Bildschirmfoto-2015-09-16-um-14.14.04
Marinelli

@marinelli ist italienischer Exilbayer in Berlin, Vater, schwerstabhängiger Musikjunkie, seit 1972 auf der Suche nach dem perfekten Mix.

Meine Halsschlagader pocht, ich hab Flecken im Gesicht und daran sind nur Sie schuld, Herr Diekmann.
Stünden Sie jetzt vor mir, ich würde Sie anspucken, so sehr widern Sie mich an und das liegt an diesen beiden Tweets:

Bildschirmfoto-2015-09-16-um-14.31.46

Bildschirmfoto-2015-09-16-um-14.14.04

Ist ja nicht das erste Mal, dass Sie total entgleisen, aber jetzt reicht es mir einfach.
Den FC St. Pauli mit dem Label #refugeesnotwelcome zu belegen, weil er nicht mit der Bild gemeinsame Sache machen will, ist auf dem Niveau eines Achtjährigen. Aber gut, dass Reife eher hinderlich sein dürfte, wenn man bei diesem Organ arbeitet, ist sowieso klar.

Aber der Reihe nach. Worum gehts überhaupt? Hermes, Trikotsponsor der DFL hat sich entschlossen, seinen Platz auf den Trikots der Erst- und Zweitligavereine nächstes Wochenende zu räumen, um Platz für Bilds „Wir helfen“-Aktion zu machen.
Ausgerechnet das bigotte Hetzblatt, das jahrelang gegen Ausländer und Flüchtlinge hetzte macht jetzt ganz plötzlich einen auf Refugees Welcome. Ja ne, is klar….
Bei St. Pauli ist man der Meinung, dass das noch lange kein Grund ist, die eigenen Trikots mit dem Logo dieses Schmierblatts zu besudeln und verzichtete dankend auf die Teilnahme. Verständlich eigentlich, oder? Ganz besonders verständlich ist das, wenn man weiß, dass der Hamburger Verein nicht erst seit gestern Flüchtlinge unterstützt, wie eine kurze Google-Bildersuche recht eindrucksvoll demonstriert:

Bildschirmfoto 2015-09-16 um 18.07.17

Der Beitrag der Bild? Sah jahrelang eher so aus:

Quelle: Bildblog
Quelle: Bildblog

Und damit kann man in 4 Phasen beschreiben, wie „Hilfsaktionen“ bei der Bild funktionieren. Warum nur muss ich da an einen Feuerwehrmann denken, der großzügig die selbst gelegten Brände löscht? Und warum sammelt sich schon wieder so viel Spucke in meinem Mund?

Also, um es kurz zu machen: Es kann einfach nicht angehen, dass es die „Zeitung“ mit den vier Buchstaben einfach aufgrund ihrer Marktmacht schafft, St. Pauli in ein menschenfeindliches Licht zu rücken. Aber das steht leider zu befürchten. Um das zu verhindern, wäre es schön, wenn möglichst viele mitmachen, um diese Geschichte geradezurücken.
Bloggt darüber, teilt die Beiträge, tretet Deppen und Menschenfeinden entgegen, bombardiert Diekmanns Twitteraccount mit unangenehmen Replies. Seid laut, verdammt! Arschlöchern Mittelgeilen Typen wie Diekmann muss widersprochen werden, denn Sie vergiften unser aller Zusammenleben.

Unter dem Hashtag #bildnotwelcome sammeln sich viele Tweets zum Thema.
Berichtet haben bisher unter anderem:
Bildblog, Kraftfuttermischwerk, 11 Freunde, wochenendrebell, und einige mehr.

Es gibt übrigens mittlerweile eine Stellungnahme des FC St. Pauli. Deren kaufmännischer Geschäftsleiter lässt sich weniger leicht provozieren als ich. Sehr gut!

Der FC St. Pauli ist seit vielen Wochen auf verschiedenen Ebenen zu einem Thema, das seit Monaten alle emotional bewegt, aktiv, um den Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zu helfen. Unser Testspiel gegen Borussia Dortmund, das private Engagement unserer Spieler sowie verschiedenste Aktionen unserer Fans und Abteilungen für die Flüchtlinge in Hamburg sind Beleg dafür. Daher sehen wir für uns nicht die Notwendigkeit, an der geplanten, für alle Clubs freiwilligen Aktion der DFL teilzunehmen. Hierüber haben wir vorab alle Beteiligten informiert. Der FC St. Pauli steht für eine Willkommenskultur und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Club schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird.

UPDATE: Auch der FC Union Berlin verzichtet an der Teilnahme und schafft dafür lieber Platz im Fanhaus für Flüchtende!

share on twitter
NICHTS VERPASSEN - FOLGE UNS!
           
  1. Volker says:

    Also wer Bild liest ist auch selber Schuld. Als Verein sollte man einfach diesen Blatt keine Werbefläche bieten. Was hetze ist und was nicht ist in den letzten Monaten eh nicht mehr zu differenzieren.

  2. polaroid says:

    Die Bildzeitung und ihre Redakteure kotzen mich an. Erst mal schön gegen die Flüchtlinge hetzten. Dann, wenn man erkennt, dass es jetzt schick ist Flüchtlingen zu helfen, startet man eine Aktion, die angeblich Flüchtlingen helfen soll, in Wirklichkeit aber doch nur Billige PR Scheiße ist. Und zu guter letzter beschimpft man diejenigen, die die Aktion durchschauen und sich lieber direkt für Flüchtlinge einsetzten als für die Bild Werbung zu machen noch als Rassisten.

    Verlogener gehts ja wohl nicht!!

kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *