Come on, Hanky Spanky hat nicht Christian Grey erfunden

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Mein erster Kontakt mit Shades of Grey? Eine Mitfahrgelegenheit nach Berlin. Die Reisebegleitung kam mir schon von vornherein nicht vor wie die aufregendste Person des Universums, und dann saß sie da auch noch stundenlang stumm neben mir in dieser eigentümlich gekrümmten Haltung, von der man beim Hinschauen Schmerzen bekam. Sie drückte ihr dickes Buch auf die Oberschenkel, als wäre der Buchrücken an ihrer Jeans festgeklebt, beugte ihren Rücken um 90 Grad, während die Nase in den Seiten versank, schielend, bewegungslos, manchmal leise glucksend, nur ab und zu die Finger spreizend, um die nächste Seite aufzuschlagen.

Ich grübelte lange darüber nach, was es mit diesem Wirbelsäulenschaden denn auf sich haben könnte, und ob ich nicht endlich mal anfangen sollte, mit ihr zu smalltalken. Nach 193 Minuten Gluckserei ihrerseits und skeptischen Blicken meinerseits fragte ich ganz ungezwungen: „Was liest du denn da?“ Sie schrak zusammen wie eine katholische Klosterschülerin, die man bei Fesselspielchen erwischt hatte, und piepste: „Hm?“ Ich wiederholte meine Frage, sie umklammerte das Buch und presste es noch fester an die Oberschenkel. „Ääääh.. Das ist so ein Liebesroman. Kennt man nicht.“

Ein paar Wochen später würde jede verdammte Klosterschülerin und jede BDSM-Anhängerin dieser Welt und auch jede Frau dazwischen, gewollt oder ungewollt, dieses verdammte Buch kennen. Es würde einschlagen wie einer manifestrote, saftverspritzende, caramellklebrige Bombe. Skandal! Skandal! Es geht um SEX! Da werden Sachen gesagt wie „Mmmm… Er ist so weich und hart zugleich, wie Stahl, der mit Samt umhüllt ist. Überraschend lecker, salzig und glatt. Er ist mein eigenes Eis am Stiel mit Christian-Grey-Geschmack.“ (Btw: Dein Ernst, E.L. James?)

Dass ein bisschen Porno nun wahrlich nichts Neues ist, für das man sich schämen oder einen Wirbelsäulenschaden zulegen müsste, beweisen, wie so oft, die alten Griechen. Und Römer. Und Ägypter. Diese versauten Lustmolche hatten doch tatsächlich auch schon Lümmel-Streifen am Start. Wer sich also eine falsche Nase und einen Anklebebart besorgt hat, um heute unerkannt in diesen superperversen (nicht) Film zu schleichen, kann die Verkleidung beruhigt lassen und selbstbewusst mit Antike-Wissen protzen. Und wer das eh nicht vorhatte, schaut sich lieber ein paar Graustufen v. Chr. an. Garantiert todessexy und ohne diese nervige Story.

Sieht ungemütlich aus. Eine Frau balanciert breitbeinig auf einem Bein, während der Mann sie mit seinem Riesen-Penis penetriert. Dabei zieht der Frechdachs ihr auch noch an den Haaren. 11 weitere Bildchen erklären, wie’s trotz Altertum im Bett nicht langweilig wird.
Sieht ungemütlich aus. Eine Frau balanciert breitbeinig auf einem Bein, während der Mann sie mit seinem Riesen-Penis penetriert. Dabei zieht der Frechdachs ihr auch noch an den Haaren. 11 weitere Bildchen erklären, wie’s trotz Altertum im Bett nicht langweilig wird.
Wer hat's erfunden? Nicht Christian Grey. Im „Tomba della Fustigazione“, dem Grab der Züchtigung, ging’s schon im 6. Jahrhundert vor Christus ordentlich zur Sache. Yankity Spankity!
Wer hat’s erfunden? Nicht Christian Grey. Im „Tomba della Fustigazione“, dem Grab der Züchtigung, ging’s schon im 6. Jahrhundert vor Christus ordentlich zur Sache. Yankity Spankity!
Lente impelle - langsam einführen - steht als Inschrift auf diesem Bild in Pompej. Ja, sagt eigentlich schon alles.
Lente impelle – langsam einführen – steht als Inschrift auf diesem Bild in Pompej. Ja, sagt eigentlich schon alles.
Diese beiden hübschen Griechen haben „Schenkelverkehr“ auf einer Vase. Vermutlich war die kein Geschenk für die Schwiegermutter, aber wer weiß das schon.
Diese beiden hübschen Griechen haben „Schenkelverkehr“ auf einer Vase. Vermutlich war die kein Geschenk für die Schwiegermutter, aber wer weiß das schon.
Entschuldigt die Bildqualität, bisschen verpixelt. Ich beschreibe: Auf der Spitze eines Phallus thront eine Frau, im nächsten Bild empfängt sie in akrobatischer Verrenkung ein gewaltiges Glied. Dazu ein bisschen Dirty Talk: «Schau her, komm hinter mich ... ich umhülle deine Lust, dein Penis ist bei mir» «Mein großer Penis ... der innen ... wehtut» Dagegen stinken James' literarische Ergüsse nicht an.
Entschuldigt die Bildqualität, bisschen verpixelt. Ich beschreibe: Auf der Spitze eines Phallus thront eine Frau, im nächsten Bild empfängt sie in akrobatischer Verrenkung ein gewaltiges Glied. Dazu ein bisschen Dirty Talk: «Schau her, komm hinter mich … ich umhülle deine Lust, dein Penis ist bei mir» «Mein großer Penis … der innen … wehtut» Dagegen stinken James‘ literarische Ergüsse nicht an.

Bilder via news.de

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