Der Hass auf Kinder (und deren Eltern)

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Kinderwagen

“Den Scheiß könnt ihr in Prenzlauer-Berg durchziehen”

Kinderwagen versperren den Hausflur, rücksichtslose “Muttertiere” erdreisten sich mit dem Kinder-Equipment alles voll zustellen. Sei es im Hausflur, im Coffe-Shop oder auf dem Gehweg. Und diese Bälger selbst: laut, nervig, unerzogen und allergisch.
Für viele Menschen scheint das ein ernstes Problem zu sein. Das liest man nicht nur auf Zetteln, adressiert an Nachbarn, man liest das auch hin und wieder auf Twitter, wenn sich zum Beispiel eine kinderlose Person in 140 Zeichen über Kinderlärm im ICE Luft macht.

Mal abgesehen davon, dass es im Ernstfall tatsächlich gefährlich sein kann, wenn Kinderwagen den Fluchtweg verstellen und man “die schwäbischen, ungepflegten Muttertiere” in Prenzlauer Berg nicht leiden kann, geht mir das persönlich schon sehr lange zu weit. Für mich ist das eine Art des Rassismus, die ich nicht für haltbar finde.
Kinder sind oft anstrengend und deren Eltern meist noch mehr. Trotzdem ist das kein Grund seinem Hass auf Familien freien Lauf zu lassen. Wie war das noch mit dem Respekt, mit der Gleichberechtigung, mit der Vielseitigkeit und dem Miteinander verschiedenster Kulturen? Und ja, Kinder und Schwaben gehören auch dazu.

Bild via BerlinGroundet


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10 KOMMENTARE

  1. Das Problem ist viel mehr die “antiautoritäre Erziehung”, die in den letzten Jahren in Mode gekommen ist. Ich will bei Gott nicht befürworten, dass Kinder geschlagen oder seelisch grausam behandelt werden, wie ganz früher üblich, aber die “keine Grenzen”-Mentalität ist gefährlich.

    Ich musste mal des Nachts zu einer Bankfiliale, um Geld abzuheben. Am Kontoauszugsdrucker war so ne junge Hipstermutter mit Balg und Kinderwagen… und die hat den Kleinen eiskalt auf den Automaten klettern lassen. Ich hab sie angesprochen und gemeint “das ist hier kein Spielplatz” (ich hab keinen Bock über meine Kontogebühren für durch solche Knallchargen beschädigte Automaten zu zahlen)… einzige Antwort war “Das muss er selber lernen, der ist antiautoritär erzogen”. Ich bin dann aus der Filiale raus, da ich die Alte ansonsten echt durch die Filiale geprügelt hätte.

    Und solcherart “erzogene” Kinder sind die, deretwegen wir junge Generation in 10-20 Jahren fluchen werden: O tempora, o mores.

  2. man liest das auch hin und wieder auf Twitter, wenn sich zum Beispiel eine kinderlose Person in 140 Zeichen über Kinderlärm im ICE Luft macht.

    Dein Ernst?

    Auf Twitter macht sich doch jeder über alles Luft – sonst würd’s lange nicht so viel Spaß machen. Und die Rebellen sind ja auch nicht zimperlich, wenn’s um Rants geht 😉

    Okay, den Zettel find ich auch nicht cool, was die Formulierung und Überzeugung dahinter angeht. Aber Kinderwagen und -spielzeug im Treppenhaus gehen mir auch auf den Sack – genau so wie Fahrräder. Und Eltern, die unbedingt mit ihren Neugeborenen in den Urlaub fliegen müssen, so dass man sich dann vier Stunden das Geschreie reintun darf.

    Den Artikel in der TAZ kenn ich auch, und die scheinbar existierende Kinderhass-Clique hat echt Probleme (da versteh’ ich sogar den Wink mit der Rassismus-Keule). Aber auch tolerante Menschen haben Dinge, die ihnen auf die Eier gehen. Warum soll man das nicht sagen? Vielleicht steht dann ein Kinderwagen oder Fahrrad weniger im Flur, und es kacken nur noch 9 von 10 Hunden auf den Kinderspielplatz.

  3. So intolerant Eltern gegenüber zu sein ist völlig daneben.

    Aber lieber Blogschreiber, nur weil du sagst es sei “für dich” Rasissmus, macht das die widersinnige Nutzung des Wortes nicht weniger ignorant. Bei Rassismus geht es um die Einteilung der Menschheit in ethnischer Rassen und um deren Diskriminierung. Und Eltern/Kinder sind ganz sicher keine eigene Rasse. (Diskriminierung ist die Nummer mit dem Zettel übrigens auch nicht.)

    Aber ohne Frage intolerant, scheiße und hoffentlich vom Rest der Hausbewohner geahndet.

  4. Idioten gibt’s überall, unter Eltern, Kindern, Hipstern, Vermietern und auch in jeder Stadt und jedem Viertel. Deswegen aber pauschal jeder Mutter den Zugang zum Café zu verweigern, bei jedem Kind im Flieger auf Facebook zu posten wie schlimm die nächsten 2.45 Stunden werden oder besonders knapp mit dem Rad am Kinderwagen vorbeizuschiessen ist auch keine Lösung. Die Zeiten von Landflucht sind vorbei, es ist umgekehrt. Leute reißt euch zusammen, es wird nämlich zusammengerückt.

  5. Fluchtweg ist ein Argument. Ansonsten ist der Brief eine einzige Traurigkeit. Der Hausflur sieht nicht nach einem 20-Mietparteien-Plattenbau aus. Solche Sachen klärt man persönlich und nicht mit einem anonymen Brief, dessen Schreiber vermutlich eh jeder im Haus erahnt.

    Mein Rat als Papa: Kriegt alle mal selbst Kinder und entspannt euch.

  6. Ich wuerde da genauso reagieren, mut Sicherheut bin ich auch da nicht die einzigste. 😀 Ein Kinderwagen hat im Hausgang definitiv nichts zu suchen und wenn sich die Nachbarn dagegen wehren hat das noch lange nichts mut Rassismus zu tun. Da sollte der obige Verfasser zuerst mal sein Koepfchen einschalten. Meiner Meinung nach nehmen sich Famlien heutzutags sowieso zuviel raus. Alle glauben Narrenfreiheit zu haben. Alleine das wickeln und stillen in der Oeffentlichkeit… Nur um zu praesenetieren “ich habe ein Kind”. Einfach abartig!!!

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