Warum ich mich von der BVG derbe verarscht fühle

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Es ist die Nacht von Freitag auf Samstag, kurz vor 3 Uhr früh. Unter der Woche würde man wahrscheinlich kaum jemanden treffen auf dem Bahnsteig, ganz einfach, weil die Bahn nachts nicht fährt, aber hier am U-Bahnhof Mehringdamm bekommt man das Gefühl, es wäre tagsüber.

Meine Freundin Tausi und ich latschen gemütlich die Treppe zum Bahnsteig runter, sie wartet mit mir auf meinem Bahnsteig, weil meine Bahn eher kommt.
Ich habe ein leicht schlechtes Gewissen, schon so früh nach Hause zu wollen, weil sie extra wegen mir in den Club gekommen ist, allerdings später als erwartet und schon während meines zweiten und letzten Sets. Aber das konnte ja niemand wissen, und so lang es sie nicht stört…

Es herrscht geschäftiges Treiben auf dem Bahnsteig, Stimmengewirr und Glasgeklapper von zusammenstoßenden Bierflaschen. Mehrere Grüppchen, einige auf dem Weg zur Party, andere, uns eingeschlossen, auf dem Weg nach Hause.
Aus dem Augenwinkel, es geht blitzschnell, bemerke ich, wie eines der schon erwähnten Grüppchen in Bewegung gerät. Etwas im Inneren der Gruppe hat sie auseinander getrieben. Es ist eine unerwartete Bewegung, ich mache sofort zwei Leute aus, die im Zentrum des nun größer werdenen Personenkreises stehen. Zwei Jungs, einer offenkundig stark alkoholisiert, der andere vielleicht nicht ganz so, aber wer weiß das schon so genau.

Die Aufforderung zum Chillen wird in der Tat sehr wörtlich genommen – allerdings nicht von den Schlägern

Sie sind aufeinander los gegangen, warum weiß ich nicht. Aus der Gruppe hört man „Chillt doch mal!“, „Ey, lass ihn los!“, ein Mädchen schreit, was sie sagt, kann ich nicht verstehen.
Mein Blick sucht die Notrufsäule, ich habe Angst, dass das Ganze eskaliert. Mittlerweile torkeln die beiden ineinander verkeilt mit fliegenden Fäusten über den Bahnsteig. In Richtung Treppe, wo auch ich stehe. Ich sehe, dass bereits jemand den Knopf auf der Notrufsäule gedrückt hat, sie blinkt. Mein Blick sucht Tausi, sie steht etwas abseits.

Zwei Meter von mir knallt der sich prügelnde Menschen-Knoten gegen eine der beige gekachelten Stützsäulen des Bahnsteigs, der sehr betrunkene kann sich nicht halten und fällt der Länge nach hin. Mit der Schulter ist er vorher ordentlich gegen die Säule gedonnert, sah ziemlich schmerzhaft aus. Meine Hand umklammert das Handy in meiner Tasche, Wortfetzen kommen aus der Notrufsäule, und als ich den Kopf noch ein bisschen weiter drehe, sehe ich, wie auf dem anderen Bahnsteig, in aller Seelenruhe, das BVG-Security-Personal entlangspaziert, das Geschehen drüben sehr wohl im Blick, aber mit keinerlei Anflug von Interesse und/oder gar Eile.

Das war astreines Schneckentempo, was die Dame und der Herr dort abgeliefert haben.
Im Ernst, die sind noch nicht mal ein bisschen schneller gelaufen oder haben sonst irgendwie den Anschein erweckt, sich zu scheren.

Und als mir das so durch den Kopf schießt, schaue ich zurück zur Notrufsäule, die immer noch blinkt.
In diesem Moment läuft der eine Schläger – der, der noch laufen kann – mit seinem Kumpel an mir vorbei und sagt, mehr zu sich selbst als zu seinem Buddy: „Wir gehen jetzt einfach!“ Dabei schaut er mir direkt in die Augen und mir wird kalt. Ich kriege Schiss und frage mich, ob er wohl das Handy, das ich noch immer in meiner Jackentasche umklammere, erahnen kann. Aber dann ist der Moment schon vorbei und er ist über alle Berge.

Ich atme auf, mein Puls normalisiert sich.

Ein Sicherheitspersonal, das keinerlei Sicherheit vermittelt

Und nach einer gefühlten Ewigkeit sind auch die Dame und der Herr vom Sicherheitspersonal endlich vor Ort. Irgendwann tauchen dann noch zwei weitere Sicherheitsleute auf, mit einer ähnlich gelangweilten Attitüde. Weit weg können die aber auch nicht gewesen sein, denn all das, was ich gerade beschreibe, spielte sich in den 7 Minuten ab, bis meine Bahn kam.

Ich gebe zu, ich stand ein paar Meter weit weg, als die vier „Sicherheits“leute mit dem Grüppchen sprachen, aus dem der andere Schläger stammte und habe nicht gehört, ob und wie sie auf den Schläger einwirkten. Der randalierte übrigens immer noch, bis zum bitteren Ende, und hat sich bei dem Versuch, in die Bahn einzusteigen dann auch noch schön gemault. Soll heißen: der war sternhagelvoll und dass man da wenig machen kann, außer den Betreffenden aus der „Gefahrenzone“ zu bringen, ist selbst mir klar. Bei so einem Pegel hört man die gut gemeinten „Ey, Alta, benimm Disch ma!“-Ratschläge der eigenen Freunde nicht mehr.

Trotzdem – es will mir einfach nicht in die Birne rein, wie das sogenannte Sicherheitspersonal, wohl wissend und in fucking Sichtweite, nicht zumindest so tut, als würde sie das jucken – wie war das, werden die dafür bezahlt? Ja, oder?
Ey, die sind da lang spaziert, als wären sie mit Waldi sonntagvormittags im Grunewald unterwegs. Also, noch nichtmal so’n angedeutetes schnelleres Laufen. Nix. Latsch, latsch, die Heide blüht.

Ja nee, is klaa, BVG. #weilwirdichlieben. Als ob.
Danke für gar nichts. Hier profitiert einzig und allein die Berliner Taxi-Innung, und das völlig zu Recht.

vonwegensicher

1 KOMMENTAR

  1. schon schlimm, aber mal ehrlich selbst schuld wer „Fratzenbahn“ fährt , mache ich schon lang nicht mehr Auto rules Fuck BVG lieber 3 stunden im stau als 5 min. BVG

    und dj set und mit Bahn nach hause oh shit ging früher auch nicht ohne Sackkarre Schöne neue Welt

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