Quiz Buzzfeed
Martin

Hi, ich bin Journalist & Blogger und schreibe hier vor allem darüber, wie das Digitale die Gesellschaft verändert. Manchmal droppe ich aber auch einfach nur übelste Basslines oder Einhörner, die Fallschirm springen.

Quiz Buzzfeed

Wenn über die Zukunft des Journalismus gesprochen wird, fallen sofort Namen wie Buzzfeed und Co. Dabei zeigt sich, dass auch die neuen Player das Publizieren im Internet nicht gänzlich neu erfinden: Quizze sind die erfolgreichsten Formate überhaupt.

In meiner Filterbubble vergeht kein Tag, ohne dass über die Erfolgsgeschichten von Buzzfeed, Upworthy und Co berichtet wird. Die neuen Player zeigen uns traditionellen Journalisten, was es heißt, in einer Welt der sozialen Netzwerke erfolgreich zu publizieren. SEO-Optimierung war gestern. Heute heißt es für Facebook und Twitter Überschriften und Inhalte zu optimieren. Das kann man bedauern, weil man meint, dass Inhalte und journalistische Standards auf der Strecke bleiben könnten. Oder aber man öffnet sich der Entwicklung und akzeptiert, dass am Ende eh der User entscheidet – und nicht der elitäre Zirkel von traditionellen Journalisten.

Wenn wir uns dann aber anschauen, was aktuell am besten funktioniert bei eben diesen neuen Playern, dann darf man sich schon fragen, wie innovativ sie wirklich sind. Bei Buzzfeed sind derzeit Quizze die absoluten Klick-Bringer Nummer Eins. Der jemals am meisten geteilte Inhalt bei Buzzfeed ist das Quiz: What state do you actually belong in?. Unfassbare 3.3 Millionen Mal wurde das Quiz auf Facebook geteilt – und immerhin 14.000fach getwittert.

Spike Buzzfeed Quiz

Vorbild für diese Entwicklung ist sicherlich UsVsTh3m, die mit ihrer Idee von Quiz Ende 2013 reihenweise Erfolge erzielen konnten (siehe dazu journalism.co.uk) und damit etwa enorm viel erfolgreicher waren als die New York Times mit ihrem viel diskutierten, aber wenig verlinkten Snowfall.

Aber auch die New York Times hat die Zeichen der Zeit erkannt, setzt auf Quiz-Formate und hatte 2013 mit einem Quiz den am meisten gelesenen Artikel. Gebaut hatte das Quiz übrigens ein Praktikant. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was können traditionelle Medienhäuser also daraus lernen? Wer es schafft, speziell auf seine Zielgruppe (Data-Mining ist hier gefragt) zugeschnittene Quizze oder ähnlich unterhaltsame Formate zu produzieren, die eben nicht neu erfunden werden müssen, sondern nur neu verpackt und extrem maßgeschneidert angeteasert werden müsse, der kann Reichweite gewinnen – und all seinen anderen schönen Qualitätsjournalismus mitfinanzieren.

Ganz einfach, oder?

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