Getty Images und die Sache mit der „nichtkommerziellen Nutzung“ – Wir haben nachgefragt

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Artikelbild basiert auf "Getty Images" von: Andrew*  (CC BY-SA 2.0)
Artikelbild basiert auf "Getty Images" von: Andrew*  (CC BY-SA 2.0)

Die Nachricht, dass Getty Images nun auch einbettbare Bilder zur kostenlosen Nutzung anbietet, verbreitete sich unter den Bloggern schnell. Neben der reinen Verkündung der Botschaft, machte sich natürlich – wie wäre es auch anders zu erwarten – Unsicherheit breit.

Udo Vetter beschrieb seine rechtliche Bedenken im Law Blog so:

Ganz wichtig ist, dass Getty Images jede gewerbliche Nutzung ausschließt. Ob damit auch die bloße Einblendung von Werbung, zum Beispiel via Google Adwords, einbezogen ist, ist noch unklar. Gleiches gilt für die Frage, ob eine gewerbliche Nutzung schon dann vorliegt, wenn jemand zum Beispiel über seine Arbeit bloggt.

Und auch beim Wall Street Journal wird das Problem erkannt und angesprochen:

Der Begriff „nichtkommerziell“ ist in diesem Zusammenhang schwierig, da beispielsweise schon das Einblenden von Werbung neben Inhalten im strengen Sinne eine kommerzielle Nutzung darstellt…

Es stimmt, die Bezeichnung „nichtkommerziell“ ist sehr ungenau und hinterlässt einige Fragezeichen. Dies war mein Antrieb, genauer nachzuhaken und nach weiteren Infos diesbezüglich zu suchen.
Bei der Getty Images Hotline wurde ich auf die FAQ’s hingewiesen, die sehr genau und präzise den Stand der jetzigen Rechtslage wiedergeben. Und siehe da, es gibt hier wirklich mehr Information darüber:

Fällt eine Gebühr an, wenn man ein Bild von Getty Images in Websites, soziale Netzwerke oder Blogs einbettet?

Nein. Getty Images-Bilder können kostenlos und ohne Erwerb einer Lizenz in Websites, soziale Netzwerke oder Blogs eingebettet werden, sofern das Bild nicht für kommerzielle Zwecke (also in Werbekampagnen oder anderen Aktionen, die zum Verkauf eines Produkts, zum Sammeln von Geldmitteln, zu Werbezwecken oder für Empfehlungen eines Produkts oder einer Dienstleistung dienen) genutzt wird.

Und weiter unten werden folgende Beschränkungen aufgelistet:

Für kommerzielle Zwecke, zum Verkauf eines Produktes, zur Bereicherung, zu Werbezwecken oder zur Empfehlung eines Produkts oder einer Dienstleistung.

Für diffamierende, pornografische oder anderweitig illegale Zwecke.
Verwendungszwecke, die gegen die Beschränkungen verstoßen, die auf der Website von Getty Images auf der Seite mit den Bildangaben genannt werden.

Jegliche Nutzung außerhalb des Kontexts der Einbettungsfunktion.

Auch das Einbetten der Bilder in den sozialen Netzwerken ist erlaubt unter der Bedingung der nichtkommerziellen Nutzung. Also: Keine Werbekampagnen und Aktionen, die zum Verkauf eines Produkts, zum Sammeln von Geldmitteln, zu Werbezwecken oder Empfehlung eines Produkts oder einer Dienstleistung dienen.

Für den Blogger-Alltag bedeutet dies: keine Bilder für

  • Advertorials
  • Verlosungen
  • Muschi-/Penis-Content
  • Crowdfunding oder ähnliche Sammelaktionen


Wird ein Artikel als kommerziell gesehen, wenn ich Anzeigen auf meiner Seite habe? 

Dennoch blieb eine Frage unbeantwortet: Wird ein Artikel als kommerziell gesehen, wenn ich Anzeigen auf meiner Seite habe?
Hierzu gab es auf der FAQ Seite keine genaue Antwort. Somit setzte ich mich mit der Pressestelle in Verbindung. Hier sprach ich mit einem sehr netten Herren, der sich gleich Zeit für mich und meine Bedenken genommen hat. Anhand eines Beispiels machte er mir klar, wann keine, und wann eine kommerzielle Nutzung vorliegt:

Angenommen wir bloggen für die FashionWeek (also angenommen) und wir möchten nur über die tollen Promis, und wer welches Kleid anhatte berichten, dann können wir uns frei bedienen, denn dann haben wir einen redaktionellen Mehrwert geschaffen. Wenn hier im Blog Anzeigen rechts, links, oben oder unten eingeblendet sind und mit dem redaktionellen Inhalt nichts zutun haben, so ist das in Ordnung. Wir müssen immer rechtfertigen können, sollte es zu einer brenzlichen Situation kommen, dass wir einen redaktionellen Mehrwert geschaffen haben.


Eine nachhaltige Lösung für die Basis

Bei Getty scheinen die Zeichen der Zeit erkannt worden zu sein und ein Bewusstsein für die Bedürfnisse der heutigen Zeit zu entstehen. Es sei ein Schritt zur nachhaltigen Veränderung, so der Pressesprecher. Es gilt durch diese Aktion die Basis anzusprechen, denn große Verlage wird es nicht interessieren. Dafür ist die Funktion nicht sicher in der Gewährleistung und Verfügbarkeit der Bilder. Sollte ein eingebettetes Bild nicht mehr verfügbar sein, so hat man ein schwarzes Feld im Artikel.
Dennoch scheint hier die Bereitschaft da zu sein, gemeinsame Lösungen für beide Seiten zu finden. Dass es noch Graubereiche gibt, sei klar und auch hier wird weiterhin geschaut, wie das Angebot wahrgenommen und genutzt wird. Hieraus soll dann eine Weiterentwicklung nach den Bedürfnissen der Nutzer stattfinden.

Was nun?

Wer es dennoch für sicherer hält, abzuwarten, kann dies tun. Bedenken wegen Big Data-Sammelwut habe ich hier bewusst herausgelassen, denn dass ist ein Fass ohne Boden. Bislang nutzen wir hier auch selbstverständlich die iFrames von Youtube und sind in den sozialen Netzwerken aktiv unterwegs. Hier liegt für uns keine Relevanz über eine Entscheidung, ob wir den Dienst nutzen oder nicht. Nach dem klar ist, was nichtkommerziell bedeutet, ist zumindest bei mir die Angst verschwunden, Bilder für passende Beiträge zu nutzen.

Dann kann ich nur jeden raten: Fragt nach! Sollte irgendwas unklar sein, geht nicht in irgendwelche Blogs und verlasst euch nicht auf das was dort kommentiert und diskutiert wird. Es steht jedem zu jeder Zeit frei bei Unklarheiten sich direkt mit dem Anbieter in Verbindung zu setzen.

Artikelbild basiert auf „Getty Images“ von: Andrew*  (CC BY-SA 2.0)


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8 KOMMENTARE

  1. Vielen lieben Dank für diese sorgfältigen Nachfragen! Das werde ich gern auch in den SteadyNews verlinken und weiter verbreiten über Twitter und Facebook – ist wirklich klärend.

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