Mauritianisch angehauchter Nu-Soul Sega-Funk Trap-Hop aus England: Mo Kolours

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Ja, die Phrase ist brutalst ausgelutscht. Aber was soll ich machen, Mo Kolours lässt sich nun mal einfach nicht in eine Schublade rein drücken. Was Mo Kolours‘ Spiel mit Gesang und Trap Percussion einmalig macht, sind wohl die Einflüsse der Sega-Musik (die leider natürlich nichts mit dem Stil der Soundtracks alter Spielekonsolen zu tun hat).

Mo Kolours zufolge entstand „Sega“ als Creole-Musik der afrikanischen Sklaven auf den Zuckerplantagen der Niederländer, Franzosen und Briten, die sich als „für Mauritius zuständige“ Kolonialmächte quasi die Klinke in die Hand gaben. Mo Kolours war sieben, als er mit seinem Vater in Mauritius Sega zum ersten mal live sah und hörte. Auf seine Frage, warum die Tänzer beim Tanz ihre Füße grundsätzlich so nahe beieinander hätten, war die Antwort seines Vaters:

‘It’s the shackles man, in the old days they wouldn’t have been able to move their feet.’

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Mehr über Sega und Mo Kolours gibt’s bei Toro Rosso. Ein feines Feature gibt’s außerdem bei hhv. Dort gibt’s die Platte für Vinyl-Fetischisten übrigens auch so richtig handfest.

Das Album gibt’s ab jetzt für umme oder gegen eine kleine Spende auf Bandcamp. Das Ding ist ein wunderbares Beispiel für die künstlerische Vielfalt, die wir jetzt viel krasser und umfassender haben könnten, wären wir Europäer damals nicht um die Welt gezogen, um anderen Kulturen unsere Bibeln und scheusslich-eintönigen Orgelchoräle um die Ohren zu hauen.