Wut-Blocker und besorgte Seitenbetreiber

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Das Wettrüsten rund um das Thema Werbung und AdBlocker geht seit diesem Wochenende in die nächste Instanz. Was wir bisher schon hatten: Werbung prinzipiell blocken, aber für finanzkräftige Werber und deren “akzeptable Werbung” die Schleusen auf machen, eine Boulevardzeitung, die adblockende User aussperrt, saftige Worte gegen Adblock-User, Abmahnungen gegen User, die die Anti-Adblock-Schranke umgehen und anderen zeigen wie das funktioniert und nun auch noch das:

Das Pro-AdBlock-Plugin für WordPress

Dieses Pro-AdBlock-Plugin sperrt User aus, die KEINEN Adblocker einsetzten. Weil Werbung ist nämlich ganz, ganz schlecht für den User. Werber und Herausgeber, die Werbung einsetzen um damit ihre Webpräsenz zu finanzieren, sind böse! Natürlich MUSS alles kostenlos sein, Qualität darf nichts kosten und wer mit redaktionellen Inhalten Geld verdienen will ist von Hause aus doof.
Die Schuld tragen die Inhalteersteller übrigens selbst, denn ihnen fällt ja nichts anderes ein als mit Display-Werbung ihre Webseiten zu finanzieren.
Klingt für mich alles toootaaal logisch.

Update: Thomas hat eine Replik geschrieben “Ohne Ad-Blocker unterwegs? Wie fahrlässig!


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14 KOMMENTARE

  1. Schade, dass Du nicht verstanden hast, worum es eigentlich geht. Werbung ist nicht böse weil “alles kostenlos sein” muss. Der Grund für die Entwicklung dieses Plugins sind als erstes Sicherheitsaspekte; dass über die Werbung sehr oft Schadsoftware mit ausgeliefert wird. Hättest Du z.B. hier nachlesen können. Oder auch hier.

    MfG vom Pro-AdBlock-Entwickler

    • Doch, doch! Mir ist schon klar worum es dir/euch in erster Linie geht und das verstehe ich auch. Doch finde ich das Wettrüsten auf beiden Seiten unterirdisch. Warum versucht niemand Lösungsansätze zu finden mit denen alle Beteiligten (inklusive User) leben können?

  2. Wer sagt denn, dass es darum geht, dass alles umsonst sein muss? Mir geht es mit diesem Ding darum, eine Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen. Denn AdBlocker schützen DURCHAUS vor Malware (Quellen dafür kannste dir selber zusammengoogeln) und es spricht ja überhaupt nichts dagegen, den AnBlocker dann bei manchen Wensites zu deaktivieren (denn so funktionieren AdBlocker).

    Ich weiß nur, dass Lieschen Müller selbst im Jahre 2015 noch GAR NICHT WEISS, dass AdBLocker überhaupt existieren und warum sie eine gute Sache sein können.

    Dass jetzt die ganzen werbefinanzierten Alphablogs darauf einprügeln werden, war mir klar. Ich begehe ausnahmsweise mal nicht die naheliegende Verallgemeinerung, euch in die Springer-Ecke zu stellen, aber darf doch anmerken, dass getroffene Hunde eben beißen, ne? Wut-Blocker… alles klar.

    Nix für ungut.

  3. Lieber Max, dir ist hoffentlich klar, dass ich diesen Artikel bewusst polemisch geschrieben habe, oder?
    Ich fühle mich nicht wirklich getroffen, aber das Thema beschäftigt mich verständlicherweise. Mir wären andere Finanzierungswege unserer Arbeit auch lieber, aber daran beißen sich gerade ALLE die Zähne aus. Und statt auf beiden Seiten nun Zäune hochzuziehen würde ich einen kreativeren und für alle Beteiligten gewinnbringenden Ansatz bevorzugen.
    Und ja, redaktionelle Inhalte kosten Zeit und damit Geld! Ich möchte den Einsatz unserer Autoren vergüten und allen Blogrebellen langfristig ein finanzielles Standbein sichern. Das halte ich für einen tollen Ansatz für den es sich lohnt über solche Themen zu streiten und Lösungen zu finden.

    • Nope, ich muss gestehen, die bewusste Polemik habe ich nicht erkannt. Es fällt mir im Netz auch zunehmend schwerer, Flameposts von “bewusster Polemik” zu unterscheiden, weil im Nachhinein *alle* immer sagen, sie hätten bewusst die Stilform der Polemik gewählt. Liest sich in meinen Augen trotzdem meistens wie kindische Beleidigungen und fürchterlich unsachliche Verallgemeinerungen, ich bin da einfach ein Weichei aber das ist mein Problem.

      Und was den kreativen Umgang angeht: ich finde meine Idee durchaus kreativ. Das halte ich auch nicht für einen “Zaun”. Ein echter “Zaun” wäre eine Paywall, aber genau DAS will ein Springer ja gar nicht haben. Also ziehe ich eben einen virtuellen Zaun hoch und mache Leute darauf aufmerksam, dass a) Werbung mitunter Malware beinhaltet und b) das Netz ohne Werbung viel hübscher sein kann. Vielleicht führt das dazu, dass manche Websites tatsächlich eine Paywall hoch ziehen, aber wäre das denn so schlimm? MIR ist durchaus bewusst, dass es nicht alles umsonst geben kann und ich plädiere auch dafür, dass man für Inhalte ruhig mal bezahlen kann. Meinen Pro-Adblocker kann man ja auch einfach wegklicken. Der kommt dann zwar nach 5 Tagen wieder aber das ist kein allzu großer Schmerz.

      Was ich aber so richtig furchtbar finde, ist, dass wirklich gute redaktionelle Inhalte durch schäbigen und billigen Werbeschund querfinanziert werden müssen. Ich weiß, das hast du dir so sicher auch nicht gewünscht, aber nimm’s mir bitte nicht übel wenn ich der Meinung bin, dass ihr da inzwischen voll dabei seid. Und jetzt kommt’s: von mir aus kann ja jeder machen wie er meint. Nur lasst doch den Menschen bitte die Freiheit, sich einen Werbeblocker zu installieren. Wenn sie euer Blog cool genug finden, dann werden sie für euch ja eventuell eine Ausnahme festlegen.

      Ich hätte große Lust, mal das WIRKLICH große Fass aufzumachen und die Frage zu stellen, wie unsere Gesellschaft es überhaupt zulassen konnte, dass sich die Werbeindustrie selbst inzwischen für kulturrelevant hält und wie es kommt, dass jede|r der Meinung ist “ohne Werbung gehts ja auch nicht”. Denn wenn das so wäre, dann wäre das gesamte Internet nicht so von Popups und Popunders und Popins und Overlays verseucht. Dieses Werbenetz ist mir ein GRAUS und mit Springers aktueller Politkampagne (und nichts anderes ist das), ist mir jetzt mal einfach der Kragen geplatzt.

      Ich für meinen Teil blogge, weil ich bloggen will. Ich bin glücklicherweise nicht finanziell darauf angewiesen, also kann ich rausrotzen, worauf ich Bock habe und muss weder Titten noch Traktoren noch Kopfhörer anpreisen als wäre ich geil auf all diesenb Mist. Ich weiß, das kann nicht jeder so machen, ich weiß, ich bin da irgendwie privilegiert, vielleicht bin ich auch nur neidisch, dass ich mich mit meinem Blödsinn nicht finanzieren kann. Wer weiß, wer weiß?

      Langer Rede kurzer Sinn: ich freue mich, dass hier eine Aufmerksamkeit geschaffen wird, denn die Diskussion, ob Werbung WIRKLICH so etwas Kulturrelevantes ist, sollte dringend mal geführt werden. Und dass die Leute auf mich einprügeln kann ich ab, das bin ich von meinen eigenen Lesern ja schon gewohnt 😉

  4. “Finanzierungswege , Geld, gewinnbringenden , vergüten.”
    Steht alles in EINEM Kommentar von dir, Peter.
    Dazu deine Kritik auf Facebook am Spiegel (ungekennzeichnete Ads), selber aber das gleiche machen (Senheißer)
    Dazu eure KlickBait-Bilder: Unter jedem Artikel nur noch Brüste und Schund.

    Ich steh zwischen den Stühlen, aber dir @Peter sage ich nur ein Wort:

    Glashaus,

    ….und du weißt es selbst. Das hier war mal ein tolles Blog. Dann kam das Geld. Oder wie jetzt?
    Sorry, ich war immer gern hier, aber so langsam wird es unerträglich für mich.

    • Hey Chris,
      schön, dass du das Thema “Werbung kennzeichnen” ansprichst. Wir haben uns im letzten Jahr, seitdem wir damit begonnen haben die Blogrebellen zu vermerkten, sehr viele Gedanken zu diesem Thema gemacht, mit Anwälten gesprochen, geschaut was und wie andere mit Werbung umgehen usw. Wir haben viel ausprobiert und Feedback gesammelt und ja, wir haben Fehler gemacht, die uns auch immer wieder ordentlich um die Ohren geschlagen werden (wie zum Beispiel der von dir angesprochene Sennheiser-Artikel). Zu meinen Fehlern stehe ich. Mittlerweile haben wir eine Lösung gefunden mit der (denke ich) sowohl unsere Leser/innen, unsere Partner aber auch wir leben können: Mit der Kennzeichnung von werblichen Inhalten in der Headline und am Ende eines Beitrags. Damit gehen wir weiter als viele andere Seiten, die ihren Werbekunden auf Kosten ihrer Leser gerne schon mal “entgegen kommen” und die Kennzeichnung ganz vergessen. Beispiele kann ich dir ausreichend nennen.

      Ebenfalls habe ich mir fest vorgenommen, irgendwann einmal von meinem virtuellen Baby, das im Januar neun Jahre jung wird und seither mit viel Liebe und Herzblut betrieben wird, leben zu können. Meine Familie und mich davon “ernähren” und unseren Autoren eine angemessene Vergütung zahlen zu können. Punkt.

      Persönlich finde ich es schade, dass gerade ein solch langer Begleiter wie du, die Blogrebellen langsam “unerträglich” findest. Meiner Meinung nach haben wir uns ordentlich entwickelt, bringen fast täglich “unique Content” wie Longreads mit viel Meinung, Interviews mit unzähligen Künstlern und wir kuratieren nach wie vor Musik die uns gefällt. Wofür wir insgesamt wirklich viel positives Feedback bekommen. Das ganze wird flankiert von viralem Content. Vielleicht ist es ja das, was dich so sehr stört? Redaktionell möchten wir zukünftig noch mehr eigene Inhalte schaffen und nach und nach von dem viralen Lumpen weg kommen. Das ist ein nachhaltiger, aber auch steiniger Weg, den wir aber mit viel Begeisterung stemmen werden.

  5. “Beispiele kann ich dir ausreichend nennen” Na dann los.
    Ich behaupte: Außer diesen Otto-Blogs, die sich im Kreis linken, macht das kein “normaler, anständiger” mehr, seit Jahren nicht. Also gibt es diese Beispiele nicht.
    “fest vorgenommen” -> Das wusste ich nicht. Relativiert einiges. Nur: Das merkt man voll und ich finds… sehr schade. Wie kamst du denn Bitte auf die Idee mit dem Dingen hier ne Familie ernähren zu wollen, OHNE dich hart zu verbiegen? Den Gedankengang wüsst ich ja zu gern.
    “viel positives Feedback” -> Auch da. Zeig her! Wer außer Agenturen und Google Bots soll das denn sein, mit dem guten Feedback?
    “flankiert / viralem Content” -> Ich lach dich ein wenig aus gerade. Du klingst nicht mehr wie einst. Schade. Und das wär ja auch ok für mich. Nur aufm Max rumhacken nur weil er euer Nicht-Geschäft etwas torpediert, und das noch indirekt: Das is einfach was drüber, bei aller (langjähriger Blog-)Liebe.

    Außer mit Advertorials verdient man als normales mit deutsches Blog “etwas Anspruch” kein Geld., oder keins was einen gut schläfen lässt.
    Oder man ist kein Blog mehr. Und so nehme ich euch langsam war.
    Aber ihr habt nen neuen Kern, und mich brauchts da sicher kaum,. Win-Win, um mal in deinem Neu-Sprech zu bleiben.

    Ich hab das Gefühl ihr tippt mehr für’s Kapital, denn für Rebellen. Das war mal anders. Und wenn andere meckern: Glashaus, und Klappe zu, alles andere ist für mich nicht mehr glaubwürdig oder unverständlich.

    • Sehe das sehr ähnlich.”Kunde” ist schon lange nicht mehr der Leser, sondern die Agenturen. Der Leser und seine Daten verkommen zum Kapital, welcher personalisiert verkauft und weitergegeben wird. “Gratis” ist das definitiv nicht. Nur die Währung ist lediglich eine andere.
      Die selbstgefällige Ansichten von einigen Seitenbetreibern sind schon bemerkenswert, angefangen bei man sei “asozial”,”Diebe” und man würde sich nicht an (selbstdefinierte!) Vereinbarungen halten.
      Letztendlich ist es Euer! eigenes Verschulden: Ihr fahrt auf Euren Seiten ein ökonomisches Prinzip, was nur dann funktioniert, wenn doch bitte jeder von seinem Recht zur informationellen Selbstbestimmung zurücktritt. Ihr könntet genauso gut anzuzeigende Werbung auf Euren Servern hosten und das muß nicht in Form von Advertorials sein und würde auch nicht geblockt. Ihr könnt Euch auch Eure Werbung gerne auf den Hintern oder auf die Stirn tättowieren, ist Euer Ding. Klärt das mit Euren Werbe- und Geschäftspartnern und macht für Eure Versäumnisse und Fehler nicht die Leserschaft verantwortlich. Und inhaltlich? Lassen wir das Thema, lieber. Nur Linkschleuder-recycling, keine selbsterstellten oder erschaffenen Inhalte.”Link-Kuratoren und Sammler”, “Selektierer”. Alle schlagen sie monetären Profit aus der Arbeit anderer, die selber was erschaffen und selbstlos allen zugänglich machen. Ihr grast nur ab und habt dann auch noch den Anspruch von dieser “Arbeit” Euren Lebensunterhalt zu verdienen? Das Netz ist weitaus mehr als nur der Kommerzspielplatz zu dem Ihr es machen wollt.
      In was für einer Traumwelt-Bubble lebt Ihr eigentlich?

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