FDP - Croissant
Marinelli

@marinelli ist italienischer Exilbayer in Berlin, Vater, schwerstabhängiger Musikjunkie, seit 1972 auf der Suche nach dem perfekten Mix.

Liebe Berliner FDP,

mich würde ja wirklich brennend interessieren, was ihr Elitevortäuscher mit diesem Plakat erreichen wollt.

Wolltet ihr uns mitteilen, dass ihr den Unterschied zwischen einer Schrippe und einem Croissant nicht kennt?
Dass ihr eure eigene Klientel für komplett bescheuert haltet?
Oder ist derzeit einfach nur das Koks billig?

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  1. capcut says:

    hehehe, sehr gut … wobei im grunde nahezu alle wahlplakate recht dämlich gestaltet sind; bei dem ist es nur noch offensichtlicher, für wie dämlich die einen halten. bei anderen kann man sich (sofern man sich überhaupt nach betrachten eines wahlplakats mit blick auf seine wahl entscheidet), zwischen recht vielsagenden dingern wie
    „da müssen wir ran“
    „volle kraft voraus“
    „mit viel elan an die sache ran“
    „Petra Mustermann für D.“
    „wir für D.“
    und „wir packen es an“ entscheiden …

  2. Torsti says:

    hmm, man soll in Paris nicht nach Schrippen fragen also sich brav an die dortigen Gepflogenheiten halten. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man in Deutschland nach Brötchen fragt, also sich integriert und nicht nach Topuz fragt. Ist nicht so schwer zu verstehen und alle mal charmanter als die „Gas geben!“ – Plakate von dieser anderen Partei.

    • Marinelli says:

      @torsti: das wollte die FDP wahrscheinlich ausdrücken, ja. Ist nur in einer Zeit, in der man sowohl in Berlin überall Croissants als auch in Paris sicher Brötchen kriegt ganz schöner Bullshit, oder?

  3. Subliminal_Kid says:

    Das ist der dumpfe, von Westerwelle seinerseits schon angedeutete, pseudo-elitäre Rekurs auf deutsche Werte, der DVU oder NPD zu Ehre gereichen würde, hier aber in verkrampfter Nonchalance daherkommt. Die Plakate appellieren insgesamt an dumpfeste Ressentiments wie: Einheitsschule = Einheitsbrei, HartzIV = „Zu faul für Leistung“ und Sprachprobleme = „mangelnder Integrationswille“. Diese profillose Partei mit Hang zum verzweifelten Kurswechsel braucht kein Mensch. Mann sind die tief gesunken…

  4. Martin D. says:

    Liebe FPD!
    „Wir finden, dass es eine schöne Geste wäre“ ist doch nicht das, was ihr sagen wollt, oder? Es _ist_ eine schöne Geste, das habt ihr doch sicher gemeint? Und überhaupt: Warum zur Hölle sollte ich irgendwo auf der Welt nach Croissants fragen, wenn ich Weckla, Semmeln oder von mir aus Schrippen möchte? Und warum auf Deutsch? Ist es nicht viel netter, sein bildungsbürgerliches Restfranzösisch zusammenzukratzen?
    Ach nochwas: Wenn ihr die Türken meint, dann sagt das, ihr erschreckt am Ende noch die netten Franzosen von nebenan, mit denen ihr auch auf Englisch ganz gut zurechtkommt. Und das wollt ihr nun wirklich nicht, oder?

    Adieu!

  5. Chris says:

    Besser als die Baumarkt-rethorik a la:
    “da müssen wir ran”
    “volle kraft voraus”
    “mit viel elan an die sache ran”
    „wir packen es an“

    ist es auf jeden Fall, auch wenn man es nicht auf Anhieb verstehen.
    Die FDP geht mit viel Witz in den Wahlkampf, das gefällt mir.
    Z.B. die Selbstironie bei dem Plakat „Wie sozial ist die FDP“, oder bei „Wenn er damit fertig ist, hat er keine Haare mehr“ :D
    Aber am Besten war das Plakat mit:
    “ Warum möchte rot-grünfür ganz Berlin Tempo 30 einführen?“
    „Damit der Vorsprung gegenüber der ausgefallenen S-Bahn nicht ganz so stark auffällt.“

  6. cervo says:

    Ach, ist es endlich soweit? Die 3%-Partei überlegt sich „neue“ Wege, um Wähler zu bekommen und folgt der Empfehlung, am rechten Rand zu fischen?

  7. Beobachter says:

    Also Bäcker gehören offensichtlich nicht zur Klientel der FDP, soviel geht zumindest aus dem Plaket hervor.
    Aber was soll der dämliche Spruch „DIE NEUE Wahlfreiheit“ bedeuten?

  8. zelig says:

    torsti es geht um „Schrippen“ nicht um „Brötchen“, und wieso sollen sich Franzosen integrieren, haben die nicht den letzten Krieg gewonnen?

  9. Hauptstadtschnecke says:

    Oh mann, wie unglaublich, was gibt es denn an dieser Aussage nicht zu verstehen? Es ist einfach ein diplomatischer Aufruf an alle die sich in diesem Land aufhalten, sich zu bemühen die Landessprache anzueignen.

    Übersetzung:

    „Wir finden dass es eine nette Geste wäre, in Berlin nach Brot statt nach ????? zu fragen.“

  10. Hauptstadtschnecke says:

    na toll, die arabische Schrift hat er wohl nicht genommen. also nochmal:

    „wir finden dass es eine nette Geste wäre, in Berlin nach Brot statt nach ekmek zu fragen…“

  11. Hauptstadtschnecke says:

    na toll, die arabische Schrift hat er wohl nicht genommen. also, da standen arabische Buchstaben, das Wort für Brot, hätte auch ekmek stehen können. oder eben irgendwas was man hier nicht versteht. genauso wenig wie man in Paris Schrippe verstehen würde.

  12. Der letzte Torsten says:

    Nein, ich verstehe das Plakat nicht! Sollte es tatsächlich um die Benutzung der jeweiligen Landessprache gehen, dann kann man doch einen regional geläufigen Begriff keinen international verständlichen gegenüberstellen. Ich ahne aber, dass es doch ausdrücken soll, dass man in Deutschland auch die Deutsche Sprache zu benutzten hat. Sollte das wirklich so sein, wäre das so peinlich, dass ich vor Fremdscham erblasse. Da will man intelligent wirken, scheitert aber schon beim ersten Plakat an eben solcher.
    Ungeachtet dessen wird man in Berlin aber auch in Zukunft „Croissant“ sagen wenn man eins will, und nicht „Sichelblätterteiggebäck“.
    Wenn die FDP will, dass die Berliner Türken beim Türkischen Bäcker Deutsch sprechen, und man anstatt „Simit“, „Pide“ und „Baklava“ lieber „Sesamring“, „Fladenbrot und „türkische Süssspeise“ an die Vitrine zu hängen hat, dann soll sie nicht feige sein und das auch so zum Ausdruck bringen. Steht doch mal wenigstens zu Eurer verkorksten Weltanschauung!
    Mit Berlin habt Ihr FDP-Wahlkampfstrategen nun wirklich gar nichts zu tun! Arm!

    , mfg d.l.T.

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