Warum der „gesunde Menschenverstand“ weder gesund ist, noch Verstand hat (Advertorial)

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Wann hat das eigentlich angefangen? Wann wurde es irgendwie hip, gegen alles zu sein, was irgendwie Vertrauen in andere Menschen erfordert?
Wann wurde es hip, den sogenannten „gesunden Menschenverstand“ als etwas zu betrachten, das im luftleeren Raum funktioniert? Wann wurde es hip, Wissenschaft und Glaubenssysteme gleich zu setzen? Wann würde es hip, jedem Medium, das nicht die eigene Meinung wiedergibt, zu unterstellen, es sei „Lügenpresse“?

Ich weiß es nicht und vielleicht stimmt mein Eindruck auch gar nicht. Es sind nicht immer die Lauten stark, nur weil sie lautstark sind, aber Facebook und Co. führen dazu, dass die Lauten immer lautstärker werden und deswegen täuscht mein Eindruck eventuell auch. Ausserdem folge ich aus Recherche- und (ich gebe es offen zu) Unterhaltungszecken einigen Gruppen auf Facebook, die Verschwörungstheorien, Impfgegnerschaft und Esoquatsch aller Art im Fokus haben. Dabei ist es egal, ob diese Gruppen die genannten Positionen vertreten oder verurteilen, beides ändert meine Wahrnehmung über die tatsächliche Verbreitung ebenjener Positionen.

Merkt ihr, was ich eben getan habe? Ich habe meine eigene Wahrnehmung hinterfragt. Immer wenn mein „gesunder Menschenverstand“ sich seiner Sache zu sicher ist, werde ich skeptisch. Denn „gesunder Menschenverstand“ hat zwei Probleme: Er ist weder gesund, noch verfügt er über sonderlich viel Verstand. Ganz im Gegenteil. Menschen sind extrem schlecht darin, große Zahlen zu interpretieren, sie sind notorisch unfähig, Risiken richtig zu bewerten und sie wollen eigentlich hauptsächlich ihre eigenen Meinungen bestätigt sehen.
Erschwerend hinzu kommt, dass wir viel mehr von unserem Unterbewusstsein gesteuert werden, als wir uns meistens vorstellen können. Ein schlauer Mensch hat unser Bewusstsein mal als „PR-Agentur“ bezeichnet, die uns unsere Entscheidungen als bewusst getroffen und unsere Wahrnehmungen als objektiv schönredet. Und ja, das gilt ausnahmslos für jeden von uns. Das findest du jetzt ein bisschen zu krass, schließlich bist du intelligent?
Siehste, genau wie ich sagte…

Aber wie kommt man nun aus dieser Falle heraus? Es gibt darauf eine simple Antwort und sie besteht aus einem einem einzigen Wort. Das Wort heißt „Wissenschaft“. Denn Wissenschaft ist kein Glaubenssystem, sie ist eine Art zu denken. Kurz gesagt, ist Wissenschaft nichts anderes als ritualisierte Skepsis. Vor allem sich selbst gegenüber. Das ist unbequem. Skepsis ist anstrengend, zeitaufwendig und manchmal tut sie weh. Aber sie ist auch der einzige Weg, wie wir als Menschen und als Menschheit weiterkommen. Jedenfalls so lange, bis wir einen besseren Weg gefunden haben.

Pratchett-Science

Das Thema „Ratio gegen gesunder Menschenverstand“ beschäftigt mich schon längere Zeit. Defanzy gab mir die Gelegenheit, meine Gedanken aufzuschreiben. Wenn ihr lesen wollt, was andere Menschen beschäftigt und womit sie sich beschäftigen, egal ob es um Liebe oder Ratio geht, müsst ihr unbedingt diesem Link folgen.


Dieser Artikel wurde gesponsert von Defanzy





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