Vinyl kennt kein Tempolimit

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Nazi-DJ

Nachdem der von Soulwax runtergepitchte Holland-Gabber hier soviele Freunde fand, habe ich mir gedacht, ich könnte noch mehr zum Thema „Vinyl auf der falschen Geschwindigkeit“ erzählen. Das ist ein Thema, das mich schon die ganze Zeit, in der ich auflege, begleitet.
Wie schon Schrillionen mal erzählt, spielte ich früher Cosmic und ein Wesensmerkmal davon war es, die Tunes zur Not mit mehr oder weniger sanfter Gewalt auf die Richtgeschwindigkeit von ca 100 BPM zu bringen. Manch einem Technotrack tut das sehr gut.
„Acid Phase“ von Emmanuel Top zB kriegt so viel mehr Wucht und der wie ein Didgeridoo klingende Sound kommt besser raus. Aber hört selbst:

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„Minus“ von Robert Hood, einer der Blaupausentracks, wenn es um Minimaltechno geht, gewinnt durch den Geschwindigkeitsverlust ebenfalls einiges an Atmosphäre, was zB auch Hendrik Schwarz, Ame und Dixon wissen, die ihn so langsam auf ihren großartigen Mix „The Grandfather Paradox“ packten.

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Auch mit Disco funktioniert es. Mike Oldfields „Guilty“ ist auf 33 einfach mal viel besser:

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Aber es geht auch umgekehrt: Daniele Baldelli, Cosmic-Disco-Pioneer aus Italien spielte zB dieses Ding immer viel zu schnell ab, was dem Tune erst die nötige Tanzbarkeit gibt:

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Eine Platte, die ihr alle kennt, nämlich der Amen Break, wurde ganz munter auf 33 oder 45 gesampled, je nachdem, ob eher Hip Hop oder Drum’N’Bass daraus geschnitzt werden sollte:

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Die Krönung auf diesem Gebiet ist allerdings Beanfields „Charles“, einem Track der ganz explizit dafür gemacht ist sowohl auf 45 als auch auf 33 abgespielt zu werden. Don’t try this with mp3!

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Habt ihr auch Platten, die ihr gerne auf der falschen Geschwindigkeit gespielt habt? Oder ist das ein No-Go?

6 Kommentare

  1. Samstag Nacht….Disco Zeit….. 😉 Im Originaltempo so unerträglich und deprimierend dass es zum Suizid anregen könnte….aber auf 45 gespielt damals der Garant für hoch springende, vor Lebensfreude juchzende junge Frauen…. ich befürchte aber, dass das ein Münchenr Insider bleibt wenn du ihn hier nicht anschaulich veröffentlichst….würde jedenfalls die damaligen Untiefen deutlich hervorheben

  2. Das Rezept „33 statt 45“ scheint sich immer mal zu wiederholen. Zuletzt Moombahton aber ich kann mich da noch an „New Beat“ aus den 80ern erinnern, quasi langsames Acid. Gibt’s auch einen ganz coolen Soulwax Mix von.

  3. Yip – Emmanuel Top war immer gut zur Tempovariation (z.B. auch Ecsta Deal). Spontan erinnere ich mich an die XVX-1 Illuminatae / Tremora del Terra. Kickte ordentlich auf 33/+8. Synaptisch bei mir eng verknüpft mit der E-Werk Wartenhalle (dit runde Gebäude rechts).

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