IS-Terrorismus (mit)finanziert durch die GEMA?

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Dieses Mal steht die GEMA nicht als Youtube-Verhinderer in der Schusslinie, nein, dieses Mal wird die Verwertungsgesellschaft mit der IS-Terrorgruppe in Verbindung gebracht. Ja, richtig gelesen.
Natürlich kann man der GEMA keine aktive Unterstützung unterstellen, doch indirekt macht das, was Peter Mühlbauer auf Telepolis schreibt durchaus Sinn.

Neben dem Berliner Rapper Deso Dogg, wandte sich auch der Londoner Rapper Lycricist Jinn, der zwei britische und zwei amerikanische Geiseln vor laufender Kamera geköpft haben soll, von der westlichen Welt ab. Beide kämpfen mit weiteren 30.000 Dschihadisten in Syrien und im Irak für die Terrortruppe Islamischer Staat (IS).
Bevor sie sich in diesen barbarischen Krieg begaben produzierten die beiden kommerzielle Musik, von deren Erlösen sie heute noch Tantiemen-Ausschüttungen von der GEMA erhalten.

Die GEMA bestätigte Telepolis auf Anfrage, dass Cuspert bei ihr Mitglied ist. Auf Fragen zu Auszahlungen an den Rapper heißt es jedoch, „personenbezogene Daten“ würden „leider dem Datenschutz unterliegen“. Fragt man datenschutzfreundlicher, wie viele Tantiemen 2013 an Mitglieder der Terrorgruppe IS oder anderer Dschihadistengruppen ausgeschüttet wurden, bekommt man die Antwort, dass die GEMA „keine Kenntnis [habe], ob und welche ihrer Mitglieder derartigen Organisationen angehören“.

Ausschüttungen an ein Mitglied stoppt die GEMA nach eigenen Angaben, wenn sie „von einem rechtlich bindenden Zahlungsverbot Kenntnis erlangt“. Auf die Frage, an wen das nicht ausgezahlte Geld in so einem Fall fließt, nennt die Verwertungsgesellschaft den Insolvenzverwalter als „typischen“ Empfänger, weist aber darauf hin, dass „die Verwendung der Gelder […] von der Art des bindenden Zahlungsverbots ab[hänge]“.

Weiter wird die GEMA zitiert, dass erst dann nicht mehr lizenziert und von der Ausschüttung ausgeschlossen wird, wenn die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) Musikwerke auf dem Index landen. So geschehen im Jahre 2003, als die Nazi-Hardrock-Gruppe Landser als kriminelle Vereinigung eingestuft wurde. Ein bindendes Zahlungsverbot wegen Terrorverdachts gab es bei der GEMA angeblich noch nicht.

Ich möchte an dieser Stelle der GEMA gar keinen Vorwuf machen, hoffe aber, dass sie aktiv und aus eigenem Interesse heraus versucht Mittel und Wege zu finden, um die Tantiemenzahlungen an die Terroristen schnellst möglich zu unterbinden.

Quelle, via Fefe, Artikelbild von Martin Krolikowski (CC BY 2.0)