WDR kills the radio DJ: Funkhaus Europa droht der musikalische Untergang!

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Foto basiert auf "Radio, Maestro 842M" von Museokeskus Vapriikki (CC BY 2.0)

Wenn es um den Global Sound oder wie wir es hier bei den Blogrebellen sagen “Don’t Call It World” Musik in Deutschland geht, so steht Funkhaus Europa als Quelle der Inspiration an oberste Stelle für uns. Diverse Kooperationen und Zusammenarbeiten haben wir bereits gemeinsam auf dem Buckel, weil wir uns so sympathisch sind. Wir haben ein gemeinsames Ziel, wenn es um Musik geht: Gemeinsam gegen den musikalischen Einheitsbrei! Zudem schafft es der global orientierte Sender mit qualitativ hochwertigen Beiträgen mit relevanten Informationen von und für eine pluralen Gesellschaft, komplett ohne nervige Werbung auszukommen!
Nun droht dem Sender mit dem vielfältigsten Programm landesweit, von der Bildfläche des globalen Sounds zu verschwinden.

Es ist zum Haare raufen, was der WDR sich hat mit der Funkhaus Europa Reform hat einfallen lassen! Ganze 17 Musikformate sollen ersatzlos aus dem Programm des weltoffenen Senders gestrichen werden. DJs wie Gilles Peterson und die Autorensendungen wie „Indigo“ mit Anna-Bianca Krause, die „Jazzanova Radio Show“ und „5 Planeten“ mit Francis Gay, einem der international renommiertesten Kenner des Global Pop.
Gerade diese Sendungen stehen für musikalische Vielfalt und tragen zu einer enormen Horizonterweiterung bei!
Statt der Autorensendungen soll ab 23:00 Uhr eine vom Computer gesteuerte Musikrotation laufen.

Die Gründe sind wohl eine Mischung aus “sich auf die Bedürfnisse der Zuhörer anpassen” und ein Sparprogramm, der gerade den Nischensender den Gar ausmachen soll.  Medienbusiness ist echt ne Bitch!

Ich brauche euch nicht erzählen, wie wichtig es ist die Stimme zu erheben und mit einer Petition darauf aufmerksam zu machen, dass es viel Menschen, und gerade medienschaffende, gegen diesen Kahlschlag sind!

Und auch Künstler unterstützen diese Petition:

Funkhaus Europa ist einer der letzten Radiosender, fernab vom Mainstream, die noch Musik mit Ecken und Kanten spielen.
– Gentleman

Dank dem Kölner Sender betrat ich am 25. Juni 2000 zum ersten Mal eine richtig große Bühne am Tanzbrunnen. […] Nun will der WDR das Beste von Funkhaus Europa abschaffen. […] Es ist nicht im Sinne von echter und ehrlicher Musik, der nach und nach jegliche Plattform genommen wird. Es ist weder im Sinne von guten Nachwuchskünstlern die keine Mainstream Mukke machen wollen, noch in dem von einem Deutschland das Vielfalt will.
Patrice

Foto basiert auf “Radio, Maestro 842M” von Museokeskus Vapriikki (CC BY 2.0)


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3 KOMMENTARE

  1. Heute, am 04.07.2016 kann ich meine Erkenntnisse zu dieser angebliche Reform kundtun. Es hieß, das Format von Funkhaus Europa sei nicht zeitgemäß, so habe ich es in Erinnerung. Die Wahrheit ist nach meiner Erkenntnis, dass gerade das neue Format von Funkhaus Europa nicht zeitgemäß ist.
    Es ist wahr geworden was angedroht wurde, es gibt auf Funkhaus Europa ab sofort nur noch Einheitsbrei. Oldies Oldies Oldies.
    und ein Beispiel der langweiligen und verdummenden Wortbeiträge: Es gab einen Bericht über Kaffee der schlank machen soll. Was dahinter steckt wurde nach einer nervigen Vorankündigung nach dem nächsten Oldie umständlich mit viel Worten und blödem Gelächter erklärt. Es wurde mit viel mit viel “äh .. äh.. ” über diese Banalität berichtet und anschließend der nächste Oldie gespielt. Ja die größten Hits der 50er und 60er Jahre haben Einzug gehalten. Das war am 2. Juli. Am 3. Juli hat man diesen dämlichen Wortbeitrag wiederholt. Die Moderatoren reden jetzt auch wie in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und verkünden z.B: “Als nächstes spiele ich für Sie einen Titel aus den 50er Jahren … bla bla bla.
    Ziel ist es tatsächlich, dass der genervte Zuhörer die Aus-Taste drückt. Ich trauere, Funkhaus Europa war bis zum 30.06.2016 alles in allem ein Hochgenuss. Wer hat das verbockt, so einen Sender zu zerstören. Ich mutmaße mal, dass es so ablief und abläuft, wie so oft in der öffentlichen Verwaltung.
    Also, es passiert in der öffentlichen Verwaltung immer wieder, dass in entscheidungsträchtigen Positionen ganz plötzlich neue Entscheidungsträger und Agierende, die wie weiße unschuldige Kaninchen, die aus dem Hut gezaubert wurden, plötzlich da sind. Das heißt aber nicht, dass die aus dem Hut gezauberten kompetenten neuen Entscheidungsträger, die einzig den Niedergang des extrem tollen Konzepts von Funkhaus Europa vorantreiben die Verantwortlichen dafür sind. Denn hinter den Kaninchen stehen die “Zauberkünstler” und die kennen wir nicht. Somit werde ich wohl nie erfahren, wer meinen Lieblingsradiosender zerstört hat.

  2. Es war einmal…

    ein Rundfunksender, der war der letzte seiner Art im Dschungel der öffentlich-rechtlichen Sender.
    Weit hat er herausgeragt aus dem täglichen Einheitsbrei der anderen öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunksender. Tatsächlich ernst genommen hat er seinen Bildungsauftrag, den die aus Steuergeldern finanzierten Sender ja eigentlich haben. Und er war vor allem in einer Zeit der immer mehr zunehmenden Angriffe gegen alles Fremde ein sichtbares Zeichen für ein multikulturelles Verständnis. Ein Sender, der einmal „andere“ Musik und passende und informative Beiträge mit Autoren-Musikradio superb verband. Und dazu noch ohne Werbung.

    Aber dies gefiel manchen Machern des WDR nicht. Angesagt war ein Gleichmachen dieses wichtigen und einzigen ernsthaften Nischensenders für „Andershörer“. Scheinbar waren es die Kosten. Aber das kann nur vorgeschoben sein. Denn die qualitativ hochwertigen Autorensendungen können im Verhältnis zu anderen Ausgaben der Öffentlich-Rechtlichen nur verschwindend gewesen sein. Also sind es letztlich kulturpolitische Entscheidungen gewesen: Weg mit kulturell hochwertigen Sparten, weg mit kompetenten Musikautoren und Hintergrundinformationen, weg mit Allem, das nicht Einheits-Dudelfunk ist, der niemand weh tut und überall gleich klingt.
    Vor der „Reform“ von Funkhaus Europa waren das nur Befürchtungen. Aber nach mehreren Monaten Probelauf haben sich die Befürchtungen bewahrheitet: „Cosmo“-Einheitsbrei den ganzen Tag rauf und runter, das Konzept des dauernd überdreht fröhlichen Moderators, Themen wie überall im Gute-Laune-Funk („Können auch blonde Frauen Karriere machen“), immer angepasstere Musiklinie…
    Einzelne gute Beiträge wohl versteckt im Programm des ganzen Tages können daran leider nichts ändern. Das ist schlichtweg für etwas kritische Geister nicht mehr hörbar.
    Wenn die Programmmacher ehrlich wären, könnte man noch mehr sparen, das Rumpfprogramm in ausländischen Sprachen erhalten und ansonsten 24 Stunden rund um die Uhr Musikberieselungsprogramm machen, wie jetzt nachts. Das wäre ehrlicher und nicht viel anders als im Moment. Und man/frau müsste nicht die immer extrem gut gelaunten Moderatoren mit den weltbewegenden Themen ertragen.

    … Und wenn sie nicht gestorben sind…
    Nein, leider ist er so gut wie tot, der einzige und herausragende interkulturell/musikalische Musiksender.
    Der Appell an den Rundfunkrat kann nur sein: Bitte, bitte nehmt diese „Reform“ zurück. Ragt weiter heraus mit einem guten multikulturellen Autoren- und Musikprogramm.
    Denn das war und wäre weiterhin das Alleinstellungsmerkmal dieses Senders!! Macht Euch doch nicht selbst überflüssig. Denn Dudeln können auch Private. (Ich weiche z.B. auch schon auf Sparten-Internetsender aus.)
    Und gebt mir und vielen anderen wieder den Glauben an die Öffentlich-Rechtlichen zurück und bereichert uns weiterhin.

    Beste Grüße eines langjährigen und bislang treuen Hörers aus dem Süden Deutschlands

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