Erster Club ersetzt DJs gegen kostenloses W-LAN

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DJs und Live Acts zu buchen, um Gäste anzulocken, kann einen Clubs mehrere tausend Euro pro Wochenende kosten und bleibt dennoch ein Risiko, denn die Kosten garantieren nicht dafür, dass die Künstler den Club auch wirklich füllen.

„DJs zu buchen ist heutzutage weitestgehend unnötig“

„Wir dachten uns, dass es einerseits großartig sein kann DJs und Live Acts zu buchen, auf der anderen Seite aber auch ein enormes Risiko darstellt“, erklärt uns David Harley, der Gründer des Clubs. „Es ist wesentlich preisgünstiger und auch zukunftsorientierter, den Club stattdessen mit schnellem W-Lan auszustatten und das zum zentralen Erlebnis des Clubbesuchs zu machen.“

David sagt, dass beim Beobachten der Gäste aufgefallen sei, dass die meisten Leute sich mit ihren Smartphones beschäftigten, „nichtsagende Tweets über den Spaß den sie angeblich hätten, absetzten“, „lustlos die gespielte Musik shazamten“, oder „debil grinsend Selfies machten, die sie nie wieder ansehen werden.“

„DJs zu buchen ist heutzutage weitestgehend unnötig, da die meisten Besucher nur in Clubs gehen, um ihre Tatoos zu fotografieren oder um sich gegenseitig zu versichern, wie cool der Abend sei“ fährt David fort. „Sie sind da, um da zu sein und nicht, um einen bestimmten DJ oder gar eine Band zu hören. Deswegen haben wir aus Dekogründen nur noch einen riesigen iPod von der Decke hängen, der die aktuellen Deep-House-Charts runternudelt.“

„Wir ersetzten die Events gegen nichts und das scheint gut zu funktionieren.“

„Wir haben es mit ein paar großen Liveevents versucht, die man auf großen Bildschirmen ansehen konnte, aber alle saßen einfach nur herum und starrten auf ihre Bildschirme. Also ersetzten wir die Events gegen nichts und das scheint gut zu funktionieren.“

Die Stammgäste sind begeistert von dem neuen Angebot. Es handelt sich um eine sehr schnelle Anbindung mit 50MBit, erläutert uns Cindy, Schnappsdrossel, Promoterin und Raverin in einer Person. „Die leute stehen so sehr darauf, dass sie überteuerte Getränke in Kauf nehmen, solange sie nicht von irgendeinem DJ während des Surfens genervt werden.

„Sind nicht Smartphones genau das, worum es im Nachtleben geht?“

„Der Music vom DJ zuzuhören, oder einem Musiker bei einer Performance zuzusehen kommt einfach nicht gegen Auf-den-Bildschirm-starren an“, fährt Cindy fort, deren rechte Hand sich schon in eine Art fleischige iPhone-Kralle verwandelt hat. „Das einzige, was mich bisher vom Clubben abhalten konnte, war der Gedanke, dabei mein eigenes Datenvolumen zu verbrauchen. Jetzt, wo sich das dank des freien W-Lans erledigt hat, werde ich praktisch immer hier sein.“

„Es ist toll. Ich kann es kaum erwarten, in den Club zu gehen, um dort Facebook zu checken, oder einen billigen Flug zu buchen. Sind nicht Smartphones genau das, worum es im Nachtleben geht?“

David erläutert uns, dass es die DJs gar nicht so schlecht aufgenommen hätten. „Ein großer Teil der guten DJs ist gar nicht so scharf darauf in einer Absteige wie unserer zu spielen und der Rest kann es sich leisten, es zu lassen.“

„Wir werden keinen unserer LieblingsDJs persönlich hier begrüßen, aber wir haben einen David-Guetta-Megamix auf dem iPod und natürlich behalten wir die VIP-Area bei“ schließt er. „Sie unterscheidet sich von der Zone für normale Gäste dadurch, dass wir vegoldete iPhones ausgeben und das ein klitzkleines bisschen schnellere W-LAN.“

(Dieser Artikel ist eine freie Übersetzung. Wir veröffentlichen ihn mit freundlicher Genehmigung von wunderground-logo10)

(Photo: Bullpenpictures, CC-Lizenz: CY 2.0)

2 Kommentare

  1. Der Link zur Originalquelle „ist kaputt“: Da sollte wohl ein Leerzeichen zwischen a und href. Ansonsten wieder eine richtig schöne Parodie auf die Realität – oder die Realität als Parodie. Das passiert in unseren Zeit ja ständig 😉

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