sync-button
pEtEr Withoutfield

Selbsternannter Crossover-Medienrebell, Musik-Nerd, Cloud-Meister und Social-Media-Schleuder.

Hallo mein Name ist pEtEr Withoutfield …

1973 geboren war ich Anfang der Achtziger-Jahre schon ein Musik-Pirat. Ich vervielfältigte Radio-Musik durch die Aufzeichnung auf analoge Audiokassetten. Ein paar Jahre später kaufte ich mir ein gebrauchtes Schallplatten-Abspielgerät der Firma Dual in einem schicken Holzgehäuse, welches Schallplatten in den Geschwindigkeiten 33, 45 und 78 RPM abspielen konnte. Zudem besaß dieses Gerät einen Regler, mit dem man die Geschwindigkeit feinjustieren konnte, umgangssprachlich auch Pitch genannt. Schallplatten wurden gekauft und mit dem Pitch malträtiert, ein sehr günstiges 2-Kanal-Mischpult, sowie ein weiterer, nicht pitchbarer Plattenspieler kamen hinzu und wurden ohne irgendwelches Wissen oder Skills zum Mixen missbraucht.
Zu dieser Zeit begann ich auch, den DJ’s in der Tanzschulen-Disko neidisch auf die Teller zu glotzen. Das tat ich so gut und hartnäckig, dass man mir irgendwann sogar das Pult überließ. Anfangs als Pinkel-Vertretung für den Resident, später dann auch mal einen ganzen Abend.

Irgendwann in den Neunzigern lernte ich dann Andy Düx kennen, seines gleichen Techno-DJ und Over-Drive Labelowner, später Plattenladenbesitzer. Er „nahm mich an die Hand“ und sorgte nach einiger Zeit dafür, dass ich als Resident-DJ im „Easy“ (Limburg) jeden Samstag vor rund 3.000 Menschen Techno auflegte. Außerdem gab er mir einen Job in seinem Plattenladen und noch einige Zeit später spielte ich mit ihm gemeinsam Freitags im Dorian Gray. Mein damaliges Pseudonym war DJ „R-Damski“ und unter diesem und weiteren Namen produzierte ich zahlreiche Tracks, die alle auf Vinyl erschienen.

Ich bin ein Digital-DJ und arbeite mit dem Sync-Button!

Warum ich so weit aushole? Um allen Hatern ihr Argument Nummer 1 zu nehmen, dass DJs die den Sync-Button benutzen, keine „echten“ DJs sind und das Handwerk nie richtig gelernt haben. Okay, ehrlich gesagt hätte ich mir diese Vorgeschichte sparen können, denn Argument Nr.1 ist Bullshit, egal mit welcher Vita. Aber dazu gleich mehr.

Syncen ist die automatisierte Anpassung der Geschwindigkeit

Syncen – auch Beatmatching genannt: Zwei Tracks mit unterschiedlicher Geschwindigkeit werden aufeinander angepasst. Dieses Anpassen ist ein wirklich einfacher Prozess, kinderleicht zu erlernen und keine herausragende Leistung hoch begabter Menschen. Das Anpassen einer Geschwindigkeit ist eine nötige Aufgabe, die es zu erledigen gilt und ist in der heutigen, quantisierten Zeit einfacher als je zuvor. No skills needed for that – warum das also nicht einfach einer Maschine überlassen?

Syncen ist kein Mischen

Das Mixen zweier Tracks ineinander ist das eigentliche, zu erlernende Handwerk eines DJs. Das kann im Gegensatz zum Syncen keine Maschine automatisiert übernehmen und zeichnet einen guten, erfahrenen Disc Jockey aus. Hierfür muss man tausende Titel über Jahre gehört haben – und dabei ist hören mehr, als nur der Musik zu lauschen. Man muss seine Platten in- und auswendig kennen und ein Verständnis für Songstrukturen aufbauen. Das gilt sowohl für Bedroom-DJs, die ein tolles, interessantes Mixtape erstellen wollen und erst recht für einen Club-DJ. Letzterer muss das Publikum „lesen“ können, Stimmung und Gefühle verstehen und einen Spannungsbogen aufbauen können. Denn man kann nicht nur Hits am Stück spielen, sonst ist man nach 60 Minuten durch und langweilt das Personal an der Bar oder noch schlimmer, man verärgert den Clubbetreiber, wenn man dem Publikum nicht auch mal eine Verschnaufpause an der Bar bietet. Man muss wissen wie der nächste Titel zu dem laufenden passt, wie und wann man diesen in den anderen mischt und wie das technisch, also mit den Fadern, Equalizern, Effekten und Filtern funktioniert, damit sich das auch nach etwas anhört.

Nichts von dem funktioniert automatisiert. Dafür braucht es einen erfahrenen und „gut ausgebildeten“ DJ mit jeder Menge Skills. Das hat alles nicht mit dem Sync-Button zu tun, dieser füllt nicht den Dancefloor und ruft keine Emotionen bei den Gästen hervor. Das macht der DJ!

Die Vorteile des Sync-Buttons

Das ist für mich zwar so, als ob ich nun die Vorteile eines Akkuschraubers gegenüber Schraubenziehern nennen muss, aber ich mache es trotzdem gerne:

  1. Mit einen Klick die Geschwindigkeit anpassen. Nach dem Laden des nächsten Tunes einfach zwei mal auf Sync und passt die Geschwindigkeit des neuen Tracks auf das Tempo des laufenden Tracks an. Wer am Mischer sicher genug ist und den Übergang nicht mit gedrücktem Sync-Button machen möchte nimmt den Sync anschließend einfach wieder raus.
  2. Schnelle Mixe: Du hast nur noch wenige Sekunden Zeit bis der laufende endet? Kein Problem, schnell den neuen Track geladen, Sync gedrückt und ab dafür.
  3. Mixen mit mehr als nur 2 Decks. Schon mal mit drei oder vier Decks gespielt? Warum also kostbare Zeit mit dem Anpassen der Geschwindigkeiten vergeuden?
  4. Bleib im Takt: Ist dir der laufende Tracks zu langsam aber du bist schon am mixen des neuen Tunes hilft dir der Sync auch während des Übergangs im Takt zu bleiben.
  5. Sync ist exakter: Du musst vielleicht noch die Phasen angleichen, aber das war es dann auch schon.
  6. Keine Sekunde ans Beatmatching vergeuden, mehr Zeit deine wahren Skills zu zeigen. Du kannst dich beim Übergang auf Levels und Frequenzen konzentrieren, weil du nicht nachkorrigieren musst.
  7. Mit Sync kannst du auch Intros ohne Beat mischen, was ohne Sync ein reines Glücksspiel wäre.
  8. Einsteigern ermöglicht der Sync-Button schnelle Erfolge.

DJs die den Sync-Button benutzen keine „echten“ DJs

skandal_syncbuttonWer so etwas sagt, hat keinen blassen Schimmer wovon er spricht! Warum das so ist konnte ich hoffentlich deutlich machen. Wir schreiben das Jahr 2013, willkommen in der Realität!
Natürlich gibt es viele DJs, die ein schlechtes Gefühl dabei haben oder den Beat schon immer ohne Sync gematcht haben. Das ist toll, macht weiter so. Niemand muss den Sync nutzen, das ist vollkommen okay. Nur hört endlich auf mit diesen hirnfreien Phrasen und Dissen. Nur weil du keinen Sync nutzt macht dich das noch lange nicht zu einem „echten“, geschweige denn besseren DJ.

Keinen begeisterten Club-Gast interessiert nach einer geilen Partynacht, ob digital oder analog gespielt und ob der Sync-Button genutzt wurde.
Es geht um Musik und um nichts anderes.

Foto-Credits: Sync / Skandal

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  1. Sascha says:

    Beatmatching: “ No skills needed for that“ – das sehe ich aber doch ganz anders!
    Ich vielen Punkten kann ich Dir nur zustimmen, aber dass das Beatmatching kinderleicht ist, finde ich nicht…
    Sicherlich ist das eine Frage der Perspektive, und man kann es – sich wie so viele Dinge im Leben aneignen, aber so „mal eben“ ist das nicht gemacht.

    Ich denke, dass gerade das oft ein Argument ist was die (auch meiner Meinung nach) schwachsinnige Vinyl-only-bla-bla These ins Rollen bringt.
    Denn sehr, sehr, sehr viele digital DJs wäre ohne Sync aufgeschmissen – ist nämlich ganz so einfach auch nicht.

    Und klar macht es einem das DJing einfacher, aber ich finde das ist der falsche Ansatz, möglichst wenig schwer/aufwendig aufzulegen. (Es gibt ne Menge einfacherer Hobbys/Jobs.)

    PS: Das erste mal, dass ich Senf zu dem Thema abgeb…

    • pEtEr Withoutfield says:

      @Sascha: Danke für deinen ersten Kommentar zu diesem Thema! ;)
      Okay, „Kinderleicht“ ist evtl. tatsächlich etwas überzogen, aber schwer finde ich es tatsächlich nicht.

      „Und klar macht es einem das DJing einfacher, aber ich finde das ist der falsche Ansatz, möglichst wenig schwer/aufwendig aufzulegen. (Es gibt ne Menge einfacherer Hobbys/Jobs.)“

      Wieso denn ein falscher Ansatz? Wenn Uwe, Klaus, oder Sandy Bock darauf haben ein paar Titel zu mischen – just for Fun – warum dann nicht mit so wenig Hürden wie möglich?

    • Stephan Fischer says:

      Ohne Ableton und seine zahlreichen digitalen Tools wären sehr, sehr, sehrsehrsehr viele Producer aufgeschmissen. Oder errechnest du die Delayzeiten selbst? Schneidest Du noch Bänder? Manuelles Timestretching? Musst Du Dir alle Synthieeinstellungen aufschreiben oder speicherst Du sie ab? Schaltest Du alle Syncfunktionen deiner DAW ab, weil’s ja sonst jeder könnte und nur Handarbeit zählt?
      Verteilst Du noch Promotapes?

    • alForno says:

      In der Regel sollte man erst das manuelles angleichen erlernen bevor man mit sync button spielt. Ich habe mit vinyl angefangen und mittlerweile spiel ich auch mit controllern x1mk2 und 4 decks .. Sie sind handlich praktisch überall schnell einsetzbar,, während meine plattenspieler ich sehr ungern jedesmal abklemmen und hin und her blblablabal ihr wisst schon ;) bei mir zuhause stehen sie gut. auch wenn ich öffentlich nicht mit Platten spiele, tuh ich das gern zuhause für mich selber einfach.. und ich glaube das jeder Musiker/DJ sowieso mindestens einen im Wohnzimmer stehen hat.. weils einfach Kult ist,, und einfach das erste gerät war das Musik abspielen konnte

  2. gaya says:

    Nach einigen Jahren dauert das angleichen mittels Plattenspieler bei normalen Rhythmen ca. 5 -1 0 Sekunden…., und es ist langweilig und hält Dich ab den Flow in den Vordergrund zu stellen. Der Sync Button ist somit aus meinen Augen ein, wie oben beschrieben, zeit-effizientes Tool.

  3. DJ derbystarr says:

    Auch hier noch mal mein Senf:

    Der Punkt ist einfach, dass ein Handwerk ist, dass du über Jahr erlernst und dafür braucht es bestimmte Übungen, um ein Verständnis zu entwickeln. Damit du dann bspw. auch in Technik die richtigen Einstellungen triffst, dich aber auch überhaupt erst einmal damit beschäftigst.

    Das Problem dabei ist, dass es eben durch die Erleichterungen keiner macht, weil muss ja nicht. Ich nehme das so wie es daher kommt, und nutze es so. Der Hersteller wird schon wissen was er tut.

    Der Fehler in deiner Denke ist, dass bei dir das klar OK ist, wenn du mit deinen Möglichkeiten gewachsen bist und BEWUSST das einsetzt + so lange du mit den kontraproduktiven Seiten leben kannst. Jemand, der damit allerdings anfängt, kriegt das gar nicht mit. Das da was komisch klingt oder das man einen 70 BPM-Song vielleucht nicht mit einem 96 BPM-Song mischen sollte, auch wenn das die Software automatisch angleichen kann. Aber genau das passiert gerade und das nicht zu wenig. (Ein DJ frage mich neulich, warum ich den Crossfader nicht in der Mitte lasse und immer von rechts nach link schiebe)

    Und Angleichen ist eines der Grundlagen und auch nicht einfach, ich brauche mittlerweile unter 10 Sekunden, jemand der anfängt, kriegt es vielleicht in 1-2 Minuten. Aber das ist die Übung und das Gehör was dir dadurch verloren geht.
    Nächster Punkt: dann schaust du nur noch auf den Monitor, weil: Software macht das schon, „Gehör brauch ich nicht“, …und so geht das immer weiter, damit verlierst du auch die Fertigkeit aufs Publikum zu reagieren, und dann ziehen deinen andern Argumente auch nicht mehr:

    „Hierfür muss man tausende Titel über Jahre gehört haben – und dabei ist hören mehr, als nur der Musik zu lauschen. Man muss seine Platten in- und auswendig kennen und ein Verständnis für Songstrukturen aufbauen.“

    …denn das macht einer der mit Sync von Grund auf anfängt auch nicht, weil er viel mehr daran geht, Lied reinziehen und abfeuern, Rest brauch ich nicht wissen.

    Mein Hauptargument ist allerdings, dass der Syncbutton ja nur bei loopbasierender Musik funktioniert, die komplett rein ist. Bei Funk, alten Rockdingern, auch HipHop oder Musik die mit Absicht nicht im geraden Takt ist wird es dann schon schwieriger. Da genies ich ja auch den Plattenspieler und das „nachziehen“, wo man nämlich immer beim Kontroller da stehen muss und auf das bevorstehende Dilemma nicht einwirken kann.
    Auch der Syncbutton verformt ja in gewisserweise die Musik, weil er sie „zusammenzieht“, wenn sie auseinanderläuft. Das heisst der KLANG verändert sich. Ja klar auch das ist egal, wenn ich nur „hochqualitative mp3s von Youtube auflege – ist ja hochgerechnetes 320KB/S“.

    Ich selbst nutze ja nicht einmal die „Pitchkorrektur“ gerne, nur wenn es wirklich mal notwendig ist. Ansonsten habe ich sie AUS und stehe eher auf eine natürliche „Mickey Mouse“ als einen Sound er auch schon durch Phrasenverschiebung glänzt. Man hört das! Scratche mal mit und mal ohne Pitchkorrektur, mit klingt es plastischer und künstlicher. (und dann aber für 2.000 Euro einen Mixer kaufen, weil da der Sound besser ist)

    ^^Aber all dies weiss einer dem du jetzt quasi lehrermässig sagst „2013 – klar Syncbutton“ nicht. Und mal ehrlich ich finde es auch trotzdem noch einfach nur FASZINIEREND, wenn das jemand kann, und auch mit 4x Decks ohne Syncbutton schnell beatmaatchen kann (wie bspw. der Josen). Das gehört nun mal zur Faszination dazu, die das Publikum mal hatte.
    Aber durch Aussagen wie Deinen, macht es das ganze: unterinteressant auf den kleinsten gemeinsam Nenner „DJ?, JA, der spielt Musik, kann ich auch, hab mir auch Virtual DJ für meine Maus geholt“.

    Ich stimme dir zu, wenn du sagst es interessiert kaum einen, aber so wie du es so runterbrichst, machst du dein eigenes Handwerk runter. Und da musst du wissen ob du es willst.
    Und seit wann interesst es den DJ ob jemand was interessiert, das „normale Publikum“ weiss es nicht was du da machst.

    Aber wenn wir über all diese Faktoren reden und sie quasi egal sind, sind wir schon nicht mehr im „DJ-Business“ sondern bei Muttis Geburtagsfeier und dann finde ich aber den geschrieben Beitrag komplett nichtig, weil es nix mit DJing zu tun hat sondern um Musik abspielen geht.

    P.S. Außerdem macht Beats angleichen eben einfach mal hammermäßig Spass, warum man ja eigentlich auflegen sollte. Ist wie ein Sport, desto besser man wird, desto motivierter.

    • Stephan Fischer says:

      Lassen wir bezüglich Klangqualität doch einfach mal Chris Liebing zu Wort kommen.
      Doch zuvor… Der Syncbutton bewirkt nicht, dass 2 Arme aus dem Laptop kommen und die Arbeit am Pult übernehmen. Der Syncbutton klinkt sich auch nicht bei Beatport ein und kauft Tracks. Nicht jeder Digital-DJ saugt seine Tracks bei YouTube. Von daher ein völlig blödes Argument.
      Außerdem ist der Syncbutton nicht in der Lage, die Stimmung des Publikums aufzufangen, noch sucht der Syncbutton die Tracks aus.
      Außerdem gibt es 2 versch. Arten „Sync“. TimeSync und BeatSync.
      TimeSync bewirkt lediglich eine Angleichung der Geschwindigkeit, sorgt aber nicht dafür, dass die 1 auf der 1 sitzt. Sobald ich auf Play drücke, läuft der Track los.
      BeatSync bewirkt nicht nur eine Angleichung der Geschwindigkeit, sondern sorgt außerdem dafür, dass die 1 auf der 1 sitzt. Vorausgesetzt, die Software weiß, wo sich die 1 befindet. Die automatische Beaterkennung funktioniert nicht immer.
      So..und nun zum Platten-klingen-besser-Mythos. Und das ist nichts, was sich der Liebing aus den Fingern saugt.
      Sowas lernt man, wenn man sich wirklich mit der Physik dahinter auseinander setzt bzw. eine Ausbildung/ein Studium absolviert, und seine „Kompetenz“ nicht nur dadurch legitimiert, dass man schon X-Jahre auflegt. Denn auch nach 20 Jahren Autofahren kann ich immer noch keinen Motor reparieren und für eine Bewebung als KFZ-Mechaniker taugt’s auch nicht. ;)

      „“Leserbrief von Chris Liebing

      zum Thema Analog vs. Digital

      „Äpfel vs. Birnen“

      Euer Roundtablegespräch war insgesamt sehr interessant, aber ich hätte mir gewünscht, Ihr hättet den Kreis der Gesprächspartner um den ein oder anderen Experten erweitert, z.B. einen Vinyl Mastering Fachmann von Dubplates und Mastering, Andreas Kauffelt von der Schnittstelle oder Brian von „Sanhaji Mastering“. Die hätten dann wohl auch mal ein paar Mythen und Halbwahrheiten aus der Welt geschafft, welches grade bei diesem Thema dringend notwendig gewesen wäre.
      Ob man nun mit Vinyl oder Laptops spielt sollte jeder für sich selbst herausfinden, ich denke da gibt es kein „besser“ oder „schlechter“, es kommt nur darauf an, was man als Künstler auf der Bühne erreichen möchte und das haben Eure Gesprächsteilnehmer auch klargemacht. Was ich aber in dieser Runde gänzlich vermisst habe, war ein fundiertes Wissen über die Unterschiede von analoger und digitaler Technik. Es waren, wie eigentlich immer bei diesem Thema, nur Halbwahrheiten zu hören und es wurden Äpfel mit Birnen verglichen.

      Es ist einfach unwahr, dass eine Schallplatte mehr Frequenzen als eine digitale Sound Datei wiedergeben kann und aus diesem Grund besser klingt. Im Gegenteil, grade bei den Frequenzen hat eine Schallplatte erheblichen Limitierungen. Alles unter 400 Hz wird nur Mono wiedergegeben, alles über 18 kHz und unter 50 Hz fast gar nicht mehr (nur noch mit einer Flankensteilheit mit ca. 12 dB pro Oktave).
      Warum gibt es dann immer noch die landläufige Auffassung, dass Vinyl klanglich dem digitalen Format überlegen ist?
      Die Ursache liegt nicht in der Digital Technik an sich, zumal man davon ausgehen muss, daß 99,9999 % aller Vinyl Veröffentlichungen im elektronischen Musikbereich sowieso irgendwann mal digital waren oder sogar nur so produziert wurden.
      Es liegt an den Menschen, die diese Technik falsch nutzen. Im Gegensatz zu eurer Gesprächsrunde bin ich der Ansicht, dass die durchschnittliche Qualität der Produktionen in den letzten Jahren erheblich gelitten hat. Fragt mal in den Vinyl Schnittstudios nach, mit wie viel mehr miserablem Rohmaterial sie sich im Gegensatz zu früher herumschlagen müssen.
      So werden beim Vinylmastering und -schnitt dank neuester analoger und digitaler Technik wahre Wunderdinge vollbracht. Auch damit einem der Schneidstichel bei all den Frequenzabenteuern mancher minimalen digital Produktionen nicht um die Ohren fliegt.
      Kein Wunder also, dass das gemasterte Vinyl besser klingt als Ihr digitales Pendant, welches zu allem Überfluss wahrscheinlich auch noch ungemastert ins Netz gestellt wird.

      Die Informationen, die bei einer hochwertigen A/D Wandlung verloren gehen sind weit weniger gravierend als die Frequenzen, die beim Vinylschnitt verschwinden, dennoch ist grade dieser Prozess für viele „schlechte“ Produktionen die Rettung. Sie werden auf Vinyl wärmer klingen. Viele eckige, klirrende und hochfrequente Sounds werden abgerundet. Man sollte sich als Produzent vielleicht ein wenig mehr Gedanken über seinen Klang im Studio machen, falls man feststellt, daß die Vinylversion seiner Produktion „wärmer“ und besser klingt als das Ausgangsmaterial.
      Eine gute Produktion wird als gemasterte 320 kbit Mp3 Datei und guter D/A Wandlung immer besser klingen als von Vinyl abgespielt. Sie hat schon rein physikalisch gesehen mehr Dynamik und eine grössere Frequenzbandbreite.

      Ich möchte hier weder ein Statement pro digital abliefern, noch mich gegen Vinyl aussprechen. Im Gegenteil, was die eigentliche Musikproduktion angeht, bin ich der Überzeugung, dass man mit einer Mischung aus gutem analogen und digitalem Equipment klanglich die besten Ergebnisse erzielt. Bei der Wiedergabe kann man aber auch sehr gut rein digital arbeiten.
      Wenn ich als Produzent davon abhängig bin, dass das gemasterte Vinyl durch Tonabnehmersysteme und Gleichlaufschwankungen von Plattenspielern meine Produktion erst gut klingen lassen, dann hab ich ein Problem im Studio.

      Auch denke ich, dass der Verkauf von MP3 in unserem Musikbereich in Relation zum Verkauf von Vinyl steht. Verkauft sich ein Track als Vinyl nicht, wird auch die MP3 liegen bleiben und umgekehrt. Auch schon deshalb sollten Labels weiterhin auf Vinyl setzten. Bei einer guten Kalkulation (und das muss nicht heissen, dass ich im osteuropäischen Billigpresswerk pressen muss) ist ein Break Even schon bei ca. 500 Vinyls drin.

      Ich ärgere mich oft über interessante MP3s, die aber leider schlecht klingen. Entweder versuche ich sie dann selber etwas zu mastern, besorge mir die Vinyl um sie aufzunehmen oder spiele sie gar nicht erst.
      Man kann nur hoffen, daß in Zukunft Labels als auch Produzenten nicht nur Ihre Vinyls mastern lassen, sondern auch Ihre digitalen Veröffentlichungen.

      Chris
      „“

  4. syncassassin says:

    wie man sich die sachen schön reden kann! mit sync kann meine mom auch auflegen – fakt!! sieht man ja daran, wie oft syncdjs trax „mixen“ und dabei Keine Ahnung haben wo die 1 ist. Und nein, es geht nicht nur um Musik ! Die Aussage zeigt ja schon, das Du überhaupt nicht begriffen hast worum´s geht. Megafail

    • Stephan Fischer says:

      Megafail.
      Eigentlich sollte doch die Software dann wissen, wo die 1 ist, oder? Weil, die übernimmt doch das Syncen…
      Ziemlicher Griff ins Klo deine Argumentation. Wenn man dein Gestammel als solches bezeichnen will.

  5. Monaco says:

    Als Gast ist mir das egal ob synk oder nicht, hauptsache der Sound stimmt!
    DJ ohne Disk, weiß nicht, besser CJ oder so?
    Pers. wenn schon digital Musik warum nicht auch dieses feature verwenden…
    Gott sei Dank sind der Mensch und seine Auswahl hinter der Maschine immer noch das ausschlaggebende…
    greez

  6. Fabien says:

    Es ist immer noch der Musiker/Produzent, der die Crowd zum Kreischen und Tanzen bringt. Genau daran erkennt man die guten DJs, sie wissen das. Bereits in meiner Jugend, den 80/90er gab es verdammt miese DJs die technisch durchaus fit waren, jedoch an Musik weder echtes Interesse hatten, noch irgendetwas davon verstanden. Das ist sicher nichts neues.

    Die technischen Aspekte sind imho nur für eine Minderheit wirklich interessant und ohnehin ständig in Entwicklung. Vereinfachung und Zeitersparnis können doch nicht schaden. Das bleibt mehr Zeit für intellektuelle Aufgaben, wie z.B. eine spannende Musikauswahl!

    Ich habe es mir persönlich inzwischen abgewöhnt DJ Mixes zu hören und ziehe lieber Radiosendungen vor, ganz ohne technischen Firlefanz. Klar, im Club ists was anderes..

  7. Speaker Blows says:

    Danke, danke Peter. Endlich mal wieder einer von unserer Seite. Ich habe auch ca. 15 Jahre mit Platten gespielt und beherrsche das Beatmatching und das sogar bei Jungle Trax. Ist aber total überflüssig um ein guter DJ zu sein, da finde ich den Vergleich mit dem Akkuschrauber echt passend.
    Und @syncassassin, ich bin sofort dabei wenn deine Mutter versucht zu Mixen, dann will ich aber ein technisch solides Set hören mit einem schönen Spannungsbogen über 2 Std.

  8. Denis says:

    Was ich überhaupt nicht verstehe, wo dann die ganzen krassen mitreißenden vor „wirklichen DJ-Skills“ strotzenden Sets sind, die uns die Ohren klingeln lassen. Nö. 90% aneinandergereihtes Runterspulen der neusten Downloads u gerippten YT-Vids. Ja Wow. Der Sync-Button mag einem DJ mehr Zeit verschaffen. Genutzt wird diese vom Großteil einfach nicht. Wer kann von einem Qualitätsansprung seit der Etablierung softwarebasierter Mixsysteme reden?

  9. meatu says:

    „arbeitest“ du tatsächlich ordentlich mit dem sync-button, bist du kein digitaler disc jockey sondern eher ein digitaler live-act. spielst du nur komplette tracks via sync-button ab (egal ob mit 2 oder 4 decks) bist du ein noob der den sinn hinter dieser innovation noch lange nicht verstanden hat! gehörst mit aller warscheinlichkeit auch zu den deppen da draussen, welche den eq mit seinen + 12 db dazu nutzen, die (ohnehin) gemasterten tracks bis ins permante clipping zu „veredeln“.
    hast keinen blassen schimmer davon was es bedeutet den groove zu halten, die 1 sagt dir auch überhaupt nichts…aber hauptsache du kannst die effektsektion bedienen und hast genügend zeit dich ordentlich feiern zu lassen,
    jau du bist ein echter entertainer!
    + dein armseliges ego lebt von zustimmung

    • Stephan Fischer says:

      Und deine Daseinsberechtigung besteht darin, 2 veraltete Tonträger im richtigen Moment zu bremsen oder zu schubsen.
      Denn dass ist das einzige, was der Syncbutton übernimmt.

  10. Grimmbo says:

    also nur mal kurz meine meinung:
    Vor 17 Jahren mit zwei Technics angefangen, nutze ich mittlerweile den SYNC-Button einfach auch mal gern. Find das nicht schlimm. Immerhin hab ich das Mixen von der Pieke auf gelernt. Mittlerweile differenzier ich. Normale Sets spiele ich wieder mit TTs oder CDJ2000s, meine Mashupsets spiele ich IMMER mit S4 und Sync. Und zwar aus genau dem im Text schon genannten Grund: Ich hab im Mashup-Set sauschnelle Wechsel. Da erleichtert mir der Sync so ziemlilch alles – Beatmatching hält da auf.

    Beides ist ok, hat seine Daseinsberechtigung.

  11. EmZie says:

    @Denis

    Genauso seh ik das auch. Habe auch sehr das Gefühl, dass die Qualität der sets nachgelassen hat. Aber das liegt wohl eher daran das der Mainstream sich an den decks bereit gemacht hat und nicht der syncknopf

  12. belzebub says:

    Also ich kann DerbyStarr nur zustimmen. Ich finde die digitale „Entwicklung“ extrem schade, sicherlich hat es seine Daseinsberechtigung, aber es macht die Clubmusik noch schnelllebiger und irgendwie herzloser. Als ich 1994 mit dem Auflegen angefangen habe, wurde JEDE freie Minute genutzt um das Handwerk zu lernen und man kam garnicht drumrum sich mit jedem einzelnen Track auseinanderzusetzen… ZU HÖREN! Und das ist genau das was den meisten „Konserven“-DJs fehlt, der Bezug zu den Tracks und das Herzblut. Ich kann heute noch eine 15 Jahre alte Platte aus dem Regal ziehen und weiß welche Songs drauf sind, es ist so wie eine persönliche Verbindung zu jeder verdammten Scheibe. Bei digitaler Musik fehlt dieser Bezug komplett, klar kann ich ich mir alles in irgendwelchen Tag-Feldern „schön“-schreiben, aber das ist nicht dasselbe. Der für mich grösste Vorteil am digitalen „Abspielen“ ist natürlich das Gewicht was man zum Gig schleppen muss, klarer Vorteil… oder dass man seine Eigenproduktionen mit einbauen kann ohne gleich ein Dubplate pressen zu müssen. Aber wenn heutzutage der „DigitalMusicArtist“ 4 Decks benutzt und in jedem Deck läuft nur ein Loop, dann baut doch wenigstens diese Selber, gibt es ja auch genug Software für! Die Artists/Künstler habe sich doch bei Ihren Tracks etwas gedacht und viele erzählen eine Geschichte für sich, warum zerfrickeln?!? Und dieser ganze Loop-, Effekte-, Remixdeck-, Filter-, Etc.-Dünnsinn macht die Musik einfach nicht besser!

    In diesem Sinne… SAVE THE VINYL! :)

  13. Cloud says:

    @pEtEr Withoutfield alter du laberst total den Stuss! Merkst du überhaupt noch was? Es geht nicht darum das DU damals gelernt hast wie man beatmatcht und dir heute die Arbeit mit der Auto sync Funktion erleichterst, es geht darum das die heutigen „DJ`s“ es durch den sync button gar nicht erst richtig lernen von Grund auf! Es geht darum das man durch manuelles beatmatchen sein Gehört trainiert, das man hört ob ein Track zu langsam oder zu schnell läuft, es geht darum ein Gefühl für die Musik zu entwickeln und außerdem ist es ein gaaaanz anderes feeling wenn man zwei Lieder mixt die man per Hand angepasst hat! Ich kenne Leute die können mit 4 CDJ´s/Turntables usw auflegen, schnelle mixe machen und das genau so gut bzw sogar noch besser als viele die den sync button benutzen! Außerdem wirkt die Musik die man spielt viel zu statisch beim autosync! Es kommt einfach nicht mehr das Gefühl rüber auf die Tanzfläche die es tut wenn jemand sein „Handwerk“ versteht! Leute die nie wirklich gelernt haben zu beatmatchen merken nicht mal wenn der Track rausläuft und merken bzw wissen schon gar nicht ob sie nun den Track langsamer oder schneller machen müssen, weil ihnen einfach das Gehör und die Erfahrung und alles dazu fehlt!

    Ich gebe auf jeden Fall DJ derbystarr 1000000000%ig recht und schließe mich seiner Meinung an!

    So das war mein erster Senf dazu! ;)

    • Massive M says:

      Falsch…. Was du hier beschreibst ist ein Gefühl für die Geschwindigkeit der Musik zu bekommen und nicht für die Musik im Allgemeinen.
      Überlegen und dann argumentieren bitte. Ich habe das auch mit den Technics mk2 gelernt. Manuell Beatsyncen ist lediglich eine Geschwindikeits anpassung. Gefühl für die Musik kriegt man viel mehr beim eigentlichen mixen und ganz einfach beim anhören eines Tracks.

  14. Michael says:

    Der Verfasser hat Recht..willkommen im 21. Jahrhundert.

    Natürlich kann und wird diese Entwicklung dazu führen, dass die nachkommende DJ Generation nicht mehr Beatmatchen kann. Na und? Sie braucht es auch nicht. Wir müssen heute die Wäsche auch nicht mehr mit einem Waschbrett waschen, seit es die Waschmaschinen gibt.

    Für mich zeigt diese Sync-Button „Hetze“ den Neid der älteren DJ-Generation davor, dass es die neue Generation nunmal einfacher hat. Unbestritten ist das Auflegen seit Traktor und Co. einfacher geworden, aber auch die kreativen Möglichkeiten sind gestiegen. Und genau hier wird sich die Spreu wieder vom Weizen trennen. Nicht jeder, der den Sync Button bedient, wird ein guter DJ. Aber auch nicht jeder, der Beatmatchen kann. DJing ist nunmal mehr als Beatmatching, viel mehr. Das hat der Verfasser sehr gut klar gemacht.

    By the way, ich bin auch „oldshool“, habe mit zwei 1210ern auflegen gelernt. Dennoch finde ich die Nutzung des Sync-Buttons nicht verwerflich. Ich lege heute mit CDJ und ab und an mit Timecode Vinyl auf, und ja, ich nutze den Sync-Button auch ab und zu. Immer dann, wenn ich den Mix retten muss. Und genau deshalb bin ich dankbar, dass es den Sync-Button gibt. Trotzdem beatmatche ich überwiegend „manuell“, da es einfach mehr Spaß macht an der Platte zu drehen.

    Und ganz ehrlich Leute, im Club merkt ihr den Unterschied eh nicht ob jetzt jemand Synct oder manuell beatmatcht. Nur wenn ihr es seht. Und dann geht das „geläster“ wieder los.

    Lange Rede kurzer Sinn, man kann sich über den Sync aufregen wie man will. Er ist da, er wird benutzt und er wird nicht wieder verschwinden. Im Gegenteil. Das ist Fakt, das ist die Zukunft. Findet Euch damit ab. Selbst der CDJ 2000 nexus hat mittlerweile einen Sync-Button. Basta. ;)

  15. Stephan Fischer says:

    jaja….“wer den Sync-Button benutzt ist kein richtiger DJ“….sprachs, und setzte sich an seine vollsynchronisierte, digitale Workstation. Echte Producer arbeiten mit Mehrspurbandmaschinen, Schneidetisch, betreiben manuelles Timestretching, stecken tausende Patchkabel in modulare Synthesizer und müssen sich die Potistellung notieren, weil abspeichern nicht geht!^^

    Oh man…als ob der Inhalt eines Buches davon abhängig ist, ob ich’s mit der Hand oder am PC-Schreibe.

    Leute, das Bild ist die Kunst. Und nicht der Pinsel.
    Die geistigen Väter elektronischer Musik mussten sich damals gegen Vorwürfe wehren wie : „Die drücken ja nur noch Knöpfe und spielen kein Instrument“ – „Nur ein handgespieltes Schlagzeug ist ein echtes Schlagzeug“…. „Da,macht ja nur der Computer Musik“…etc.blabla.
    Unsere Großeltern hielten doch Stromgitarren für den Untergang der Musikkultur.

    Und heute sind ein paar selbsternannte DJ-Kultur-Retter unterwegs, deren einzige Daseinsberechtigung anscheinend darin besteht, dass sie einen völlig veralteten Tonträger für das Maß aller Dinge halten und jeglichen Fortschritt für Untergang der DJ-Kultur halten.

    Save the Videokassette!

  16. ElMariachi says:

    Also für mich passt das Digital-DJing voll und ganz in aktuelle Zeiten:

    1.
    Natürlich ist es totaler Rotz, wenn da DJ.Hanswurst steif vor seinem MaxBook steht, den Blick den ganzen Abend nicht hebt und ab und zu ein Knöpfchen drückt. Ob er digital synct interessiert nicht die Bohne, weil das Event im gesamten sowieso langweilig und beschissen ist. Das fängt schon da an, dass es kein Problem ist, einfach die ganze Welt der Musik mit wenigen Mausklicks zur Verfügung zu haben. Ähnliche, bzw. zum „Style“ passende Musik wird selbstverständlich automatisch vorgeschlagen.
    Somit ist die Auswahl der zur Verfügung stehenden Musik im Gegensatz zur klassischen Clubkultur automatisch generiert und weniger menschlich. Gekauft wird, was Algorithmen fürangemessen halten, und es wird weniger experimentiert und Neues entdeckt.

    2. Die Auswahl für den Abend selbst:
    Der Digital-DJ hat sein gesamtes Repertoire dabei. Kein langes Planen, welche Scheibe dem Ambiente und dem zu erwartenden Publikum angemessen scheint. Kein schweres Schleppen für Plattenkisten, wo noch Freunde helfen mussten um alle 5Kisten reinzuschaffen (und wieder nach Hause). Der Clubbesucher sieht das, und er fühlt, dass der DJ sich wirkich Mühe machte … oder eben auch nicht.

    3. Das Auflegen
    Ein DJ, der mit den unhandlichen Platten hantierte und sie, einem Barmixer ähnlich, noch geschickt balancierte, kleine Tricks vorführte usw, der bot mehrere Pluspunkte:
    -Einerseits konnte man sehen, dass er mit Spaß und Interesse dabei ist, aber
    -anderseits auch, dass er sich Mühe gibt und die Sache wirklich ernst nimmt.
    -darüber hinaus konnte man gut sehen, wie und wie lange er seine Plattenkisten genau nach dem nächsten Track durchforstet, der ganeu für den Moment der passende ist
    -der Spannungsbogen über den Abend ergab sich einerseits aus der Empathie des DJs, um zu fühlen was das Publikum nun brauchte, aber andereseits auch daraus, wieviel Erfahrung, Intelligenz und Stil er selbst in die Auswahl der mitgebrachten Platten steckten konnte. Im Gegensatz dazu steht wiederum der Pfuscher, der einfach Alles dabei hat und dementsprechend eine lieblos zusammengewürfelte „Auswahl“ seines gesamten digitalen Bestandes vom Besten gibt – identitätslos und langweilig.

    4. Auch das Spielen des DJS mit der Menge ist ein wichtiger Fakt. Wo die Schalplette als physisches Medium den DJ ständig wieder ins hier und jetzt zurückholte, kann er beim digitalen Auflegen völlig in der Virtuallität versinken. Und genau das machen auch ALLE:
    sie stehen stundenlang da, heben nicht einmal den Kopf um einen Blick in die Menge (falls vorhanden) zu werfen, geschweige denn mischen sie sich selbst mal unter das Publikum um GEMEINSAM zu feiern.
    Das DJing, und mit diesem die gesamte Clubszene ist einerseits durch Kommerzialisierung, aber auch durch Digitalisierung vom kollektiven Event zum Frontalunterricht geworden: langweilig, banal und einfach nur scheiße! Ein gutes Beispiel für die absurden Auswüchse, die diese Entwicklung angenommen hat, war Väths grässlich schlechten Cocoon-Club in Fechenheim. Von diversen Medien und öffentlich hochgelobt, kenne ich persönlich doch niemanden, der dort auch nur einen annäherend so geilen „Feierabend“ verbrachte, wie man es von früher aus dem Omen, Gray etc. kannte. Und das war natürlich auch gar nicht bezweckt, denn sonst hätte man nicht auf Möchtegern-Schickimicki gesetzt – also Parties für alte Leute und Langweiler, denn genau das war aus elektronischer Musik plus die dazugehörige DJing Szene längst geworden. Dass der Club seine Pforten schließen musste ist nur verständlich, denndas Feeling in diesem Laden war einfach nur furchtbar, mit der übergroßen DJ-Kanzel die, den Besucher erdrückend, den Raum unnötig den Raum unangenehm eng machte, und effektiv jede Interaktion des DJs mit dem Publikum verbot.

    Aus welchem Grunde sollten sonst die Clubs alle sterben? Weil Alles so toll läuft? Ha!

    Das tolel am digitalen Auflegenm ist wahrscheinlich, dass man als solcher DJ wenigstens gar nicht erst mitbekommt, dass die Dancefloors schon seit Langem weitestgehend leer sind.

  17. The Great X says:

    Ich wundere mich, das es überhaupt Leute gibt die das als „zu klärendes Thema“ betrachten!
    Ich ziehe mal vergleiche heran:
    wird ein Treppenhausgeländer von einem Kunstschmied gebaut oder von einem Architekturstudenten der sich als Raumausstatter verdingt, in Auftrag gegeben oder irgendwo „bestellt“?
    baue ich ein Auto oder stecke ich Module eines Bausatzes zusammen?
    kann ich mit ein paar Bauteilen für 80EuroCent einen LED Wechselblinker aufbauen oder benötige ich dafür eine vorgefertigte Mikrocontroller Entwicklungsumgebung mit dazu passendem IDE/SDK ala Arduino?
    Die Frage ist wie weit das Talent und die Kenntnistiefe reicht, um auch noch unzweifelhaft gute Ergebnisse zu erzielen, wenn man der ganzen bequemen und modernen Werkzeuge beraubt wird.

    Ich fordere all jene auf die den „Schneid“ dazu haben, ihre eigenen DJSets der öffentlichen Diskussion feilzubieten! Ich erkenne binnen 8 Minuten wie jemand arbeitet, was zu der gähnend lahmen Diskussion um die Hörbarkeil von Mp3 Kompression führen wird – aber auch der Diskussion bin ich gerne bereit mich zu stellen! Es ist ja nicht so als ob Thema und Diskussions- Konklusion unbekannt, neu oder an-zweifelhaft währen. Das gab es alles schon……….

    Alle paar Jahre kommt mit einer neuen Generation von Meta – Werkzeugen diese Diskussion von neuem Auf!
    all jene die mit einer Drehbank und einer CNC Fräse umgehen können brauchen einfach keinen 3D-Drucker;
    und selbst da gab es bei der Einführung von CAD CAN CNC Techniken – genau die selbe Diskussion!

    die Frage ist ob man auch mit Feile Säge und Schraubstock zurecht kommt?

    Ich treffe immer wieder auf Junge Leute die sich einen alten Akai Sampler kaufen und meinen damit einen auf Beastie Boys und Chemical Brothers machen zu können!
    dann wird aber klar das sie keinerlei MIDI Kenntnisse oder Loop Talent besitzen – und auch keinerlei Zugeständnisse machen wollen, indem sie sich Grundlagenwissen aneignen – ohne Bunte Benutzeroberfläche war schon in den späten 80ern so mancher aufgeschmissen – Kommandozeile ist ja sooo langweilig und überholt sagte da so mancher „Klickibunti“ – Nerd – leider nutzen Profis sie immernoch und auch Win10 und Unix/linux kommt nicht ohne PowerShell aus! wieso auch sollte man sich davon trennen?

    Oder wie ist das mit den Köchen aus der Frittenbude oder der Großküche und Kantine – die NUR mit Convenience Produkten arbeiten können!
    Das heißt nicht das die Currywurst Pommes die sie zu stande bringen, nicht überragend sein kann! aber beraube ich sie der Pülverchen und Konzentraten so bringen sie nicht einmal einen Salat zu stande! Ebenso wird sich der Sterne-koch enorm über die Stumpfen Messer aufregen und aufgrund der Luxus-freien Arbeitsumgebung nichts zu Stande bringen wenn man ihn in einen Miniatur Bahnhofs Imbiss steckt/stellt!
    Die Frage ist: was bin ich gewöhnt, und reichen meine Kenntnisse und Fähigkeiten darüber hinaus !
    Denn es ist doch so: mit den gewohnten Werkzeugen kommt ein jeder Handwerker einer Gruppe ans Ziel, beraube ich sie jedoch vom gewohnten Luxus und verschärfe ich die Bedingungen, trennt sich schnell die Spreu vom Weizen!

    Beatmatching……. Track Syncen……. spricht so ein Mixartist? selbst Hersteller haben das schon vor mehr als 30 Jahren als Taktangleichung bezeichnet! Wieso also denglisch?
    zumal die Tontechnik insgesamt doch German Domain ist!

    Den wenigsten ist doch heutzutage noch bewusst das rein begrifflich gesehen Pitch die Veränderung der Tonhöhe beinhaltet und Timestretching bis vor 15 Jahren per se nur offline funktionierte! -wie oben auch zu erkennen ist-

    Ein richtig guter DJ (Handwerker) zeichnet sich immer dadurch aus das er auch unter widrigen Umständen und unklaren Gegebenheiten tadellos vorzeigbare Ergebnisse liefert! Und bei extrem Komplexen Rythmuspassagen steigen auch ausgefeilte AutoSync Algorythmen aus und/oder arbeiten unzureichend und unpräzise!
    Zumal auch eine gewisse imperfection der „Lebendigen Organik“ eines DJ sets zuträglich ist! Und manche Synth Linien und Sequenzen müssen auch mal off beat laufen, damit es interessant ist/bleibt!

    Als ich mit Musik am Rechner begann, gab es jene die wie ich mit einem Tracker und Sequencer gearbeitet haben und all jene die so etwas wie Band in a Box, Rebirth oder Reason sammt umfangreichen vorgefertigter Presets und Patterns benutzt haben – und dann behaupteten das man das nicht merkt!
    Oder die ganzen „Hardsequenzer“ zu den Anfängen des Techno; welche nur einen Haufen Sequenzen im Dauer-Loop laufen hatten und die ganze kreative DJ Arbeit nur aus klicks auf MUTE und SOLO bestanden hat! Ich sah mal einen Gabber MIDI Track der hatte gerade mal runde 800byte!
    Vieles davon war sehr kurzweilig, und eine Wiederholung mit wechselndem Gewand war sofort langweilig – nur die wenigsten wie die Hyper Hyper Jungs haben das tatsächlich überlebt!

    Ach ja……. und jemand der sich mit seinem analogen Klangerzeuger richtig gut auskennt, der muss auch keine Kontrollelemente per Hand notieren – der macht das entweder aus dem Gedächtnis oder aus dem Bauch heraus – denn auch ne Speicherbank ersetzt keinen gelernten und intuitiven Umgang, und kein Tiefen-Verständniss der Arbeitsweise eines Gerätes.

    Grüße

  18. DNS says:

    Meiner Meinung nach ist der Sync-Button und das Mixen mit den „Augen“ Gift für jeden Anfänger.

    Warum?

    Ganz einfach, weil genau einem Anfängern dadurch viel Wissen entgehen wird, dass sie erst viel später erfahren wird wie z.b die Songstruktur, Takte etc.
    Der Sync-Button sollte nicht aus Bequemlichkeitsgründen missbraucht werden, sondern sollte viel mehr als ein Werkzeug dienen noch krassere Übergänge zu kreieren.
    Übergänge die mit einem Pitch von 8% bei 1210er nicht möglich wären. Mein Vorgänger hat geschrieben, dass es nicht möglich sei einen 70er Track mit einem 130er zu beatmatchen, mit dem Sync-Buttom wäre genau so ein Übergang möglich mit ein bisschen Kreativität. Intro ohne Vocals loopen und Outro ohne Vocals loopen syncen und die Geschwindigkeit langsam verändern + oder – quasi eine down/up Transition die man live macht ohne die bei Crooklynclan oder so zu kaufen.

    Was macht den ein Anfänger wenn der Sync nicht mehr funktioniert und er manuell pitchen muss? Oder schlimmer wenn im Club Turntables stehen und er damit auflegen muss :D Da kommt schon bei den meisten Panik auf, weil sie mit einer Situation konfrontiert werden, die sie noch nicht erlebt hatten. Syncdjs können nicht 1 Takt vorher ansetzen und den Takt dennoch treffen oder beim scratchen den Takt zu treffen.

    Kollege von mir hat erst nach 15Jahren auf Turntables seine verkauft und die Nexus geholt, weil er seinen Horizont erweitern wollte. Die Turntables haben ihm nicht mehr gereicht.
    Ich finde es sogar besser wenn die Turnis nicht zu 100% genau laufen, weil dadurch lernt man die Tracks abzubremsen und erhöht die Sicherheit mit den Geräten und beim auflegen.

    Peter dein Argument, dass Anfänger schnellere Erfolge erzielen ist das nervigste überhaupt heutzutage, weil dadurch hebt man ab und bezeichnet sich direkt als DJ.
    Ich bin froh, dass ich direkt mit Turnis angefangen habe zu üben (DVS) hat nur Vorteile.

    Der Sync sollte nicht aus Bequemlichkeitsgründen missbraucht werden !!!

  19. Vasilie says:

    Ich finde diese ganze Diskussion mehr als leidlich. Letztlich sind die Vertreter beider Lager ( ob nun der konservative Schallplattenalleinunterhalter oder der Sync-Nutzende Futurist ) innerhalb der Diskussion meist nur darauf aus, die eigene Arbeitsweise zu legitimieren und, das eigentlich noch viel mehr, zum einzig Wahren zu stilisieren.
    Für mich ist das alles reines Schwanzgewedel.
    Ich arbeite mit zwei Plattenspielern, Serato ( plus Controller für Loops, Effekte, Cues ) und nem Mischpult.
    Letztlich kannst du an der Stelle schon sagen, buh, Serato, das hat doch nichts mehr mit Auflegen zu tun.
    Aber weißte was, dass ist doch letztlich völlig hupe.
    Ich hab vor fast 20 Jahren klassisch mit Vinyl angefangen und hab irgendwann zwischendurch mal aufgehört, weil mir das gehetze nach den neuesten Scheiben und der daraus resultierende finanzielle Aufwand zu groß war ( Studium frisst Geld und Zeit ).
    Dann kam Serato und Serato fetzt, mit all seinen Möglichkeiten.
    Mir macht es Spass Tagelang an einem Set zu arbeiten bis selbst der letzte Übergang genau so klingt wie ich ihn geil finde und Serato sorgt dafür, dass ich mir nicht alles merken muss und mich mehr auf das Set konzentrieren kann. Ist das jetzt schon der Niedergang des klassischen DJ’s? Ich glaub das ja nicht.
    Wenn dann mal beim Live Einsatz der Takt kurz verschwuppt ist das nicht schön, aber eben auch kein Beinbruch.
    Syhnc würde das vielleicht fixen, muss ich aber nicht haben.
    Da zitier ich gern mal Carl Cox der da wohl mal sagte: „Einen guten Übergang sollte man schon hören“.
    Solang der Mob weiter feiert ist das komplett egal.
    Und da muss ich glatt noch hinzufügen, dass der durchschnittliche Tanzwütige so wenig im DJing drin ist , wie ich in der Geburtshilfe.
    Ergo, er hört vielleicht das etwas nicht stimmt, aber letztlich kann er es weder benennen noch stört es ihn nachhaltig ( sofern es nicht minutenlang komplett aus dem Ruder läuft ).
    Wenn dann jemand mit Sync auf die Kanzel geeiert kommt und 2h lang das derbste Mashup Set vom Leder zieht, ohne Patzer oder Geschwuppe, dann kratzt das, wenn überhaupt, maximal mein Ego, aber nicht den Mob.
    Der feiert zu dem einen, wie dem anderen.
    Und wenn da tatsächlich mein Ego auf den Plan kommt und „buh“ ruft, ist die Schuld wohl eher nicht beim geneigten Sync User zu suchen, sondern bei mir.
    Das reduziert das leidliche dieser Diskussion auf einen Satz: „Ich finds doof, dass der mit Sync auflegt und übelst abgeht, obwohl der ja augenscheinlich nichts kann und das nur wegen dem Sync hinbekommt, weeste.“
    Letztlich alles nur Schwanzgewedel und Ego bedingtes gedisse.
    Entspannte Woche noch.

  20. Pflanzel says:

    Also ich selber lege ausschließlich mit vinyl auf aus Überzeugung !
    1. man lernt das Handwerk
    2. man befasst sich auf eine ganz andere Art und Weise mit der Musik.
    3. es ist eine Möglichkeit die Künstler zu unterstützen damit sie in Zukunft auch noch weitere Tracks rausbringen können, da an einer Platte jeder seinen Teil verdient.
    4. Qualitätskontrolle. Wenn etwas auf Platte erscheint haben bereits mehrere Leute entschieden das das gut ist. Hingegen beim Digitalen kann jeder seinen Kram rausbringen.
    5. Man hat etwas in der Hand, was auch einen gewissen Gegenwert hat.
    6. Platten haben eine gewisse Exklusivität
    7. Es dauert eine gewisse Zeit bis man das Beatmatching beherrscht und das setzt ein gewisses Interesse bzw Leidenschaft für die Sache voraus.
    8. Der DJ mixt noch mit den Ohren und nicht mit den Augen!
    9. Man kann natürlich mit 10 decks mixen und noch 5 Effektgeräte,von mir aus, wenn die Musik dadurch besser wird. Man braucht aber nicht mehr als 2 Plattenspieler und ein 2 Kanal Mischpult!

    Musik ist leider zu einem Wegwerfprodukt geworden.
    Fängt man an Musik zu mixen und Tracks zu kaufen aus Liebe und Leidenschaft oder fängt man damit an mit dem Ziel nächste Woche auf einer Party zu spielen?
    Weiß leider nicht mehr von wem das Zitat ist, möchte es jedoch trotzdem abschließend nennen.
    „If you do it for the money, don’t do it. If you do it for the fame, don’t do it. Just do it out of love and passion! “ und das ist heute leider nicht mehr oft der Fall.
    Hier ein Interview das jeder mal gelesen haben sollte
    http://www.fazemag.de/das-komplette-interview-ricardo-villalobos-facebook-und-twitter-machen-unsere-kultur-kaputt/

  21. Anonümus says:

    …sorry digga, du schreibst hier kompletten Müll zusammen. Das Handwerk beinhaltet das Beatmatching – ohne das gibts kein Handwerk. Wenn du tatsächlich von der alten Schule kommst ( ich google nach diesem Kommentar ), dann kann ich deinen Mangel an Enthusiasmus beim Auflegen nicht verstehen.

  22. Deniz Özcan - DJ Zined Notenschrauber says:

    Das Handwerk ist der Umgang der Tracks und die Erfahrung was wie Stimmung, zu der gerade bestimmenden Stimmung herscht. Heute hört sich der Track gut an, morgen schon wieder anders. Der passt dann nicht zum Gefühl des gerade abgespielten Tracks.

    Das ist die Wahre Kunst des DJ´s. Der Hörer will ein Set das eine Geschichte erzählt, Momentaufnahmen die ein guter DJ weis sie zur geltung zu bringen, Der SYNC wird das nicht übernehmen, sondern der DJ, egal ob nun mit Platte, CD oder Computer.

    In diesem Sinne tut was für den Moment und nicht für Euer dummes Ego,,,,,,

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