Warum es Schwachsinn ist, Geld für/gegen die AfD zu spenden

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Warum das mit den 10 Cent für die AfD vielleicht doch keine so gute Idee ist

Ihr habt es bestimmt schon mitbekommen. Angeblich kostet die AfD wegen Zahlungsdienstleister-Gebühren jede eingegangene Spende mindestens 25 Cent. Eine Spende von 10 Cent kostet die AfD also rechnerisch 15 Cent. Dieser Trick geht derzeit rum wie blöde. Warum?

Menschen sind faul. Gerade fleißig genug dafür, die Idee zu “sharen”, aber zu faul dafür, die Aktion durchzuführen

Ihr kennt das: Ihr seid ja auch für Flüchtlinge. Aber tut ihr wirklich was für sie? Ihr seid ja auch gegen den Klimawandel, aber verzichtet ihr wirklich auf Fleisch und Urlaubsflüge? Klar, vermeintlich Gutes sharen geht immer, aber Gutes tun? Andere Geschichte…

Von den hoffentlich über 50.000.000 Deutschen, die die AfD nicht so geil finden, lesen vielleicht…keine Ahnung, maximal 1.000.000 die Filter-Bubble-Medien, die diesen Trick verbreiten. Würden die alle den Trick ein-, zweimal durchführen. Ja, das würde der AfD schaden. Gewaltig. Das wird aber nicht passieren. Und selbst wenn es passieren würde:

Im Falle eines Erfolgs der 10 Cent Spenden Aktion für/gegen die AfD…

…geht die Partei vor die Hunde. Die Menschen hinter der Partei fühlen sich in Ihrem Weltbild bestätigt. Der “Geldadel” schmeißt sinnlos mit Geld um sich, um den “Volkswillen” zu sabotieren. Angeblich linke Wohlstandsspackos investieren massig Euros, um andere Meinungen undemokratisch zu unterdrücken.

Die AfD geht kaputt. Die AAfD gründet sich. Mit dem gleichen Personal, noch wütenderen Meinungen und noch mehr Zuspruch von eigentlich nicht so hundertprozentig von dem Quatsch überzeugten WählerInnen.

Im Falle eines Teilerfolgs der 10 Cent Spenden Aktion für/gegen die AfD…

…zieht jemand rechtzeitig die Reissleine, lässt nur noch Spenden ab 2 Euro zu und fertig. Die Wahnwichtler und Rechtspopulisten sind schlau genug dafür, dem (gut gemeinten) Beispiel zu folgen, um diversen auf Spendengelder angewiesenen Hilfsorganisationen auf die gleiche Weise zu schaden.

Wenn die Nummer mit der 10 Cent Spende für die AfD versandet…

…dann haben ein paar Filter Bubble Heinis ein paar mehr Minuten ihres Lebens mit guter Absicht in ein sinnloses Projekt gesteckt, das am Ende niemandem hilft – maximal mehr Zwietracht sät. Stattdessen hätte man…

  • sich RICHTIG politisch engagieren können,
  • einem Obdachlosen 10 Cent zustecken können oder
  • die investierte Zeit darauf verwenden können, verlässliche Zahlen zu Migration und zum Islam in Europa zu finden, um AfDlern und solchen, die es werden könnten, erfolgreich im Gespräch begegnen zu können.
  • Theoretisch wären alle drei Optionen problemlos durchführbar – und noch viel mehr! Olle Winterklamotten für Flüchtlinge spenden. Neue Winterklamotten für Flüchtlinge spenden. Und und und.

Mal für was sein, statt immer nur gegen die die dagegen sind. Mal für jemanden etwas tun, statt immer nur gegen die, die dagegen sind.



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16 KOMMENTARE

  1. Die AfD behauptet auf ihrer Internetseite, die Centspenden würden trotzdem helfen und man hätte mit PayPal und Sofort entsprechende Sonderkonditionen vereinbart.

    Wenn das so ist stellt sich indes die gleichsam rhetorische Frage, warum die AfD die damit “gesammelten” Adressdaten zur Prüfung einer strafrechtlichen Relevanz an die Ermittlungsbehörden weitergeben will. Was an einer Spende, selbst wenn diese in der Absicht geleistet wird, letztlich eher zu schaden als zu nützen, strafrechtlich relevant sein soll, erschließt sich uns beim besten Willen nicht.

    Hier verstrickt sich die AfD unseres Erachtens in einen Widerspruch, der die Glaubhaftigkeit der Ausführungen insgesamt zumindest fraglich erscheinen lässt. Wenn die AfD für die Centspenden tatsächlich so dankbar wäre, wie sie behauptet, gäbe es jedenfalls keinen Anlass, darum irgendwelches weiteres Aufheben zu machen bzw. das überhaupt zu thematisieren…

  2. Ich finde den Beitrag etwas schwierig. Klar ist, dass Finanzdienstleister nicht aus Nächstenliebe handeln – sie bekommen ihren Anteil. Das geht auch konform mit der Reaktion der AfD auf ihrer Website zum Spendenaufruf. Jeder Cent ist für sie nicht schön und sie muss auch für jeden Cent die Gebühren entrichten an den Finanzdienstleister (egal wie geil die Sonderkonditionen sind – diese Konditionen sind niemals gratis).
    Die etwas trübe Gegegenüberstellung zum aktiven Tun ist – kurzum – scheiße. Ich z.B. gebe keinen Obdachlosen 10 Cent oder 1 Cent, sondern 50 Cent oder einen Euro. Für diesen Beitrag hingegen kann man in dieser Spendenaktion etliches erreichen UND trotzdem reale Hilfe am Nächsten leisten – der Unterscheid beträgt gerade einmal einige wenige Cent. 😉 Ich verstehe den Beitrag tatsächlich also nicht und finde ihn wirklich schade – eine Mischung aus Resignation und unrealem Altruismus. Wer helfen kann in seiner nächsten Umgebung, der sollte das tun – wer die AfD mit ein paar Clicks schaden kann, der sollte das auch tun. Letztlich ist es nicht so leicht eine AAfD zu gründen wie im Beitrag oben angeführt, dafür brauchte es etliche Zufälle und fast ein Jahrzehnt. Also nicht resignieren! Keinen unrealen altruistischen Fantasien hinterhängen, sondern das Minimum beitragen, was eigentlich jeder kann: 1 Cent! Danke.

  3. “Ihr kennt das: Ihr seid ja auch für Flüchtlinge. Aber tut ihr wirklich was für sie?” – Ja – “Ihr seid ja auch gegen den Klimawandel, aber verzichtet ihr wirklich auf Fleisch und Urlaubsflüge?” – Ja – “Klar, vermeintlich Gutes sharen geht immer, aber Gutes tun?” – Ja, darf ich dann jetzt einen Cent spenden? “einem Obdachlosen 10 Cent zustecken können oder” Die Obdachlosen, die Obdachlosen! Selten wurden sie so häufig ins Rampenlicht gezehrt, wie in diesem Jahr. Und dann das Highlight: “Mal für was sein, statt immer nur gegen die die dagegen sind. Mal für jemanden etwas tun, statt immer nur gegen die, die dagegen sind.” Unter einem Text, der ansonsten daraus besteht, DAGEGEN zu sein.

  4. Llinksradikale Psychopathen spüren sadistische Befriedigung, wenn sie Deutschland zerstören
    und Islamradikale Psychopathen spüren sadistische Befriedigung bei mörderischem Terror. Sie
    gehören in geschlossene psychiatrische Behandlung.

  5. Wir haben natürlich gespendet – gerade weil man die AfD so verteufeln will ! Nun gerade ! Und ab Januar gibt es per Dauerauftrag eine recht ansehnliche monatliche Summe ! Nun gerade !

  6. Tja, die Aktion ging ja regelrecht durch die Decke. Fast 2,1 Mio. eingesammelt! Nicht zuletzt wegen der dämlichen 1-Cent Aktion gab es ja geile Publicity. Jetzt sollte wohl dem letzten Linksfaschisten klar sein, dass hier sich eine machtvolle Gegenbewegung formiert. Großartig. Ich bin übrigens vor einem Monat der afd beigetreten und habe nochmal extra gespendet.

    • Ja, uns geht´s genau so. Bisher hatten wir die ganze Angelegenheit mit der AfD eingentlich nur neutral beachtet aber nach dem gefälschten Wahlergebissen und der Aktion unserer ” Elite-Parteien ” wurde uns klar, daß die AfD auf dem richtigen Weg sein muß, also sind drei neue Mitgliedsanträge unterwegs – und Spenden natürlich auch. Wie schon @Tanja schrieb: Nun erst recht, nun gerade ! Nun muß man auch bedenken: Keiner wurde zu Spenden gezwungen aber es kam innerhalb weniger Wochen eine stattliche Summe zusammen. Da stehen mehr hinter der AfD als man uns offiziell weismachen möchte.

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