In Wiesbaden haben Blitzer Persönlichkeitsrechte, sagt die Polizei

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Auch der Polizei scheint die Hitze zu Kopf zu steigen. Anders kann ich mir den Stress, den Florian Altherr gestern in der hessischen Hauptstadt Wiesbaden hatte, nicht wirklich erklären. Alles begann mit einem Foto, das Florian von einem Blitzer schoss:

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Das FICKO – Magazin fragte dann noch einmal genauer nach und die ganze Geschichte ist an Absurdität wahrlich kaum zu überbieten:

„Habe auf dem Heimweg den Blitzer der Stadtpolizei Wiesbaden fotografiert. Darauf wurde ich von zwei StadtpolizistInnen festgehalten und aufgefordert, meine Fotos zu löschen. Begründung (Achtung, kein Scherz!): Das Gerät habe Persönlichkeitsrechte (!) und ich dürfe mir das weder ansehen noch ablichten. Und überhaupt: Wenn sie mir sagen, ich müsse die Fotos löschen, hätte ich dem jawohl auch zu folgen. Als ich dies sachlich mit Verweis auf meine Rechte und die fehlende Rechtsgrundlage ihrer Maßnahmen verweigerte, wurde mir angedroht, Verstärkung zu rufen.

Daraufhin kamen vier weitere StadtpolizistInnen mit Martinshorn durch die Stadt gedonnert, blockierten mit Blaulicht die komplette rechte Spur der Berliner Straße und verlangten meine Personalien. Auch der nun geballten Staatsmacht aus 6 Stadtpolizistinnen musste ich die Lösch-Bitte leider abschlagen, woraufhin zwei von ihnen minutenlang telefonierten und über die komplizierte Persönlichkeitsrechtslage von Maschinen im 21. Jahrhundert beratschlagte. Nachdem sie wohl kollektiv bemerkten, dass sie sich gehörig vergaloppiert hatten, teilten sie mir mit, dass ich die Fotos (zwischenzeitlich sowieso auf Twitter) „behalten“ dürfe.

Wenn sie aber in der Presse landen, dann wüssten sie ja von wem die kommen, versuchten sie mich erfolgos einzuschüchtern. Und statt sich für die absolut unverhältnismäßige Aktion zu entschuldigen, bekam ich zur Schikane noch einen Platzverweis und ein Ordnungswidrigkeitenverfahren an den Hals. War für so manchen Ordnungshüter wohl doch ein bisschen zu warm heute…“

2 KOMMENTARE

  1. Sehr suspekt die Einstelölung der Stadtpolizisten.
    Aber bitte nicht verwechseln. Die Ordnungshüter der Stadt sind nicht die „Polizei“

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