Meine Kindheit mit den offenen Kanälen in Irans Straßen

0

mashinjub

Es gibt nicht viel, woran ich mich aus meiner Kindheit in Iran zurück erinnern kann. Aber das hier: Beim rückwärts einparken mit dem Hinterrad in den offenen Kanal, genannt Djub, hängen bleiben, gehörte zu den Klassikern. Dazu dann die aufgeregte Nachbarschaft und ein paar stämmige Männer, die das Auto aus dem Djub hievten.

Der Djub ist allgegenwärtig. Ganz gemein trennt er die Straße vom Bürgersteig und wird mit kleinen Brücken überspannt oder man hilft sich mit einem kurzen Sprung über diesen. “Pass auf, dass du nicht in den Djub fällst”, gehört zu den täglichen Warnungen, die Mütter ihren Kindern mitgeben, wenn sie auf die Straße zum Spielen gehen.

Eine Erinnerung habe ich noch: Ich sehe noch wie mein Bruder mit einem kurzen Sprung vor mir über einen Djub, gefüllt mit grünem undefinierbaren Zeug, springt. Dem großen Bruder nachahmend sprang ich auch, nur merkte ich, wie ich plötzlich auf Augenhöhe mit dem Bürgersteig war und es bis zu meiner Brust warm und stinkig wurde. Mein Großvater (möge er in Frieden ruhen) half mir raus und setzte mich vor dem Geschäft, in dem er was erledigen musste, zum Warten hin, damit ich den Laden nicht voll stinke. Auf dem Rückweg wurden allerlei Plastiktüten auf der Rückbank der blauen Ente ausgelegt. Meine Oma stellte mich dann in den Garten und hielt den Gartenschlauch auf mich gerichtet, schimpfend, warum mein Großvater nicht auf mich aufgepasst hat und mit einem Dankgebet auf ihren Lippen, dass ich nicht untergegangen bin.

Bild von Dean Bullock.


Flipboard
Folge uns auf Flipboard @Blogrebellen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.