Frieder Kreezy

Quodoard Flolke a.k.a. Frieder Kreezy ist Opinion Leader, Lifestyle Afficionado, Anti-Normcore Fashionista, Target Market Influencer, Multichannel Hip Hop Airhorn, Early USB Adapter aka Fl. Qu. aka Fr. Kr. und schreibt supergute ironiefreie Beschreibungen über sich selbst. Als Prager treibt er die Expansion Ost der Blogrebellen voran und schreibt über dies, das, verschiedene Dinge.

UPDATE: Der Artikel wurde um ein Update erweitert, die Überschrift korrigiert. Dem Gold Run auf Twitter tut dies keinen Abbruch…“Snapchat nicht mehr nur für Erwachsene“ ist und bleibt mega shareable. Auch wenn die Zahlen die Aussage kaum stützen und die (schwachen!) Daten sich ausschließlich auf den US-Markt beziehen. Update Ende.

Auf Twitter (und Rivva) drehen momentan massenweise Ü30-Snapchat-Fanatiker hohl und retweeten und verbreiten einen Artikel namens „Snapchat nicht mehr nur für Teens. Snapchat Nutzung bei 25-34 Jährigen liegt bei 38 %“.

Der erste Satz „Snapchat nicht mehr nur für Teens“ scheint dabei viele LeserInnen und so dermaßen in ihren eigenen verzweifelten Snapchat-Gehversuchen zu bestärken, dass niemand sich fragt, was denn der zweite Satz der Überschrift eigentlich bedeuten soll.

„Snapchat Nutzung bei 25-34 Jährigen liegt bei 38 %“?

Und damit geht das ganze Debakel erst los.

"Snapchat nicht mehr nur für Teens"? - Schwachsinn! Der Autor hat nur die Zahlen falsch verstanden
http://www.futurebiz.de/artikel/snapchat-nicht-mehr-nur-teens-38-ueber-25/

Denn die Zahlen von ComScore beziehen sich auf die „Snapchat Smartphone App Penetration“, also darauf, wieviel Prozent einer Altersgruppe die App auf ihrem Smartphone installiert haben. Und nicht darauf, wieviel Prozent der SnapchatnutzerInnen irgendwelchen Altersgruppen angehören.

Es sind also keineswegs 38% aller SnapchatnutzerInnen über 25 Jahre alt. Stünden die 38% im Diagramm tatsächlich dafür, dann wären 69% der NutzerInnen 18-24 Jahre alt und 14% über 35. Wir addieren. Insgesamt würden dann 121% Snapchat nutzen. 121% wovon auch immer. Sechsen, sechs.

Nein.
Nein.

Diese Zahlen heißen nichts. Selbst richtig gelesen heißen sie nichts. Die Daten stammen aus der „ComScore Mobile Metrix“ (der Autor des Artikels mit der falschen Überschrift schreibt übrigens von einer „Matrix“). Was das ist, wie es funktioniert und aus welchen Datenbanken dieses Programm seine Daten zieht? Wer weiß.

Aber geil. Bunte Linien. Unerwartet hohe Werte bei Snapchat einerseits und Ü25 andererseits? Mega. Endlich was in der Hand für Pitch Meetings zum Thema „Social Web 7.0: Snapchatmarketing für die Zielgruppen Young Achievers, DINKS (double income, no kids) und Hüftkranke“!

Fest steht: 138% aller Senior Social Media Consultants haben heute (ups, korrigiere: gestern) 37% aller Ü50-Snapchatinteressierten an der Nase herumgeführt und 100% von ihnen dazu gebracht, hyperaktiv Schwachsinn in die Welt zu retweeten und zu sharen.

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  1. Thomas Knüwer says:

    Warum arbeitest du allein mit Comscore-Zahlen? Und warum erwähnst du nicht Snapchats eigene Daten? Nach denen sind 40% der Nutzer über 25 und 77% über 18 (sprich Studenten oder Auszubildende oder im Beruf).

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