Die 10 Fake-Joint-Gebote des Stuttgarter Ordnungsamt

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Zuerst dachte ich an einen satirischen Beitrag, als ich diesen Artikel der Stuttgarter Zeitung las. Doch schon im Teasertext macht die Zeitung deutlich „Achtung, es folgt kein Scherz“.

Es geht um die Piraten, die auf dem Stuttgarter Schlossplatz einen Smoke-In veranstalten wollen, um damit „gegen das Verbot von Cannabis und die damit einhergehende Kriminalisierung“ zu demonstrieren. Fake-Joints sollten geraucht werden, also Tüten ohne Marihuana, nur mit Tabak gefüllt.
Nachdem die Veranstaltung schon letztes Jahr in Luft aufging, weil Polizei, die Staatsanwaltschaft und das Ordnungsamt bei einem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz mit bis zu fünf Jahre Haft drohten. Das war den Piraten wohl zu heiß.

Dieses Jahr soll der Schlossplatz aber endlich in Rauch aufgehen. Dafür haben sich die Veranstalter der Demonstration mit dem Ordnungsamt auf ein Verfahren geeinigt, das einen drogenfreien Ablauf gewährleisten soll:

Joints werden im Ordnungsamt gedreht

1. Die Anzahl der Fake-Joints ist auf 20 begrenzt.

2. Der Tabak wird vom Versammlungsleiter im Beisein des Leiters des Ordnungsamts in einem Laden in Stuttgart gekauft.

3. Die Fake-Joints werden in den Räumlichkeiten des Ordnungsamts gedreht.

4. Die Fake-Joints bleiben beim Ordnungsamt und werden erst zur Demo ausgehändigt.

5. Die Fake-Joints werden vom Ordnungsamt markiert.

6. Auf der Demo werden die Fake-Joints nur an Personen über 18 abgegeben.

7. Bei der Übergabe des Fake-Joints an einen Teilnehmer muss dieser darauf hingewiesen werden, dass es sich nur um Tabak handelt, und das jedes Mal.

8. Während des Rauchens der Fake-Joints muss eine Dauerschleife gespielt werden, die darauf hinweist, dass es sich hier nur um Fake-Joints handelt.

9. Übrig gebliebene Fake-Joints gehen zurück an die Polizei.

10. Weitergabe eines Fake-Joints an andere Personen ist nicht gestattet.

Quelle: Stuttgarter Zeitung & Piraten Stuttgart

Alles klar soweit? Sicher ist sicher!
Ich hoffe ja immer noch, dass sich die Fake-Joint-Meldung als eine satirische Marihuana-Ente der Stuttgarter Zeitung herausstellt. Doch auch ein Blick auf die örtliche Piraten-Seite zeigt, dass die Meldung wohl tatsächlich die Wahrheit wiedergibt.

Artikelbild basiert auf „Smoke and Steve“ von Liza Agsalud (CC BY 2.0)

3 KOMMENTARE

  1. Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz? Schikane: Gälte hier nicht die Eigenbedarfsregel? Oder gehen Polizei, Staatsanwaltschaft und Ordnungsamt davon aus, dass die einzelnen Teilnehmer/-innen gleich mehrere Kilos mit sich herumschleppen?

    • @Ronald:
      Die Eigenbedarfregel sagt nicht aus, dass du eine gewisse Menge mir dir führen darfst. Sie sagt nur, dass das Verfahren mangels öffentlichem Interesse eingestellt werden soll. An Strafbarkeit des Besitzes von Drogen, Beschlagnahmung, Anzeige und Abnahme des Führerscheins ändert das gar nichts.

  2. Leben die Piraten überhaupt noch ? Von denen hört man so gut wie gar nix mehr, außer von solchen strangen aktionen die von den grünen auch schon mal vor 10 Jahren ohne Erfolg gemacht wurde, too late würd ich sagen….

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