Deutsch mich nicht voll!

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Ich komme auf den schwarz-rot-goldenen Irrsinn einfach nicht klar. Tut mir leid. Ich habe es echt versucht. Damals, 2006 hatte ich sogar eine Deutschlandfahne vom Fenster hängen. Und eine brasilianische. Eine (glaube ich zumindest) italienische Flagge war auch dabei. Und damals habe ich mir geschworen, das nicht noch mal zu machen. Weil es sich nämlich irgendwie nicht richtig anfühlte. Die brasilianische Flagge stand für Sommer und coole Musik, hing lange in meiner ersten Wohnung als Türersatz zwischen Kochnische und Wohnraum. Sie wirkte auf mich nicht wie das Symbol eines Nationalstaates, sondern eines Musikstils oder eines Tanzes. Aber das wollte mit dem schwarz-rot-güldenen Tuch einfach nicht funktionieren. (Vielleicht wegen der Musik.) Ich kann echt akkzeptieren, dass nicht jeder, der eine Flagge am Auto hat, ein Nationalist sein muss. Und hey, von mir aus könnt ihr auch diese “neue Lockerheit” haben, die seit 2006 so diffus mit dem Fahnentragen verbunden ist. Echt jetzt. Kein Nazistempel von mir deswegen. Jeder nach seiner Facon und so, das ist okay für mich.

Aber was nicht geht, und zwar überhaupt gar nicht, ist der Versuch, jedes verschissene kleine Konsumgut zur WM mittels Schwarzrotgoldisierung ideell aufzuladen, um ein bisschen mehr von dem Schrott zu verkaufen.
Ich hab ja fast noch Verständnis für Buttons,

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oder “lustige” Halsketten.

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Aber schon bei Ohhringen hört es auf. Wer will sich so dermaßen verschandeln?

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Wie sehr muss man aber einen an der (Fliegen-)klatsche haben, um das hier zu kaufen?

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Einfach keine Deutschbonbons naschen,

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dann braucht es auch diesen geschmacklichen Totalausfall nicht. OK?

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(Alle Bilder habe ich innerhalb weniger Minuten in einem Supermarkt gemacht. Ich hätte sicher noch mehr gefunden, wenn ich gewollt hätte. Wollte ich aber nicht, ich hatte schon so genug und werde darüber hinaus in den nächsten Wochen auch mehr als genug von diesem Schwachsinn zu sehen bekommen…)


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7 KOMMENTARE

  1. Also dass die Flagge kontrovers betrachtet wird und das Umherzeigen auch, mag ja noch verständlich sein. Aber hier die brasilianische Nationalflagge einerseits als Verkörperung lockerer Dolce Vita zu idealisieren und die eigene als dunkles Symbol fehlplatzierten Patriotismusses finde ich einfach nur hohl. Ich verstehe einfach nicht, warum die angeblich intellektuelle Elite dieses Thema immer wieder aufgreift und herumnörgelt. Anstatt sich ein Beispiel an denen zu nehmen, deren Flagge sie hier so bejubeln. Brasilianer haben nämlich gar kein Problem damit, ihre Flagge stolz zu zeigen. Und andere Nationen auch nicht. Gerade die Südländischen Staaten, in Europa wie in Amerika werden nicht müde, sich mit ihrem Land und ihrer Mannschaft patriotisch zu zeigen.
    Und zu letzt noch einmal ein Anstoß zum nachdenken: Wer sich die brasilianische Flagge in die Küche hängt und beim Betrachten der selbigen verzückt an Sonnenuntergänge, Carneval und sonstige lebensleichte Attribute zu denken, der möge eine Sekunde an die Proteste, die Polizeimacht, die Knüppel und das Elend in den Favelas denken. Aber immer schön Flagge zeigen…!

    • Aber bei denen verbindet keiner mit den Fahnen einen Herrenrassenanspruch (“…über alles auf der Welt”). Ohne diese Hymne hätte das schwarz-rot-goldene! (nicht gelbe) etwas angenehmes. Oder ist die Verwendung von gelb anstatt gold eigentlich ein Ausdruck gegen deutsches Großmachtdenken?

  2. Hey Neurotiker,
    geh mal zum Klapsenkally , muss ja schlimm sein. Du hast ja mächtiges Kopfproblem, wer hat Dir bloss einenStromschlag an die Synapsen gesetzt. Kannst einem ja echt leid tun. Armer Irrer . Nichtdeutsche und deutsche lachen über dich . Wie ich und mein Kumpel Sammy

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