Hipster/Muslim – Was passiert wenn Hipster und Muslime die Kleider tauschen?

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Kleider machen Leute. Kleider sind ein Teil der Identität und können Teil der persönlichen Geschichte sein. Aber wie zuverlässig ist dieser visuelle Code, den Menschen täglich setzen? Shirin Mirachor spielt in ihrem visuellen Essay über den Zeitgeist, Religion, Stereotypisierung und Identität, mit der Wahrnehmung der Betrachter.Ihr Online-Zeitgeist-Projekt – wie sie es selbst nennt – GET ME zeigt drei Paare, sechs persönliche Geschichten in Form von Fotos und Interviews.

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Der Vollbart war die ausschlaggebende Inspiration für das Projekt, etwas was für beide charakteristisch ist, sowohl für die Hipster als auch für die Muslime. Während der Hipster-Bart mit positiven Eigenschaften wie männlich, modebewusst und avantgardistisch behaftet ist so ist der muslimische Bart mit Ressentiments, extremistischen und konservativen Eigenschaften behaftet. Wir wissen wie Dinge wirken, wenn sie in Bärten haften. Shirin zieht in ihrer Betrachtung eine Dichotomie auf: Hipster/Muslim. Stilistisch untermalt sie dies, indem sie auf schwaz/weiße Bilder setzt.

HipsterMuslimgetme

In ihrem Pressetext erklärt sie, dass die Wertung der Medien von Hipster und Muslime dichotom sei und fragt sich, ob diese Betrachtung der Wahrheit entspräche. Nun ist das ja so eine Sache mit der Wahrheitsfindung. Aber sie hat sich in ihrer Qualitativen Herangehensweise auf die Suche nach einzelne persönlichen Geschichten gemacht.

HipsterMuslimgetmeI

HipsterMuslimgetmeII

Dieses Projekt kann als ein Plädoyer auf das vorurteilsfreie Denken gesehen werden. Schließlich ist die Geschichte, die der Mensch zu erzählen und erlebt hat wichtiger als das, was er trägt. Äußere Symbole können oft zu identitätsstiftende Zwecke gebraucht aber auch missbraucht werden. Gerade in Zeiten von Krieg und Sicherung der Ressourcen finden sich Gruppierungen, die mit oberflächlichen Symbolen (Bart, Turban, Gewand) oft im Zusammenhang mit negativen Geschehnissen (9/11) oder Taten (Steinigung und Köpfen von Menschen)  verbreiten. Unwissende, unsichere und ängstliche Menschen nehmen diese Infos mit jene Zusammenhänge auf und tragen diese Stereotypisierungen in ihre gelebte Welt.
Wer ist mein Feind und wer ist mein Freund? Lässt sich das wirklich auf den ersten Blick so einfach beantworten?
Wenn wir uns bewusst werden, dass wir über unsere Medien nur Teilwahrheiten erhaschen können und diese nicht als gelebte Tatsachen einstufen, so ist es möglich Vorurteile ansatzweise abzubauen.

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