Sunday Joint: Tobias Lichtmann – Music for Bathrooms

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(Bild: "Ventimiglia", Metro Centric, CC BY 2.0)
(Bild: "Ventimiglia", Metro Centric, CC BY 2.0)

Als mir Tobias Lichtmann erzählte, dass er ab und zu im Liquidrom für die im Wasser chillenden Menschen den Soundtrack spielt, klingelte natürlich sofort eine Glocke bei mir. In der Badewanne liegen und Blubbermusik hören? Klingt nach einer guten Art, den Sonntag zu verbringen, oder?

Interview mit Tobias Lichtmann

Wer bist du, was sind deine Wurzeln, wo lebst du und was machst du?
tobiaslichtmanndotMein Name ist Tobi und ich komme aus Offenbach – das ist bei Frankfurt. Manche kennen es vielleicht von Haftbefehl und dem Robert Johnson.
Jeder in Hessen hatet auf Offenbach. Und das ist auch gut so.
Denn dann kommt keiner und sieht, wie toll es wirklich ist. Perfekter Gentri-Schutz, auch wenn es hier und da leider so langsam losgeht.
Jetzt wohne ich in Berlin und mache Musik. Wie so ziemlich jeder hier. Ich produziere, ghoste, DJe, gebe Kurse – so Sachen eben.

Was ist die Idee zu deinem Sunday Joint?
Ich hatte schon länger den Wunsch eine Reihe von themenbezogenen Sets zu mischen. Inspiration war Brian Eno’s „Music for Airports“. Als ich neulich wieder im Liquidrom auflegte, entstand dort die Idee des „Music For Bathroom“-Mixes. Weitere Themen-Mixe sind schon in der Pipeline, brauchen aber noch einen Moment.

Welchen Stellenwert hat Musik in deinem Leben?
Kennst du die Blade-Runner Opening Szene? Die in der die Kamera über das dystopische LA fliegt und Flammen aus Schornsteinen in den dunklen Himmel schießen – alles während Vangelis mit aller Macht auf sein Keyboard hämmert? Diesen Stellenwert hat Musik für mich: Sie macht alles intensiver: Musik macht das Gute noch besser und das Schlechte noch schlimmer. Soundtrack your Life und so!

Was war deine bisher prägendste musikalische Erfahrung?
Der Feueralarm vor einem Kraftwerk-Konzert, der dazu führte, dass die Jungs mit samt uns Fans „draussen“ warten mussten.
Sie verteilten fleißig Autogramme und man konnte locker plaudern.

Wie sieht für Dich ein perfekter Sonntag aus?
Gerade jetzt im Herbst:
Keine Termine und leicht einen sitzen haben (Zitat von Harald Juhnke) – dabei in den Himmel schauen und die neuesten Track-Entdeckungen durchhören.

Vinyl, digital, egal?
Jeder nach seiner Façon – mir ist’s egal.

Wo und wann kann man dich in nächster Zeit live erleben?
Vorerst gar nicht, weil ich mich wieder auf’s Produzieren fokussiere. Wer Lust hat, kann ja mal auf meiner Webseite reinhören.
Ansonsten plane ich an einer Eventreihe für untanzbare Musik. Denn ich will, dass es wieder Chill-Out-Floors gibt.
Denn das fehlt mir: Musik, die zum Zuhören gemacht ist, soll genau so viel Platz haben wie 4-to-the-Floor-Banger.
Und weil mir das fehlt, muss ich wohl selber ran und das ändern.
Wenn alle Stricke reißen sollten, findet man mich auch auf schlecht bezahlten Geburtstagsfeiern als DJ-Jukebox.
Aber diese Events poste ich natürlich nicht :).

Tracklist:
1. Aphex Twin – Avril 14th
2. James Yorkston – Woozy With Cidre (Jon Hopkins RMX)
3. Jon Jopkins – Abandon Window
4. Ishome – Ken Tavr
5. Anenon – Body
6. Nils Petter Molvær – Little Indian (Live)
7. Yello and Heidi Happy – You Better Hide
8. Portishead – Roads
9. Moby – I’m Not Worried At All
10. Martin L. Gore – In My Other World


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