Hifi-Esoterik des Tages: Sonys „for premium Sound“ SD-Card

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Wahrscheinlich erwähnte ich es bereits: Ich kann mich ganz vorzüglich über Esoterik echauffieren und über HiFi-Freaks lustig machen. Trifft beides zusammen, wie zum Beispiel bei Neil Youngs AltersversorgungiPod-Verschnitt namens PONO, ist es mir ein inneres Fusion-Festival, mich ein bisschen aufzuregen.

Aktuellster Kandidat für einen kleinen Rant: Sony. OK, von einem Unternehmen, das ein Telefon mit einen uralten Android, dafür ohne Telefonfunktion als „High-End“-Musik-Player für über 1000 Dollar verkauft, würde ich spontan noch schlimmeres vermuten, aber diese angeblich speziell für „Premium Sound“ entwickelte SD-Karte, ist schon ein ganz besonderer Fall von Abzocke. Bei dem Player kann man ja wenigstens hoffen, dass Klang-Flaschenhälse wie der DA-Wandler besser sind, als beim Standard-iPod. Das rechtfertigt den irrsinnigen Preis noch lange nicht, aber wenigstens ist es glaubwürdig, dass Aufwand in den Klang des Geräts geflossen sind. Bei der SD-Karte hingegen besteht der zusätzliche Aufwand gegenüber einer normalen SD-Karte im güldenen Aufdruck. Ernsthaft. Mehr ist da nicht. Nichts. Niente. Nada. Dafür kostet sie auch nur zwischen doppelt und fünf Mal so viel wie eine vergliechbare Karte ohne den schicken Aufdruck. Ja Mann…..

Sony’s internal measurements have shown its audiophile-friendly memory card producing less electrical noise when reading data.

Bitte welcher „Electrical Noise“ soll durch das Kopieren von Daten entstehen? Ihr könnt ja mal beliebige digitale Kopien auf verschiedene Medien wie USB-Sticks, SD-Karten oder externen Festplatten ziehen und dann Quelle und Ziel vergleichen. Ihr könnt mir aber auch glauben: Die Ergebnisse werden bitgenau identisch sein.

Das Beste kommt zum Schluss, denn bei Sony ist man sich offensichtlich auch nicht so sicher, was das Teil betrifft. Moneyquote:

„We aren’t that sure about the product’s potential demand, but we thought some among people who are committed to great sound quality would want it.“

Mit anderen Worten: „Wir sind nicht sicher, ob der Markt das annimmt, aber Leuten, denen Klangqualität wichtig ist, kann man jeden überteuerten Mist andrehen.“

Großartig!

(via The Verge)

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