Über Mode-Blogger, Lederhosen und Hakenkreuz-Vergleiche

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Das Berliner Mode-Blog und Label Dandy Diary begann vor kurzen einen kalkulierten Tabubruch und designte zum diesjährigen Oktoberfest eine Trachten-Lederhose. Richtig gelesen, eine Lederhose. Die Herstellung übernahm das Münchner Trachtenhaus Angermaier, wohl eines der bekanntesten Hersteller für Dirndl und Lederhosen. Für 359.- Euro konnte man diese Hose käuflich erwerben. Nun, ein paar Tage später wurde das Beinkleid aus Leder allerdings wieder aus den Regalen genommen.

Konservative Folklore trifft auf lateinamerikanische Gang-Symbolik

Die Berliner Designer kamen auf die „sauheiße Idee“ die Lederhose mit zahlreichen Symbolen zu schmücken. Neben Hanfblättern stickten sie in einer Frakturschrift „MS 13“ auf den Latz.
„MS 13“ ist das Erkennungszeichen der schwer kriminellen Gang „Mara Salvatrucha“, die sich in Nord- und Mittelamerika dem Waffen- und Drogenhandel, der Prostitution und dem Menschenhandel verschrieben hat und kurzen Prozess mit Feinden macht.

Gestaltung nicht hinterfrag

Die Hose ging in Produktion, landete im Online-Shop und in den Verkaufsräumen des Traditionshauses in München und Berlin. Was der Lederwaren-Hersteller allerdings nicht wusste war die Bedeutung der Symbole. „Ich war außer Rand und Band“ wird der „arglose Angermaier-Chef Alex Munz“ zitiert, als er von von einem Kunden erfuhr, wofür „MS 13“ steht.

Munz fühlt sich hintergangen. „Ich muss mir aber vorhalten lassen, dass ich die Gestaltung nicht hinterfragt habe.“ Auf den Kosten bleibt der Unternehmer sitzen, sie seien aber zu verkraften. „Wir haben die Hose aus dem Programm genommen, weil ich nicht dahinterstehe. Ich kann doch auch keine Hakenkreuze auf meine Lederhosen sticken.“

Quelle: FAZ

Ähm, ja…

Wie Dandy Diary darauf reagiert könnt ihr hier nachlesen.

Ich mache derweil noch mal Popcorn!

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