Ich, der Google-Lobbyist und Sven Regener in Rage

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Da hat wohl einer seine Einweisung in die Geschlossene verpasst, oder sich von seinen fetten Tantiemen so viel Koks durch die Nase gezogen, dass er wohl den Bezug zur Realität verloren hat.

Worum geht es?
Sven Regener, Frontman der „Band Element of Crime“ und Romanautor (Herr Lehmann) rantet vollkommen losgelassen bei einem Interview des BR. Es geht um den Urheberschutz, um die GEMA und um eine Jugend, die seiner Meinung nach keine eigene Musik mehr hat.
Wer heute die sozialen Medien im Blick hatte wird wohl nicht daran vorbei gekommen sein. Wenn doch, hier das Interview:

[audio:http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_71S/_-ZS/_-rH5Axy/1abdba29-8e11-4b49-86c2-40e4b861dfc0_2.mp3]
via

Da mir dieses Gelaber doch schon ordentlich Puls bereitet hat, möchte ich mal auf seine Argumentation eingehen.

„Das rumgetrampel und das irgendwie uncool sein wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben ist im Grunde genommen nichts anderes, als wenn man uns in Gesicht pinkelt und sagt, euer Kram ist nicht wert, wir wollen das umsonst haben … und wir scheißen drauf was du willst oder nicht. Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht ist nichts wert.“

Alter, komm mal runter. Noch mehr Verallgemeinerung ging nicht in diesen Satz, oder?

„Zu glauben man könne auf Plattenfirmen verzichten und dann würde man trotzten noch die selbe Musiklandschaft vorfinden wie wir sie jetzt haben … das ist ein großer Irrtum.“

Richtig. Aber wer bitte will diese selbe, eingefahrene, langweilige, uninspirierte, auf Gewinnmaximierung ausgelegt Musiklandschaft überhaupt noch haben? Wohl eher die, die die große Kohle mit diesem Schweinesystem verdienen, die Contentmafiosos und eh schon fetten „Superstars“ mit ihrer immer wieder gleich klingenden Musik.

„Die Leute die bei den Plattenfirmen arbeiten, das ist ja kein cooler Job mehr. Es arbeiten ja nur noch ein Bruchteil der Leute dort wie vor zehn, fünfzehn Jahren.“

Willkommen in der Realität Alter! Zeige mir einen Wirtschaftszweig, der in den letzten 10-15 Jahren nicht gelitten hat, Leute entlassen musste oder wollte, um mehr Gewinne zu erzielen.

„… diesen Leuten zu erzählen, dass sie scheiße sind weil sie bei einer Plattenfirma arbeiten ist schon ganz schon dreist.“

Eine schöne Behauptung die einfach mal in den Raum, geworfen wurde.

„Für Leute zwischen 10 und 30 Jahren gibt es keine endemische Musik mehr.“

Oder du hast diese einfach nicht mitbekommen, da deine geliebten Plattenfirmen nur noch Bullshit releasen und featuren?

„Die ganzen kleinen Labels mit studentischen Zielpublikum, die ganzen Indie-Labels sind alle tot.“

R.I.P. Da hast du wohl mal wieder einen Zug verpasst.

„Was bleibt ist Volksmusik, deutsche Schlager und Rock-Musik für die älteren, dazwischen ist schon tot.“

O.M.G. Jetzt hat er uns erwischt.

„Das ist nicht lustig, gerade wenn man Indierocker ist wie wir. Das letzte was man gebrauchen kann ist uncool dazustehen.“

Dabei wird dir dieses Interview aber auch nicht helfen. Versucht es mal mit Röhrenjeans, Vollbart und Nerdbrille. Eventuell springen dann wenigstens die Hipster auf euch an.

„Youtube gehört Google, das ist ein Milliarden schwerer Konzern, der nicht bereit ist, pro Klick zu bezahlen…“

Meines Wissens nach sind die Verhandlungen immer an der Höhe der Vergütung gescheitert.

„Die GEMA sind wir, die Komponisten und Textdichter …“

Tja, das sehen heutzutage wirklich ganz viele Musiker, Komponisten und Produzenten anders! Hier kann ich nur empfehlen man die vier Thesen zur GEMA von Zoe Leela zu lesen. Da sieht man mal was für ein Schweineladen die GEMA doch ist.

Nur die beitragsstärksten Mitglieder haben Mitspracherecht. Das sind von ungefähr 60 000 nur 3200 Mitglieder. Der Rechteverwerter GEMA beruft sich dabei auf das deutsche Vereinsrecht.

„wir sagen nein, für dieses Geld bekommt ihr unseren Kram nicht. Wir sehen nicht ein, dass Milliardengeschäfte gemacht werden und wir bekommen davon nichts ab.“

So wie viele, viele kleine Künstler, die sich der GEMA angeschlossen haben und ebenfalls nichts abbekommen:

So richten sich GEMA-Gebühren bei Majorlabels nur nach Zahl der verkauften Alben, während kleinere Labels für jede Kopie zahlen müssen. Junge Künstler stehen deshalb vor der absurden Wahl, ihre Musik entweder zu verschenken oder bei einem Majorlabel anzuheuern. Die Institution GEMA ist vom Kulturschützer zur sicheren Bank der Kulturvernichter des Mainstream geworden.

via

„Und da sollte sich jeder, auch junge Mensch genau überlegen ob er sich zum Lobbyisten eines milliarden schweren Unternehmens wie Google machen möchte.“

Ich bin Google-Lobbyist weil ich will, dass bei Youtube Musik zu sehen/hören ist? No thanks Regener! Atme mal durch.

„Und die Deppen die sagen „warum kann ich das Video denn nicht auf Youtube gucken“…“

Schön, nun auch noch die Käuferschaft Beleidigen, Respekt der R.

„Ich kann diese asozialen Leute nicht mehr hören die immer sagen die Künstler sind doch sowieso alles Nutten wenn sie es für Geld machen.“

Ohne Worte.

Den Schwachsinn zur Piratenpartei lasse ich mal unerwähnt. Kein Ahnung was er damit sagen wollte, hört sich nach beleidigter Leberwurst an.

Lieber Sven, du bist nicht uncool, weil du über Uhrgeberschutz sprichst und mit deiner Musik Geld verdienen willst.Du bist uncool, da du, wie ein Großteil anderer Menschen, Politiker, Gema-Dödel und Contentmafiosos einfach nicht begriffen hast, dass Zeiten sich ändern und Gesetze, Verträge und Vereine sich ebenfalls ändern, bzw. der Zeit anpassen müssen.

Und jetzt dürft ihr euch Aufregen und in das Kommentarfeld kotzen!

Update: Der Nilzenburger hat sich dem gleichen Thema gewidmet und sich dabei qualifizierter ausgedrückt 😉

Update2: FYI – Ich liebe „Herr Lehmann“ und habe das Buch, als auch die Fortsetzung als gedrucktes Buch gekauft und natürlich gelesen. Ebenfalls besitze ich (gekaufte!) Musik von Element Of Crime in digitaler Form.

Photo: (CC) Suzanne Hamilton


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44 KOMMENTARE

  1. ICh mag Sven Regner immer noch aber sein interview hat mich köstlich amüsiert und dein beitrag bring es auf den punkt, warum ich so amüsiert bin. bis auf die einleitung. dafür schätze ich herr r zu sehr.

    • @Chris: Hätte ich vielleicht erwähnen sollen: Ich liebe Herr Lehmann und habe das Buch, als auch die Fortsetzung als gedrucktes Buch gekauft und natürlich gelesen.
      Ebenfalls besitze ich (gekaufte!) Musik von Element Of Crime in digitaler Form.

      @Stefan: Tolle Argumentation! (nicht)

  2. Ich find die Einleitung völlig daneben, dazu stehe ich. ich finde Regener hat recht und findet drastische Worte dafür. Er schimpft im allgemeinen. Ich denke nicht das herr Regener so viele Tantieme bekommt wie ihr denkt.

    • @Stilpirat: Darauf bin ich absichtlich nicht eingegangen, weil es meiner Ansicht nach nichts mit dem ursprünglichem Thema zu tun hat. Und ja, er hat dabei (Apps & Apple) tatsächlich, zumindest teilweise Recht. Ebenso wie mit der Aussage, dass sie – oder Künstler im Allgemein – auch Geld mit ihrer Kunst verdienen sollten.
      Zu den Piraten kann ich nichts sagen weil ich den Zusammenhang nicht kenne und/oder nicht verstehe.

  3. Danke, ich wusste garnicht wo ich beginnen sollte bei soviel unsinn…
    Als geilste Behauptung möchte ich

    „“Für Leute zwischen 10 und 30 Jahren gibt es keine endemische Musik mehr.”
    Die ganzen kleinen Labels mit studentischen Zielpublikum, die ganzen Indie-Labels sind alle tot.”“

    nominieren.

    ROR. Ich sach ma: „Oppa, nur weil du das nich mitschneidest gibbet dat trotzdem“ Und die ganzen jungen Label und Künstler haben nämlich sehr wohl begriffen wie man das Netz FÜR sich nutzen kann…

    Alles in allem eine unglaublich peinliche Geschichte.

  4. Die Jungen Labels müssen es für sich nutzen um überhaupt Aufmerksamkeit zu bekommmen und hoffen auf den ein oder anderen Musikfreund der noch kauft, die mehrheit schneidet und erfreut sich der eher schlechten Soundquali. Es ist ein Bund mit dem Teufel.

  5. Man halte sich mal vor Augen, wie viel % der verkauften CD, letztendlich bei dem landet der sie geschaffen hat. 2%, 4, vielleicht auch 6? Den Rest streicht das Label (klar, will ja auch die Produktionskosten wieder rein haben) und die liebe GEMA ein.

    Ich kann durchaus verstehen, dass man da als Mucker, der davon leben will/muss, schon mal das kalte Kotzen bekommt, wenn die Platten nicht mehr gekauft, sondern gesaugt werden, oder nur noch über Youtube konsumiert werden. Ich habe selber eine ganze Weile Musik gemacht – ohne Labeldeal – auf eigene Kosten und es ist schon hart, wenn Du 5000€ (oder mehr) in eine Albumproduktion steckst, Dir für das Ding den Arsch aufreisst und den Leuten was bieten willst und dann darauf angesprochen wirst: „Ey, ich hab Euer Album gehört – total geil“ Erst freust Du dich – bis er, sie, oder es, ganz dreist raushaut: „Jo, hab ich mir runtergeladen.“ – ohne auch nur einen Augenblick mit der Wimper zu zucken. Ist das fair?

    Klar ist aber auch, dass man sich vor Dingen wie Youtube nicht versperren sollte, weil sie einem als Künstler einfach auch helfen können, ein breites Publikum anzusprechen und die Gema, ein Kackverein ist.

    Last but not least, die Disukussion wird sich auf immer und ewig im Kreis drehen, weil es einfach zu viel Quantität, statt Qualität gibt und dem Endkonsumenten gar nicht mehr richtig bewusst ist, dass Platten kaufen gut ist, weil es einfach geil ist, ein gut produziertes Album mit Cover und Booklet, in der Hand zu haben und sich mit „Musik“ zu beschäftigen, anstatt sie nur stumpf zu konsumieren.

  6. Dieser Artikel hier ist mit seinem völlig faktenbefreiten, polemischen „Ey, Alter“-Gelaber unserer Sache leider nur abträglich.

    Grausam!

  7. Nun, falls noch Fragen offen sind zm thema Urheberrecht usw was die Piratenpartei angeht, der sollte sich das hier mal ansehen, bevor er meint, Sven Regener läge falsch. Meiner Meinung nach würde es dem Interview guttun, wenn man sich dem ganzen weniger polemisch und eher konstruktiv nähert.
    Ob man nun die Gema gut oder schlecht findet (abgesehen davon, dass Zoe Leelas Meinung auch kein geistiger Höhepunkt ist) – Künstler müssen bezahlt werden. Ebenso wie andere auch. Daran führt nichts vorbei und wenn man wie die Piratenpartei dafür sorgen will, dass geistiges Eigentum zu Gunsten „privater Kommunikation“ millionenfach über die Schulhöfe geht, ohne dass einer überhaupt einen Cent davon sieht, hat man meiner Meinung nach vergessen, dass hinter all dem auch Menschen stehen, die sich durchaus darüber freuen, wenn sie ihr größtes Hobby zum Beruf machen konnten. Ich kenne keinen Musiker, der nicht nebenher noch jobben müsste – nicht einmal im Klassikbereich. Also was? Drauf scheißen oder doch lieber die eigene ach so tolle Netzfreiheit zu Gunsten anderer etwas einschränken?

  8. So. Vor lauter Aufregung: Die Meinung der Piraten findet ihr auf deren Wiki. Dies soll mit Absicht keine Parteienwerbung sein, deswegen stell ich den Link hier nicht rein. Suchen kanns jeder selbst bei Interesse.

  9. Wie hat Herr Regner bereits mal so schön gesungen:

    Wo die alten Leute immer
    schimpfend an der Ecke steh’n,
    werd ich mich dazu gesellen
    und Zigaretten für sie dreh‘n.

    Und grad, wenn wir uns richtig einig sind, dass alles immer schlimmer wird, wirst du vorüber geh‘n.
    Wo die Neurosen wuchern, will ich Landschaftsgärtner sein und dich will ich endlich wiederseh‘n.

    Vor dem EDEKA des Grauens,
    wo, wer freundlich ist, verliert
    halt ich jeden Abend Wache
    auf dem Container für Papier.

    Und wenn du kommst, dann sehe ich dich von Weitem schon und ganz schnell zu den Einkaufswagen geh’n.
    Wo die Neurosen wuchern, will ich Landschaftsgärtner sein und dich will ich endlich wiederseh‘n.

    weiter: http://bit.ly/GHHwK2

    (Straßenbahn des Todes – Element of Crime)

  10. […] der tunfisch (der mit h) hat gestern und heute morgen wieder ein paar wirklich feine links eingesammelt. ausgesprochen interessant ist die kontroverse, die der musiker und autor sven regener im rahmen eines interviews mit der sendung zündfunk des bayrischen rundfunks zum thema copyright/urheberrecht angestossen hat, bzw. die teils heftig ausgefallenen reaktionen darauf. stellvertretend möchte ich hier auf die antworten von fritz effenberger, daniel decker und pEtEr Withoutfield verweisen. […]

  11. lieber pEtEr…

    ein interview auseinanderzunehmen und die eigenen ey- oder mir-puls-bereitet-kommentare mit du-hast-die-zeit-verpasst zu untermauern, find ich einfach nur primitiv…

    es geht um Wertschöpfung und deren Wertschätzung.

    und es ist, denk ich, für jeden verständlich, wenn Musiker, respektive Komponisten, welche mit der eigenen Musik geld verdienen, ebenfalls puls kriegen, wenn andere die Musik einfach frei aus dem netz saugen.

    nur weil wir – auch ich und Regener sicher auch – vor etlichen Jahren neben dem Radio hockten und hofften, der Moderator würde uns nicht ins outro quatschen; nur weil wir früher die Tapes per highspeed-dubbing kopierten und verschenkten und LPs aufs Tonband spielten, muss man das heute nicht – der Nostalgie ganz verfallen -, als die gute alte zeit propagieren. zu guter letzt noch mit dem Fazit: schaut! das hat ja damals auch noch keinen geschadet…
    ein Tape zu überspielen ist wohl wesentlich aufwendiger, als ein upload per klick. ganz abgesehen von den Rezipienten.
    ein tape – ein Empfänger. ein upload – x downloads. abgesehen davon, wer

  12. […] http://blog.rebellen.info/2012/03/22/ich-der-google-lobbyist-und-sven-regener-in-rage/ TwitternDieser Eintrag wurde veröffentlicht in Digitalkultur, Musik im Netz, Urheberrecht und getagged gema, Gratiskultur, Musikrechte, youtube. Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: John Weitzmann, Netzpolitik.org. « AK Vorrat: Attentäter von Toulouse ohne VDS gestellt […]

  13. Weiter als „Da hat wohl einer seine Einweisung in die Geschlossene verpasst, oder sich von seinen fetten Tantiemen so viel Koks durch die Nase gezogen, dass er wohl den Bezug zur Realität verloren hat.“ bin nicht gekommen. Lädt halt auch nicht zum Weiterlesen ein.

  14. @Stefan.“Ich denke nicht das herr Regener so viele Tantieme bekommt wie ihr denkt.“ Nicht so viel, aber noch viel mehr. Herr Lehmann wurde schon weit über 1 Million x verkauft. Und das war erst der Anfang.

  15. Mal ne Frage: Wo ist hier der Beitrag von dem einen User, der gestern hier noch ein ziemlich langen Post geschrieben hat und welcher nun auf einmal nicht mehr zu sehen ist?

    Im Übrigen kann ich Sven Regener vollkommen verstehen.. Ich bin slebst Musiker und kämpfe hart für meine Musik. Viele junge Bands verlangen keine Gagen mehr, weil sie nicht als uncool und „so kommerz und so, weißte“ rüberkommen wollen.
    Musiker die damit Geld verdienen wollen werden weniger von Clubs und Veranstaltern gebucht, weil es ja genügend andere Idioten gibt die das Umsonst machen…Dann spielst du live, kannst gerade deine Kosten decken und erfährst dann von irgendnen Typen im Publikum das er sich deine EP aus dem Netz gezogen hat. Das ist unfair! Ich komm auch nicht bei jemanden auf die Arbeit und klau ihm irgendwas und argumentiere: HEy alles für alle…

    Und gerade WEIL WIR (Musiker wie ich und andere) NICHT solche Marketingapparate wie Universal oder BMG haben SOLLTE es gerade LEUTE wie DICH (lieber autor) dazu anspornen Musik zu kaufen und zu verstehen warum es erstmal so weist kommen musste

    • Lieber deafboy,
      hier wurden keine Kommentare oder Beiträge gelöscht!
      Und warum bitte glaubst du, dass ich die Musik die mir gefällt nicht kaufe. Das ist eine Unterstellung. Ich kann dir ja mal meine itunes-Rechnungen der letzten Monate zeigen. Könnte mir gut vorstellen, dass ich mehr Geld für Musik ausgegeben habe als du 🙂

  16. Irgendwie ist das wieder ein Thema zu dem jeder eine Meinung hat. Wie dem auch sei, vielmehr ist beim würdigen einer kreativen, geistigen Schöpfung darauf zu achten, dass die Quellenangabe gegeben ist. Zum anderen ist heutzutage mit Konzrten mehr Geld zu verdienen als mit mp3. Das ist Fakt. auf er anderen Seite gibt es durch die digitale Verbreitung eine Reichweite, die man sich mit Rundfunk und Vinyl nicht mal annährend erträumt hätte. Das heißt für die, die wissen wie Internet geht: globales Publikum
    Napster hatte meinen musikalischen Horizont erweitert! Und ich habe trotzdem weiterhin CDs gekauft!

  17. Was mir heute wichtig erscheint #307…

    Fundiert: „Sarrazin hat an den programmatischen Grundlagen der Partei mitgearbeitet“ Solidarisch: „Die Erpressung Griechenlands zeigt uns, dass die Regierungen in der EU unter dem Druck der Finanzmärkte und unter Anleitung Deutschlands ein neue…

  18. Mal ganz abgesehen, dass die Aussage…

    „Was wie ein handfester Skandal klingt, wird in der Gebührenpraxis noch unglaublicher. So richten sich GEMA-Gebühren bei Majorlabels nur nach Zahl der verkauften Alben, während kleinere Labels für jede Kopie zahlen müssen.“

    …immer noch zu belegen ist (keine Quelle verfügbar, offenbar frei erfunden), lässt die Qualität des Kommentars doch sehr zu wünschen übrig. Die Diskussion ist dermaßen durchsetzt von offensichtlicher Ignoranz, dass es sich nichtmal lohnt darauf einzugehen.

    Da werden GEMA Legenden frei erfunden und nach christlicher Tradition unter Freunden in Zirkelform Zitiert. Da wird die GEMA mit den Major gleichgesetzt, Obwohl beide Institutionen vollig gegensätzliche Absichten verfolgen.

    Besonders peinlich sind Berlin-Mitte-Neid-Zuckungen wie die folgende:

    „oder sich von seinen fetten Tantiemen so viel Koks durch die Nase gezogen, dass er wohl den Bezug zur Realität verloren hat“

    ..ich denke ihr solltet EUREN Bezug zur Realität überprüfen. Offenbar steckt der Autor selbst noch tief in den goldenen MTV 90ern.

    Peter, verstehe mich bitte nicht falsch, ich mag deinen Blog und lese ihn regelmäßig. Aber dieses Thema ist wohl einfach zu hoch und habt immer noch die 90er im Kopf. Im übrigen genau das was ihr euren Blutfeinden, den „Content-Mafiosis“ vorwirft.

  19. dieser blog sollte sich echt auf die wunderbare musik beschränken – sobald es inhaltlich wird, wirds abstrus…

    „hör auf zu heulen, die zeiten ändern sich eben“ ist so ziemlich das absurdeste argument :O

  20. Was Musiker verdienen – und wie…

    Vor ein paar Tagen, kurz bevor ich anfing dies zu schreiben, veröffentlichte der Musikpirat Christan Hufgard eine Studie über das Einkommen von Künstlern (auch als PDF) auf Basis von Zahlen der Künstlersozialkasse (KSK) und der GEMA. Diese zog einige r…

  21. Ach wie schön, die Zeiten ändern sich eben. Na, dann: arbeitet ihr alle umsonst, Super! Bekomme ich alle Computer Apps und Programme umsonst – Super! Darf ich eure Arbeit verkaufen und daran fett Kohle verdienen und ihr bezieht AlG 2 – Super!
    Wer nicht weiß, dass künstlerische Arbeit, eben auch Arbeit ist, sollte sich besser mal kundig machen (Gibt doch das Internet oder?)
    Aber, ach ja – ihr werdet ja noch von Mutti und Pappi gesponsort! Viel Spaß noch in der realen Welt.

  22. Was für’n schwachsinniges Auseinanderpflücken einer tatsächlich guten Argumentation von Herrn Regener. Ihr neoliberalen Flachwichser habt den Inhalt m.E. nicht verstanden. Um nur mal einen Punkt zu nennen: Junge Menschen haben keine „endemische Musik“ mehr, weil die ganzen kleinen Labels den Künstlern einst den Rücken frei hielten, wirklich gute Platten zu machen. Da ging’s um Talent und echte Kreativität. Bis in die Neunziger hieß Independent: Menschen machen mit Liebe Musik auf hohem Niveau, ohne sich dabei an Majors zu verkaufen. Das Label gibt denen dann Geld, um evtl. mit Toningenieurlegenden wie Steve Albini aufzunehmen. Herausgekommen sind zeitlose und geniale Platten. Und genau das fehlt jetzt, weil diese arroganten IllegalDownloader genau diese Labels als erste zerstört haben. Der Major Mist hat überlebt, aber der hat eine Musiklandschaft noch nie farbenfroh gemacht. Ich bin jetzt 31, ich habe noch jede Menge Schallplatten (und kaufe solche immer noch), CDs und Downloads. Ich bin Musiknerd und verfolge das Geschehen seit Mitte der Neunziger exzessiv. Was die Jugend von heute hat ist sicherlich eine große Masse von Schrott, welche da im Netz rumwabert – größtenteils auf YouTube. Aber da ist sooo wenig dabei, was wahre Identifikation erlaubt oder sowohl musikalischen, als auch audiophilen Hunger sättigt. Das ist zu 80% billige LogicPresetScheiße. Das einzige Beispiel, welches mir jetzt mal als geschickter moderner Gegenentwurf einfällt, ist das amerikanische Duo Pomplamoose, die mit ihren Videosongs quasi eine neue Werbestrategie etabliert haben und auch noch hochwertige Musik machen. Aber davon mal abgesehen… hey, wenn das die Richtung ist, in die ihr wollt, dann schaltet eure Gehirne aus (oder weiterhin nicht an) und viel Spaß beim Dubsteppen!

    • Bei „neoliberale Flachwichser“ habe ich aufgehört zu lesen. Wenn Du gehört werden willst, ist es nicht besonders hilfreich, seine Gesprächspartner zu beleidigen.

      Das ist übrigens genau der Punkt, den auch Herr Regener nicht so ganz verstanden hat.

  23. An dieser Uhrheberrechtsdebatte und so, wie sie hier und auf anderen Foren geführt wird, wird m. E. deutlich, dass es sich um eine Stellvertreter Debatte handelt, stellvertretend diskutiert wird – hier am Beispiel der Gruppe ‘Künstler_innen’ – die Frage, der ökonomischen Partizipation am gesellschaftlichen Reichtum. Das eigentlich Interessante an der hier geführten Diskussion ist, sie könnte sich genau so gut auch um Mindestlöhne, um Urlaubszeiten, um Elternzeiten, um Sozialabgaben, um Renten oder prekäre Beschäftigungsverhältnisse drehen. Warum verlagern sich eigentlich „gesellschaftlich“ wichtige Fragestellungen auf eine Gruppe wie die der Künster_innen?
    Letzten müssen wir unsere Interessen als Musiker_innen halt selbst wahrnehmen und nicht an die GEMA, Plattenfirmen, Konzertveranstalter etc. delegieren. Ich habe das mit meinem CD Release Lovesongs for Great Yarmouth gemacht (CC-Lizenz), könnt ihr hier kaufen:
    http://www.musicload.de/aendy/lovesongs-for-great-yarmouth/musik/album/11982455_2 und sicher sein, nach Steuern bleien über 50 % der Kohle bei mir. 😉

  24. Oh, Mann. Das ist echt traurig wie Blogger auf Regeners berechtigten Zorn reagieren. Es gibt jede Menge Musiker, die durch die Gratis-Mentalität am Existenzminimum leben. Studiomusiker bekommen keine Jobs mehr, weil durch die Downloader keine Alben mehr verkauft werden und kleine Produktionen unrentabel geworden sind.

    • Heiner, kannst Du Deine Behauptungen irgendwie belegen?

      Ich denke, daß die Probleme von Studiomusikern überhaupt nichts mit Regeners Thema zu tun haben, sondern eher mit dem flächendeckenden Einsatz von Drumcomputern und Sequenzern.

  25. Ich weiß, die Hand die einen füttert beißt man nicht und ich stehe der Kulturindustrie ja auch kritisch gegenüber (siehe http://theorieedit.culture-jamming.de/?p=573), aber soviel ich weiß arbeiten die Hauptautoren dieses Blogs (genau wie ich) in der privat-werbefinanzierten bzw. öffentlich-rechtlichen Content-Industrie… Ich möchte jedenfalls nicht meinen Job verlieren mit dem Hinweis ich hätte halt die Zeit verpennt… Ich denke die Debatte verlangt eine breite und informierte Debatte die Regener und viele seiner Kritiker vermissen lassen…

  26. Ja, Recht hat er, der Herr Regener! Von seinem Ausbruch scheint auch dieses Lied inspiriert zu sein:

    [url=http://tetrachromat.bandcamp.com/]Ich bin Pirat[/url]

    Zumindest scheint die Band ähnlich wütend zu sein

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