#Projektitunes 5: Die Felder reichen nicht. Was nun?

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Im letzten Teil beschäftigte ich mich mit der Zweckentfremdung von ID3-Tags-Feldern. Was, wenn die Anzahl der Felder einfach nicht reicht? Und wozu soll es überhaupt gut sein, so viel Info in die Tags zu schreiben?

Der Weg, den ich gehe, um mehr Infos als Felder vorhanden sind, zu nutzen: Ich schreibe mehrere Infos in ein Tag und zwar in das mit „Kommentar“ bezeichnete.

Getrennt werden die einzelnen Tags -die natürlich jedes wieder als Filterkriterium für intelligente Wiedergabelisten nutzbar sind- mit Bindestrichen. Die Suchfunktion von iTunes durchsucht übrigens (im Gegensatz zum Finder) immer nur die Playliste, in der man sich befindet und dort auch nur die angezeigten Spalten. Wer also die Kommentare durchsuchen möchte, sollte sicherstellen, daß diese auch angezeigt werden. Das empfinde ich übrigens als Vorteil, denn so kann man sehr schnell einer intelligenten Playliste ein zusätzliches Filterkriterium verpassen. zB würde bei mir der Suchbegriff „House“ innerhalb einer Playliste, die nur Tunes zwischen 90 und 111 BPM anzeigt wunderbar alle Slow-House-Tracks ausspucken.

Gehen wir kurz das Beispiel durch:
„5B“ steht für die Tonart des Tracks in der Camelot-Notierung. Dieses Tag wird von „Mixed in Key„, meiner Software zur Tonartenerkenneung automatisch gesetzt.
„Cosmic“ steht für eine ekklektische Musikrichtung, der ich anhänge, die man eben nicht am Genre festmachen kann. Ein bisschen wie „Bassmusik“, worunter sich von Dubstep über Breaks, Glitch Hop usw alle möglichen Genres vereinen lassen. Acid Jazz wäre auch so ein Beispiel.
„edit“ ist selbsterklärend, nehme ich an
„Uli TC“ ist der Name eines alten DJ Kollegen und Plattenhändlers, der mir damals die Platte verkauft hat und an den ich bei diesem Tune immer denken muß. Ich habe festgestellt, daß das einer der besten Wege für mich, um Songs wiederzufinden. Titel vergesse ich leicht. Vom wem ich aber einen Track bekommen habe, oder an wen er mich erinnert, ist eine prima Gedächtnisstütze für mich.
„atf“ steht für alltime fav.
„Adjusted by iVolume(…)“ schreibt ebenfalls eine Software selbst ins Feld, die ich zur Angleichung der Lautstärken nutze. (Sehr praktisch, denn damit lässt sich supereasy eine intelligente Playliste erstellen, in der sich alle noch nicht analysierten files befinden.)

Die Liste meiner Kommentar-Tags würde deutlich den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen. Der Phantasie und den individuellen Use Cases sind hier keine Grenzen gesetzt. Vorstellbar wären Dinge wie „Tango“, „Tempowechsel“, „Knutschmusik“, „mix“ (habe ich im ersten Teil schon erklärt), usw usf. Ich habe zB ein Tag namens „chill“, denn ich will meine ruhige Musik auf einen Klick beieinander haben, aber „Chilligkeit“ läßt sich nicht in ein Genre pressen.
Manche nutzen dafür lieber ein Extra-Feld, wo die Stimmung oder Energie der Songs klassifiziert wird. zB von „chill“, über „Vorprogramm“ bis „Brett“ oder so ähnlich.

Was man niemals vergessen sollte, wenn man so vorgeht, wie ich hier gezeigt habe: Die Nutzung eines Felds für mehrere Informationen birgt enorme Risiken! In dem Moment, wo man ein Feld für mehrere Files auf einmal taggen will, die schon Informationen enthalten, wird dieses Feld natürlich leer angezeigt. Wer hier einfach eine Information in ein Feld schreibt, während mehrere Files markiert sind, schreibt diese Info in das Feld aller markierten Tracks und löscht damit ALLE evtl schon vorhandenen Informationen. Abhilfe verschafft hier eine Tagging-Software wie zum Beispiel das hervorragende und kostenlose „Tune Instructor“ daß das Erweitern von Tags erlaubt. (Das Programm kann aber noch viel mehr und ist sehr nützlich, wenn man viel mit Tags arbeitet.)

Ganz bin ich noch nicht mit dem Kommentarfeld fertig. Die IMHO speziell für DJs nützlichste Information, die man dort hineinpacken kann, hebe ich mir für die nächste Folge dieser kleinen Serie auf.

#PROJEKTiTUNES hat übrigens eine eigene Kategorie im Blog. Somit findet ihr alle Folgen auf einen Klick hier.

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