Hausfrauen und Nackte verboten! Kreuzberg, die vom Sexismus befreite Werbezone

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Der Tagesspiegel berichtet in seinem neuen “Kreuzberg Blog” von einem vorliegenden Antrag der Kreuzberger Grünen, Piraten, Linkspartei und SPD:

Das Bezirksamt soll Werbeplakate verhindern, auf denen die Gleichwertigkeit der Geschlechter infrage gestellt wird, männliches Dominanzgebaren, zum Beispiel im Baumarkt oder beim Kauf eines BMW, nicht kritisch dargestellt wird, auf denen Körper „unangemessen dargestellt“ sind und – obwohl das nicht direkt etwas mit Sexismus zu tun hat – Ausbeutung aller Art nicht kritisch reflektiert wird.

In der Begründung heißt es, dass in Zukunft Werbung nur noch legal sein darf, wenn sie den politischen „Idealen eines emanzipierten, bewussten und nachhaltigen Lebens“ entspricht. Dass Werbung auf politische Ideen verpflichtet wird – so was gibt es bisher höchstens in Nordkorea. Die Formulierung „unangemessene Darstellung von Körpern“ dagegen könnten sie aus dem Programm der Taliban übernommen haben.

schreibt Harald Martenstein

Zudem wundert es nicht nur den Autor des Tagesspiegels, dass fortan auch Bilder von Hausfrauen verboten sein sollen, da Heranwachsende mit “Rollenklischees konfrontiert werden” würden.

Dem Antrag sind folgende folgende, ausschlaggebende Kriterien zu entnehmen:

Bei der Feststellung, ob sexistische, diskriminierende oder frauenfeindliche Werbung vorliegt, sind folgende Kriterien ausschlaggebend:

„Geschlechterdiskriminierende Werbung (sexistische Werbung) liegt insbesondere vor, wenn

a) Frauen oder Männer auf abwertende Weise dargestellt werden;

b) die Gleichwertigkeit der Geschlechter in Frage gestellt wird;

c) Unterwerfung oder Ausbeutung [nicht kritisch] dargestellt oder zu verstehen gegeben wird, dass Gewalt oder Dominanzgebaren tolerierbar seien;

d) die Person in rein sexualisierter Funktion als Blickfang dargestellt wird, insbesondere dürfen keine bildlichen Darstellungen von nackten weiblichen oder männlichen Körpern ohne direkten inhaltlichen Zusammenhang zum beworbenen Produkt verwendet werden.

e) eine entwürdigende Darstellung von Sexualität vorliegt oder die Person auf ihre Sexualität reduziert wird;

f) Personen abgewertet werden, die nicht den vorherrschenden Vorstellungen über

Als prä­de­s­ti­nierter Fettnäpfchen-Treter bei der Sexismusdebatte weiß ich ehrlich gesagt nicht genau, was ich davon halten soll. Ist das nicht über-reguliert? Traut man den Kreuzbergern (Erwachsenen und Kindern) keine Intelligenz zu? Muss das sein oder macht man damit nicht noch alles schlimmer? Wirken Verbote?

Was denkt ihr über dieses Vorhaben?

Plakat Foto von Patricia Gimeno (CC BY-NC 2.0)


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5 KOMMENTARE

  1. Da der Antrag sich nur auf bezirkseigene Flächen bezieht, kann von einer Wirkung für ganz F’Hain-Kreuzberg nicht die Rede sein – ich nehme mal an, dass die meisten Werbeflächen dort in privaten Händen sind… (oder weiß da jemand mehr?) davon ab: Ich find’s völlig OK, wenn ein Bezirk entscheidet, was im öffentlichen Raum so rumhängen darf oder eben unerwünscht ist. Die Industrie wird’s überleben, die Informationen darüber, was man so derzeit tragen/essen/trinken/kaufen soll, wird uns so oder so noch auf genug Kanälen angetragen werden. Ich könnte ja auch gut mit einer Stadt leben, die ihre Werbeflächen zu Kunstflächen umwidmet, aber das wird wohl ein Traum bleiben…

    • “Ich könnte ja auch gut mit einer Stadt leben, die ihre Werbeflächen zu Kunstflächen umwidmet, aber das wird wohl ein Traum bleiben…”

      Volle Zustimmung! Kunstflächen oder einfach KEINE Werbung im öffentlichen Raum wäre auch so eine Idee.

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