FeteRetter gesucht!

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Meine erste Erinnerung an die Fete de la Musique in Berlin stammt von einem Nachmittag am Engeldamm bei Neurocomic. Sven Dohse spielte ein extrem entspanntes Breaks-Set. Die Sonne schien und überall saßen Leute herum, tranken Bier, chillten und machten aus dem begrünten Mittelstreifen einer Straße etwas, das für mich ab diesem Zeitpunkt der Inbegriff von Sommer sein sollte. Kurz gesagt, ich mochte dies alles sehr. Daß ein paar Stunden später die komplette Wiese voller tanzender Menscher war, gefiel mir fast noch besser. Endgültig in mein Herz gespielt hat sich die Fete allerdings als ich sie letztes Jahr mit meiner damals dreijährigen Tochter besuchte. Wir hörten alleine auf dem Weg zwischen Ostkreuz und Warschauer Straße deutschen Hip Hop beim Rosis, Punkrock und Techno im RAW, sowie Blues und Country vor irgendeiner Kneipe. Zum Schluß führte uns der Weg natürlich zu Neurocomic an die Schillingbrücke, wo Hunderte von Menschen am tanzen waren.

Wegen dieser für mich immens wichtigen Erinnerungen, wegen der Vielfalt an unterschiedlichster Musik, wegen des besten Mottos der Welt, nämlich “umsonst und draußen” und natürlich weil ich nicht will, daß unsere erste Bühne auch die letzte war, möchte ich nicht auf die Fete de la Musik verzichten!

Doch das kann leider passieren, denn die Finanzierung der Fete 2012 ist nicht sicher. Der Berliner Senat wird wieder 25% der Kosten tragen. Der Rest wurde bisher mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie bestritten. Diese sind aber für diese Jahr noch nicht bewilligt.
Welche Projekte durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin unterstützt werden, darüber entscheidet ein unabhängiger Stiftungsrat. Ihm gehören je drei vom Senat von Berlin bestellte und vom Berliner Abgeordnetenhaus gewählte Mitglieder an.

Und jetzt kommt Ihr ins Spiel: Werdet jetzt Mitglied dieser Facebookseite und ladet eure Freunde ebenfalls dazu ein. Sprecht mit Abgeordneten. Sagt in Blogs und Tweets, warum ihr nicht auf die Veranstaltung FETEberlin verzichten wollt. Die Sammlung Eurer Statements wird dem Abgeordnetenhaus – Ausschuss für Kultur, dem Bürgermeister und dem Senat für Kultur übermittelt.
Vielleicht lassen sich die Damen und Herren ja umstimmen, denn: Die Fete ist fett!



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4 KOMMENTARE

  1. Andererseits wäre es aber vielleicht auch nicht so schlimm.

    Entscheidend ist die Bereitschaft des Senats, die Ausnahmezulassung nach §8 der Lärm-Verordnung/ VO beizubehalten, nach der im Rahmen der Fête de la Musique berlinweit akustisch musiziert werden kann. Und zwar ohne weiteren Verwaltungsaufwand. Es ist aber nirgendwo davon die Rede, dass das in Frage stünde.

    Diejenigen, die eine Bühne aufstellen und verstärkte Musik spielen wollen, haben sowieso einen erheblichen Aufwand und die Funktion der Fetecompany ist aus der Sicht vieler Veranstalter und Initiativen durchaus zweifelhaft. Da werden Bühnen ohne Angabe von Gründen abgelehnt, das Büro ist die meiste Zeit nicht besetzt, auf Mails wird nicht geantwortet, der AB erzählt Anrufern noch im März, man möge doch im Januar wieder anrufen.

    Was macht die Fetecompany also? 1) die Anträge der grossen Bühnen an die Bezirksämter durchreichen (die für diesen Tag grunsätzlich an die Fetecompany verweisen) Dies würden die Bühnen aber auch selber schaffen. 2) Marketing: Website unterhalten und Plakate/Flyer drucken, Pressemitteilungen rausschicken und Twittern. Ok, das kostet auch Geld. Aber als private Firma ist sie in nicht verpflichtet, darüber Rechenschaft abzulegen. Und nirgendwo in den Aufrufen stehen irgendwelche Zahlen, d.h. eventuell werden hier richtig grosse Summen verbraten aber wofür? Man weiss es nicht.

    Würde die oben erwähnte Ausnahmegenehmigung beibehalten und die Bezirksämter direkt mit den Bühnen verhandeln, könnten wir die Fete vielleicht genauso feiern wie sonst und müssten bloss auf die Website verzichten. Um die Flyer und Plakate würden sich 030 oder Tip/Zitty kümmern und gut ist.

    Vielleicht bin ich auch ungerecht, und die machen viel mehr, und vielleicht würden die Bezirksämter auch ablehnen, sich um die Einzelanträge zu kümmern und die Fete wäre wirklich tot ohne die Fetecompany. Aber ich weiss von 3 Bühnen, die abgelehnt wurden und damit ca 10 Bands, die nun zugucken dürfen. 2 von diesen Bühnen hatten einen astreinen Platz der nicht von jmd. anderem bespielt wird und Sponsoren für Promo und Strassenreinigung und Versicherung und allem. Keiner weiss, warum die abgelehnt wurden. Ich freue mich für #tassebier, dass es bei euch zu klappen scheint, aber wir werden diesen Aufruf nicht unterstützen.

  2. @hcl: sehr interessanter Beitrag.
    Meines Wissens bestreitet die Fetecompany von dem Geld sämtliche GEMA-Gebühren für das Event und das dürfet ein Batzen Geld sein.

    Ich bin allerdings im Vorfeld auch nicht ganz glücklich damit gewesen, daß ein privatwirtschaftliches Unternehmen wie die Company über die Zulassung von (großen, also elektronisch verstätkten) Bühnen entscheidet. (Wer sich mit der Klampfe oder einer kleinen Jazzcombo an die Ecke stellen und akustisch musizieren will, darf das ja grundsätzlich.) Andererseits bin ich mir sicher, daß die Berliner es nicht lange tolerieren würden, wenn tatsächlich jeder der das will auch eine Bühne machen dürfte. Wir hatten einfach das Glück, uns doch deutlich vom Berliner Elektromainstream zu unterscheiden, sonst hätte es mit uns sicher auch nicht geklappt. Und genau damit habe ich Bauchschmerzen, denn es darf eigentlich nicht vom gespielten Programm abhängen, ob eine Bühne realisiert werden darf…

    Ich werde Deinen Kommentar an die Fetecompany weiterleiten, da mich eine Antwort auch sehr interessieren würde.

  3. ach siehste. die GEMA. die hatte ich nicht aufm schirm.
    wahrscheinlich weil wir da selbst nicht drin sind …
    Aber das wäre auch echt interessant, wieviel die Gema dafür kassiert.
    Und wieviel Prozent der Gesamtsumme das in etwa ist.

  4. Wieviel die GEMA aufruft, hängt von der Größe der Location und der Menge an (erwarteten) Besuchern ab. Wenns Dich sehr interessiert, gibt Dir die Gema da sicher gerne Auskunft drüber. Ich bin verdammt froh, daß ich mich um diesen Punkt nicht auch noch kümmern mußte… 🙂

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