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Marinelli

@marinelli ist italienischer Exilbayer in Berlin, Vater, schwerstabhängiger Musikjunkie, seit 1972 auf der Suche nach dem perfekten Mix.

Unsere große Liebe für Soundcloud hat sich bekanntlich deutlich abgekühlt. Seit dort das große Geld eingesammelt wird und ganz besonders seit dem Relaunch namens „Next.Soundcloud“ fühlen wir uns dort nicht mehr so richtig gut aufgehoben. Willkommen fühlen wir uns länger nicht mehr, dafür sorgt schon der Content Filter.

Seit fast einem Jahr gibt es einen kleinen aber feinen Service namens hearthis.at, der angetreten ist, vieles besser zu machen. Ob das auch gelingt, erfahrt ihr hier und jetzt.

Killerfeature: Import von Sound- oder Mixcloud

Wer Soundcloud kennt, dem erschließt sich hearthis auf Anhieb. Uploads werden als Wellenform dargestellt. Man kann sie einbetten, in Sets packen, favorisieren und natürlich direkt auf einer bestimmten Stelle kommentieren. Das Herunterladen der Files ist, wenn der Uploader es erlaubt, im Gegensatz zu Mixcloud ebenfalls möglich. Soweit so bekannt. Der erste große Unterschied lässt sich finden, wenn man Musik auf die Server von Hearthis packen möchte. Hier steht nicht nur der klassische Upload zu Verfügung, sondern ein echter Knaller: Es gibt eine Import-Funktion. Das heißt, man kann Musik direkt von Sound-, Mixcloud, oder official.fm importieren und spart sich damit den Upload. Bei meiner arschlahmen Anbindung ist das ein echtes Killerfeature! MP3s, die man im Netz liegen hat, lassen sich natürlich auch direkt importieren. Bei Mixcloud-Import wird sogar direkt die Trackliste übernommen! Ausserdem kann man sich jede Artist-Seite als RSS-Feed ausgeben lassen. Hurra!

Upload_Import-hearthis.at

Die besten Features von Mixcloud wurden übernommen.

Überhaupt wurden von Mixcloud zwei der wichtigsten Feature übernommen. Das eine ist die automatische Musikerkennung, die wie bei Mixcloud auch dafür sorgt, dass Tracklistings automatisch geschrieben werden. Ich konnte die Funktion noch nicht ausgiebig testen, gehe aber davon aus, dass sie auf dem aktuellen Stand ist und der ist beängstigend gut. Das zweite Feature ist der der BUY-Button, der hinter jedem erkannten Track erscheint und der bei hearthis zu Beatport führt. Beatport ist sicherlich nicht meine erste Wahl, wenn es um Download-Shops geht, aber grundsätzlich begrüße ich sehr, dass Hearthis damit ein Statement a là „Kauft die Musik!“ setzt.

Kein Content-Filter

Wenn wir schon beim Thema „Musikerkennung“ sind, muss natürlich auch über das Urheberrecht gesprochen werden. Hearthis bekennt sich zum Urheberrecht, überlässt den Usern aber selbst die Verantwortung über ihre Uploads. Einen automatischen Content-Filter wie bei Soundcloud gibt es nicht, Uploads werden aber gelöscht, wenn sich der Uhrheber meldet und dies fordert.

Individuell anpassbarer Stream

Der Dreh- und Angelpunkt meiner Streifzüge durch das Netz auf der Suche nach neuer Musik war und ist mein Soundcloud-Stream. Seit dem Wechsel zu Next ist der Stream aber für meine Bedürfnisse regelrecht kaputt, denn die Favs meiner Followings werden nicht mehr angezeigt und damit entgeht mir sehr viel neue Musik, die mich potentiell begeistern könnte. Hearthis macht an dieser Stelle einfach alles richtig. Der Stream ist an die eigenen Bedürfnisse anpassbar. Ob man sehen will, was die Followings abgespielt, geliked, Refeeded (entspricht den Reposts bei SC) oder hochgeladen haben, lässt sich unabhängig voneinander aktivieren oder deaktivieren. Sehr sehr gut.

hearthis-Stream

Technisch derzeit das beste soziale Netzwerk für Musik

Damit erfüllt hearthis rein technisch die Funktionalität eines sozialen Netzwerks für Musik besser als Sound- oder Mixcloud, was noch durch den eingebauten Chat unterstrichen wird, der dem Ganzen noch einen Touch von Facebook einhaucht. Und mal ehrlich: Direkt mit dem Urheber schöner Musik chatten zu können, um seine Dankbarkeit auszudrücken, das ist doch eine wunderbare Sache.
Doch all die technischen Gimmicks nutzen nicht wirklich viel, solange die Nutzerbasis zu klein ist, um einen nennenswerten Netzwerkeffekt zu erzeugen. Derzeit nutzen ca 7500 Menschen aktiv hearthis. Zum Vergleich: Soundcloud liegt bei über 250 Millionen Nutzern.

Freemium-Modell mit Traffic als limitierendem Faktor

Hearthis gibt im Gegensatz zu Soundcloud auch den kostenlosen Accounts unlimitierten Speicherplatz. Der limitierende Faktor ist der Traffic. Sobald man beim kostenlosen Account mehr als 8000 Plays oder 3000 Downloads erreicht, kann man keine weitere Musik mehr hochladen. Für einen Euro im Monat wird man zum sogenannten „Pro Supporter“ und darf Musik hochladen, bis man mehr als 20.000 Plays oder 10.000 Downloadds erreicht hat. „Premium Supporter“ zahlen 2 Euro pro Monat und unterliegen beim Traffic keinerlei Limits. Welche Features noch an den verschiedenen Accountarten hängen, zeigt folgende Grafik:

hearthis-Bezahlmodelle

Fazit:

Hearthis macht vieles richtig, was bei Sound- oder Mixcloud nicht optimal gelöst ist und hat das Zeug, ein wichtiger Player auf dem Gebiet des Musikhostings zu werden. Die Kombination aus Professionalität sowie cleveren Features einerseits und hochsympatischem DIY-Ansatz andererseits lassen uns hoffen, dass Hearthis ein Erfolg für die Macher wird. Die Nutzerbasis ist aber (noch!) viel zu klein, um eine echte Alternative zu den Platzhirschen in Sachen Musikhosting zu sein, wenn es um Reichweite geht.
Die Importfunktionen, die den Umstieg von anderen Plattformen extrem komfortabel machen, ermöglichen es aber, Hearthis ohne viel Aufwand auszuprobieren.

Die Blogrebellen sind natürlich ab sofort auf Hearthis vertreten, ebenso einige DJs aus den engsten Dunstkreis. Hier sind zum Beispiel die Profile von: DubbinFlow, Tasmo, DJ Y alias JY, GrizDub und Progolog. Ich selbst bin natürlich auch dabei.

Wir werden sicher nicht zum letzen Mal über Hearthis berichtet haben, ein Interview mit den Machern ist schon fest verabredet.
Sollte es also noch etwas geben, dass ihr gerne über Hearthis wissen möchtet oder dass ihr die Macher gern fragen wollt, ab in die Kommentare damit!
Du bist schon Hearthis-User, dir fehlt aber ein bestimmtes Feature oder du hast eine gute Idee für eine Verbesserung des Dienstes?
Bitte schreib das ebenfalls in die Kommentare, wir leiten es dann weiter.

[Update]

Wie der Zufall so spielt. Cpt Pudding hat drüben bei sich fast gleichzeitig einen Post zu Hearthis veröffentlicht. Ronny hat sich ebenfalls damit beschäftigt. Das Thema scheint in der Luft zu liegen.
Johannes hat sich die Genreaufteilung mal angesehen, Ronny beschäftigt sich detailliert mit dem feingranular einstellbaren Benachrichtigungssystem. Lohnt sich also auf jeden Fall, beide Artikel zu lesen.

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  1. Herr Kaschke (@herrkaschke) says:

    „Es gibt eine Import-Funktion. Das heißt, man kann Musik direkt von Sound-, Mixcloud, oder official.fm importieren und spart sich damit den Upload.“

    Ich hatte gehofft Hearthis würde daraufhin meinen Content von Soundcloud übernehmen. Leider muss man jeden einzelnen Track für sich in die Import Funktion einfügen was auch nur klappt wenn der Song als Mp3 bei Soundcloud hochgeladen wurde. War es ein Wav funktioniert der Import nicht. Trotzdem eine wirkliche Alternative zu Soundcloud.

  2. Tim says:

    Naja, eine »echte« Alternative ist es nicht finde ich. Bin sehr unzufrieden mit Soundcloud – habe es seit vielen Jahren genutzt und es wird eher schlechter als besser – trotzdem ist hearthis.at für mich keine ernstzunehmende Alternative – es gibt noch unzählige Bugs und Unstimmigkeiten im User-Interface, was verhindern wird, dass die große Masse von Soundcloud abwandert. Und eine soziale Plattform auf der niemand ist, ist nichts Wert. Eine echte Alternative zu Soundcloud kann nur entstehen wenn alles so gut gemacht wird wie bei Soundcloud und besser. Davon ist hearthis.at noch meilenweit entfernt. Aber vielleicht wird’s ja noch…

  3. NonKon says:

    Webservices die die Möglichkeit der Kontolöschung verbergen bzw. erschweren sind in der Regel Datzensammler, so auch hier. Einen nennenswerten Support gibt es auch nicht, der Supportchat wird nicht beantwortet. Wieder sone Hipsterkacke die mit fast nichts und ohne eigene Ideen Geld machen wollen, das braucht kein Mensch!

  4. Emily Moore says:

    Hey Blogrebellen,

    erst einmal vielen lieben Dank für diesen wirklich sehr informativen Beitrag.
    Das hat mir sehr weiter geholfen.
    Was mich sehr interessieren würde, wenn es denn noch zur Sprache kommen sollte, ist ja doch schon ein bißchen älter Euer Beitrag, wäre die Möglichkeit Gruppen zu erstellen, so wie es auch auf Soundcloud üblich ist.
    Ich finde das eigentlich eine wirklich tolle Sache, um Gleichgesinnte zu finden und mit den betreffenden Leuten seine Tracks zu teilen.
    Ich wünsche einen schönen Abend.

    Viele liebe Grüße
    Emily Moore

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