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pEtEr Withoutfield

Selbsternannter Crossover-Medienrebell, Musik-Nerd, Cloud-Meister und Social-Media-Schleuder.

Es ist Zeit mal wieder an der Zeit ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern! Seit rund einem Monat fahren wir auf Facebook eine neue (ich nenne es mal) Strategie. Zwar haben wir nach wie vor kein Interesse an der kommerziellen Vermarktung der Blogrebellen, dennoch freuen wir uns sehr, wenn wir die Zugriffszahlen und damit auch die Reichweite unserer Seite stetig erhöhen können.

Datenschutz vs. Reichweite

Mit der datenschutzfreudlichen Maßnahme sämtliche Like-Buttons und Facebook-Fan-Widgets aus der Seite zu verbannen, haben wir uns und unseren Lazern zwar einen Gefallen getan, die Auswirkungen auf die Steigerung der Anzahl unserer Facebook-Fans fiel dadurch aber auch sehr deutlich aus. Und das „fiel aus“ ist wörtlich zu nehmen, denn es kamen kaum noch neue Fans hinzu. Ebenfalls zurück gingen übrigens die Likes unserer Posts, denn der gewillte Lazer muss seit Einführung der 2-Click-Buttons nun zwei mal klicken, um ein Like abzugeben. Für viele wohl ein Klick zu viel.

+++ Fakt 1: Mehr Datenschutz = weniger Facebook-Reichweite! +++

Wie man die FB-Reichweite mal eben um 1.000% steigert

Über Blogrebellen ging es also mit der Steigerung der Fans nicht wirklich weiter. Also was tun, um mehr Fans zu bekommen, um die Plattform Facebook als Contentschleuder noch effizienter (aus)nutzen zu können? Ganz einfach. Man macht das, was auf Facebook am besten funktioniert: Stichwort Viralität – das posten von lustigen und absurden Bildern, Memes und Meldungen. Und zwar direkt bei Facebook und nicht über die „Hürde“, eine andere Seite als Facebook aufrufen zu müssen.

Wie schmutzig darf es bitte sein?

Also liebe Lazer, jetzt geht es ans Eingemachte und ich verrate euch mal ein paar unserer (schmutzigen) Tricks!

Stufe 1 – eine saubere Angelegenheit:
Wir finden also an, jede Menge lustige DJ-Bilder und Storys und Bilder zu teilen, die wir selbst auf Facebook gefunden haben und nutzen dafür die „Teilen-Funktion“, die unter jeder Statusmeldung und Bildern zu finden ist. Das funktionierte in der ersten Woche so gut, dass dadurch die Facebook-Reichweite um sagenhafte 1.000% gestiegen ist und rund 100 neue Fans hinzugekommen sind.

+++ Fakt 2: Mit Blödsinn erreicht mal viele Menschen! +++

Stufe 2 – jetzt wird es leicht schmutzig:
Eines vorweg: Wer uns kennt weiß, dass wir sehr viel Wert auf Quellenangaben und Verlinkungen legen. Wird etwas gebloggt, dass auf einen anderem Blog oder bei Twitter gefunden wurde, oder nutzen wir Bilder, die wir aus dem Netz fischen, dann ist eine Quellenangabe Pflicht. Punkt aus.

Unser Blödsinn auf Facebook lief zwar wirklich gut, aber eine Sache hatte mir noch nicht so gut gefallen: Wer ein Foto einer anderen Page oder Person auf Facebook teilt, bekommt zwar auch eigene Likes, das resharen zählt aber immer zu dem, der das Foto als erster eingestellt hat. Und so sind wir einen kleinen, vielleicht nicht ganz so sauberen, Schritt weiter gegangen und luden fortan die Bilder herunter und über die Blogrebellen-Fanpage wieder hoch. Natürlich mit entsprechender Quellenangabe und Link. Mit entsprechenden positiven Auswirkungen auf Reichweite und Viralität.

+++ Fakt 3: Mehr Reichweite durch selbst eingestellte Inhalte! +++

Stufe 3 – da geht noch mehr:
Als I-Tüpfelchen versehen wir dann noch jedes Bild mit einem Link zu den Blogrebellen. Denn wenn wir schon mit unserer „Strategie“ viele Leute auf Facebook erreichen, dann sollen sie doch am besten auch gleich mal einen Blick auf unser Blog werfen. Auch diese Rechnung ging auf. Fortan konnten wir die Zugriffe über Facebook auf Blogrebellen noch einmal spürbar steigern!

+++ Fakt 4: Mit viralen Inhalten lassen sich auch Klicks generieren! +++

Stufe 4 – ein weiteres Experiment:
Dieser „Forschungs-Schritt“ ist noch nicht ganz abgeschlossen und auch relativ neu. Nun klappt das mit den Werten insgesamt ja schon ganz gut, aber eine Frage stellte sich mir noch: Warum überhaupt den ganzen Traffic auf Facebook verteilen und damit den Schweineladen auch noch unterstützen? Wir sind fühlen uns jung, haben die Technik und können sie auch nutzen!

Meine Schnellanalyse nach ein paar Tagen mit selbst gehosteten Bildern: Traffic steigt, Reichweite sinkt!

Zur Kasse bitte – Facebook will mit verdienen!

Die in Stufe 4 gewonnenen Erkenntnisse lassen sich durch zwei Punkte relativ einfach erklären, das denke ich zumindest:

1. Wer nur einen Link zu einem Bild teilt und dieses nicht direkt zu Facebook lädt, nimmt damit die Faulheit vieler User in Kauf. Natürlich ist es viel bequemer, ein Bild in der Facebook-Lightbox zu öffnen und es weiter zu teilen, als über einen Link auf eine neue Seite navigieren zu müssen. Man wird durch externe Links einfach aus seinem „schönen“, überwachten und getrackten Umfeld heraus geschmissen.

2. Stichwort „promoted Posts“! Eines der neueren Geschäftsmodelle von Facebook ist es, Fanseiten-Betreiber zukünftig zur Kasse zu bitten und ihnen mehr Reichweite zu verkaufen. Warum sollte Facebook Links, die aus dem Facebook-Umfeld weisen genauso häufig anzeigen, als Inhalte, die schon bei Facebook liegen? Denkt mal darüber nach!

Und das ist erst der Anfang!

Schon mal etwas von EdgeRank gehört? Nein? Solltest du aber!
EdgeRank ist ein Facebook-Algorithmus, der entscheidet, welche Inhalte in der Timeline der Nutzer erscheinen. Ist der Riese der Meinung, dass deine Nachricht langweilig ist, wird sie keinem angezeigt.

Je mehr Kommentare, Like und Shares ein FB-Beitrag hat, um so höher ist der EdgeRank und dadurch auch die Anzeige im persönlichen Newsfeed der User. Was umgekehrt heißt, viele Einträge erreichen keinen, bzw. kaum einen User.

Wer ein paar Scheine locker hat, kann diese künstliche Reichweiten-Verknappung mithilfe der „promoted Posts“ dann wieder aufheben. Das kann nur der Anfang sein und nicht nur ich vermute, dass es in diese kommerzielle Richtung weitergehen wird. Man denke nur mal an den Börsengang und die ganzen Kohle, die in den ersten Wochen vernichtet wurde. Irgendwann möchten die Aktien-Besitzer auch von Herren Zuckerberg ihr Geld gewinnbringend zurück erhalten.

Die verfickte Zwickmühle

Und nun? Werden wir alle sterben? Ganz ehrlich? Früher oder später JA! Aber mal im Ernst, wie geht man nun mit den gewonnenen Informationen um? Welche Möglichkeiten sind denkbar?

1. Scheiß auf die Reichweite wäre wohl der rebellischste Ansatz, gefällt mir aber nur so mäßig. Wie weiter oben schon geschrieben sind wir finanziell zwar nicht abhängig von der Reichweite der Blogrebellen. Aber sind wir mal ehrlich, Erfolg macht sexy und glücklich! In Zeiten, in denen es immer weniger Blogger und Blogs gibt, in denen in Blogs kaum noch kommentiert wird und man immer noch, bzw immer öfter erklären muss, was ein RSS-Feedreader ist, hat man es als „mittelständiges“ Blog auch nicht mehr leicht, seine Zielgruppe ohne die Hilfe von Facebook und Co. zu erreichen.

2. Weiter machen so lange wie es geht. Also natürlich ohne dafür auch nur einen müden Cent an die Kalifornier zu überweisen und zusehen, wie lange das so noch möglich ist.

3. Traffic nach Hause bringen und die lustigen Bildchen im Blog abfeiern. Wobei sich hier die Frage stellt, ob diese Bildchen dann auch im Feed landen sollten oder wie im aktuellen Test, lieber außerhalb des Feeds stattfinden, damit man seine Stammlazerschaft nicht mit zu viel Blödsinn vergrault. Nachteil: Die Facebook-Reichweite wird wieder sinken und die Posts werden bei vielen Fans untergehen. Dieser letzte Punkt ist mir übrigens aktuell am sympathischsten.

Zuletzt möchte ich an dieser Stelle möchte ich Herren Lobo zitieren:

Wer wirklich frei im Internet veröffentlichen will, braucht eine eigene Website. … Nur auf einem Blog kann man machen, was man möchte.

Quelle: Euer Internet ist nur geborgt (Spon)

Damit hat er voll ins Schwarze getroffen!

So – und nun zu euch. Welche Erfahrungen habt ihr mit Facebook gemacht. Wie wirkt unser Output über all die Blogrebellen-Kanäle auf euch? Was denkt ihr?

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  1. daburna says:

    Ich war vorher schon Fan. Und seit ein paar Tagen frag ich mich, was denn die Bilder mit den aktuellen Artikeln zu tun haben könnten. Danke für die Auflösung und die originelle Strategie! Dass Facebook nun Geld für Reichweitensteigerung haben will, die es vorher umsonst gab und künstlich verringert wurden, finde ich ein Unding. Allerdings angesichts des Börsengangs nachvollziehbar. Irgendwo wollen die ja Geld verdienen.
    Hast du deine Strategie auch mal bei Google+ getestet?

  2. pEtEr Withoutfield says:

    @Daburna:
    Nein, bei g+ haben wir, unter anderem wegen der fehlenden API um es zu automatisieren, eine ganze Zeitlang gar nichts gepostet. Seit ein paar Tagen versuche ich regelmäßig dort unsere Beiträge zu verlinken.
    Die „Strategie“ würde meiner Meinung nach dort so eher nicht funktionieren. Ich selbst nutze g+ nur sehr unregelmäßig aber glaube, dass die „Uhren dort ein bisschen anders ticken“.

  3. el-flojo says:

    Von mir aus könnt ihr mich weiterhin auf allen Kanälen zuballern, solange es auch weiterhin so herrlich bescheuert bleibt. Aber da mach ich mir keine Sorgen.
    Von mir aus packt den Irrsinn auch noch ins Blog und den Feed, aber dann muss auch ein zweiter Feed her. Einer mit dem Standard-Rebelleninhalt und einer plus Wahnsinn. Ich könnte mich an deiner Stelle nur nicht entscheiden, welchen ich als default einspeise. Von mir aus gerne den plus Wahnsinn. Dann sollte man aber auch im Feed jeweils einen Hinweis auf den anderen bringen, damit die Leute eher switchen als ganz abhauen.
    Ihr macht das schon!

  4. Mango Aioli says:

    »In Zeiten, in denen es immer weniger Blogger und Blogs gibt, in denen in Blogs kaum noch kommentiert wird und man immer noch, bzw immer öfter erklären muss, was ein RSS-Feedreader ist, hat man es als “mittelständiges” Blog auch nicht mehr leicht, seine Zielgruppe ohne die Hilfe von Facebook und Co. zu erreichen.«

    Oh, lieba Peta, hör auf zu hoilen. Gibt weniga Blogs? Glaub ich nich. Du liest viellaicht weniga. Und jetzt die Frage, wann hast Du denn das letzte Mal kommentiert? Dieses ganze gehoile, es geht doch nicht um Bandbraite… Ich will die Loite erreichn, die nett sind und nicht ganz Fratzebuk.

    Das Problem ist Folgendes: Es gibt zu viel gutn Content. Auf mainem iPad mach ich die Soundcloud App auf und dann konnekte ich mich mit gailen Loiten, da brauch ich dann kain Blog mehr. Oder ich konnekte mich auf YouTube mit gutn Loiten.

    Schon allaine, was ihr da wöchentlich rausblast, kann man ja gar nicht goutieren… Ist doch alls zuviel.

    Trotzdem: Ihr seid originell und dafür liebn Oich die Stammlesa. Das ist Oire Community, die trinken auch die #tassebier mit Dia. Vergiss die ganzn Tessa-Jünger… Spiel mit den Medien und der Musik und relax :)

  5. crazy_hippsterNameHere says:

    Hi,

    ich fand den Artikel schon recht interessant.

    Weil ich mich mit Kollegen über solche Problematiken schon unterhalten habe. Siehe sone kacke wie die Witz umfragen und den „Gewinnspielen“. Welche doch wahrscheinlich nur „Manipulation“ sind um seine Seite oder Content nach oben zu pushen.

    Insgesammt muss ich sagen wenig guter Content bringt weniger neue Leute weil Sie nicht so schnell auf den Blog aufmerksam werden außerdem streut mehr Content da sich ehr Leute wiederfinden können. ( Der eine kommt wegen den Dub mixen, der andere wegen dem Pimmel Zeug)

    Aber auch zuviel Content kann dazu führen, dass der „User“ überfordert wird. Wenn man sich manche Seiten anschaut, kommt man ja gar nicht mehr hinterher den Content überhaupt zu Konsumieren.

    Ich würde mich freuen, wenn euer Einsatz auf Google Plus bleibt. Jeder der etwas mehr auf dem GPlus macht bringt mehr Leute. Am ende werden wir vielleicht sowas erleben wie „Konkurrenz“ zwischen FB und G+, das könnte ja vielleicht auch was für die User, Blogger etc. bringen.

  6. spirit says:

    ich hab noch nie facebook gebraucht & werde es mir auch nie zulegen. Bleib lieber auf intressanten & nützlichen Seiten im Internet

  7. daburna says:

    @Peter: Google+ funktioniert generell noch nicht. Dabei werden da ja (noch) alle Postings den Fans gezeigt. Seitdem Facebook die Reichweite verringert hat, weite ich mein Engagement bei Google+ aus. Bringt aber aktuell kaum Rücklauf. Bilder zu verwenden, um die Reichweite zu steigern, teste ich aktuell bei einem wissenschaftlichen Publisher an. Sind natürlich keine lustigen Quatschbilder. Aber mal sehen, ob das auch funktioniert.

  8. pEtEr Withoutfield says:

    @El-Flojo:
    Ja wir testen und machen natürlich weiter! Aktuell habe ich unser Rebelstagram in die Marginalspalte eingefügt und lade neue Quatschbilder hauptsächlich bei uns hoch und verlinke sie auf FB.

    @Mango Aioli:
    Ich bin ganz relaxt, keine Sorge. Klar machen wir hier viel und ich kann mir auch vorstellen, dass viele mit unserem Output überfordert sind. Aber das ist ok, dafür gibt es ja auch Kategorien über die sich der geneigte Lazer seine Themenbereiche vorauswählen kann.
    Und ja, jeder der ein bissschen über den Tellerrand schaut macht sich seinen eigenen Medien- und Quellen-Mix. Das machen wir ja auch und entscheiden dann, was wir für gut genug halten um es hier zu droppen. Gatekeeperism, ya know ;)

    @Daburna:
    Das mit dem gerinen Rücklauf über g+ kann/muss ich bestätigen obwohl wir dort schon fast 1200 Menschen eingekreist haben .
    Gibt doch mal bitte Rückmeldung wenn du den Test beendet hast. Interessiert nicht! ;)

  9. daburna says:

    @Peter: „Nicht“? Äh ja… ;-)
    1.200, das ist natürlich schon nicht schlecht. Da bin ich weit von entfernt, nicht mal an die Zahl meiner FB-Fans komm ich ran, aber die Seite besteht ja auch erst seit ca. zwei Wochen.

  10. RaF says:

    Ohne Gesichtsbuch äh Facebook wäre mein bzw. unser Blog wesentlich weniger frequentiert! Wir fahren totales Nischenprogramm, unsere Leser nutzen RSS Reader kaum, weshalb wir die Sau über Facebook durch Dorf treiben, das mir bzw. uns damit ganz gut gelingt. Heißt, nach Google (nicht Google +) ist Facebook eine gute bis sehr gute „Waffe“ um an Leser zu gelangen. PS: In Deutschland rennen viel zu viele Neider umher, weshalb viele Kommentare in der Regel nur den Sinn haben, die Arbeit des Anderen niederzumachen – Schade, aber oft Realität!

  11. daburna says:

    Kurzes Zwischenfazit für Peter.
    Im geo- und umweltwissenschaftlichen Bereich mit weltweiter Fanbase zündet das nicht. Seit etwa 14 Tagen poste ich dort für einen Open Access Verlag ein geowissenschaftliches Foto pro Tag. Aktuell hat die Seite 3.602 Fans, von denen seit dem Testbeginn zwei neu dazu gekommen sind. Vier bis acht Likes gibt es pro Bild und durchschnittlich werden 500 User erreicht, mit einem Spitzenwert von 637. Bei normalen Statusupdates reagieren die User aber noch viel weniger, in sofern fand doch eine kleine Mobilisierung statt. Ich werde das noch weiter durchziehen, aber Pimmelbilder wird es dort nicht geben, höchstens spannende Wolkenformationen ;-)

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