Die Antwoord – Besessene Proleten sind Punk!

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Was wir immer wieder von dem südafrikanischen Rap-Rave-Duo, Die Antwoord, zu sehen bekommen, ist abstoßend und anziehend zugleich! Es ist verwirrend, weil ihre Bilder gegen unsere Sehgewohnheiten ankämpfen. Faszinierend! Außer Lady Gaga schafft es derzeit niemand so wirklich die Masse zu schocken und gleichzeitig zu begeistern – wobei Lady Gaga eher auf eine upper-class-crazyness setzt.

Einst waren es im Bereich elektronische Musik Prodigy, die okkulte Gesten und Bilder nutzen. Eine Art Besessenheit, die auch über die Fans kam. Feiern, raven, verbunden mit Drogen, Lichter-Shows und jede Menge schwitzende Körper.
Besessenheit kann ein Zustand sein, indem der Protagonist (böse) Dinge in die Gesellschaft trägt, die nicht gesagt oder getan werden dürfen. Das Duo verkörpert durch ihr provokatives Auftreten – vor allem Sängerin YO-LANDI VI$$ER, die durch ihre Albino artige Anmutung, was etwas außer weltlichem gleicht kombiniert mit ihrer hohen kindlichen Stimme – einen Zustand, der viel Platz für Interpretation aber auch für versteckte Sozialkritik lässt.

In unseren Breitengraden erklären wir solche Menschen einfach für ‘verrückt’. Dennoch hat das ‘Verrücktsein’ eine anziehende Wirkung auf Menschen, die auf der Suche nach dem ‘Anderssein’ sind. Ganz zu schweigen von zahlreichen Wissenschaftlern, die sich in den Wahnsinn verloren.

Ihr neues Video Pitbull greift wieder die Codes der sozialschwachen Schicht auf. Ein brutaler Terrier – die eigentliche geladene Waffe, die das Kind mit sich trägt – der blutsüchtig über weiße und schwarze Katzen herfällt, bis er zum Schluss von einem weißen Wesen zunächst getötet, um dann wieder von diesem als Mensch mit eine Pitbull Seele wieder zum Leben erweckt zu werden.

Laut Spex basiert der Song komplett auf dem Stück “Pit Bull” aus dem Film Black Cat, White Cat vom serbischen Regisseur Emir Kusturica. Die Antwoord verpasste dem Ganzen ihren eigenen Zef-Style. Zef ist Africaans und wird im heutigen Südafrika als Slang für Leute verwendet, die aus armen Verhältnissen kommen aber trotzdem fancy sind. BLING BLING! Ursprünglich wurde so die wohlhabende Schicht – die Zafier Besitzer – bezeichnet. Da passt doch so ein Proleten-Gehabe eines Pit Bulls doch wies Faust aufs Auge.

Das komplette Album Donker Mag ist seit dieser Woche erhältlich. Das Thema Bling Bling und Sex zieht sich durch alle Songs durch und feiert die Zef-Lebenshaltung mit derben, ravigen Beats, wie wir sie ansatzweise von den Straßensounds aus Angola, Brasilien oder Venezuela kennen.

 


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