Warum Mixcloud keine Alternative zu Soundcloud sein kann

9

Wenn ich mich über Soundcloud beschwere, wird mir oft zu Mixcloud als Alternative geraten. Gerne mit dem Hinweis, dass Mixcloud – wie der Name schon sagt- eben für Mixe gemacht ist und Soundcloud eben eher für einzelne Tracks gedacht ist. Womit sich meine Probleme doch wohl erübrigen würden. Tun sie aber nicht. Also, warum kann Mixcloud keine Alternative zu Soundcloud sein:

Natürlich weiss ich, dass Soundcloud aus rechtlichen Gründen ziemlich die Hände gebunden sind. Mixcloud hingegen, dessen Approach ja eher ist, eine Art Radio 2.0 zu sein, hat Lizenzen mit der englischen Verwertungsgesellschaft ausgehandelt. Der Preis dafür war, eben keine Downloads anzubieten.

Aaaaber (und jetzt wirds haarig und sehr subjektiv):

Diese Trennung kann für DJ-getriebene Musik nicht funktionieren, davon bin ich felsenfest überzeugt. Praktisch alle erfolgreichen DJs produzieren auch. Genauso wie die meisten erfolgreichen Produzenten auch auflegen bzw Mixe machen. Oft genug ist die Grenze zwischen Produktion und Mix sogar fließend. Guckt euch nur die Mixe von DJ Stickybuds fürs jährliche Shambhala-Festival an. Diese Mixe sind quasi Maßanfertigungen. Stickybuds bekommt oft von den Produzenten die Einzelspuren der vermixten Tracks oder er benutzt auf Soundcloud gefundene Edits usw. Die Produzenten geben ihm ihre Stems oder exklusive Edits, weil sie wissen, dass es gute Promotion ist, auf seinen Mixen stattzufinden. Stickybuds schreibt ausführliche Tracklistings, favt die Quellen seiner Tunes. Die Produzenten wiederum sharen seine Mixe wie wild, schließlich enthalten diese ja ihre Tunes. Erreicht werden so die Fans des DJs und der Produzenten. Und zwar immer direkt auf Soundlcoud, das in diesem Fall wie ein soziales Netzwerk in Reinform funktioniert.

Zugegeben, Stickybuds bzw die GhettoFunk- oder Midtempo-Breaks-Szene ist ein extremes Beispiel, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es diese Feedbackschleife auch bei anderen Underground-Genres gibt. Und ich bin davon überzeugt, dass eine Trennung in verschiedene Plattformen für Mixe bzw Tracks niemals so fruchtbar sein kann, wie das, was ich den “Soundcloud-Effekt” nennen möchte.

Diesen Effekt spüre selbst ich schon im Kleinen. Ich produziere zwar nicht, aber ich schreibe oft Produzenten von Wobble-Swing- oder Electro-Blues-Tracks an, die mir nicht selten unveröffentlichte Tunes (die ich natürlich auf Soundcloud finde) für meine Mixe geben. Ich schreibe immer Tracklistings und informiere in der Regel auch die Produzenten dieser Tunes wieder darüber, wenn ich einen Mix fertig habe. So helfe ich den Produzenten neue Hörer zu finden, die mir helfen, frische Tunes zu bekommen. Und wir profitieren alle davon. Solange die gesamte Kommunikation zu diesem “Geschäft” über eine Plattform läuft, ist der Nutzen für alle Beteiligten größer. Und das schließt eindeutig die Konsumenten mit ein.

Und genau deswegen kann Mixcloud keine Alternative zu Soundcloud sein. Punkt.


Flipboard
Folge uns auf Flipboard @Blogrebellen

9 KOMMENTARE

  1. Sorry Marinelli, aber das ist noch lange kein Grund Mixcloud nicht zu benutzen, immerhin kann man mehrere Stunden* uploaden ohne dafür zahlen zu müssen (*k.A. wieviel genau aber über 5 Stunden!) wobei es bei Soundcloud ab 2 Stunden schon ein kostenpflichtiges Update benötigt um weiter raufladen zu können. Ausserdem weiss sich jeder zu Helfen um das Download-Problem zu lösen.
    Sharing ist caring.
    Aber der Stickybuds Fractal Forrest Mix ist intergalactic.

  2. Ich werde ja noch zum Mixcloud-Verfechter, obwohl sich deren Dienst ja gerade erst nach ewigem Stillstand etwas weiterentwickelt hat, was zB den Discovery-Faktor angeht. Der war nämlich mies. Jetzt geht’s.

    Pro-Mixcloud:
    – echtes Featuren der gespielten Tracks ist möglich, also ein Kauflink statt nur einem Fav
    das setzt natürlich voraus, dass es releaste Tracks sind. Die werden ja auch sogar ganz passabel automatisch erkannt. Und man kann ja immer noch selbst Krams dazwischen schreiben wie zB “hier hab ich in’s Mikro gequatscht” oder “some random loops” oder so.
    – bessere Audioqualität des Players
    – keine Volumenbeschränkungen und das für umme
    – es ist möglich und uU sinnvoll, eine Playlist und Timestamps anzulegen. Das ist für mich nicht nur ein Qualitätsmerkmal des jeweiligen Sets, sondern trennt auch ein wenig die Selection-Spreu vom Massenmix-Weizen. Wenn es etwas Mühe kostet, einen Mix vollständig und hübsch online zu stellen, gibt es vielleichjt mehr durchdachte Qualitätsmixe, als ewige Stonersessionrecordings…

    Schön wäre eine Möglichkeit, auf den jeweiligen Track bei Soundcloud verweisen zu können, aber das ist wohl zu viel Verlangt ^^

  3. Naja – Bei Soundcloud konnte ich 2Mal nicht veröffentlichen, weil meine ersten Tunes im Mix automatisch erkannt wurden und ich nicht der Urheber bin… Das war es für mich und meine Mixe bei Soundcloud

  4. Ich nutze ehrlich gesagt auch Mixcloud für Mixe und nicht Soundcloud, erstesn weils eben (wie oben beschrieben) ne klare Unterteilung und Zuständnigkeit gibt bezüglich Sound und Mixcloud und zweitens, es ist einfach unmöglich ein Mix welches länger als 2 Stunden ist zu Soundcloud hochzuladen wobei auch der Player bei Mixcloud wesentlich besser ist.

    Mixcloud ist und bleibt meine Nummer eins sollte es um Mixe gehen!

  5. Ich für meinen teil muss sagen, dass mir Mixcloud kein bisschen zusagt. Vielleicht liegt es daran, dass der Mixcloud Player bei mir, in jedem Browser, wie Seuche hängt. Bei SC kann ich wild durch das Set klicken und er spielt sofort weiter.. auf Mixcloud dauerts immer 3-4 Sekunden bis es weiter geht. Das nervt mich persönlich so sehr, dass ich mir eigentlich kein einziges Set auf Mixcloud anhöre. Probleme mit Soundcloud habe ich eigentlich fast gar keine. Klar ab und zu ists mal down aber über sowas ärgert man sich doch nicht.. macht man sich das Leben nur selber schwer 😉 Und das man mal ein Set nicht hochladen kann, kann man meistens ziemlich einfach umgehen. Find auch das Feeling einfach viel besser als bei Mixcloud

    Grüße

  6. […] Die Frage, die sich jetzt natürlich stellt: Wohin wechseln? In meinen Augen gibt es zwei Alternativen, nämlich Mixcloud und Hearthis. Mein Mixcloud-Account lag lange ziemlich brach, einfach weil mit den Preisnachlässen bei den Pro-Accounts unendlich Speicherplatz bei Soundcloud erschwinglich wurde. Ich werde meinen Account dort wieder konsequenter befüllen, in der Hoffnung, dass die Community mit dem Niedergang von Soundcloud größer werden wird. Besonders sympathisch an dem britischen Dienst, sind die Lizenzzahlungen an die britische Verwertungsgesellschaft, die Mixcloud zum einzigen legalen Dienst macht. Leider kann Mixcloud für mich Soundcloud nicht ersetzen. […]

  7. Mixcloud bezahlt etwas an die Verwertungsgesellschaften, daher auch die Tracklists. Wer also die Produzenten unterstützen will, Benutzt Mixcloud.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.