“Dub und Dubstep in Deutschland” – Part 5: Irie Worryah – Pokut Music [Detmold]

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In der Serie Dub und Dubstep in Deutschland geht es nicht nur um Dubstep Producer, sondern auch um DJs, Bands, Promoter, die sich mit Bass-Musik von Dub bis Dubstep beschäftigen… Wir wollen hier kein genaues Bild der deutschen Dub- und Dubstep zeichnen, sondern verschiedene Artists vorstellen und helfen, die Szene ein Stück weit vorzustellen – das geht nur mit Eurer Hilfe: Bitte Vorschläge für Beiträge in die Kommentare knallen!

Part 5: Irie Worryah

Heute geht es in die fünfte Runde in unserer Serie “Dub und Dubstep in Deutschland” – mal wieder Zeit für einen Producer! Und was für einen. Wenn ich darauf wetten könnte, dass in den nächsten Jahren einer als Producer steil geht, dann der Kollege, den wir hier heute vorstellen und zu Wort kommen lassen wollen. Irie Worryah ist gerade mal 21, kommt aus dem beschaulichen Detmold und mischt Remixes und bastelt Tracks, die uns Blogrebellen aber mal sowas von lecker schmecken: deepe Basslines, Offbeats, Wobbles und Reggae-Samples serviert als Dubstep und/oder Drum n Bass!

Für mich ist der Worryah deswegen so interessant, weil er sich den alten Tracks komplett neu nähert. Er bedient sich an Reggae-Klassikern und gibt ihnen ein sattes neues Fundament, ohne die Tracks derart zu entstellen, wie das bei einigen Kollegen aus UK der Fall ist. Aber kein Wunder: Im Umfeld von POK und Jonspecta gibt es Reggae zum Frühstück, Bass zum Mittag und Drums zum Abendbrot.

Interview

Herr Worryah, stellen Sie sich doch einmal kurz vor!

Ich bin 21 Jahre alt, komme aus der schönen, ländlicher gelegenen Stadt Detmold und setze mich hier für die subkulturelle Bassmusk ein. Zurzeit bin ich dabei, mich selbstständig zu machen und mit meinem Kollegen POK zusammen die Booking und Veranstaltungs-Agency “Pokut-Music” weiter voran zu bringen. Den Großteil meiner Zeit verbringe ich allerdings mit dem Produzieren.

Wie hat das alles angefangen?

Zu Beginn hab ich mich bei manchen elektronisch produzierten Tracks immer gefragt, wie die Drummer es schaffen so viele Sounds zu spielen bis ich dann auch herrausbekam, dass es nicht nur Bands sind, die Musik machen können. Als es 2008 auf einmal hieß “Hey, was is’ denn das für ein Programm da?! Da kann man ja richtig viel mit machen!!!” habe ich mich fast jeden Tag dran gesetzt, um es einfach mal zu verstehen. Ein guter Freund hatte mich dann auch diverse Male “unterrichtet” und mir dann auch endlich mal erklärt, dass man den Wobble nicht mit der Lautstärke, sondern mit ´nem Filter herstellt. “Learning by Doing” war dann der Plan für die Zukunft und bei jeder wöchentlichen Band-Probe wurden dann auch die neusten Produktionen vorgestellt und kritisch behört. Da auch immer Musiker mit ihren Instrumenten am Start waren, konnte dann auch im örtlich hergerichteten “Studio” Vocals, Bläser und andere interessante Sounds aufgenommen werden.

Warum Dubstep/Drum n Bass?

Dubstep hat mich zum ersten mal hart fertig gemacht als POK im April 2007 in der Alten Pauline ganz Detmold mit dieser, zu der Zeit noch, unbekannten Musikrichtung konfrontiert hatte. Die erste Frage, die ich mir gestellt hatte als ich es gehört hatte war: “WIE?! Und Was ist das?!” 2008 hatte ich dann immer mehr versucht, den Sound so hinzubekommen. Was mich immer beeindruckt hatte, war, dass man diese Musik mit eigentlich jeder anderen kombinieren konnte. Ich persönlich komme eher aus der Reggae/Dancehall Abteilung und mochte diese tiefen Bässe mit dem schönen Offbeat-Sample, was sich auch in meinen aktuellen Produktionen bemerkbar macht. Drum n Bass hatte ich zu der Zeit auch schon mitbekommen und es war einfach die absolute “Ausrast-Mukke”; die Musik, die einem am Ende noch mal den Rest gegeben hat. Wie auch beim Dubstep bin ich auf die Mash-up-Tunes immer gut steil gegangen, was mich auch in der eigenen Produktion beeinflusst hat. Der erste Drum n Bass Track, der mich aktiv auf diese Musik aufmerksam gemacht hat, war ein Jungle Mash-up von Buju Banton “Move Ya Body”. Ich hatte den Track schon die ganze Zeit auf meinem Mp3-Player, wusste aber nicht, dass ich Jungle dazu sagen kann. Mit der Zeit hab ich mich dann immer mehr an den Sound angenähert und gemerkt, dass man sich endlos daran austoben kann.

Ist Dubstep nicht schon wieder total tot – die Kommerzialisierung ging ja so schnell, wie bei kaum einer anderen Musikrichtung!

Tot wäre ein wenig radikal ausgedrückt. Man findet immer mehr Tracks, Artists und verschiedene Sounds, wobei man den Überblick total verliert. Dubstep-Producer basteln nur noch Moombahton, Moombahton-Producer machen plötzlich Dubstep; alle wollen nur noch Trap hören, was es schon seit Jahren gibt. Ich habe mir vorgenommen fürs erste darauf einen Pups zu geben und dass, was meine Ohren wollen, produziere ich. Tot ist es erst, wenn es keiner mehr hört und das ist meiner Meinung nach noch nicht der Fall.

Mit was produzierst Du?

Seit meinem ersten Beat, den ich gebaut habe, bin ich der Software Fruity Loops immer noch treu. Viele wechseln zu anderer Softwares, weil es einfacher sei und bessere Möglichkeiten bieten würde. Mag sein, nur bin ich schon so extrem dem Programm “FL” verfallen, dass ich gar keinen Sinn darin sehe, etwas anderes zu benutzen.

Welche “Producer-Vorbilder” hast du so?

Ich hab mich öfters an Künstlern wie Kromestar, Coki, Radical Guru, Sukh Knight und Dj Madd orientiert. Als ich dann für POK das erste Dubplate bei seinem Bruder Bukez Finezt aufgenommen hatte, hab ich immer wieder seine Tracks auf dem Mp3-Player gehabt und fand die Sounds und die Dynamik so fett.

Wobble, die Wette gilt

Wenn Ihr mich fragt, liebe Lazer, dann glaube ich ziemlich fest daran, dass wir mit Irie Worryah einen der nächsten Top-Producer in Schland haben werden. Wenn Blogrebellen ein Label wären, ich würde ihn signen – sofern er da mitmachen würde. Wenn ich mir anschaue, was da im Dunstkreis der Jungs von Pokut-Music passiert, wer da alles so mit am Start und in Reichweite ist – Hallo Bukez Finezt! – dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis Irie Worryah richtig durch die Decke geht.

Kontakt und die nächste Party

Wer Bock hat, mit dem jungen Herrn Kontakt aufzunehmen, der kann Irie Worryah bei Facebook anfreunden. Der Kollege ist natürlich auch bei Soundcloud am Start und geht da wirklich noch als Geheimtipp durch, wenn man sich die Abrufzahlen und Followerzahlen anschaut. Also ab zu Soundcloud. Wer Bock hat Worryah live zu sehen, dem seien noch am 15.12. die jährliche “ISFF Very Best of & After Show Party” mit den Wildlions Cologne, Jonspecta, plus einer Kombination aus Dub, Dubstep und DnB von den Dubwarriors, bestehend aus Luke Nuk’em, Marv Dubbamuffin und Irie Worryah ans Herz gelegt – das wird garantiert dick!

Exklusiver Track von Irie Worryah für Blogrebellen-Lazer

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