“Du sollst nicht werben in deinem Blog” – Diese Arroganz kotzt mich an!

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Vor einem Jahr starteten wir hier in unserem Blog mit der #Herbstoffensive. Unser Kernteam hatte den Entschluss gefasst aus der alternativ (losen) Hobby-Bloggerei etwas zu machen, was in Richtung professionelles Publizieren geht. Seit dem drehten wir den Input auf 180° C auf und gaben ‚Butter bei die Fisch‘. Für uns alle bedeutete das neben Familie und Beruf ein Projekt auf die Beine zu stellen, was genauso viel Aufmerksamkeit benötigt wie Ersteres.
Doch wie kann ein Blogger finanzielle Unterstützung erhalten, wenn er* seinen Blog mit mehr Zeit und Wissen füttern will? Sollten wir unsere Leser zur Kasse bitten? Ich brauch euch an dieser Stelle nicht erzählen, wie wirksam diese Methode ist. Wenn schon die wunderbaren Netzpolitiker Mühe haben ein faires und ihrem Image entsprechendes System zu finden, viele Verlage eben auch vor diesem Problem stehen, wie sie sich über Wasser halten und trotzdem guten Inhalt bieten können, wieso sollten wir hier bei den Blogrebellen plötzlich eine Lösung finden, die komplett neu und unverbraucht ist?

Ich denke ich spreche auch für meine Kollegen, wenn ich sage, der Applaus und der Zuspruch unserer Leser war und ist uns eine große Wertschätzung und ich bin mir sicher, dass ein großer Teil versteht worum es geht, wenn wir hier Werbung schalten.
Dennoch gibt es Geister, die für schlechte Stimmung sorgen. Wenn man eine Gruppe angehört oder dazugehören möchte, so nimmt man sich deren Werte und Vorstellungen an, wie eine Gemeinschaft zu funktionieren hat. Kommt man aus einer alles-frei-und-bitte-keine-Werbung-in-meiner-Timeline-Ecke, so ist man sich darüber einig, dass man Advertorials nicht ignoriert, sondern kommentiert und darauf hinweist, dass der Publizist des Vertrauens da was macht, was gar nicht so seiner Weltanschauung entspricht. Das geht immer. Auf Facebook sein und sich über Werbung beschweren ist wie Sauerkraut Pizza. Kann man machen schmeckt aber nicht!

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Nicht gerade die feine Art eine Konversation zu führen. Aber WTF?!

Peter hatte vor einigen Monaten in seinem Artikel über Adblocker sein Statement dazu abgegeben, warum er seinen Adblocker abschaltet und warum er damit auch seinen Blogger-Kollegen helfen möchte. Interessant hier ist sein zweiter Punkt „Werbung scheint im Jahr 2014 angekommen zu sein“: Wer seine Leser und deren Interessen erahnen kann, weiß, welche Werbung er schaltet und welche nicht. Zudem haben wir uns bereits intern auf ein Codex geeinigt, der unsere Leser nicht hinters Licht führen soll. Also keine versteckten, bezahlten Links, keine Beiträge, die nicht deutlich gekennzeichnet sind. Wenn der Leser meint, der Inhalt sei uninteressant, kann er einfach weiter scrollen. Fertig.
Einige werden jetzt sagen „Don’t feed the troll“ allerdings ist das nicht immer leicht solche Sprüche zu ignorieren. Das ist manchmal, wenn jemand dir beim arbeiten (denn das ist was wir hier machen) zuschaut, dir ins Gesicht spuckt und sagt wie scheiße das ist, was du da machst.

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So ich werde jetzt einen Kaffee trinken und etwas frühstücken. Mal sehen wie die Welt danach aussieht.

 

 

*in diesem Artikel nutze ich die männliche Anrede um meinen unterzuckerten Schreib-fluss nicht zu stören. Würden wir auf englisch oder persisch schreiben, hätten wir  diese Probleme nicht.



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21 KOMMENTARE

  1. Wie wäre es, wenn Ihre eure „internen Standards“ öffentlich kommuniziert und damit für alle transparent macht? Ich glaube ich war nicht der einzige, den so ein sponsored Post irritiert hat (nachdem auch hier im Blog an anderer Stelle native Advertising öfter kritisch beleuchtet wurde und ihr euch über Adbusting in Ubahnen erfreut). Es soll kein Vorwurf sein, ich verstehe die schwierige Monetarisierungs Frage. Dennoch muss man nicht gleich angepisst sein, wenn sich Leute Fragen wie ihr damit umgehen wollt.
    Werden Kopfhörer Tests in Zukunft vom Hersteller zusätzlich zum Testobjekt entlohnt? etc. Das sind Dinge die man auch ohne Wut einfach mal diskutieren können muss 😉

    • Unsere internen Standards werden wir Kommunizieren. Unser Tagesablauf ist voll mit To Do’s sowohl beim publizieren als auch im ‚Hintergrund‘. Bisher haben wir ganz klar, sobald Geld geflossen ist, die Beiträge dementsprechend Markiert. Sollten Wir einen bezahlten Beitrag zur Kopfhörer-Verlosung erhalten, so wird dieser genauso gekennzeichnet werden. Manchmal muss gehandelt werden als sich detaillierten Definitionen und Möglichkeiten hinzugeben. Unsere Team-Kapazitäten sind derzeit sehr überlastet und wir können oft nicht schnell genug einen schriftlichen Codex verfassen, weil schon ein Advertorial in der Pipeline ist und wir den bringen müssen.
      Die kritische, journalistische Stimme ist bei uns jederzeit willkommen. Wir werden es uns auch nicht in Zukunft nehmen lassen, zu reflektieren und unser Verhalten in Frage zu stellen. Beef möchte ich in dieser Sache auch nicht, lieber Kim, nur bist du der Erste, der sehr klar und freundlich seine Bedenken formuliert hat 😉

  2. Exkludiert doch mal die Ad-Postings vom Feed, wenn einer mit Feed will, kostet es halt doppelt, so mache ich es, technisch könnt ihr noch einiges besser machen, vom Inhalt der Ads spreche ich besser nicht; sonst les ich euch aber nach wie vor gerne 😉

  3. Ach, aber das hier “ Unsere Team-Kapazitäten sind derzeit sehr überlastet und wir können oft nicht schnell genug einen schriftlichen Codex verfassen, weil schon ein Advertorial in der Pipeline ist und wir den bringen müssen.“ halte ich für ein Gerücht. Du sagst doch recht transparent wie es läuft und was dir nicht passt, der Satz passt da für mich kaum. Die 2.5 Minuten hat jeder.

    • Hey Chris, die Auslieferung von Advertorials über den Feed ist gewollt.
      Und den Codex setzten wir nun auf. Aber eigentlich steht da nur das drin, was wir auf all unsere Beiträge verteilt schon erwähnt haben und vor allem das, was uns die deutsche Rechtsprechung vorgibt: Werbung wird bei uns klar und deutlich gekennzeichnet 🙂

      • Jeps, denk ich mir, ich persönlich brauch eh einen von euch 😉 Feed: Bei mir isses immer nur „Artikel“, nie Feed, selten Home…, und ich mach die gleiche Kohle wie andere, was man so hört. Will sagen: Man kann auch NOCH besser vermarkten, ohne das es die Hater anzieht. Wo Wege, da ideen (WP-Plugins: Alle mir Exclude…vorne 😉 Wenn ihr aber Kunden habt, die auf den Feed bestehen…. tscha. Zukünftig halt nur „Sitewide“ verkoofen, Feed und Social Extra, wenn überhaupt, und dann nur teuer. Das seid ihr euch wert 😉

        (Nur so als Denkanstoß, ich les ja hier eh nur was ich will 😉

  4. Kritisierst du mit dem „*in diesem Artikel nutze ich die männliche Anrede um meinen unterzuckerten Schreib-fluss nicht zu stören. Würden wir auf englisch oder persisch schreiben, hätten wir diese Probleme nicht.“ Allen ernstes noch die deutsche Sprache? 😀 Herrlich dieser Blog.

  5. Einer Diskussion um Werbung in Blogs werde ich mich im Jahr 2014 nicht anschließen. Wundert mich ehrlich gesagt auch, dass Ihr da eine aufmacht, aber gut. Was viel wichtiger ist: BRINGT ENDLICH DIE PLAYER ZURÜCK IN DEN FEED!

    Wenn nicht, dann rege ich mich hier auch über die Werbung auf!

    (Am Ende dünkt mir, dass einige, die diese „Transparenz“ fordern, am Ende nur konkrete Preise und Konditionen wissen wollen. So meine Erfahrung. Wenn Werbung als Werbung gekennzeichnet ist, ist das Transparenz genug. Punkt.) Mist, doch was gesagt. ;D

    • Nö, um konkrete Preise und Konditionen geht es mir ganz und gar nicht. In meiner Antwort stand auch, dass ich es einfach als irritierend empfunden habe, dass an anderer Stelle hier im Blog native Ads kritisiert und dann trotzdem welche ausgespielt werden. Dazu eine Stellungnahme zu wünschen finde ich nicht zu viel verlangt von einem Blog, der das „Rebellen“ im Namen trägt. Man kann da jetzt unterschiedlicher Ansicht sein, wie gefährlich native Ads für den Journalismus sind, aber so zu tun als sei es die allergrößte Lapalie und einfach lächerlich ist dem Thema mE auch nicht angemessen.

      • Lieber Kim,
        es stimmt, dass wir native Advertising kritisch betrachten und darüber berichten. Unsere Kritik liegt aber meist darin, dass native Advertising oft nicht als Werbung gekennzeichnet ist und der Leser einer Publikation nicht herausfinden kann, ob ein Artikel Werbung ist oder ein redaktionelles/journalistisches Produkt. Wir kennzeichnen werbliche Inhalte transparent. Unsere Leser erkennen auf den ersten Blick wenn wir Werbung machen. Da widerspricht sich meiner Meinung nach gar nichts!
        Mich stört es, wenn Werbung im redaktionellen Umfeld nicht als solche gekennzeichnet ist und darüber kann man imho schimpfen, auch wenn man selbst native Advertising betreibt.

        Da du den Namen ‚Rebellen‘ ins Spiel gebracht hast auch dazu noch ein paar Worte: Vielleicht ist das rebellische an uns ja, dass wir den Erwartungen einzelner Leser nicht entsprechen.

        Wir sind Blogger und keine Journalisten (ausgenommen Martin). Als Blogger darf man auch mal einen schlechten Tag haben, sich emotional über Dinge und Kommentare aufregen und lauthals schimpfen. Und wie du siehst diskutieren wir auch sehr gerne mit unseren Lesern solche Themen. 🙂

        • Vielen Dank für die Stellungnahme. Zur Aufklärung: Transparenz bezog sich bei mir immer in erster Linie auf den oben angesprochenen „internen Codex“. Ihr zieht ja offensichtlich eine Grenze und ihren genauen Verlauf sollten die Leser mE kennen.

  6. Sieh an, schon 12 Kommentare vor mir und ich dachte noch so: komischer Artikel, als er gerade richtig loslegt, hört er auch schon wieder auf und suchte nach dem eigentlichen Sinn dahinter. Sich aufregen über Kommentare im Web, bzw. sogar über welche auf Facebook…. srsly? Über die „Facebook-Diskussionskultur“ muss man sich meines Erachtens nun wirklich nicht mehr auslassen, dass ist ja wie einen Leserbrief an die BILD zu schreiben, um die auf ihren Schreibstil hinzuweisen.

    Dann dachte ich: Die werden doch bei den Blogrebellen nicht etwa die Larmoyanz von all den Zeitungs-Redaktionen- und Journalisten und SoMe-Kanäle-Betreuer_innen der vergangenen Monate übernehmen und jetzt immer rumflennen, wenn jemand mal ein negatives Feedback gibt? You know, wer in die Öffentlichkeit geht, ob privat, im Team, offiziell, kommerziell, whatever, sollte das einfach in Kauf nehmen, solange es nicht persönlich ist (und bitte jetzt nicht dieses „Hinter jedem Blog/Account/Fanpage sitzen echte Menschen mit Gefühlen-Fass aufmachen, denn spät. wenn Werbung, in welcher Form auch immer geschaltet wird, ist es Business, egal wie groß oder klein).

    Ich habe das bereits bei Eurem Relaunch verstanden, dass hier künftig mit Werbung gearbeitet wird und hab da keine Probleme damit, eher mit Leuten die durch’s Netz tingeln, und immer alles möglichst for free haben wollen. (Das gilt aber auch für die Macher von Blogs, im letzten Abschnitt dazu mehr). Filme- und Serien-Flatrates, Music-Flatrates und jetzt auch noch (E-)Books-Flatrates, immer alles schon for free oder fast geschenkt. Aber morgen dann wieder die armen Arbeiter bei Amazon oder in den Primark & Co-Fabriken bejammern. Allerdings erwähnte ich auch damals, dass der Sinneswandel von Peter wohl auch erst zustande kam, nachdem er jetzt selbst bei diesem Werbemodell mitmacht, denn erst seit gestern ist er ja wohl auch nicht im Web unterwegs, dass er damals erst seinen Werbeblocker ausgeschaltet hat.

    Werbung mag wohl kaum einer, aber wie in vielen anderen Sachen, entscheidet ja auch oft das Maß und der Umgang damit. Unschön finde ich z.B. dass die Kommenare hier ziemlich weit unten und irgendwie fast schon versteckt sind, das Erweckt den Eindruck, dass eher die Klicks und Shares zählen und aus Lesern langsam aber sicher Kunden werden (sollen). Weiterhin finde ich die Nutzung anderen Contens nur mit einem „via“ abzuspeisen, statt auch mal den Namen dazuzuschreiben, etwas mau, bitte Roß ud Reiter nennen. Im Gesamtkonstrukt kann das dann eben alles den Eindruck erwecken, dass der schnelle Klick und die kommerzielle Ausrichtung hier ein bißchen zu schnell und zu viel die Oberhand gewonnen haben.

  7. Respekt an alle Menschen, die ZUSÄTZLICH zu Ihrer Arbeit auch noch einen interessanten Blog betreiben. Solltet Ihr die Gelegenheit haben, ein wenig Eurer bisher investierten Zeit bezahlt zu bekommen, ist das mehr als fair. Andersherum ist ja auch die Frage, ob alle Leser bereit sind, für guten Content zu bezahlen, um einen Blog werbefrei zu halten.

  8. Hey Niloufar,

    Erstmal eine kurze Frage: Warum habt ihr eigentlich keinen Flatter button? Würde doch in dem Kontext recht hilfreich sein, oder?

    Ich sehe mich nicht als Anhänger der „alles-frei-und-bitte-keine-Werbung-in-meiner-Timeline-Ecke“-Fraktion. Wenn jemand Werbung schalten will soll sie das machen, könnt ihr auch gerne machen. Native Advertising finde ich durch und durch scheiße, aber wer meint es umbedingt machen zu müssen – bitte schön. Wenn mir die Bemerkung gestattet ist, finde ich es jedoch auffällig wie auf diesem blog über das Thema Monetarisierung geschrieben wird. Ich habe soeben meine Chronik dursucht, in den letzten 4 Jahren hab ich 29 mal eure Seite aufgerufen. Das ist nicht viel. Alles im allem war ich wohl so 5 bis 10 mal hier. Zwei mal habe ich in den Links irgendwelche, mit Verlaub: rants über die Arroganz der user gefunden, welche es sich anmaßen content umsonst zur Verfügung gestellt zu bekommen. Meiner Meinung nach lohnt es sich diesen Gedanken weiterzuspinnen. Ich kenne diesen blog nicht gut, und gut möglich das ich mich irre, aber ich habe soeben mal ne Viertelstunde rumgestöbert und fand nicht dass es besonders viel original content gibt. Das soll keine Kritik sein, die Rolle eines Blogs ist ja nunmal hauptsächlich die der Weiterverbreitung und Kommentierung. Ich unterstelle euch also einfach mal im wesentlichen Aggregatore zu sein. Das ihr, im Anbetracht der Gesamtscheiße (Kapitalismus und Lohnarbeit und Repro und so) dafür entlohnt werden wollt ist verständlich, aber eben auch nur das. Ihr macht hier etwas wo ihr wohl viel Herzblut reinsteckt und was anscheinend auch vielen Leuten gefällt – schön! – dann macht es weiter und erfreut euch daran, wenn dann nebenbei nich nen bisschen Kohle reinkommt dann freu ich mich für euch, aber imho sollte ein blog nicht darauf ausgerichtet sein Profit zu generieren. Ihr entlohnt ja auch die Leute auf Grund derer kreativen Leistung ihr blogt (nur um bei der aktuellen Startseite zu bleiben: die Trainbomber, Oz, Barbara, Sookie, wer auch immer die ganzen youtubevideos, macros und meme gemacht hat, die Musiker aus den Playlists usw.) nicht. Und das ist gut so, denn da wären wir dann wohl jenseits der gewagtesten feuchten Träume der copyright und content Mafia.

    Wie gesagt, kenn den Blog nicht, kann sein dass ich mich in meinem Urteil irre, aber vllt. lieber nen bisschen mehr Energie darein stecken sich von der Gesamtscheiße zu emanzipieren statt versuchen sie für sich arbeiten zu lassen. OK, letzteres klang jetzt arrogant. Sorry. 🙂

    Grüße

  9. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Trojaner-ueber-gekaufte-Anzeigen-verteilt-2429990.html
    http://www.heise.de/security/meldung/Doubleclick-und-Zedo-lieferten-virenverseuchte-Werbung-aus-2400733.html

    Nur mal zwei Beispiele aus diesem Jahr. Solange Werbung von irgendwelchen Servern nachgeladen wird, diese lärmt oder zappelt/blinkt und damit vom Inhalt ablenkt, und auch noch die Aktivierung von JavaScript erforderlich macht, bleibt bei mir Werbung geblockt. Mir liegt neben der Gesundheit meiner Nerven (Werbung nervt einfach überall, TV, Radio, Internet, Zeitung, …) auch die Gesundheit meines PCs am Herzen, da er auch mein Arbeitsgerät ist. Ich weiß, man kann ohne Geld nicht leben, hier aber irgendwelche Wut-Blogs vom Stapel zu lassen und damit erst mal pauschal alle Leser anzuklagen, halte ich für kontraproduktiv. Vor allem das Bild im Header geht mal gar nicht.

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