4 gute Gründe, mit dem Fahrrad in der Mitte des Fahrstreifens zu fahren

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Foto basiert auf "Man on Bike Night" von Sascha Kohlmann (CC BY-SA 2.0)

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Man kann es nicht oft genug sagen: Leute, fahrt mit dem Fahrrad auf der Mitte des Fahrstreifens! Es wird die Teilnahme im Strassenverkehr mindestens etwas stressfreier gestalten, es kann aber auch ganz schnell euer Leben retten.
Zum ersten Mal gesehen habe ich diesen Vorschlag beim Urbanist-Magazin. Die Diskussion, die ich mir einhandelte, als ich den Artikel auf Facebook teilte, waren, nunja…überraschend heftig.

Ich zitiere mal die Kernpunkte des Artikels aus dem Urbanist-Magazin. Warum in der Mitte des Fahrstreifens zu fahren vollkommen legal und richtig ist:

Abstand vom Fahrbahnrand. Gerichte halten einen Abstand von 0,8m bis 1m zum Fahrbahnrand für zulässig, bei hohen Bordsteinen, Straßenbahnschienen und anderen Hindernissen durchaus auch mehr (BGH, VersR 1964, 653; BGH, VersR 1955, 764; KG, MDR 1999, 865).

Abstand vom Gehweg. Gerichte gehen davon aus, dass, falls die Fahrbahn an einen Gehweg grenzt, ein Seitenabstand von etwa 1m geboten ist, bei hohem Fußgängeraufkommen und schlecht einsehbaren Gehwegen (Baugerüste) sogar noch mehr, um auf Fußgänger, die auf die Fahrbahn treten, noch reagieren zu können (OLG München, VRS 65, 331; OLG Düsseldorf, NZV 1992, 232; OLG Köln, VRS 26, 133).

Abstand zu parkenden Autos. Das Bundesministerium für Verkehr empfiehlt einen Sicherheitsabstand zu parkenden Autos von mindestens (!) 1m. Manche sich plötzlich öffnenden Autotüren können aber auch 1,5m breit sein. Diesen Abstand solltest du also deinem Körper zuliebe einhalten, um nicht von unachtsam geöffneten Autotüren erwischt zu werden. Gerichte haben in Einzelfällen Radfahrern auch eine Mitschuld zugerechnet, wenn diese zu dicht am Auto vorbeifuhren (z.B. OLG Oldenburg, VersR 1963, 490 oder OLG Bremen, MDR 2008, 1096).

Das Resultat dieser Überlegungen und damit der entscheidende Absatz:

Wo fahre ich dann am besten?! Wenn man jetzt noch einbezieht, dass die genannten Abstände ab dem rechten Ende deines Lenkers eingehalten werden müssen, dann bist du ziemlich schnell in der Mitte der Fahrbahn! Rechnen wir das einmal nach: So eine Fahrbahn ist in der Regel 2,75 bis 3,75m breit. Ein Radfahrer ist meist etwa 70cm breit. Somit befindet sich deine linke Körperseite unter Einhaltung der Abstände 1,7 bis 2,2m vom rechten Fahrbahnrand. Links von dir bleiben daher ohnehin nur etwa zwischen 1 und 2m von der Fahrbahn übrig! Herzlich Willkommen in der Mitte der Fahrbahn!

Ja, das ist zunächst ungewohnt und der eine oder andere Autofahrer reagiert da auch ein bisschen patzig. Aber unterm Strich gibt es keine andere Lösung, jedenfalls keine, die ähnlich gute Resultate beim Thema „Leben retten“ bringt.

[Update]

Ich bin ziemlich überwältigt von der Resonanz auf diesen Artikel und möchten noch zwei Dinge anmerken:
In den Kommentaren wurde öfter bemerkt, dass der Satz

„Leute, fahrt mit dem Fahrrad auf der Mitte des Fahrstreifens! Es wird die Teilnahme im Strassenverkehr mindestens etwas stressfreier gestalten, es kann aber auch ganz schnell euer Leben retten.“

so nicht zutrifft und es ganz im Gegenteil sehr stressig werden kann, wenn Autofahrer, mittig fahrende Radler zum Beispiel durch sehr wenig Sicherheitsabstand „erziehen“ wollen. Das stimmt natürlich. Leider. Und es ist niemandem geholfen, wenn es Verletzte gibt, weil wir Radler unsere mit Macht durchsetzen wollen. Es ist aber auch niemandem geholfen, wenn wir den Schwanz einziehen, rechts ranfahren oder -noch schlimmer- auf den Gehsteig ausweichen. Passt auf euch auf, gebt nach, bevor ihr verletzt werdet! Aber betrachtet das mittig Fahren als default, wann immer es geht und erzählt es weiter.

Ach und noch was: Wenn wir fordern, dass wir die gleichen Rechte wollen, wie die motorisierten Verkehrsteilnehmer, dann sollten wir auch akzeptieren, dass wir die selben Pflichten haben. Das bedeutet im konkreten Fall, dass auch an der Schlange an der Ampel mittig gefahren wird. Es bedeutet, dass wir uns genauso hinten anstellen, wie wir es von den Autos erwarten. Rechts an den Autos vorbeizudrängeln um sich dann vor der ersten Reihe Autos zu positionieren, regt die Autofahrer vollkommen zurecht auf.
Das hier wird nur funktionieren, wenn das Jeder-gegen-Jeden auf den Straßen endlich aufhört.

[Update 2]

OK, noch ein Update:

Mir sind noch zwei Sachen eingefallen:
Mittig zu fahren, ist kein Dogma, sondern etwas, das sich aus der normalen Breite der Fahrspuren in der Stadt und den nötigen Sicherheitsabständen ergibt. Wenn irgendwo die Fahrspuren sehr viel breiter sind (zB. in der Straße des 17.Juni), dann ist es nicht so sinnvoll, mitten auf der Spur zu fahren. Nochmal: Es geht nicht darum, Autofahrer zu erziehen, sondern für die eigene Sicherheit zu sorgen.

Ich bin in den Kommentaren darauf hingewiesen worden, dass es nach § 5 Absatz 8 StVo legal sei, an den Autofahrern in der Ampelschlange rechts vorbeizufahren. Naja, das überzeugt mich überhaupt nicht. Erstens machen sich Radfahrer in meinen Augen vollkommen unglaubwürdig, wenn sie erst auf ihren Sicherheitsabstand pochen, um diesen dann an der nächsten Ampel für ein paar Sekunden Zeitgewinn zu opfern.
Zweitens ist das genau die unselige „Wir gegen die“-Denke, die in meinen Augen das Kernproblem des Miteinanders im Straßenverkehrs ist.
Ich verstehe einfach nicht, woher Radfahrer das Recht ableiten, eine Art natürlicher Vorfahrt zu haben.

„Wir alle wissen, es nützt nichts, wenn auf dem Grabstein steht „Er hatte Vorfahrt“.

Mittlerweile haben wir ein Interview mit einem Vertreter der Polizei zum Thema geführt.

(via Critical Mass Altona)


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53 KOMMENTARE

  1. Aber bitte nicht mit 10 km/h. Und schon gar nicht auf der Bundesstraße. Und ja, das hab ich leider regelmäßig vorm Auto… Bin selber für 90% meiner Strecken Radler. Man kann einfach kurz ausweichen und sich vielleicht auch mal umschauen. Den letzten Satz finde ich am schönsten 😉

  2. Laut § 5 Absatz 8 StVO ist es übrigens erlaubt, an Staus oder an einer roten Ampel mit dem Fahrrad bis nach vorn zu fahren.
    Es gibt noch einen weiteren Grund, sich auf der rechten Seite als Zweiradfahrer Raum zu halten:
    Bei einer plötzlichen Lenkbewegung zwecks Ausweichens nach links, pendelt ein Zweirad immer erst nach rechts. Das kann schnell zum Sturz führen, wenn man zu weit rechts fährt.

  3. Laut Gesetz ist man allerdings auch verpflichtet, möglichst weit rechts zu fahren, um anderen das Überholen zu ermöglichen.
    Und sowohl mit dem Motorrad als auch mit dem Rennrad werde ich dabei manchmal von Radlern behindert, die das nicht berücksichtigen, trotz überbreiter Fahrbahn.
    Nicht nur Autos sind schneller.. so ist bei euch die „Autozentrische Weltsicht“ leider auch zu finden.

    • Laut Laut Gesetz muss erst mal der Überholende nicht mehr behindert werden als nötig.
      In den allermeisten Fällen muss der Überholer dann
      unter Wahrung des Sicherheitsabstandes sowieso auf die andere Spur.

  4. Also wenn ich mir § 5 Absatz 8 StVo steht das was ganz anderes!!!
    Bei einer plötzlichen Lenkbewegung zwecks Ausweichens nach links, (wenn sie mittig fahren besteh kein grund ausweichen zu müssen) pendelt ein Zweirad immer erst nach rechts (meines pendelt nicht nach rechts, sondern fährt dahin wo ich es hinlenge). Das kann schnell zum Sturz führen, wenn man zu weit rechts fährt.(klar wenn sie ganz rehcts fahren und ihr fahrrad warum auch immer nach rechts pendelt fliegen sie auf den bord).
    Laut Gesetz ist man allerdings auch verpflichtet, möglichst weit rechts zu fahren, um anderen das Überholen zu ermöglichen. ist käse, autos dürfen zweiradfahrer nur überholen wenn ausreichend platz ist.
    und wenn ich im auto sitze und sehe mal wieder eine oma/opa… die in der kurve, vor der bergkuppe trotz gegenverkehr zum überholen ansetzt bekommt die lichthupe² und ich fahre schön dicht am mittelstreifen damit nicht mal auf die idee kommt den zweiradfahrer zu überholen

    • Zitat:“…ich fahre schön dicht am mittelstreifen damit nicht mal auf die idee kommt den zweiradfahrer zu überholen…“
      Rücksicht und Miteinander im Verkehr sieht aber anders aus…bist wohl auch einer von den „Verkehrserziehern“…die hab ich ja besonders lieb gewonnen…“werfe der den ersten Stein der ohne Makel ist“ fällt mir dazu nur ein. Wenn alle etwas mehr Rücksicht nehmen und entspannter fahren reicht das vollkommen aus, das gilt für alle Verkehrsteilnehmer.

  5. Möglichst rechts meint eben rechts, es sei denn, dass es einen vernünftigen Grund gibt, weiter links zu fahren.
    Radfahrer müssen zum Beispiel auch nicht in Lücken zwischen parkenden Fahrzeugen fahren, ähnlich wie auch beim Überholen auf der Autobahn bei Lücken auf der rechten Spur.

    Ich empfehle das Buch „Recht für Radfahrer“, das ist sehr erhellend.

    Grundsätzlich sollte man im Mischverkehr nach außen selbstsicher, nach innen aber defensiv fahren.

    Den einen Nachsatz aus dem Update sehe ich anders. Die gemeinsame Basis ist nicht „gleiche Rechte, gleiche Pflichten“, sondern die StVO, andere Gesetze und der Stand der Rechtsprechung. Und der sagt: Rechts an haltenden Fahrzeugen vorbei fahren ist für Radfahrer explizit erlaubt. Mittig auf einer Spur fahren ist auch in vielen Fällen geboten.
    Das mag rechthaberisch wirken und „der ist gerade einfach an mir vorbei gefahren und ICH soll das jetzt nicht dürfen“ klingt unfair, ist aber so. Pech, dafür fahre ich auch nicht auf der Autobahn. Klar, ich überhole nicht ein Fahrzeug und bremse es danach aus, aber bei einer längeren Schlange fahre ich natürlich vor bis zur Ampel.

    • „aber bei einer längeren Schlange fahre ich natürlich vor bis zur Ampel.“

      Warum „natürlich“? Wieso nimmst du dir das Recht, dich an den anderen Verkehrsteilnehmern vorzudrängeln?

      • Er nimmt sich das Recht nicht, die StVO gibt es ihm ausdrücklich, wie Du in Deinem Nachtrag Nr 2 ja auch erwähnst.

        Und es macht physikalisch eben einen Heidenunterschied, ob man bei relativ hoher Geschwindigkeit mit zu geringem Abstand überholt wird (aus Nachlässigkeit, Unvermögen oder mit Erziehungsgedanken — lassen wir mal dahingestellt), oder ob man sich an sicher stehenden PKWs vorsichtig im Schritttempo vorbeitastet (aureichend Platz vorausgesetzt, klar, aber der nötige Sicherheitsabstand ist so einfach viel geringer).

        Ein Grund, warum ich das gelegentlich so mache, ist, dass ich dann nicht mehrere Ampelphasen brauche, um eine Kreuzung zu überqueren.
        Ein Grund, warum ich das oft dann eben doch nicht mache, ist, dass bei zu vielen Autofahren das Blinken aus der Mode gekommen ist. Und der Schulterblick auch.

        • Dem was Gerrit sagt stimme ich zu. Ich möchte auch noch hinzufügen, dass an vielen Kreuzungen sogar Platz durch ca 5 m lange Radwegstummel dafür eingerichtet ist, rechts neben den Autos zu warten, auch wenn es keinen Radweg gibt. Oft ist dort sogar die Haltelinie etwas weiter vorne, so dass man von Autofahrer*innen die rechts abbiegen wollen besser gesehen wird. Ich nutze diese Möglichkeit eigentlich nur, um nicht direkt hinter dem Auspuff eines Autos warten zu müssen.

          Oft stehen allerdings auf der anderen Seite der Ampel dann parkende Autos, so dass man sich wieder nach links in den Autoverkehr einordnen muss, und das manchmal auch noch mitten auf der Kreuzung. Das ganze macht also irgendwie keinen Sinn und fördert eher gefährliche Situationen. Eigentlich führt nichts an einem vernünftigen Radweg vorbei.

        • Also die mit Schrittgeschwindigkeit vorbeitastenden Radfahrer habe ich bisher noch nicht kennengelernt. Aber die wohnen sicher irgendwo anders und sind z.B. Nachbarn der ebenfalls weit verbreiteten Einhörner. (Ähnliches kann man in dieser Extremform sicher auch über Autofahrer sagen.).

          Jetzt im Ernst:
          „Größer, schneller, weiter ==> Erster“ gilt wohl für alle Verkehrsteilnehmer unabhängig vom Verkehrsmittel.
          Aber wenn man mal objektiv eine eventuelle Zeitersparnis erfasst, wird man sehen, dass es sich in der Regel für niemanden lohnt,
          zu drängeln oder ein (wenn auch vielleicht zustehendes) Recht zu erzwingen.
          Aber ich merke auch bei mir, dass wir subjektive Wesen sind. Und andere Verkehrsteilnehmer (insbesondere die, die sich von einem selber
          unterscheiden (z.B durch das Verkehrsmittel)) werden oft als „Störung“ wahrgenommen und weniger als Partner und Mitmenschen.

          Insofern finde ich die genannte Aussage der gegenseitigen Rücksichtnahme, die übrigens auch im Gesetz steht, für wirklich gut.

  6. sorry rene, subjektiv fahren Sie dort hin, wo sie hinlenken. Die Physik und die Realität sagen da allerdings etwas Anderes. Ein Zweirad kippt zur linken Seite, wenn Sie den Lenker nach rechts bewegen und umgekehrt. (Probieren Sie das doch mal im Stand aus) Genau deshalb hat das Vorderrad einen Vorlauf und ist das Lenkkopflager geneigt. Ich, für meinen Teil, kann leider nie ausschließen ausweichen zu müssen – auch nicht, wenn ich die Fahrbahnmitte nutze!

  7. Moin!
    Im Allgemeinen kann ich dem nur zustimmen, aber das mit der Ampel und dann mittig hinter anderen Autos anzustellen anstatt rechts vorbei nach vorne vorzuziehen, halte ich für nicht richtig. Aus folgendem Grund. Die meisten Auspuffe der PKWs befinden sich links oder fast mittig. Und ich verspüre wenig Interesse und Lust daran, die Abgase der PKWs vor mir tief einzuatmen insbesondere, wenn es Diesel sind. ich halte mich dann möglichst weit rechts.
    Wenn auf der Fahrbahn Fahrradschutzstreifen markiert sind, fahre ich mit dem Rad möglichst weit links auf dem Schutzstreifen. Leider sind viele der Schutzstreifen zu schmal und befinden sich, wenn rechts daneben ein Parkstreifen ist, im Dooring Bereich der geparkten Autos.

  8. Rechts am (Ampel-)Stau vorbeibzu fahren ist, m.E., wenn man dabei vorsichtig fährt, vermeidet im Toten Winkel eines Autofahrers stehen zu bleiben und darauf achtet, dass es nicht zu eng wird kein Vordrängeln, sondern effektive Raumnutzung für alle. Der Stau wird so so kurz wie möglich gehalten, im Kreuzungsbereich ist nach dem Anfahren meist reichlich Platz zum Überholen und wenn ich mit dem Rad ganz vorne stehe übersieht mich auch kein Rechtsabbieger, sodass insgesamt mehr Fahrzeuge in einer Grünphase über die Ampel kommen als wenn ich mich mittig im Stau platziere. Ansonsten: Volle Zustimmung.

    • Fahrräder sind im Straßenverkehr sicherlich die Zweitschwächsten. Darum sollen sich diese Überlegen, ob sie Kraftfahrzeugfahrerwirklich unnötig stressen wollen. Das führt zu Ärger, Ärger führt zu Wut und Wut kann Situationen herbeiführen, die nicht gut ausgehen. Auch wenn das Fahrad im recht ist. -Schließlich, was nutz einem das Recht, wenn man tot ist?-

      Erst mal bin ich dafür, dass gleiches Recht für alle Teilnehmer gilt.
      Das fängt schon mit der unsinnigen Einbahnstraßenregelung an. Alle Verkehrsteilnehmer müssen sich an die Fahrrichtung halten. Nur die Fahrräder nicht! Was soll dieser Unsinn??? Hochgefährlich soetwas.

      Dann die Fahrräder selber. Es tut mir ausgesprochen leid, aber nach meine Empfinden und auch meinen Sichtungen fahern 2/3 der Fahrräder ohne Straßenzulassung. Keine passiven Strahler, keine Beleuchtung, keine Schutzbleche.
      Wenn ein Kraftfahrzeug so herumfahren würde, wäre das schneller stillgelegt als das da eine einsteigen könnte. Den Fahrfahren scheint das aber egal zu sein. Die Regeln der StVO regen ganz klar, mit was ein Fahrrad ausgestattet sein muss. Dabei ist es egal, ob das nicht sportlich aussieht. Sportgeräte ohne die geforderten Einrichtungen gehören auf geschlossene Sportplätze. Schließlich darf auch kein Renn- oder Geländesportwagen am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Solche Fahrräder gehören eingezogen!

      weiter geht es mit dem Bau und der Nutzung der Fahradwege. Also, wenn schon die Straßen verengt werden und Parkplätze in Massen verschwinden, nur damit auf beiden Seiten der Straße Fahradwerge entstehen, dann müsen diese auch von den Fahrrädern genutzt werden. Wie oft muss ich sehen, dass ach so sportlich angezogene Fahradsportler mit ihren tollen (meist nich tder StVo entsprechen ausgerüsteten) Fahrädern direkt nehben dem Fahrradweg auf der Straße fahren. Was würde gesagt werden, wenn Kraftfahrzeuge auf dem Fahrradweg fahren würden? Das gäbe einen Aufschrei! Aber, das Fahradfahrer, ob wohl die StVO das verlangt, einfach auf der Straße fahren, damit soll man sich dann abfinden. Toll!

      Von Fahrrädern in Fußgängerzonen fange ich jetzt nicht erst an. Sonst wird das hier viel zu lang.

      Anscheinend sollte tatsächlich es Pflicht werden einen Fahrradführerschein zu machen. Wenn der Fahrradverkehr genauso überwacht würde, wie der Kraftfahrzeugverkehr, dann würden sich sicherlich viele Fahradeigentümer überlegen, wie sich sich im Straßenverkehr verhalten.

      Und um mal auf die Aussage zurückzukommen. Fahrräder, die in der Mitte des Fahrstreifens fahren, können ein erhebliches Verkehrshindernis dastellen. Nicht jedes Fahrrad wird mit 50 km/h bewegt. Und ich kenne jede Menge Ampelschaltungen, wo gerade mal drei Kraftfahrzeuge bei einener Grünfase es schaffen durchzukommen. Wenn dann noch ein oder mehrere Fahrräder da herumschleichen, kann der Kraftwagen nur noch Aggressionen aufstauen.

      Und zum Abschluss der Klassiker. Fahrad fährt an der Ampel rechts am Kraftfahzeug vorbei. Stellt sich ganz vorne vor und in dem moment, wo die Ampel „Ggün“ zeigt, zieht das fahrad ohne jegelich Anzeichen nach links und biegt ab. Wirklich ein vorbildliches Verhalten. Da freut sich jeder Kraftwagenfahrer!

      • Gleiches Recht für Alle? Das ist natürlich Quatsch, denn es darf schon auf die Eigenheiten des jeweiligen Vehikels eingegangen werden. Ein Auto ist eine tödliche Waffe und das umso mehr wenn es nicht verkehrstüchtig ist. Ein Radfahrer gefährdet vor allen Dingen sich selbst bzw. andere im Regelfall nicht tödlich. Deswegen ist es m.E. in Ordnung, wenn man nicht jeden Scheiß der StVO bis ins kleinste Detail umsetzt. Vor noch gar nicht zu langer Zeit waren z.B. LED-Lampen nicht regelkonform -> hat mich aber wenig interessiert. Es geht darum, gesehen zu werden und dafür ist alles Sinnvolle zu tun.

        Ich stimme zu, dass nutzungspflichtige Radwege auch genutzt werden sollten. Aber hier gibt es leider bei allen Fahrzeugklassen Nachschulungsbedarf. Nicht alles, was wie ein Radweg aussieht, ist auch einer. Und nicht jeder Radweg ist benutzungspflichtig. KfZ-Führer sind schlicht nicht qualifiziert, das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Oft aufgrund mangelnder Ausbildung, aber (fast) immer situationsbedingt (oder wer achtet als Autofahrer konsequent auf die Kennzeichnung von Seitenstreifen?)
        Einen Zusammenhang zwischen dem idiotischen Bau von Radwegen und deren Benutzungspflicht kann man jedenfalls nicht wirklich herstellen, zumal es diesbezüglich in den letzten Jahren einen Paradigmenwechsel gibt. Viele ehemalige Radwege werde umgewidmet und die Radfahrer auf die Fahrbahn geleitet. Eigentlich müsste das mit einem Rückbau der Radwege einher gehen, um den Verkehrsraum zu gewinnen, aber eine einfache Umwidmung ist halt billiger. Dass das insbesondere zu Lasten von KfZ-Führern und dem allgemeinen Frieden geht, ist sehr bedauerlich, aber eher Grund, dies an seinen Volkszertreter zu deligieren als es an den jeweils anderen Verkehrsteilnehmern auszulassen. Eine Empfehlung, die Mitte der Fahrbahn zu nutzen ist jedenfalls davon unangetastet. Darüber aufregen kann sich ohnehin nur jemand, der es mit Verkehrsregeln und der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer nicht so eng sieht.

  9. In Mannheim wird man als Radfahrer wüst beschimpft und angehupt wenn man zügig und in der Mitte der Straße fährt. Am Ende ist sowas ein guter Indikator für den Durchschnitts IQ der Bevölkerung. In Mannheim leider eher unten angesiedelt.

  10. zu Update2:
    Oft scheinst du nicht Fahrrad zu fahren. Reihe dich mal in eine Autoschlange hinter einem Auspuff ein.
    Die CO²- Gifte machen dich bei einer Wartezeit von über einer Minute mindestens meschugge und schwindelig!
    Das ist mein Grund warum ich das Recht habe an einer Autoschlange vorbeizufahren, nicht wir gegen die.

  11. Das Hauptproblem sind nicht die bösen Auto oder Radfahrer. Das Hauptproblem warum es immer wieder Schwierigkeiten zwischen Autos und Fahrradfahrern gibt sind in erster Linie die Rücksichtslosen in beiden Parteien. Kenne selbst beides in Berlin. Es ist ziemlich blöd von einem Autofahrer abgedrängt zu werden oder wenn man fast von einem Rechtsabbieger überfahren wird weil der nicht mal guckt. Das ist mir selbst schon passiert und alles andere als schön wenn man das Auto im Augenwinkel schnell näher kommen sieht.. Andersrum sehe ich als Autofahrer manchmal Radfahrer die einem wenn man mal einen Fehler macht aufs Auto schlagen und einen anschreien um dann an der nächsten Kreuzung wie selbst verständlich bei Rot zu fahren. Fahrradfahrer nehmen sich bereits jetzt den Freiraum den sie benötigen. Da werden zweispurige Straßen in der Innenstadt oft zu einer Spur plus Fahrradstreifen umfunktioniert, weil ohnehin kein Platz ist für 2 Autos neben einander plus Fahrrad.

    Ich wäre tatsächlich dafür, das Fahrradfahrer wie andere rollende Verkehrsteilnehmer auch eine Art Führerschein machen müssten. Schließlich bewegen sie sich wie die anderen auch im öffentlichen Verkehrsraum und fordern natürlich zu recht ihren Platz ein. Jedoch scheinen die Begriffe wie STVO deren erster Paragraph gegenseitige Rücksichtnahme gebietet nur den wenigsten Fahrradfahrern geläufig zu sein. Und selbst Autofahrern oder Leuten mit Führerschein scheint oft nicht bewusst zu sein, das sie sich wie alle anderen auch an Verkehrsregeln zu halten haben.

    Augen auf im Straßenverkehr man ist nicht vorrangig für sich verantwortlich sondern hat auch dafür sorge zu tragen, dass andere sicher ans Ziel kommen. Das gilt für alle Verkehrsteilnehmer und das schließt auch Fußgänger mit ein. Davon hat Berlin nämlich auch ein paar ganz merkwürdige Kandidaten.

  12. Als Autofahrer finde ich es nicht schlimm, wenn Radfahrer in der Mitte der Strasse fahren. Ich denke jedoch, daß man aus Sicherheitsgründen noch besser auf dem Radweg fährt. Ich kenne die Radwege auf meinem Arbeitsweg und nutze sie selbst regelmässig. Sie sind gut ausgebaut und sicher. Trotzdem fahren immer wieder ins Besondere Rennradfahrer auf der Straße und gefährden damit sich und andere. Das stört mich, und nicht mittigen fahren wenn es keinen Radweg gibt.

  13. Ich hätte da noch ein weiteres Update zu dem Artikel:
    Radfahrer, egal welcher Fahrradklasse, sollten den Fahrradweg benutzen, wenn einer da ist. Wie oft sehe ich Radler, meist mit einem „Rennrad“, dass sie auf der Strasse fahren obwohl gleich nebendran ein Radweg verläuft. Das erhöht deutlich das Risiko für die Radler und behindert unnötigerweise das zügige Vorankommen der Autofahrer, die dann genervt sind.

    • @doris Hahn:

      Das Update wirst du sicher nicht bekommen. Weder stimmt es, dass Radfahrer auf der Straße mehr gefährdet sind, als auf den Radwegen, noch müssen Radfahrer pauschal Radwege benutzten. Das gilt a) nur für die mit dem blauen Schild, und dann auch nur b), wenn sie nicht in schlechtem Zustand sind. (Und das sind in -Berlin zumindest- sehr viele.).

      • wenn kein blaues Schild da ist ist das auch kein Radweg.
        Ausserdem sind zweispurige Fahrräder, wozu auch Fahrräder mit Anhänger gelten, von der Benutzungspflicht ausgenommen, wenn der Weg zu schmal ist 🙂
        MfG, Simon

  14. In der Mitte??? Schon mal was vom Rechtsfahrgebot gehört? Die StVO gilt doch wohl auch für uns Radler, oder nicht?

    • Ehrlich @Frank, dein Kommentar macht mich ein wenig ärgerlich, denn du hast dir offenbar nicht die Mühe gemacht, den Artikel (und den Folgeartikel) zu lesen.
      Komm schon, das kannst du besser!

  15. Solange ihr nur dann auf der Strasse fahrt, wenn es keinen Radweg gibt, könnt ihr meinetwegen auch in der Mitte der Fahrbahn fahren. Sollte es aber einen Radweg geben, dann nutzt den doch bitte, sicherer geht es nimmer!

  16. Seit 30 Jahren fahre ich in der Mitte der rechten Fahrspur. Ganz einfach aus Sicherheitsgründen. Gerade in unserer kleineren Stadt müssen die Autofahrer mich regulär überholen und können sich nicht mal schnell vorbeidrängen und mich gefährden. @Frank, wieso Rechtsfahrgebot? Nirgends steht, das ich mich selber gefährden muss! Und aus Sicherheitsgründen auf dem Fahrradweg fahren? Das ist doch nicht Euer Ernst? Aufgerissene Autotüren, aus Seitenstraßen oder Ausfahrten preschende Autofahrer, zugeparkte Wege, Fußgänger, Skater oder diese komischen motorisierten Besenstiele! Ach ja, die Rechtsabbieger, die habe ich noch vergessen. Glaubt mir, Tausende Kilometer Stadtradelnde Erfahrungen!

  17. Vielleicht sollte bei der ganzen Sache auch das Tempo berücksichtigt werden. In Hamburg z.B. ist der rollende PKW-Verkehr ausserhalb der Stosszeiten recht flott unterwegs. Da kann ich als durchschnittlicher Radfahrer mit durchschnittlichem Rad nicht mithalten. Will ich auch garnicht.
    Und dann fände ich es ziemlich frech, als „Bremse“ mitten auf der Fahrbahn unterwegs zu sein. Das gibt Stress für beide Seiten: hinter mir drängelts und ich strampel mich ab. Da ist es einfacher, dem PKW-Verkehr Platz zum Überholen zu geben und dann eben in den auf den Bildern geschilderten Situationen etwas langsamer und aufmerksamer unterwegs zu sein. Letzendlich fahren ALLE mit Rücksicht besser. Und wie es ja im letzten Satz angedeutet wurde: auch wenn ich das Recht dazu hätte, hilft es mir wenig, dies Recht GEGEN die anderen Verkehrsteilnehmer durchzusetzen.
    Ich finde, der Verkehr — bezogen auf alle Verkehrsteilnehmer — soll fließen. Und solange sich hier unterschieldiche Verkehrsteilnehmer mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten begegnen, sollten die langsameren nicht den Rest ausbremsen, sondern jedem sein Tempo ermöglichen. Genauso, wie schnelle Rennradler vielleicht mitten auf der Straße besser aufgehoben sind und langsame Mofas (ja, auch da gibts welche, die ich sogar mit dem Fahrrad überhole) beispielsweise nicht in der Mitte der Fahrbahn.

    Ein Punkt, der mich nervt, wenn ich mal mit dem Auto unterwegs bin: ZWEI Radfahrer nebeneinander auf der Fahrbahn, gerne auch bummelnd ins Gespräch vertieft. Da wird man dann selbst in einer Tempo 30 Zone sauer, wenn kein Vorbeikommen mehr möglich ist (ja, ich spreche von Radlern, die dann DEUTLICH unter Tempo 30 unterwegs sind).

    • Der Kommentar von nherobot ist so ziemlich das Vernünftigste, was ich gelesen habe, bis ich mich durch die Kommentare gekämpft hatte.
      Außerdem:
      – Rücksichtnahme und nicht untaugliche Erziehungsversuche sind der Schlüssel. (Was Selbstmördern wohl egal ist)
      – Leute fahrt mit Licht!!! Immer!!! Mir wird fast schwindelig, wenn ich in der Dämmerung oder bei Nacht die unbeleuchteten Fahrradzombies durch die Straßen fahren sehe. Motorradfahrer haben es längst begriffen (mit Hilfe der StVO), dass man seine Sichtbarkeit und damit Sicherheit wesentlich erhöht, wenn man mit Licht fährt. Und das sollte bei den heutigen Nabendynamos oder Akkuleuchten selbstverständlich sein.
      – Wenn es einen Fahrradweg gibt, dann ist er auch zu benutzen, egal wie er aussieht. Bei Schlaglöchern auf der Fahrbahn fahren die Autos ja auch nicht auf dem Fahrradweg.

  18. Nachdem ich jetzt einige Tage das Radfahren in Kopenhagen (ansatzweise Paradies) und danach kurz in Hamburg (ansatzweise Alptraum) Rad gefahren bin, behaupte ich einfach mal, dass bestimmte Grundstimmungen im Miteinander bestimmte Situationen provozieren. Regeln können manche Situationen logisch klären, aber bei einer Grundhaltung, die auf Rechthaberei und Verallgemeinerung, Egoismus und Aggression basiert bringen sie einen nicht wirklich weiter. Handzeichen empfinde ich als wohltuend (wenn man wenigstens ansatzweise erahnen kann, was andere Verkehrsteilnehmer vorhaben), Blinken ist toll (auch wenn es nur noch wenige tun), vorausschauend fahren, Rücksicht nehmen, sich bedanken (auch bei SUVs ;-). Wir leben nun mal in einem Land, in dem viele „Autofahren“ mit „Freiheit“ gleichsetzen.

    Und Gegenargument zur Eingangsthese: Wenn ich Autofahrer leichter überholen lasse, ist es kein Problem für sie, wenn ich an der nächsten Kreuzung wieder vor Ihnen stehe (wenn es trotzdem eins ist, kann ihnen sowieso keiner helfen).

  19. Sehr schöner Artikel, sehr schöne Diskussion mit vielen nützlichen Ansichten und Anmerkungen.

    Ich persönlich habe zwei Autos, fahre viel Fahrrad und schrecke auch nicht davor zurück, längere Strecken zu laufen.
    Bei jeder dieser Fortbewegungsarten musste ich mich selbst schon mit Gedanken ertappen, die gegen das Verhalten eines Verkehrsteilnehmers einer entsprechend anderen Fortbewegungsart gerichtet waren ….. halt, noch nicht schmunzeln, die Pointe kommt erst noch! Worüber ich mich intuitiv aufgeregt hatte, waren mehrere unterschiedliche (teils gegensätzliche) Verhaltensweisen, die ich selbst mit dem entsprechenden anderen Fortbewegungsmittel genau so praktiziere bzw. bis dahin praktiziert hatte!

    Beispiel: ich auf Rad, Autofahrer überholt mich übelst laut mit gefühlt Vollgas, ich denk mir nur, Arsch, was dröhnst du mich so an und ich darf jetzt in dem Gestank fahren. Paar Tage später, ich im Auto muss Radfahrer überholen, gebe sicherheitshalber Vollgas, damit ich schnell an ihm vorbei bin …… MOMENT!

    Was will ich damit sagen?
    Unser intuitives Gefühl geht immer von unsrer Egospektive aus, und je mehr wir als Person kaschiert sind durch eine Abstraktion (hier: Verkehrsteilnehmer, Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger) sinkt unsere empatische Hineinversetzung ins Gegenüber.

    Was ist meine Resolution daraus?
    Ich versuche nun bei Allem das passende Maß zu finden. Dabei hilft, die fehlende automatische empatische Reaktion einfach manuell zu starten (wenn ich jetzt der Radfahrer wäre, wie würde ich es favorisieren, dass mein Auto mich jetzt überholt?).
    Bezugnehmend auf das Beispiel habe ich meine persönliche Strategie nun also gesplittet: entweder ich schaffe es direkt bei Ankunft, den Radler zügig zu überholen, oder ich warte auf eine ausreichende Gelegenheit, mit mittlerer Beschleunigung an ihm vorbeizugleiten.
    Als Radler nehme ich jede Gelegenheit wahr, die Autofahrer zu animieren, bei günstigen Gelegenheiten so zügig wie möglich zu überholen, indem ich deutlich in eine Parklücke/Einfahrt einbiege, jedoch ohne anfangs die Geschwindigkeit zu vermindern – das motiviert die Autofahrer so schnell wie möglich zu überholen, ohne uns beiden mehr Verzögerung zu bereiten, als nötig. Doch Viele sind dadurch anfangs überrascht und reagieren zu spät. Hier hilft jetzt, dass meine Geschwindigkeit noch nicht gedrosselt ist, denn wurde ich rechtzeitig vor Ende der Lücke nicht überholt, ziehe ich direkt wieder nach links – das nächste Mal klappts dann immer!

    Die Anmerkungen hier nehme ich gerne auf, um mein Verhalten in Kreuzungsnähe und bei unübersichtlichen Umgebungsbedingungen zu verbessern – indem ich dort mehr Abstand zum Rand einnehme als bisher.
    Auf idealer Strecke werde ich aber weiterhin davon absehen mehr als nötig Abstand nach rechts zu lassen. Denn das haben ja schon Viele erläutert und da stimme ich voll und ganz zu, dass allein prinzipienbedingtes Verhalten, ohne Dieses an die kontextuelle Situation anzupassen, nicht förderlich ist.

  20. Ein Zitat aus update 2: „Naja, das überzeugt mich überhaupt nicht. Erstens machen sich Radfahrer in meinen Augen vollkommen unglaubwürdig, wenn sie erst auf ihren Sicherheitsabstand pochen, um diesen dann an der nächsten Ampel für ein paar Sekunden Zeitgewinn zu opfern.
    Zweitens ist das genau die unselige „Wir gegen die“-Denke, die in meinen Augen das Kernproblem des Miteinanders im Straßenverkehrs ist.
    Ich verstehe einfach nicht, woher Radfahrer das Recht ableiten, eine Art natürlicher Vorfahrt zu haben.“

    Dieser Vergleich hinkt aber gewaltig.
    Es gibt den Sicherheitsabstand nicht ohne Grund.
    Ein Auto erzeugt Luftverwirbelungen wenn es fährt durch die das Fahrrad zum kippen gebracht werden kann. Daher ist bei höherem Tempo (90km/h und mehr) auch ein größerer Sicherheitsabstand vorgeschrieben. Oder auch wenn auf dem Rad ein Kind transportiert wird. Der Schwerpunkt des Rades ändert sich gewaltig und man kann leichter kippen.
    Man hat keinerlei Einfluss auf das Geschehen wenn ein Auto zu schnell und nah überholt, man stürzt einfach.
    An einer Ampel fallen alle diese Faktoren weg.

    • Sei mir nicht böse, aber wenn Geschwindigkeiten jenseits der 90 km/h herangezogen werden müssen, um zu rechtfertigen, dass der Sicherheitsabstand an der Ampel plötzlich nicht mehr wichtig ist, lässt das in meinen Augen ziemlich tief blicken.

  21. Hallo, ich habe jetzt nicht jeden Kommentar gelesen. Ich finde den Ansatz sehr schön und als Berufspendler lebe ich es auch ein Stück weit. Für die Ampel schlage ich eine Mischung vor. In der Regel kennt man die Ameplphasen auf dem täglichen Strecken. Ich fahre immer soweit vor, dass ich der letzte bin der in der kommenden Grünphase drüberrollt. Vorne stehen führt erfahrungsgemäß nur zu ekelhaften Überholmanövern :(.

    Bin gerade erst über deinen Blog gestolpert, werde mich aber noch ein bisschen umschauen. 😉

  22. Genau, nur miteinander geht’s.

    Aus Radler-Sicht habe ich selten einen derart vernünftigen Artikel gelesen. Hut ab.

  23. [quote]
    In den Kommentaren wurde öfter bemerkt, dass der Satz

    „Leute, fahrt mit dem Fahrrad auf der Mitte des Fahrstreifens! Es wird die Teilnahme im Strassenverkehr mindestens etwas stressfreier gestalten, es kann aber auch ganz schnell euer Leben retten.“

    so nicht zutrifft und es ganz im Gegenteil sehr stressig werden kann, wenn Autofahrer, mittig fahrende Radler zum Beispiel durch sehr wenig Sicherheitsabstand „erziehen“ wollen.
    [/quote]

    Noch ein Grund mehr, mittig zu fahren: Dann hat man wenigstens für den Fall noch nach rechts etwas Platz, im Notfall ausweichen zu können.

  24. Das rechts nach vorne Fahren an Ampeln ist erlaubt und einfach deswegen nicht vergleichbar, da
    a) die Geschwindigkeit viel geringer ist
    b) in der Situation niemand aus dem Auto aussteigen darf

  25. „Ich bin in den Kommentaren darauf hingewiesen worden, dass es nach § 5 Absatz 8 StVo legal sei, an den Autofahrern in der Ampelschlange rechts vorbeizufahren. Naja, das überzeugt mich überhaupt nicht. Erstens machen sich Radfahrer in meinen Augen vollkommen unglaubwürdig, wenn sie erst auf ihren Sicherheitsabstand pochen, um diesen dann an der nächsten Ampel für ein paar Sekunden Zeitgewinn zu opfern.“

    Ich persönlich mache das vor allem um nicht minutenlang direkt mit der Nase am Auspuff eines Autos verbringen zu müssen 😉

    Grüße

  26. Zu Positionierung vor der Autoschlange an der Ampel:

    In meiner Stadt sind an vielen Ampeln sogar entsprechende Haltebereiche für Radfahrer:innen ausgewiesen. Das finde ich sehr angenehm, gerade bei Abbiegerspuren – und auch, dass man nicht die Abgase des Autos vor einem einatmen muss.
    Besonders, wenn ein benutzungspflichtiger Radweg Vorfahrt vor rechtsabbiegenden Autos hat, ist es super wichtig, auf diese Weise sichtbar zu sein.
    Ist der Streifen zwischen Parkreihe und wartendem Auto jedoch zu eng um entspannt vorzufahren, verzichte ich darauf.

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