#PROJEKTiTUNES 3: Die Bäume entfernen, um den Wald zu sehen

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Beim letzten Mal ging es darum, wie man mit intelligenten Playlisten Tracks, die bestimmten Kriterien entsprechen, zusammensammeln kann. Ebenso praktisch, wenn nicht noch viel praktischer kann es sein, umgekehrt zu denken und Playlisten zu bauen, die ausfiltern, was man gerade nicht gebrauchen kann. Solche Playlisten können auch für solche user sehr interessant sein, die mit diesem ganzen „intelligenten“ Kram nichts anfangen können und ganz traditionell ihre Playlisten manuell bestücken wollen. (Danke Gaya für den Hinweis.)

Meine iTunes-Bibliothek ist das Zentrum meiner Mediennutzung. Darin befinden sich neben der Musik auch Hörbücher, Kinderhörspiele, Filme usw. Wenn ich Musik zum Auflegen zusammensuche (ich werde immer „Plattenkoffer packen“ dazu sagen), dann kann ich all diese Dinge nicht gebrauchen. Dazu kommt, daß auch innerhalb meiner Musiksammlung sehr viel Kram ist, der eher nicht so geeignet zum Auflegen ist. Das wäre zB klassische Musik, DJ Mixe (in zwei Varianten, nämlich als ein Track, oder in einzelne Tracks aufgespalten wie bei digitalisierten MixCDs ala la Fabric oder der DJ-Kicks-Serie) usw usf.

Es muß also eine Playliste her, in der sich wirklich nur Musik befindet, die man tatsächlich zum Auflegen gebrauchen könnte. Diese Payliste bei mir die Basis eines jeden DJ-Sets, deswegen nenne ich sie „mixbase“. Und so sieht sie aus:

Die meisten Punkte sind selbsterklärend, nehme ich an. (Wenn nicht, bitte ab in die Kommentare damit, ich mache so etwas wie hier zum ersten Mal und bin über jedes Feedback dankbar. Echt mal!)
Mit „-mix-“ tagge ich DJ-Mixe, mit „-mixed-“ die einzelnen Tracks von Mixen, die nicht als ein mp3 vorliegen.
Daß ich Tunes mit mehr als 59 Minuten Länge ausschließe liegt daran, daß noch nicht alle DJ-Mixe sauber mit „-mix-“ getaggt sind und daran, daß es einen Tune mit 58 Minuten Länge in meiner Bibliothek gibt, den ich auch auflege, nämlich „E2 – E4“ von Manuel Götsching.

Was ich noch alles mit Kommentartags anstelle, wieso sie von Bindestrichen umgeben sind und wie die „mixbase“-Liste die Basis für viele weitere nützliche Listen sein kann, demnächst hier auf diesem Bildschirm.

#PROJEKTiTUNES
Teil 1: ein iCloud Workaround
Teil 2: Einführung in intelligente Playlisten

5 KOMMENTARE

  1. Diese ganze Sache mit den intelligenten Playlisten, fair enough, schöne Sache: ABER, nur wenn man konsequent seine Musik hört, kennt man seine Sachen und kann sie anwenden. Insofern würde ich mich fast dazu versteigen und mal als These behaupten: Intelligente Playlists sind etwas für bequeme, wenn nicht faule Dj’s, denen auch die persönliche Komponente eines Mixes nicht gaaanz so wichtig ist…. Ist provokant, allerdings durchaus diskussionswürdig, oder?

    • hm, diese Antwort könnte fast wieder ein eigener Post werden. Ich muß Dir schon wieder danken. Sehr inspirierend Deine Fragen.

      Die Antwort lautet ja und nein. 🙂

      Ich glaube, ich weiß, was Du meinst. Die Menge an Musik, die über uns hereinbricht, ist stellenweise so groß, daß ich meine Musik gar nicht mehr so gut kennen kann, wie früher und das ist schade.

      Dennoch muß ich Dir heftig widersprechen, denn das was ich hier mache, hat überhaupt nichst mit Faulheit zu tun. Des Pudels kern liegt nicht in der Bequemlichkeit, seine Tunes so oft durchzuhören, daß man sie auch gut kennt, sondern darin, daß die Medien eben nicht in Regalen gelagert sind, wo sich das Materiel schön räumlich trennen lässt. „In diesem Regal der Metal, dort das Zeugs von Mutti, hier die DVDs und da hinten die Kinderhörspiele funktioniert in einer digitalen Sammlung halt einfach nicht. Der ganze Krempel liegt da in einem großen Haufen und wenn ich auflegen gehe, müßte ich mich erst durch die ganze Bibi Blocksberg durchgraben, bis ich den Dubstep finde, verstehst Du, worauf ich rauswill?

      Und genau hier setzen die intelligenten Playlisten an. Sie verteilen die Medien automatisch in eigene Regale. Der Clou: Im gegensatz zu den Regalen, kann es innerhalb meiner Sammlung ganz verschiedenen Systematiken geben. Beispielsweise stehen bei mir so im ´“virtuellen Regal“ meiner Tochter nicht nur ihre Hörspiele, sondern eben auch Tunes, die ich zwar zum auflegen verwende, die sie aber ebenso gerne hört.

  2. Sorry für die provokante These, allerdings fiel mir beim 2. lesen meines Kommentares auf, dass ich einen entscheidenden Punkt vergaß, den alle kennen die ein gewisses Budget für den Musikkauf haben das es zulässt, mehr zu kaufen als man „verarbeiten“ kann. Man kommt an den von Dir beschriebenen Punkt. Der eine früher, der andere später. Daher muss ich Dir widersprechen. Jeder hat ein individuelles Fassungsvermögen, und wenn Du Deine Musik wirklich anwenden willst, führt kein Weg daran vorbei sie zu kennen. Die intelligenten Playlists sind eine Krücke um diese Grenze des Fassungsvermögen gefühlsmäßig zu verschieben. Nur was soll dabei rauskommen? Im besten Fall ist man selbst überrascht welch tolle Musik man hat, im Schlechtesten hast Du ein Set welches aus einer Aneinanderreihung von Tracks besteht, die keinen inneren Zusammenhang mehr haben. Daher sollte man vielleicht seinen „Eingangsfilter“ etwas enger definieren und NICHT gleich bei der ersten Regung die Musik kaufen die man denkt kaufen zu müssen. Zum Beispiel in dem man das Einkaufen „ritualisiert“ und nicht wie früher in den Plattenladen geht um gleich alles zu kaufen was man will und haben kann, sondern auswählen, eine Woche später wieder anhören, etc., sich Zeit lassen. Und dann das Erworbene wie oben beschrieben immer schön zu hören. Ich habe mir für den Fall, dass mich ein Track Jahre beschäftigt, mir gefällt, und ich ihn immer wieder spielen will eine eigene weitere Playlist angelegt. Dort befinden sich dann Tracks wie Photek mit Mine to give oder Ramirez mit La Musica Tremenda. Aber, diese Stücke müssen „würdig“ sein ;-).

  3. Ich finde Deine These nach wie vor nicht provokant.
    Daß die Digitalisierung größere Mengen an Musik an uns vorbeispült als früher, ist ein Fakt.
    Und ich sehe auch, welche Probleme das mit sich bringt.
    Ich sehe es genauso wie Du, nur ein engerer Eingangsfilter kann hier Abhilfe schaffen.
    (Und rigoroses Ausmisten der Bibliothek.)

    Was ich nicht sehe, ist den Zusammenhang mit dieser Serie. Die Eingangsfilterproblematik habe ich, bevor ein File in der Bibliothek landet. Sortieralgorythmen greifen danach.

    Ich gebe Dir völlig recht, bei dem was Du über eine Sammlung schreibts, die man als DJ „anwenden“ möchte.
    Du ignorierst aber leider meinen Punkt, daß die Mediathek (bei mir zumindest) jede Menge Kram beinhaltet, den ich eben nicht als DJ anwenden möchte. Schau Dir die Liste oben nochmal genau an. Sie filtert nur Dinge aus, die zum Auflegen gar nicht geeignet sind, die ich aber dennoch in meiner Sammlung habe. Das heißt die obige Liste dient dazu, die Bib auf das als DJ Anwendbare zu reduzieren. nicht mehr und nicht weniger.

    Außerdem bin ich der Meinung, daß intelligente Playlisten auch aus ganz anderen Gründen der bessere Weg sind. Auch ich habe eine Liste mit Tunes, die mich seit Jahren beschäftigen, wie Du sie beschreibst. Ebenso wie Du, muß ich bei jedem Track manuell entscheiden, ob sie in dieser Liste landet. Mit dem Unterschied, daß ich die Tracks nicht manuell in eine Liste schiebe, sondern sie eben mit dem entsprechenden Kommentar tagge und eine intelligente Liste alle files mit diesem Tag zusammensamelt. (siehe oben: „-atf-“ für „alltime fav“).
    Das macht mich völlig unabhängig von iTunes, denn die Information kann jedes Verwaltungsprogramm auslesen. Ich kann meine Sortierung jederzeit aus den Files selbst wiederherstellen. Das ist für mich ein wichtiges Kriterium. ich hoffe nämlich darauf, daß es irgendwann mal eine Alternative zu iTunes geben wird.

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