fight-racism
Maria Eks

Es soll ja immer noch Menschen geben, die denken hier in Deutschland gäbe es keinen Rassismus und wenn schon dann doch bitte nur von Nazis (und die gibt es eh nur im Osten). Alle anderen sind doch tolerant und pro – Multikulti und jeder hat mindestens eine_n Freund_in mit Migrationshintergrund *hust* Ja… nein… ist klar. NICHT.

Den Beweis dafür wie es um die Deutsche Gesellschaft wirklich steht (und ich mache mir in letzter Zeit ernsthaft Sorgen darum, denn es steht wirklich schlimm) lieferten am Montag mal wieder zwei überaus freundlicher Mitbürger_innen, die nichts besseres zu tun hatten als eine Grundschulklasse (!) rassistisch zu beleidigen.

Konsequenzen werden sie dafür wohl nicht tragen, denn es sah sich keiner in der Lage, vor allem den lauthals herumpöbelnden Mann auf-, bzw. festzuhalten. Also, nur um das noch mal zu verdeutlichen: Da beschimpft jemand eine Gruppe von Kindern (!!!) und NIEMAND tut etwas. Warum zum Teufel?! Warum tut niemand etwas? Naiv könnte man jetzt natürlich so Sachen sagen wie, es haben vielleicht nicht alle mitbekommen und/ oder es wollte sich keiner in Gefahr bringen und/ oder die Lehrer_innen waren ja dabei und/ oder typisch für Berlin.
Ich wage aber mal eine andere These aufzustellen: Es hatte niemand was dagegen. Schweigen ist ja immerhin auch eine Form der Zustimmung. Ha! Ich will gar nicht wissen was da in den Köpfen alles so vorgeht aber ich bin mir sicher, dass sich da etwas ganz Gefährliches hinter einer ziemlich dünnen Fassade aus Fremdenfreundlichkeit versteckt. (Wobei wirklich fremd hier die wenigsten sind und es eigentlich das völlig falsche Wort ist, aber ich hoffe ihr versteht mich auch so).

Schmierige Heuchelei nach außen, tief verwurzelte Stereotype im Innern wenn ihr mich fragt. Nur wehe es sagt jemand etwas, denn in diesem Land wird über so etwas nicht gesprochen. Alltagsrassismen. Pah. Drüber sprechen hieße ja es gäbe sie. Nicht hinsehen und ignorieren haben die Lehrer_innen den Schülern gesagt. Nicht damit auseinandersetzen. Vielleicht geht es ja von alleine weg. Und wenn dann doch mal jemand was sagt, bleibt Mensch lieber dabei Vorwürfe vehement abzuweisen, die Verantwortung hin und her zuschieben und überhaupt es doch bitte der weißen “Mehrheit” zu überlassen was Rassismus ist und was nicht.

“In meinem Kopf ist kein Platz für rassistisches Gedankengut” sagte da doch erst neulich ein netter alter Herr. Palim, Palim. Deshalb setzt man sich auch mit den Nazis in eine kuschelige Runde und diskutiert über Demokratie, während People of Color täglich hören müssen, sie sollen nicht so empfindlich sein. Nicht hinsehen und ignorieren, dass Deutschland mehr ist als blond und blauäugig (ja auch ich kann mit Klischees spielen). Nicht hinsehen und ignorieren wenn jemand diskriminiert und beleidigt wird. Nicht hinsehen und ignorieren, man könnte den Kindern ja aus Versehen ein Vorbild sein. Nicht hinsehen und ignorieren. Ist das, das Zeichen was wir unseren Kindern geben wollen? Nicht hinsehen und ignorieren? Ernsthaft? Armes Deutschland.

Foto (CC BY-NC-SA 2.0) von Frank M. Rafik

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  1. Max says:

    Schlimm.! Mit einem Verbot der NPD wäre zwar der offizielle Teil der Rechten beseitigt, aber das, was in den Köpfen der Menschen rumspukt, bleibt vorhanden.
    Smash Racism!

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