Ich hoffe, die können sich halten!

  10. Matthias says:

    @marvis play.fm finde ich ja auch ganz cool, so als Nutzer zunächst mal. Die sitzen in Österreich, wenn ich das richtig sehe, und zahlen nach eigener Aussage an die dortige AKM. Die GEMA hat einen so genannten “Gegenseitigkeitsvertrag” mit der AKM (vgl. http://bit.ly/gTWSIh). Folglich müsste es in der Tat sauber sein, dort hochzuladen? Meinungen anyone?

    Allerdings fahren die auch einen etwas anderen Ansatz als Soundcloud und fokussieren sehr auf DJ-Sets und Radioshows.

  11. BTH says:

    Klar sind Plattenfirmen auch immer irgendwie die Bösen, aber nicht nur. Und ich würde da nicht so wertend rangehen.

    Die Plattenfirmen/Rechtverwertungsgesellschaften machen das, was sie dürfen und sie meinen, was richtig ist. Das sehen wir anders. Aber das ist ihr gutes Recht. Da müsste der Staat vernünftige Regelungen schaffen. Es ist erlaubt Songs zu covern mit Abgabe, wieso sollte das nicht auch für Mixtapes gelten, d.h., das man Tracks mixen darf ohne Extragenehmigung.

    Das andere sind auch die Künstler selbst. Rückwirkend geht da nichts und Alex Patterson tut mir da leid, weil er bestimmt nichts gegen DJ-Mixe mit seinen Tracks haben dürfte.

    Aber welcher von den Künstlern, seit die Diskussion vor ca. 10 Jahren startete, hat sich wirklich von den Plattenfirmen wegbewegt, ist auf “lockerere” Label oder Netlabel umgestiegen, aus der GEMA ausgetreten oder hat den Firmen keine kompletten Rechte mehr abgetreten von seinem jeweiligen Werk?

    Da gehören auch immer zwei Seiten dazu. Schade ist es trotzdem. Ich würde meine Musik hergeben, aber ich will/muss auch nicht davon leben.

  12. paracuda says:

    Naja, etwas reißerisch das Ganze, oder? Auch wenn es scheiße ist, ist es noch lange keine Zensur. Zensur wäre es, wenn deine eigenen Stücke gelöscht würden, weil sie gegen irgendwelche Richtlinien verstößen. Es hat hier aber urheberrechtliche Hintergründe, genau wie bei YoutTube.

    Ist die “kreativen Webkultur” die, die immer gleich “Zensur” schreit, wenn sie bei gesetzlich illegalen Aktivitäten erwischt wird? Man kann es schade finden, dass es nun auch Soundcloud trifft, aber Zensur … ich bitte dich.

  13. trishes says:

    mir ist das jetzt leider auch passiert, bei meinem 2010er mix (jetzt halt unter http://www.mixcloud.com/trishes/trishes-bright-moments-2010-mix zu finden)…

    schade auch, dass so ein “copyright dispute” scheinbar trotzdem die jeweiligen minuten, die der mix lang ist, vom soundcloud-limit blockiert, d.h. ich habe jetzt ca. 45 minuten weniger platz auf meinem account…

    aber das ende von soundcloud ist das natürlich nicht, maximal das ende von mixes auf soundcloud. gegen die tausenden edits scheinen sie nämlich (noch) nicht vorzugehen.

  14. John says:

    war doch abzusehen dass auch diese Website irgendwann Ziel der Anwälte wird.
    die site wird nicht so schnell sterben, aber sie wird unattraktiv und die mixtape+mashup+liveset-gemeinde wird eben wie immer zur nächsten website weiterziehen, bis diese dann auch wieder “beschnitten” wird
    neverending story

  15. quinto says:

    http://soundcloud.com/terms-of-use
    -> Representations and Warranties

    eigentlich sollte sich bei beachtung dieser punkte nichts für niemanden ändern… und wenn SC sich da jetzt drum kümmert, dass diese eingehalten werden, ist das ihr gutes recht bzw. sogar ihre pflicht, um sich teure gerichtsverfahren gegen BMUniverSony zu ersparen und damit die eigene existenz nicht zu gefährden; aber nie und nimmer zensur, da eben schon im vorfeld beim anlegen des accounts auf die einhaltung von copyrights hingewiesen wird…

  16. marvis says:

    Trotz aller (berechtigter) Kritik: Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass Soundcloud nur bestimmte Songs löscht und man nicht gleich abgemahnt wird. Das macht Soundcloud immer noch interessanter als den selbstgebauten Flash-Player oder einen Download vom eigenen Server.

  17. Blah says:

    Zitat: ‘Klar sind DJ-Mixe irgendwie illegal und abnahmefähig, das hat die Vergangenheit schon oft gezeigt.’

    Irgendwie illegal? ‘Irgendwie’ deucht mich, dass ich beim Kauf eines Tonträgers oder eines Abspielgerätes schon ‘mal ‘ne GEMA-Abgabe ‘irgendwie’ abgedrückt haben dürfte. Danach ‘irgendwie’ zu Hause entstandene Mix-Sets wurden nie auf einer ‘irgendwie’ kommerziellen Basis an Freunde weitergegeben, weshalb ich den Satz in Bezug auf Bedroom-Mixes ‘irgendwie’ nicht nachvollziehen kann… ;)

    Anders formuliert: Wann wird es endlich einen ernstzunehmenden und gesetzlich sauberen Interessenausgleich zwischen Urhebern, Rechteverwertern und Verbrauchern zumindestens im europäischen Kontext geben?

  18. Charles Parka says:

    Ich finde das sehr ärgerlich, dass ich bei soundcloud meine Mixe nicht mehr uploaden kann. Für die Tracks habe ich bei Beat Port bezahlt. Klar will die Gema und GVL immer für alles Geld haben und an die Künstler weiterleiten. Aber ohne Djs und die Sets wird die Musik auch nicht promotet. Ich verdiene ja bei Soundcloud kein Geld mit fremder Musik. Rechtlich kann ich es ja verstehen, aber für alle DJ´s und Musikliebhaber ist das schon ein herber Verlust. Wo kann ich denn sonst meine Sets veröffentlichen?

  19. pEtEr Withoutfield says:

    @Charles Parka: Bei Mixcloud zum Beispiel. Die haben ein Geschäftsmodel mit der britischen Rechteverwertungsgesellschaft, dort kann man legal Mixe hochladen. (Nagut, keine Ahnung ob das die Gema genauso sieht :)

  20. Fede M. says:

    Viel schlimmer: Ein Musikerkollege wollte einen Remix für einen Track von mir uppen, der releast werden sollte. SC hat den, auch trotz meiner Freigabe, nicht entsperrt. Ich hatte Glück, dass ich ihn in dem kurzen Zeitfenster, in dem er online war, runterladen konnte.

    Seit der “next SoundCloud” hat es echt ziemlich nachgelassen. Schlechtes Handling, nerviges Nicht-durch-Track-zappen-können usw. lassen mich ernsthaft überlegen, ob ich meinen Premium-Account verlängere.

  21. Marco Hesse says:

    Mich hat es heute auch erwischt. In einem DJ-Set wo alle Rechte an den Stücken abgetreten wurden wollen Sie nun für ein Stück das Set sperren. Klasse Nummer! Wo mal ich alles via Beatport gekauft habe. Wenn wir nun nicht einmal mehr Mixsets ins Netz stellen können, dann frage ich mich, wozu noch Beatport und Co?

    Eine Verlängerung meines Premium Accounts wird es wohl auch nicht geben.

  22. Y NOT says:

    Hey mir ist das heute zum ersten mal passiert.
    Revealed Recordings hat meinen bootleg (betonung auf BOOTLEG) reported, dh soundcloud hat es einfachso gesperrt. Im bootleg war die meodie “geklaut” und mehr nicht! :D ich habe mich inspirieren lassen und keine mp3 dateien hochgeladen , wie es bei mashups zb üblich ist. wenn ihr das kennt , könnt ihr mir ja schreiben… yannw12@gmail.com

  23. dominik says:

    ich sage es jetzt so wie ich es weis und gehört habe also das verändern von liedern ist normalerweise rechtswidrig aber wenn mann gema bezahlt ist das in ordnung das muss auch für discos gemacht werden aber ich habe mich nur gefragt ob das bei soundcloud ne andere sache ist

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