Die Revolution ist nur einen Klick entfernt, oder auch nicht…

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Revolution für die Blogrebellen

Revolution für die Blogrebellen

Einfallslos, aber passend ist es doch zum Geburtstag der Blogrebellen über Rebellion zu schreiben. Eine Rebellion bezeichnet ja nun mal einen Aufstand, wo sich mir die Frage stellt, ob es einen Unterschied zur Revolution gibt. So schreibt Hannah Arendt in ihrem Werk „Über die Revolution“, dass es durchaus einen Unterschied gäbe. Rebellion ist für sie lediglich ein Schritt auf dem Weg zur Revolution. Die Rebellion will befreien, die Revolution dagegen ständige Freiheit schaffen. Oder anders: Nahezu jeder hat gegen seine Eltern rebelliert, aber kaum einer eine Revolution im Elternhaus geführt.

Nun gibt es hierzulande bekanntlich keine Zeichen einer Revolution, da können auch keine Wutbürger was dran richten. Im Allgemeinen werden ein paar Murmeln geschoben und ein paar Eier gestreichelt. Ein Organisieren frei nach Joe Hill klappt vielleicht auf Gewerkschaftsausflügen mit Bratwurst und Bier, darüber hinaus nicht. Das fängt oft schon beim passenden Senf zur Wurst an, oder ob nun Alt, Pils oder Kölsch. Dementsprechend nehme ich mir raus das Gegenteil der Revolution als Lethargie zu bezeichnen.

Und hier ist der Punkt an dem ich ansetzen mag, Blogrebellen als Bekämpfung der Lethargie. Somit also doch eine kleine Revolution?! Das klingt sehr übertrieben, macht im Sinne eines Hakim Beys dennoch Spaß. Doch beginnen wir früher. Das das Lesen von Blogs, bzw. das Bloggen an sich, der Lethargie entgegenwirkt ist noch einigermaßen einleuchtend, doch rechtfertigt das hochgestochene Begrifflichkeiten wie Rebellion? Oder ist es das Bloggen über Widerstände, das eine solche Bezeichnung legitimiert?

Kein Klick kann das Aufstehen eines Einzelnen ersetzen. Doch scheint man Theorien, die jmd. wie Hakim Bey bereits in den 80ern in seiner Temporären Autonomen Zone (T.A.Z.) andachte, verwirklicht zu sehen. Bey sprach von Enklaven, Gebilden, die fernab von Staat und Gesetzlichkeit existieren und von poetischem Terrorismus.

„Graffitti-Kunst ist eine Zierde für häßliche & öde Denkmäler – PT-Kunst kann auch für öffentliche Plätze geschaffen werden: in Gerichtstoiletten gekritzelte Gedichte, in Parks & Restaurants zurückgelassene kleine Fetische, Copy-Kunst unter Scheibenwischern geparkter Autos, Slogans in Großbuchstaben an Spielplatzmauern, anonyme Briefe an zufällig oder gezielt ausgesuchte Empfänger (Postschwindel), Radioprogramme von Piratensendern, nasser Zement …“

Das Netz ermöglicht Dir die Schaffung Deiner eigenen Enklave,
Deines Piratensenders, Deinen Postschwindel, Deine Anonymität und ist auch Dein nasser Zement. Wer Poesie in Lyrik zwängt schließt sie vom Leben aus. Und das kann sogar jeder machen. Oder einfacher ausgedrückt: Bla bla bla, Happy Birthday Blogrebellen!

Dein Kotzendes Einhorn.


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