“Dub und Dubstep in Deutschland” – Part 4: Track Smith [Mainz]

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In der Serie Dub und Dubstep in Deutschland geht es nicht nur um Dubstep Producer, sondern auch um DJs, Bands, Promoter, die sich mit Bass-Musik von Dub bis Dubstep beschäftigen… Wir wollen hier kein genaues Bild der deutschen Dub- und Dubstep zeichnen, sondern verschiedene Artists vorstellen und helfen, die Szene ein Stück weit vorzustellen – das geht nur mit Eurer Hilfe: Bitte Vorschläge für Beiträge in die Kommentare knallen!

Part 4: Track Smith

Es gibt Leute, die schnacken. Und es gibt Leute, die machen. Part 4 unserer Serie über Dub und Dubstep in Deutschland widmet sich einem, der was auf die Beine stellt und nicht nur rumquatscht! Track Smith kommt aus Meenz und eigentlich vom HipHop. Damit fing alles an – so wie bei den meisten von uns, die sich mit DJing auseinandersetzen. Im Vergleich zu vielen anderen kann Track Smith aber tatsächlich einen 1210er auch noch ohne Timecode-Vinyl bedienen, was nicht sein muss, was man aber definitiv beim Mixing hört. Der Mann verlässt sich auf seine Ohren und nicht auf seine Augen. Das ist beim Musik machen viel wert und das sind auch die Live-Mixes von Track Smith.

Der Mainzer veranstaltet jetzt seit rund einem Jahr die 30Hz Dubstep Reihe, die im Kulturcafé den Meenzern nicht nur endlich Wobblebässe bringt, sondern auch eine echt illustre Runde an Gästen. Neben den Kollegen von chrome! dub aus Darmstadt waren schon Roommate und Dub der guten Hoffnung Gäste. Auf der kommenden Party – 30Hz am 24.11.2012 – steht kein geringerer als Tes la Rok auf dem Line-up, was beweist: Tracks Smith ist nicht nur als DJ zu gebrauchen, sondern auch als Promoter ganz gut aufgestellt. Wie es dazu kam, erzählt er uns im Interview.

Interview

Was ist das für eine Veranstaltung?

30Hz ist eine Dubstep-Veranstaltungsreihe, die einmal im Monat (jeden 4. Samstag) im Kulturcafé auf dem Unicampus in Mainz stattfindet und von der Jump Up The Bassline-Crew veranstaltet wird. Mittlerweile seit einem Jahr, was auf der nächsten 30Hz gebührend gefeiert wird. Musikalisch bemühen wir uns darum möglichst viele verschieden Seiten des Genres zu beleuchten und damit auch dem Eindruck entgegenzuwirken, dass Dubstep hauptsächlich das ist, was heute vor allem unter Brostep abgehandelt wird. Anders formuliert Metall-Sägewerk-Step. Das hat auf jeden Fall auch seinen Reiz, aber ist eben nur the tip of the iceberg. Allerdings beschränken wir uns auch nicht dogmatisch darauf nur Dubstep oder auch nur eine Art von Dubstep zu spielen. Auf einer guten 30Hz gehört es auch dazu, dass die Genregrenzen auch mal gesprengt werden und mal n ordentlicher Breaks, Grime-, Garage-, Dub-, DnB-, 2Step- oder gar Trap-Einfluss hörbar ist.

Wer macht da mit?

Zu Jump Up The Bassline gehört Simma von Jackpot Sound, einem Mainzer Soundsystem, wds seit knapp 7 Jahren die Wake The Town-Veranstaltungen hostet. Der Zweite im Bunde ist der ehrenwerte Herr Tinkerman, der seinerseits ein langjähriges Crew-Mitglied von Hip Hop Culture ist, die alle zwei Wochen, seit 1998, eine gleichnamige Radiosendung auf dem Wiesbadener Sender Radio Rheinwelle produzieren. Und zu guter Letzt gibt es da noch mich den Track Smith. Weiterhin wird 30Hz mittlerweile auch durch ein Designer-Team vom Mainzer Tip Top Express unterstützt, die sich um Licht und Visuals auf den Veranstaltungen kümmern.

An welches Publikum richtet sich das Event?

30Hz richtet sich an alle Bassmusik-Fans im Rhein-Main-Gebiet, oder auch diejenigen, die einen längeren Weg auf sich nehmen wollen um regionale, nationale und internationale, qualitativ hochwertige DJs aus dem Bereich Bassmusik erleben, sich dem Sound hingeben und sich vom drückenden Bass in Trance schieben lassen wollen! Rinse Out ist das Stichwort!

Welche drei Alben/Tracks beschreiben Deine musikalische Leidenschaft am besten?

Schwierig sich da auf drei zu beschränken ;). Ich versuchs mal: Masta Ace: Sittin‘ on Chrome! / Seven – Evolution /Mala – Cuba. Das deckt aber längst nicht alles ab.

Du verschreibst Dich jetzt schon so lange der Musik, was treibt Dich an?

Gute Frage, denn es ist weiß Gott nicht immer einfach! Zum einen ist es sicher das, was klischeehaft immer als die „Liebe zur Musik“ benannt wird. Ich möchte es eher ein tiefgehendes Interesse und Faszination an Musik nennen, was mich schon lange antreibt in dem Bereich tätig zu sein. Auch diese Faszination mit anderen Teilen zu können ist ein wichtiger Punkt. Ich freu mich darüber, wenn ich Anderen für einen Abend/Nacht Spaß und eine gute Zeit bereiten kann, indem ich das tue, was ich mag und will! Ein weiterer Antrieb ist, und das ist sehr Mainz spezifisch, die Clubkultur, die hier vor allem was Qualität angeht sich vor allem für jemanden, der schon länger in dieser Stadt lebt, schon zu wünschen übrig lässt. Grade auch im subkulturellen Bereich. Ich möchte hier Events schaffen, auf die man auch nach längerer Zeit noch gerne und mit Leidenschaft, auch zur Musik, geht und nicht, weil a) grade nix anderes in der Stadt los ist oder b) weil man da einfach n paar Freunde treffen kann um einen zu saufen. Das sind legitime Gründe, nicht falsch verstehen, aber auf ner guten Veranstaltung macht das noch mehr Spaß. Clubkultur in Mainz braucht nen Boost und zwar vor allem nen qualitativen! Letzen Endes treibt mich auch die Vorstellung an irgendwann mal mit Musik und Veranstaltungen einen Teil meines Lebensunterhalts bestreiten zu können, was dann das platte weltliche Motiv ist.

30Hz Party Oct22nd 2011 from paspa on Vimeo.

Was machst Du neben Dubstep?

Meine musikalische Heimat liegt beim Hip Hop. Mit Hip Hop kam ich auch erstmals in die Berührung mit dem Djing und es hat dann nicht allzu lange gedauert, bis der E-Bass in der Ecke stehen blieb und die Plattenspieler ins Zentrum des Interesses rückten. Die Leidenschaft ist bis heute geblieben. Neben Dubstep und Hip Hop leg ich aber auch Grime und Breaks auf. In letzter Zeit entwickle ich mich aber auch zunehmend in Richtung Garage und UK Funky, was ich gerne mal in Sets integriere. Die Genregrenzen in diesen Bereichen sind ohnehin sehr fließend geworden Am 30.11.12 findet im Mainzer Red Cat die 2. Ausgabe von Sounds of UK statt, wo man sich davon ein Bild/Gehör machen kann. Aber auch meine Tätigkeit als DJ-Trainer bei der VibrA School of Djing (Mainz und Dieburg) konfrontiert mich immer wieder mit neuer Musik und Einflüssen und wer weiß, vielleicht leg ich ja auch bald Minimal Techno auf… NOT!

Wie “läuft” Dubstep in Mainz?

Anscheinend zieht Dubstep in Mainz ganz gut, was man daran merkt, dass immer mehr Veranstaltungen den Sound als Aushängeschild benutzen. Davon kann man halten was man will. Für uns gesprochen können wir eigentlich nur sagen, dass die 30Hz-Veranstaltungen, seit dem sie stattfinden im Schnitt immer erfolgreich waren. Wir hatten teilweise zwar schon schwankende und nicht so pralle Besucherzahlen, was aber an den entsprechenden Daten auf vor allem äußere Faktoren zurückzuführen war: Wetter Semesterferien, verlängerte Wochenenden, wo viele Mainzer Studenten nach Hause fahren und die schon einen großen Teil unserer Besucher ausmachen; andere Broken Beat-Veranstaltungen am selben Wochenende oder sogar am selben Tag. Alles in Allem war es aber ein gutes Jahr, ich freu mich aufs nächste, darauf dass die Massive wächst und hoffe, dass es weiter nach oben geht!

Was wäre Dein Traum-Booking?

Scratch Perverts, DJ Qbert, Mala und Aesop Rock auf einer Veranstaltung in Kombination 😉

Kontakt

Wer Bock hat, sich mit Track Smith zu kontakten, der sollte ihn bei Facebook anfreunden, auf Soundcloud folgen oder auf einer der Partys vorbeischauen, keine Scheu: der will nur spielen! Und zwar entweder in Mainz auf der 30Hz im Kulturcafé Mainz oder bei der Chrome!Knife-Edge-Dubstep im Schlachthof Wiesbaden. Von mir gibt es jedenfalls für die Parties volle fünf Sterne, weil es nicht um den schnellen Wobble geht, sondern um eine tiefergehende Liebe für Bass und Dub und Step!

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