Breaking News: Tech-House-DJ spielt 5 Stunden lang den selben Loop und niemand stört sich daran

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Der Londoner Tech-House-DJ Robert Jonathan Swift spielte letzte Woche seinen ersten Auswärtsgig im Club „Trouw“ in Amsterdam.

„Das war ein wichtiger Auftritt für mich“ erzählte Robert uns. „Als ich kurz vor meiner Spielzeit im Club ankam, bemerkte ich, dass ich leider nur einen leeren USB-Stick ohne Musik dabei hatte.“ Ich geriet in Panik, die sich aber schnell legte, als ich mir die Crowd ansah und feststellte, dass viele die Augen geschlossen hatten und leicht schwankten, als wären sie von irgendeiner Sorte Badesalz abgeschossen oder komplett auf Ketamin. Ich kapierte, dass ich dieses Ding durchziehen konnte, indem ich einen Schuss aus der Hüfte improvisiere.”

Robert schaffte es, sich unmittelbar bevor er zu spielen anfing mit einem geliehenen Laptop einen passenden Drumloop herunterzuladen. „Mein Plan war es eigentlich, mir irgendwie noch mehr Tracks zu besorgen, aber nachdem ich angefangen hatte, ein bisschen mit Effekten herumzuspielen, spürte ich ein sehr angenehmes Feedback vom Floor und entschied mich, einfach weiterzumachen. Ich hatte sie in kürzester Zeit soweit, dass sie mir aus der Hand fraßen.“ erzählt er weiter.

„Nach drei Stunden tat ich, als ginge ich auf die Toilette während ich mir ein paar unspezifische Vocal-Samples aus dem Netz holte und sie in die Remix-Decks lud. Die Crowd ging darauf an die Decke und kurze Zeit später glich der Mainfloor einem Irrenhaus.”

Clubbesucher gaben Robert später unglaublich positives Feedback für sein Set, obwohl er fünf Stunden lang denselben Loop spielte.

„Das war krass“ gab ein Clubber uns enthusiastisch Auskunft. „Das Set war technisch so perfekt, dass ich während des gesamten Sets nicht einen Übergang bemerkte.“??„Er war billiant“, stellte ein anderer Partygänger rundheraus fest. „Man erlebt selten einen DJ, der sich vom Warmup über die Peaktime bis zum Runterkommen so viele Gedanken um die Abwechslung in seinem sein Set macht. Das war eine Lehrstunde in Mixtechnik und Musik. Es war so wohltuend, einen DJ zu sehen, der nicht nur PLAY drückt, sondern die Crowd vom Anfang bis zum Ende auf eine Reise mitnimmt.“

(Dieser Artikel ist eine Übersetzung. Wir veröffentlichen ihn  mit freundlicher Genehmigung von wunderground-logo10)


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9 KOMMENTARE

  1. Krass. Erst mal Respekt an den DJ, dass er das schon allein nervlich durchgehalten
    hat – sich mit nur einem Loop ans DJ-Pult zu stellen. Offenbar hat er mit den spontan improvisierten Effekten den Punkt der Partygäste getroffen – so kann man es positivistisch betrachtet andeuten.
    Andererseits ist es schon ein Armutszeugnis sondersgleichen – der immergleiche Song an einem Abend und alles ist perfekt. So was hab ich mir als Gast von Electro-Minimal-Events schon öfters gedacht, aber hatte immer meine eigene Unfähigkeit in diesem speziellen Musikfeld erklärend vorgeschoben. 😉
    In der Tat überrascht es mich aber immer häufiger, wie anspruchslos die Masse der Nachtleben-Gäste in Sachen Musik geworden ist. Über Musikgeschmack lässt sich streiten. Die Musikzusammenstellung und Vorgehensweise, um die Crowd bei Laune zu halten ist diskutabel – aber leider greift immer mehr der Dilettantismus, eine Scheißegal-Mentalität – Hauptsache Profit und Unfähigkeit um sich – sowohl bei den Gastronomen und folglich auch bei den Musikbeauftragten. Der Preisverfall geht mit der immer weniger nötwendigen Professionalität einher. Ein gebrauchter Midi-Controller, ein paar Ordner MP3s eines Kumpels und ein Laptop – uns schon kann die große DJ-Karriere starten. Diese Newcomer-DJs zerstören nicht nur den Marktpreis – sie senken auch das Niveau. Das Schlimmste allerdings: Das stört niemand – nicht mal die Kunden, also die Gäste. Den ganzen Abend ein einziger Loop und alle finden´s toll. Dies ist dann in der Tat Mangel an geistigem Anspruch – selbst wenn dieser Profi-DJ seine missliche Lage in diesem Fall wohl ganz geschickt gemeistert hat.

  2. Angenommen, Wunderground bietet irgendwann selbst deutsche Übersetzungen an…Woher kriegt ihr dann noch euren Traffic?

  3. Ich glaub das nicht..besonders die aussagen der partygäste klingen mir zu präzise und glorifizierend..der dj will nmur in einem besonders gutem licht stehen weil er eben mal live samples spontan runterläd und sozusagen doppelt live auflegt kp aber ich denke da stimmt was nicht ^^

  4. Überragend! Schon alleine, dass es teilweise nicht mal für Satire gehalten wird, zeugt von Genialität. Ich geh selbst gern mal feiern. Und alle hatenden Hipster da unten : Ihr werdet nich cooler, wenn ihr nicht mal über euch selbst lachen könnt.

  5. ob´s stimmt oder nicht, egal. Seit alle mit dem Apfel “auflegen” ist es überall das gleiche, ein track plätschert irgendwann nur noch unmotiviert im Loop, während der Kerl der eigentlich Stimmung machen sollte schon seit 5 Minuten auf den Bildschirm seines Obstes starrt und sich einfach nicht entscheiden kann welchen seiner 60 000 Tracks er jetzt spielen soll.

    Ich war letztens auf so einen Event, noch dazu mit meiner Frau die eigentlich mit elektronischer Musik wenig am Hut hat. Auf die Frage hin, die ich mit der Bemerkung das dass hier nur Dahingeplätscher sei, wie sie die Musik hier finde meinte sie: Es ist wie Vorspiel das zu lange dauert. … Tja besser hätte ich es nicht ausdrücken können, so ist es im Moment fast überall so.

    Warum noch mal spielen alle mit dem Apfel? Weil man keine Platten mehr schleppen will? Wirklich? Dafür schleppt jeder seinen LapTop, Effekte, und was weiss denn ich noch alles mit und im Endeffekt steht einem die Technik mehr im Weg als sie nutzt.

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