Jugend hackt sagt: #refugeeswelcome

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Refugee-Teilnehmer erzählen von ihren Erfahrungen (Foto: CC-BY 3.0 Leonard Wolf)

Soziale Angelegenheit (CC-BY 3.0 Leonard Wolf)

Bei Jugend hackt haben alle Teilnehmer/innen bewiesen, wie sehr es ihnen am Herzen liegt, mit Code die Welt zu verbessern und so die Gesellschaft mit zu gestalten. Beim dritten Jugend hackt in Berlin standen ihnen dabei 48 Mentor/innen mit ihren Erfahrungen bei der Ideenentwicklung und Umsetzung zur Seite. Die Jury stand vor der schweren Entscheidung, aus all den kreativen Ideen und spannenden Projektansätzen, ihre Favoriten zu wählen.

Jugend hackt sagt: #refugeeswelcome

Gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung hat Jugend hackt erstmals den Themenschwerpunkt auf #refugeeswelcome und Antirassismus gesetzt. Der Preis in dieser Kategorie ging an David, Constantin, Kevin, Jan, Anna, Roman, Alexander und Patrice mit ihrem Projekt „Germany says Welcome“, ein Netzwerk für Geflüchtete und Helfer/innen. Das Projekt stärkt in diesem historischen Moment, in dem sich Deutschland gerade befindet, das Gefühl von Zugehörigkeit für Geflüchtete, hilft bei der Verständigung und will so Barrieren überwinden. Bereits bei Jugend hackt West in diesem Jahr wurde „Germany says Welcome“ begonnen und in Berlin in einer erweiterten Gruppe weiterentwickelt.

Refugee-Teilnehmer erzählen von ihren Erfahrungen (Foto: CC-BY 3.0 Leonard Wolf)

Auch die anderen Projekte in dieser Kategorie haben großen Applaus verdient. Das „Refugee Phrasebook“ macht ein online Wörterbuch mit den wichtigsten Begriffen zur Verständigung im Alltag mit Geflüchteten zugänglich. „Fuck Borders“ ist ein Meldesystem mit einer Karte über die Beschaffenheit von Europas Grenzen und ihren offene Stellen, um diese Grenze überwinden zu können. „Active Germany“ ist ein Netzwerk für gemeinsame Aktionen von Geflüchteten und Helfer/innen oder Einheimischen. Es sorgt so für ein besseres Verständnis anderer Kulturen und Sprachen.

Meine Daten gehören mir

Der Preis für den „besten Code“ ging an „Querschläger“, eine Library, die verschlüsseltes und anonymisiertes Chatten über das Tor-Netzwerk einfach möglich macht. Dabei benutzen sie verschiedene Frameworks bis hin zur funktionalen Programmiersprache Haskell. Ebenfalls um einfach bedienbare Verschlüsselung geht es bei „invisiblePGP“. Schon seit 1991 existiert PGP und noch niemand hat es geschafft, es einfach bedienbar für jeden zu machen. Das ist ein neuer Versuch, so der Entwickler Moritz.

Für direkteren Einfluss von Bürgern auf Gesetze sorgt „Polivote“: eine Webseite mit Feedback an Politiker, die gleichzeitig aktuelle Informationen zur Plenarsitzung im Bundestag und Gesetzesentwürfe einfach verständlich anzeigt. Weil das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung (VDS) schnell und fast kritiklos verabschiedet werden konnte, zeigt „18-5088“, welche Auswirkungen das hat. Auf der Webseite werden durch Visualisierungen die Konsequenzen dieser anlasslosen Massenüberwachung verdeutlicht.

Und was passiert mit meinen Daten?

Was der BND kann, kannst Du auch“ sammet wie ein Geheimdienst in sozialen Netzwerken Daten von einzelnen Personen und stellt sie zur Verdeutlichung der Datenfülle auf eine Webseite. Beim Spiel „NoCam“ zeigt eine Karte Überwachungskameras in der Umgebung. Ziel des Spiels für Smartphones ist es dann, so wenig wie möglich Kameras zu begegnen.
Hardwarebastelei im FabLab Berlin (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

An dem Projekt „Privacy Patch“ sind gleich vier Gruppen (Software, Design, IR LED und LCD Display) beteiligt. Sie haben verschiedene Verfahren entwickelt, mit denen die Kamera im Smartphone nur das erfasst, was sie auch darf. Wahlweise werden die Bilder entweder mit LEDs vor der Linse geblendet oder eine Scheibe davor wird einfach undurchsichtig. Vom richtigen Blickwinkel ist abhängig, was die Betrachter/innen beim „Lichtfelddisplay“ angezeigt bekommen. Mittels Linsen über dem Bildschirm werden gleichzeitig verschiedene Inhalte in verschiedene Richtungen angezeigt.

Musik und gute Laune

Für den größten „Aha-­Moment“ sorgte „MusicSync“. Damit spielen mobile Geräte, egal ob mit iOS oder Android betrieben, gleichzeitig dieselbe Musik ab und bilden so ein Netzwerk aus Lautsprechern. Das Team hat eine konkrete Idee schnell und zielorientiert umgesetzt, befindet die Jury.

Mit der „Eventkarte“ können sich Teilnehmer/innen endlich schon vor der Hinreise zum Event absprechen und gemeinsam fahren. Gleich zwei Projekte wollen einem den Einstieg in den Tag erleichtern. Der „Smart Mirror“ zeigt beim Blick in den Spiegel Nachrichten und Wetter an und das „Gute-Laune-Fenster“ sorgt dazu noch mit Katzenbildern dafür, dass selbst Morgenmuffel lächeln müssen. Das Bewertungssytem „Teecher“ erleichtert die Kommunikation zwischen Schüler/innen und Lehrer/innen.

Zukunft mit System gestalten

Konzentriertes Arbeiten (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

Sowohl der Preis für „das beste Design“ – weil sie eine großartige Idee in nur kurzer Zeit elegant umgesetzt haben – als auch der Hauptpreis „Mit Code die Welt verbessern“ gingen an die „Latampel“: ein intelligentes Ampelsystem, mit dessen Hilfe Unfälle mit Fahrradfahrern und unnötiges Warten an roten Ampeln vermieden werden soll. Die Welt verändern, bedeutet eben auch in kleinen, konkreten Schritte Dinge zu verbessern.

Menschliche Staus vermeiden und städtische Infrastruktur optimieren kann auch „CrowdFlow“. Zur Umsetzung brauchte die Gruppe vor allem 100 Meter Netzwerkkabel, Kabelbinder, Koffein und Kafka. „UDE“ sammelt mit Sensoren Daten aus der Umwelt und stellen sie in einer offenen Datenbank zur Verfügung.

Mit Technik gesünder leben

Spaß beim Programmieren (Foto: CC-BY Leonard Wolf)

Die „Pillbox“ erinnert vergessliche Patienten daran ihre Medikamente einzunehmen. Ein RaspberryPi steuert die Daten und alarmiert, wenn die Medizin nicht genommen wurde. Die Webseite von „Krebs-Check24“ zeigt, wie weit die Krankheit Krebs verbreitet ist. Auf verschiedenen Karten werden die Einflüsse von Geschlecht und Bundesland übersichtlich dargestellt.

Scan ess einfach“ macht Schluss mit den verwirrenden Begriffen von Zutatenlisten auf Verpackungen. Nach dem Scannen des Barcodes, zeigt die App einfach und verständlich, was wirklich drin ist.

Kleine Helfer mit großer Wirkung

Mit dem „Antikollisionssystem 360°“ können Drohnen nicht mehr zusammenstoßen. Das Steuerungsmodul warnt und reagiert, wenn der Drohne etwas zu nahe kommt. Ein Hilfsmittel zum Verwalten und Bedienen mehrerer Server gleichzeitig ist das Konfigurationswerkzeug „Servoxit“. Es ist sowohl über eine Web-Oberfläche als auch eine App für Android bedienbar.

Wissen, wie erfolgreich ein Tweet wahrscheinlich sein wird – dafür braucht man jahrelange Erfahrung. Jetzt nicht mehr! Mit „Tweesion“ werden Texte analysiert, bevor sie gesendet werden. Die Web-App gibt Empfehlungen für fehlende Hashtags und sagt, wie gut er wahrscheinlich ankommt.

Eine Übersicht aller Projekte des Wochenendes gibt es auf auf Hackdash und auf dem Jugen hackt-Youtube Channel die Abschlusspräsentation in voller Länge. Alle Bilder dieser Seite und noch viele mehr (CC-BY 3.0 Jugend hackt, Leonard Wolf) gibt es auf auf Flickr.

(Der ursprüngliche Blogpost erschien auf Jugenhackt.de.)


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