Facebook lässt die “Like to Download”-Apps sterben

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Ab dem 5. November wird Facebook keine Apps mehr zulassen, die Like-Gating betreiben. Hinter dem Ausdruck verbirgt sich die Methode, bestimmte Inhalte nur gegen einen Like für eine Facebook-Seite zugänglich zu machen.
In unserem Umfeld geschieht das relativ oft, meist bei zum freien Download angebotenen Musikstücken. Den Download-Link bekommt man oft nur gegen ein Liken der Fanpage des Musikers.

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Ich persönlich fand das immer unproblematisch. Unsere Lazer zum größten Teil auch. Allerdings gab es eine kleine Gruppe, die sich daran störte. Der eine Teil davon war der Meinung, das “kostenlos” oder “free” nicht mehr gegeben ist, wenn Gegenleistung verlangt wird, egal wie klein sie ist. Ein anderer Teil war nicht bei Facebook registriert und wurde durch diese Praxis ausgeschlossen. Wenn wir das den Anbietern der “free” Tracks zurückspiegelten, erhielten wir meist die Antwort, dass sie Verständnis für die Kritik hätten und boten uns oft an, wir dürften ihre Mailadressen weitergeben und sie würden das dann unbürokratisch regeln.
So weit so gut, oder auch nicht, denn ab November gilt:

You must not incentivize people to use social plugins or to like a Page. This includes offering rewards, or gating apps or app content based on whether or not a person has liked a Page. It remains acceptable to incentivize people to login to your app, checkin at a place or enter a promotion on your app’s Page. To ensure quality connections and help businesses reach the people who matter to them, we want people to like Pages because they want to connect and hear from the business, not because of artificial incentives. We believe this update will benefit people and advertisers alike.

Begründet wird die Massnahme von Facebook folgendermassen:

We saw that a lot of people were getting a lot of likes using like gating, but then they realized that the likes didn’t really have any kind of real value toward their business goals. […] Instead of like-gating, we started to see people doing what we’re calling action-gating. ‘Hey, if you want to enter my contest or promotion, sign up for our newsletter or give us your email address or give us some feedback on this new product.’ They would actually still get likes, but the likes weren’t forced. They were getting actionable and valuable feedback

Ist Like Gating “Rubbish”?

Drüben bei den Kollegen von DJTechtools ist man sich sicher, dass Like-Gating sowieso “Rubbish” ist, ich bin mir da nicht so sicher. Wenn ich einen Track so sehr mag, dass ich ihn auf meiner Festplatte haben will, dann interessiert mich in aller Regel auch, was der Künstler in Zukunft an Musik veröffentlicht und würde sie/ihn deswegen sowieso liken. Mir persönlich ist das lieber, als eine Emailadresse abzugeben, wie das z.B. bei den Free Downloads auf Bandcamp gehandhabt wird. Von der Konsumentenseite aus gesehen, ist das Abgeben eines Likes weniger folgenreich und fühlt sich nicht so sehr nach Preisgabe privater Daten an, als eine Emailadresse abzugeben.
Klar ist aber auch, dass eine valide Mailadresse von der Angebotsseite aus betrachtet wesentlich wertvoller ist, als ein schnöder Like.
Sie macht den Kontakt unabhängig von Facebook, es ist sehr viel unwahrscheinlicher, dass es sich jemand die Mühe macht, eine Einwegadresse zu benutzen, als nach erfolgtem Download die Seite wieder zu entliken.

Für einen schwerstabhängigen Musikfan wie mich ist das aber ehrlich gesagt alles eher zweitrangig. Wenn ich einen Song haben will, dann besorge ich ihn mir. Wenn er mir für umme angeboten wird, freut mich das. Wenn ich dafür zahlen muss, ist das für mich aber auch okay. Musik hat einen großen Wert für mich. Ob ich mit einer Mailadresse, einem Like oder gar mit Geld dafür zahle, ist mir ziemlich egal.

Wie sehr ihr das?



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7 KOMMENTARE

  1. Ich find’s schade. Wenn man die Musik gut findet, wird man ja wahrscheinlich eh verfolgen wollen, was der Künstler macht. Und ein Like tut doch keinem weh. Wirklich Free ist es dann nicht, aber wer hat gesagt, dass es komplett umsonst sein muss?

  2. Erpressung ist Erpressung. Und ich finde es nicht gut dass Facebook mal was richtig macht. Wirklich kein feiner Zug von Facebook.

    • Gut und nicht gut. Ich habe die App gerade installiert und wollte damit starten. Andererseits fängt vielleicht eine Zeit an in der die Wertigkeit von Musik wieder steigt. Ein Like ist eben nur ein Like und keine 0.99 cents. Und das ist ja nun wirklich nicht viel für einen Track den man mag und gerne wieder hört und auf der Festplatte hat.

  3. Facebook macht das doch nur weil sie mehr Likes verkaufen wollen. Ansonsten ist denen das – wie so vieles anderes – so ziemlich scheissegal 😉

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