Julian Zwingel

Berliner mit fränkischem Migrationshintergrund. Schreibt Assoziationen auf, fragt Fragen und mixt Musik.

Vor zehn Tagen hat Kollege Flodoard Quolke schon ausführlich über die Situation in Berlin-Moabit berichtet. Dort konnten Flüchtlinge vor der Erstaufnahmestelle nur unter hohem Engagement ehrenamtlicher Helfer mit dem Nötigsten versorgt werden. Man könnte meinen, dass es hier zu Lande Mittel und Wege gibt solche unwürdigen Zustände in ein paar Stunden zu beheben. Seitdem ist aber offenbar fast nix Nachhaltiges passiert, sondern vieles sogar schlimmer geworden, wenn man sich ansieht, was der Verein „Moabit hilft“ von der aktuellen Situation an der LaGeSo berichtet. In einer Pressemitteilung berichtet Diana Henniges vom Verein „Moabit hilft“ von unfassbaren Zuständen vor Ort. Suizidversuche, Totgeburten, unbehandelte schwere Kriegsverletzungen, Epidemiegefahr. Fast zwei Wochen nachdem flächendeckend über die untragbaren Zustände berichtet wurde, haben es offenbar weder offizielle Stellen noch Hilfsorganisationen geschafft die elementarsten Dinge auf die Reihe zu kriegen.

Die Forderungen des Vereins im Einzelnen:

· Medizinische und ärztliche Grundversorgung
· Versorgung der Geflüchteten mit Lebensmitteln (unter Beachtung konfessioneller Vorgaben)
· Vor der Witterung schützende Räumlichkeiten
· Rückzugsmöglichkeiten/Schutzräume für Frauen und Kinder
· Ausreichende Toiletten und Duschmöglichkeiten
· Garantierte Unterbringung der Geflüchteten auch über das Wochenende
· Keine Herausgabe wertloser, da nirgendwo akzeptierter Hotelgutscheine
· Unterstützung und Aufstockung der LaGeSo Mitarbeiter
· Sicherstellung der körperlichen Unversehrtheit der Geflüchteten auf dem LaGeSo Gelände
· Ausreichende Sprachmittler auf dem Gelände
· Betreuung von besonders schutzbedürftigen Geflüchteten

Damit fordert „Moabit hilft!“ grundlegendste Bedürfnisse und Ansprüche(!) ein, die offenbar nicht sichergestellt sind.

Wer helfen will, kann sich gerne hier über den aktuellen Bedarf informieren

Foto von Tim Lüddemann

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