Neue Blogrebellenrubrik: Comics / Graphische Literatur.

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Ich grüsse dich, werte Leserschaft! Peter, der Chef dieses Packs bat mich in meiner Kurzanstellung als entlohnungsfreier Praktikant etwas über Comics zu schreiben, während er sich die Sonne auf die Plauze knallen lässt. Verteilungsgerechtigkeit schaut anders aus :D.

Nee, mal im Ernst, klar der  oder die eine wird sich jetzt fragen, warum Comics? Blogrebellen ist doch Mixtapeland – ja schon richtig, aber eben nicht nur. Und daher werde ich von jetzt an in unregelmäßigen Abständen  den ein oder anderen gezeichneten Leckerbissen vorstellen – und natürlich auch hoffen, dass der Impuls vielleicht sogar überspringt.

Problematisch ist eben nur: Comics sind selten downloadbar & falls doch, fehlt ihnen am Rechner diese sinnliche Qualität, die sie sich mit Büchern teilen. Blättern ist eben immer noch kein Scrollen &  daher muss man sie anders behandeln. Man muss diese Dinger oftmals käuflich erwerben und dabei sogar noch Kontakt mit so schmierigen Fachkräften haben :D.

Und für diejenigen unter euch, deren Comicsozialisierung noch unabgeschlossen ist und die glauben, dass es neben Spawn, Lobo, den lustigen Taschenbüchern, den Galliern die römische Legionäre wegmüllern oder Hergés Tim & Struppi kein weiteres Leben gibt – die muss ich enttäuschen. Da ist noch so viel mehr & täglich kommt noch etwas Neues dazu. Natürlich auch viel verzichtbares – aber dieses Marktsegment ist gerade (auch neben Pixar & Co) verdammt dynamisch. Was man an den beachtlichen Kassenerfolgen von gehaltvolleren Filmen wie  Persepolis oder Waltz with Bashir deutlich erkennen konnte.

Und es ist egal, ob man sich eher für die klassischen Formen interessiert oder sich mehr für die Mischformen begeistern kann, Comics sind eine Sprach- und Ausdruckform um die man heute nicht mehr herumkommt, auch wenn man sich diesem Fakt oft nicht bewusst ist. Soundwords sind beispielsweise schon ein fester Bestandteil des Alltags geworden und endlos viele Wandmalereien würden ohne Anleihen an Comicstyles deutlich egaler ausschauen.

Es gibt Funnies, wie Clever & Smart die einfach nur abgedrehte & absurde Situationen aneinanderreihen, ohne tatsächlich irgendwas zu wollen, natürlich sind diese Dinger ziemlich sinnbefreit – aber lustig sind sie allemal.

Dann existieren seriösere, journalistische Formate, die anerkannt haben, dass ein reines Schreiben den Eindrücken & Assoziationen während der Recherche nicht (mehr) gerecht werden kann. Die versuchen, eine weitere Ausdrucksform zu nutzen – das beste Beispiel für eine gelungene Vereinigung ist Joe Saccos Augenzeugenbericht „Palestine“. Aber auch die raffinierten Stadt-Comics (z.B. Pjöngjang) von Guy Delisle sind hochpolitisch, ohne einen nervigen Zeigefinger und altkluges Ich-weiss-Bescheid-Gehabe.

Und natürlich findet man auch zahlreiche digitale Comics, die ganz unterschiedliche Motivationen besitzen. Einerseits den bereits einhunderttausendmal modifizierten Bilder des modernen La-Linea-Cholerikers von lol-comics oder aber auch so kluge & mutige Dinger, wie „Zahra’s Paradise“ – den ich hier bei den Blogrebellen auch schon kurz vorgestellt habe.

Ihr dürft euch also auf einen reichen Fundus von Ansätzen und Stilen freuen & wer sowas überhaupt nicht feiern kann, wegen akuter Buchallergie oder Phobien gegenüber physischen Medien – der scrollt einfach weiter und dockt in Mixtapeland an, keiner wird klagen. Kritik ist übrigens gerne gesehen, ebenso Wünsche & Anmerkungen. Cheerz!

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