#HappyIranians – Das Internet ist ein Sumpfgebiet und gehört mit einem Stacheldraht eingezäunt

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Vor einigen Tagen standen die sieben Beteiligten des #HappyIranian Video – Taravati (Regisseur) Sassan Soleimani, Neda Motameni, Afshin Sohrabi, Bardia Moradi, Roham Shamekhi und  Sepideh – vor Gericht.
Das Urteil: 6 Monate Haft und 91 Peitschenhiebe auf Bewährung. Einer von ihnen bekam ein Jahr und ebenfalls 91 Peitschenhiebe ebenfalls auf Bewährung. Soweit so absurd.

Der Anwalt der Angeklagten äußerte sich im Gespräch mit IranWire optimistisch gegenüber der Rechtsprechung. Zum Glück wäre die Bewährung ausgesprochen worden, denn das bedeutet, dass diese nach drei Jahren erlischt. Sofern die Angeklagten sich nicht auf ähnlich Weise wieder straffällig machen. Aber bis zur endgültigen Urteilsverkündung, könne man sich nicht zu 100% sicher sein wie sich die Lage für seine Klienten entwickeln würde.

Das Internet ist ein Sumpfgebiet und gehört mit einem Stacheldraht eingezäunt

Erst vor einigen Monaten veröffentlichte die UN einen Bericht über die Lage der Menschenrechte in Iran, aus dem hervor geht, dass es positive Entwicklungen seit dem Amtseintritt von Präsident Rohani hinsichtlich der Freilassung von Gefangenen aus den Gefängnissen gäbe.  Auch der friedliche Verlauf der Wahlen ist von den Staaten begrüßt worden.
Dennoch sind die aufgeführten kritischen Punkte hinsichtlich der Bestrafungen wie Folter, Amputationen und Erniedrigungen wesentlich länger.

Mit der Ernennung von Sadegh Laridschani zum Justizchef, hat Iran seit 2009 einen Hardliner am Hebel. Laridschani sprach sich gegen die Forderungen Rohanis aus, die sozialen Medien für die Bevölkerung zugänglich zu machen und die Bandbreite und die Geschwindigkeit für das Internet zu erhöhen. Das Internet sei ein ‘Sumpfgebiet’ so Lardischani, welches mit einem Stacheldraht eingezäunt werden müsse. Zudem ist er der Meinung, dass diejenigen die giftige Atmosphäre im Internet übersehen, keine Ahnung vom Internet haben. (Quelle)
Seit Beginn der Revolution ist es Aufgabe des Staates, Moral zu institutionalisieren und den Menschen als eine Pflicht aufzuerlegen. Dabei wurde eine klare Grenze zu den westliche Einflüssen gezogen. Diese stehen für das Böse und müssen bekämpft und beseitigt werden.

verwestlichungiran

Das unsittliche Verhalten wie Tanzen in der Öffentlichkeit, Ignorieren der Kleidervorschrift und die Vermischung der Geschlechter in diesem Video geben zwei Wahrnehmungen wieder. Die einen, die damit den Verfall der Werte sehen und die anderen, die darin ihre Freiheit und Weltoffenheit kundtun. #HappyIranians zeigt die Diskrepanz zwischen dem, was junge Menschen möchten und dem was konservative Kleriker für sie richtig wissen wollen und ohne deren Einbezug entscheiden.

 

 

Artikelbild via: Michele Benericetti (cc BY 2.0)

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3 KOMMENTARE

  1. Hi, Nielow.
    Klasse Beitrag das. (8)
    Kann ich Dir aber sagen:
    Das Internet ist nicht ohne weiteres auch im deutschen leicht mit:
    ¨Intern¨ & weiterhin ¨Geschlossene¨ assoziierbar.
    Was uns an dort absurd erscheint,
    wird hier einfach mit anderen Mitteln verwirklicht.
    Toll z.B. ist:
    Es gibt diese wunderbare Kommentarfunktion in vielen Blogs.
    Absurd ist: Kaum jemand nutzt sie, um sinnvolles damit anzustellen.
    Konkretes Beispiel:
    Wollte ich dort: (nur im Notfall klicken)
    Diesen Kommi hinterlassen:
    ¨
    Hallo Herr G.
    Eigentlich ist doch jede sich auf Glaubensfragen berufende Gemeinschaft bezüglich Mitspracherechtsanpruchserhebung in der Weltpolitik dieser Tage als Anachronismus ansehbar.
    Zu beten eine per Drohne & Knofdruck aus sicherster Entfernung abgeworfene Bombe verfehle ihr Ziel, ist wahrscheinlich ebenso hilfreich wie eine Muslime zum Spanferkelfest nach München einladen zu wollen.
    Krise* ist, was sich als solche in den Köpfen derer, die die Macht besitzen, anderen vorzuschreiben, wer ein zu bekämpfendes Ärgernis sei, abzuzeichnen beliebt.
    Und das gilt aus welchen Gründen auch immer.

    *: Gültig für Krisen, die die Menschheit betreffen.
    Der Rest des Planeten wäre wahrscheinlich eher dankbar, auf derartige Gesellschaft verzichten zu können.
    ___
    Hallo Herr N.
    Zuständigkeit ist im Zeitalter der weltweit vernetzen Meinungsäußerung eine Begrifflichkeit,
    die mehr und mehr vernachlässigbar werden wird…
    & das unabhängig davon, wer sich die Verantwortung für das Verlegen der Kabel aufbürdet**.

    **: als reichlich unverantwortlich kann auch empfunden werden, was in dem von Ihnen gewählem ¨Forum¨ an Pflichtangaben zu preiszugeben ist, bevor man eine Meinung veröffentlichen darf. Ich gehe davon aus, daß Ihnen die Erfahrung diese Vorgehensweise als ratsam nahelegt, bin allerdings der Meinung, clevere Ansätze bräuchten sich per se nicht mit derartigen Reglementierungen zu schützen.
    ¨ & hab´s dann doch gelassen,
    weil mir das AusfüllenMüssen der Pflichtfelder bei der Anmeldung & die MaßregelungsVorschriften zur Einhaltung des guten Tons wie ein kalter Griff an die Eier vorgekommen ist.

    Hoffe ich, daß Du Deinen Beitrag jetzt nicht als mißbraucht ansiehst &
    wünsche weiterhin frohe Bewußtwerdung in Richtung dorthin, wo´s Not tut.

    • Hach…
      Glückes Geschick scheint der Link eh mißlungen zu sein. (8)
      Denk´ ich aber, daß die Außage auch ohne Bezugnahme verständlich ist &
      wünsche allen, die´s wollen ein nettes Wochenende.^.^,

      PS: Nicht vergeßen…
      nie foltern laßen, ohne zu schreien.
      & nicht verarschen lassen,
      ohne hinterher:¨Arsch!¨ zu schreien.

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