Kreuzberger Strassenkampf entschieden

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“Rudi Dutschke ist zurück auf der Strasse” schreibt Gereon Asmuth in seinem Kommentar der heutigen Ausgabe der Taz. Besser kann man es wohl kaum auf den Punkt bringen. Beim gestrigen Bürgerentscheid haben sich die Kreuzberger und Friedrichshainer Bürger mit 57,1 Prozent für die Umbenennung eines Teilstücks der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Strasse entschieden. In Zukunft werden sich also die Axel-Springer-Strasse und die Rudi-Dutschke-Strasse an der Kreuzung treffen, an der sich auch das Axel-Springer Gebäude mit der Redaktion der Bild Zeitung befindet.


Rudi Dutschke
, einer der bekanntesten Vertreter der westdeutschen Studentenbewegung, wurde am 11. April 1968 nach einer Hetzkampagne der Presse von einem Hilfsarbeiter angeschossen. Er überlebte nur knapp und starb einige Jahre später an den Spätfolgen des Attentats.
Marek Dutschke, jüngster Sohn des Studentenführers sagte dem ZDF “Es kann doch keine schönere Versöhnungsgeste geben, der frühere Kampf wird so symbolisch überwunden”

Da einige Anlieger unter Beteiligung (wer hätte es gedacht) des Springer Verlages die Umbenennung gerichtlich verhindern wollen, können die neuen Straßenschilder allerdings vorerst nicht angebracht werden. Und wer weiß wie lange diese juristische Schlammschlacht dauern wird.

Das Hauptargument der CDU gegen die Umbenennung der Kochstrasse waren übrigens die hohen Kosten, die auf die Bürger und Geschäftsleute zukommen. Zitat: “Warum müssen Bürger für Entscheidungen von Politikern zahlen, die selbst nicht davon betroffen sind”.
Nicht nur, dass der Satz ein Witz schlechthin ist, dieser von der CDU initiierte Bürgerentscheid kostete den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg rund 200.000 Euro!

via: taz, ZDF, Pro-Kochstraße, Wikipedia, Popnutten


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4 KOMMENTARE

  1. Da auch der in dem Ostteil Deutschlands aufgewachsene Dutschke, wenn auch nebenher, für den Axel-Springer-Verlag journalsitisch tätig war, kommt doch an der Kreuzung Axel-Springer-Straße und Rudi-Dutschke-Straße zusammen, was zusammen arbeitete.

    Und wer sagt denn, Demokratie sei billig? Preiswert ist sie auf alle Fälle.

  2. Stimmt, von der (Straßen-)Seite habe ich das noch nicht gesehen.
    Ein gutes Arbeitsverhältnis hatte der Verlag mit Rudi aber wohl nicht: Die Zeitungen des Springerverlags und viele Regionalzeitungen setzten ihn – wie die 68er insgesamt, als deren Symbolfigur er nun galt – u.a. mit Hinweisen auf sein „ungepflegtes Äußeres“ und seine DDR-Herkunft herab. 😀

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